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Apr 18, 2011

Blühende Landschaft am Rande der Wüste

Als Ibrahim Abouleish 1977 etwa 60 Kilometer nordöstlich von Kairo die Sekem-Farm gründete, hatte er eine Vision: In einem Land, in dem üppiger Umgang mit Pestiziden selbstverständlicher Teil der Landwirtschaft war, begann er, Gemüse, Kräuter und vor allem Baumwolle auf ökologisch verträgliche Art anzubauen.

Blühende Landschaft am Rande der Wüste Frau Handarbeit

Faire und soziale Arbeitsbedingungen: Unter diesen Voraussetzungen stellen Mitarbeiter der Sekem-Farm Produkte für ALANA her.

Ausgezeichnete Arbeit

Heute ist Sekem eine international erfolgreiche Unternehmensgruppe, die mehr als 2.000 Mitarbeiter beschäftigt. Für sein Engagement erhielt Sekem-Gründer Ibrahim Abouleish 2003 den alternativen Nobelpreis. dm hat mit der ägyptischen Entwicklungshilfe-Initiative eine besondere Handelspartnerschaft aufgebaut – und lässt einen Teil der Kinderkleidung der Qualitätsmarke Alana hier produzieren.

Nachhaltiges Handeln für Mensch, Umwelt und Gesellschaft

Ziel von Sekem ist, wirtschaftlichen Erfolg, biologische Landwirtschaft und soziale Verantwortung miteinander zu verbinden. Wer die Erfolge vor Ort sieht, ist begeistert. Meter für Meter wird aus Wüstensand fruchtbare Anbaufläche. Basis dafür ist die professionelle Produktion von Kompost: Die Rinder und Milchkühe produzieren den Dung, der den Pflanzenkulturen die nötigen Nährstoffe zuführt und die Wüste leben lässt. Neben dem Einsatz für ökologisch verträgliche Anbaumethoden arbeitet die Initiative nach den Kriterien des Fairen Handels und setzt sich für das Wohlergehen der Menschen in der Region und für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft ein.


Biologisch-dynamischer Landbau sorgt für Mehrwert

Der bio-dynamische Landbau folgt den strengen Vorgaben des demeter-Verbandes, die über die EU-Bioverordnung hinausgehen: An Stelle von chemischen Düngern und Pestiziden kommen nur natürliche Präparate zum Einsatz. Die Landwirtschaft ist geprägt von Respekt vor dem Land und der Natur: Mischkultur, Kompostierung und die Beachtung kosmischer Einflüsse verhindern eine Belastung der Böden. „In der trockenen Wüstenlandschaft besteht eine der größten Herausforderungen darin, das Land zu bewässern“,sagt Andrea Pfitzer, die bei dm für Baby- und Kleinkindtextilien verantwortlich ist. „Auf der Mutterfarm sichern mehrere Brunnen die Wasserzufuhr. Ein spezielles System bei der Bewässerung sorgt zudem dafür, dass der Wasserverbrauch so gering wie möglich bleibt. Ein eigens gepflanzter Grüngürtel rund um die Felder schützt die Farm vor Sandstürmen und tierischen Schädlingen.“ Der wirtschaftliche Erfolg von Sekem zog in Ägypten zahlreiche Nachahmer an: Mittlerweile arbeiten im ganzen Land rund 200 Farmen und zahlreiche Kleinbauern nach den Grundsätzen der Bio-Dynamik. Der Zusammenschluss „Egyptian Biodynamic Association“ (EBDA) bietet Fortbildungen an und forscht kontinuierlich für eine Weiterentwicklung der biologisch-dynamischen Methoden.

Soziale Verantwortung: faire Bedingungen für Arbeit und Leben

Als Fair Trade-Unternehmen bietet Sekem seinen Mitarbeitern moderne Arbeitsbedingungen, fairen Lohn und soziale Absicherungen wie eine Betriebsrente und einen Nothilfefonds. Die Unternehmensgewinne finanzieren gemeinnützige Zwecke: Von Kindergarten, Schule und Berufsschule über ein Theater bis hin zum medizinischen Versorgungszentrum. Vieles ist da, was Leben erleichtert und verbessert. Die Einrichtungen für Bildung und Gesundheit kommen nicht nur den Sekem-Mitarbeitern und deren Familien zugute, sondern können von allen Menschen in der Region genutzt werden. Seit Oktober 2007 gibt es sogar eine Sekem-Universität in Kairo: Die Heliopolis Universität bildet junge Menschen in verschiedenen Fachbereichen – darunter Ingenieurwissenschaften, Betriebswirtschaft und Pharmazie – aus, und lehrt dabei stets zugleich nachhaltiges Handeln und soziale Verantwortung.