Jan 2, 2012
Motive gekonnt einfangen
Die Ansicht ist atemberaubend, die Belichtung perfekt. Schnell drücken Sie auf den Auslöser und haben Ihr Motiv im Kasten. Nur später, auf dem Foto, kommen die idyllische Landschaft oder das imposante Gebäude nicht mehr so reizvoll rüber. Woran liegt das? Vielleicht haben Sie noch nicht alle Ihre Möglichkeiten ausgeschöpft, wie Sie das Motiv möglichst ansprechend auswählen. Die Übung macht’s: Ein paar hilfreiche Gestaltungsmittel lassen sich ganz leicht lernen.

Dreidimensional: Die breite Schneespur lenkt als sogenannte "Führungslinie" den Blick in die Landschaft hinein und sorgt für räumliche Tiefe.
Spannung erzeugen
Eines vorweg: „Es gibt keine allgemeinen Regeln, die jeder beachten muss, damit Fotos gut werden“, sagt der Fotograf und Autor Georg Banek. Wenn Sie aber Ihr Hauptmotiv nach der meistens empfohlenen sogenannten „Drittel-Regel“ platzieren, wirken Fotos besonders ästhetisch und harmonisch. Dafür teilen Sie das Bild gedanklich durch zwei waagerechte und senkrechte Linien in neun gleich große Flächen und setzen das Hauptmotiv an einen der Schnittpunkte.
Tipp: Für den Anfang besonders hilfreich: Bei vielen Kameras lässt sich im Display oder dem Sucher ein Gitternetz einblenden.
Mut zur Gewichtung
Die Skihütte, ein paar verschneite Bäume im Hintergrund und so viele Skifahrer wie möglich mit aufs Bild? Lieber nicht. Denn weniger ist oft mehr. Je mehr Elemente auf Ihrem Foto zu sehen sind, desto eher sollten Sie als Fotograf gewichten. Wenn Sie beispielsweise eine Familie in der Natur ablichten, fragen Sie sich, ob Sie den Schwerpunkt eher auf die Gesichter der Menschen legen oder die Landschaft einfangen wollen. Sind die Menschen im Mittelpunkt, reicht es oft aus, nur die Oberkörper oder die Gesichter zu fotografieren.
Frosch- oder Vogelperspektive?
Ob Blumen, Kinder oder eine Brücke: Wenn Sie immer aus der Perspektive, in der Sie sich normalerweise befinden, fotografieren, zeigen Sie dem Betrachter Ihrer Bilder das, was er schon kennt. Für mehr Spannung sorgen Fotos aus der Frosch- oder der Vogelperspektive. Auch durch seitliche Perspektiven anstelle von Frontalansichten erhalten Ihre Fotos häufig mehr Spannung.
Mehr Ruhe ins Bild bringen
Wenn Menschen Fotos betrachten, suchen sie nach Strukturen, an denen sie sich orientieren können. Linien geben dem Foto eine solche Struktur und führen den Blick des Betrachters zum Hauptmotiv. Das ist besonders wichtig in der Landschaftsfotografie, wenn es schwierig ist, ein Hauptmotiv auszumachen. Fotografieren Sie beispielsweise Grashalme und Gestrüpp oder einen Baum ohne Blätter, bringen Sie mit Linien mehr Ruhe aufs Bild. Das können Zäune, Baumstämme, Straßen oder auch Gebäudelinien sein.
Spontan sein
Bei aller Planung: Ihre Spontaneität sollte beim Fotografieren nicht auf der Strecke bleiben. Ob Sie Ruhe oder Dynamik, Harmonie oder Spannung ins Bild bringen möchten, die Entscheidung, was zur Bildidee passt, bleibt Ihnen überlassen. Probieren Sie dabei neue, ungewöhnliche Bildgestaltungen aus. Hochformate wirken oft dynamisch. Betrachten Sie erst Ihr Motiv und entscheiden Sie dann. Für eine ungewöhnliche Ansicht können Sie die Kamera auch mal schräg halten. Finden Sie einen ungewohnten Blick auf ein altbekanntes Motiv. Damit wecken Sie eher die Aufmerksamkeit des Beobachters als mit Altbekanntem und Gewohntem.























