Apr 18, 2011
Clever verpackt
Auf die Frage, welche Verpackung die Umwelt weniger belastet – Glasflaschen oder Getränkekartons – scheint die Antwort glasklar, oder? Falls auch Sie sich ohne Weiteres für die Flaschen entscheiden würden, wird Sie die folgende Ökobilanz vielleicht überraschen.

Viele Menschen greifen bewusst zu Glasflaschen, um die Umwelt zu schonen.
Auf immer Wiedersehen: die Glasflasche
Ein klarer Pluspunkt für die Glasflasche ist, dass sie als Mehrwegverpackung bis zu 50-mal genutzt wird. Ein bunt bedruckter Getränkepack mit Plastikverschluss landet hingegen schon nach einmaligem Gebrauch im Müll. Außerdem ist der Hauptbestandteil Quarzsand in rauen Mengen verfügbar und umweltschonend zu fördern. Falls die Flasche nicht mehr nutzbar ist, kann sie zu etwa 65 Prozent recycelt werden.
Auf der anderen Seite der Ökobilanz stehen weniger vorteilhafte Argumente. Bei der Herstellung einer einzigen Flasche wird zum Beispiel so viel Energie aufgewendet, wie ein Fernsehgerät benötigt, um 20 Stunden zu laufen. Immerhin, das ist noch verhältnismäßig wenig, wenn man die Energie in Relation zur häufigen Wiederverwendung betrachtet.
Doch auch das Gewicht zählt mit in die Ökobilanz. Mit knapp 600 Gramm wiegt eine herkömmliche Mineralwasserflasche deutlich mehr als ein Getränkekarton mit 30 Gramm. Zudem ist der Transport von Glas weniger effizient, weil das Material schwer ist und in Lkw nicht so dicht gestapelt werden kann. Auf diese Weise kommen mehr Lkw zum Einsatz und verursachen mehr Abgase.
Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn: der Getränkekarton
Diese Verpackung besteht etwa zu 75 Prozent aus Zellstoff (Karton), der Rest aus Polyethylen und Aluminium. Sie wiegt fast nichts, ist stabil, leicht zu handhaben und platzsparend. Außerdem schützt sie ihren Inhalt vor Licht und erhält damit zum Beispiel wertvolle Vitamine.
Etwa 65 Prozent der Kartons werden nach ihrer Nutzung über die Gelbe Tonne eingesammelt und weiterverwertet. Aus den schonend herausgelösten Papierfasern entstehen Tragetaschen, Faltschachteln und Wellpappen. Kunststoff- und Aluminiumteile der Getränkekartons werden in der Zementherstellung eingesetzt.
Der Zellstoff, aus dem Getränkekartons bestehen, wird aus Holz gewonnen. Um den umsichtigen Umgang mit dem Rohstoff zu gewährleisten, sind bei dm-drogerie markt ressourcenschonende Verpackungen erhältlich: So bietet beispielsweise Alnatura seine Getränke zum Teil in Einwegverpackungen der ELOPAK GmbH an, die das benötigte Holz nachweislich aus Wäldern entnimmt, in denen das ökologische Gleichgewicht bestehen bleibt.
Ein Minuspunkt in der Ökobilanz von Getränkekartons: Bei der Zellstoffherstellung werden Gewässer belastet und auch Polyethylen und Aluminium entstehen nur dann, wenn die Umwelt unsanft berührt wird. Dem Vergleich zwischen Einwegverpackungen und Mehrwegflaschen aus Glas halten die Getränkepackungen Stand.
Was bleibt
Wenn beide Verpackungsformen aus verschiedenen Blickwinkeln heraus betrachtet werden, stehen Kartons den Mehrwegglasflaschen in nichts nach.
- Das beurteilt eine Ökobilanz
Es ist der Versuch, alle Auswirkungen eines Produkts auf Wasser, Boden und Luft zu berücksichtigen und gegeneinander abzuwägen. Angefangen bei der Herstellung über seine Nutzung bis hin zur Entsorgung. Das schließt unter anderem die Herstellung von Vorprodukten und alle Transportwege mit ein.























