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Jul 4, 2011

Hilfe bei Schuppenflechte

Psoriasis, wie die Schuppenflechte medizinisch genannt wird, kann sehr unangenehm sein. Betroffene Hautareale sind gerötet, können brennen und aufreißen. Zudem treten die schuppigen Hautflecken zumeist an sichtbaren Stellen wie Händen, Füßen, Ellbogen, Knien oder auf der Kopfhaut auf. Ein kosmetisches Problem, das den Leidensdruck der Betroffenen zusätzlich erhöht. Schuppenflechte ist nicht heilbar, doch es gibt eine Reihe von Therapieansätzen, über die ein Arzt entscheiden sollte. Dem Deutschen Psoriasis Bund e. V. zufolge kommt es bei immerhin rund 25 Prozent der Psoriatiker zu einer spontanen Abheilung der Hauterscheinungen.

 

Hilfe bei Schuppenflechte Beinpflege

Intensive Pflege mit fetthaltigen Cremes und Salben ist das A und O bei Schuppenflechte.

 

 

Nahrung für schuppende Haut

Das A und O für eine erfolgreiche Behandlung der Schuppenflechte ist die regelmäßige intensive Hautpflege. Wichtig ist, die sehr trockene, empfindliche Haut mit rückfettenden Ölbädern, Fettsalben oder fettreichen Cremes geschmeidig zu halten. Wasserhaltige Lotionen sind dagegen wenig effektiv. Die Haut nimmt die Feuchtigkeit zwar auf, kann sie aber nicht einlagern. Generell gilt: Je trockener die Haut ist, desto fetter muss die Hautpflege sein. Urea, Glycerin und Hyaluronsäure können als Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten Feuchtigkeit in der Haut binden. Da Duftstoffe die Entzündung fördern können, sollten Psoriatiker lieber ganz darauf verzichten. Zur Körperpflege empfehlen sich kurze lauwarme Duschen mit stark rückfettenden Duschölen oder lauwarme Ölbäder. Ein ausgewiesenes Heilmittel bei Schuppenflechte ist das mineralhaltige Salz aus dem Toten Meer. Hautpflegeprodukte wie zum Beispiel Masken machen sich die heilsame Wirkung zunutze.
 

Schuppen lösen

Da bei der Schuppenflechte anlagebedingt die Hautzellen wesentlich schneller als üblich erneuert werden, bilden überschüssige abgestorbene Zellen eine erhabene silbrige Schuppenschicht. Damit Pflegeprodukte überhaupt die Haut erreichen, kann es nötig sein, diese Schuppenschicht zunächst abzulösen. Ein bewährter Wirkstoff ist Salicylsäure. Betroffene sollten sich bei ihrem Arzt erkundigen, ob und wenn ja, wie häufig sie die Schuppenschicht der betroffenen Stellen ablösen sollten.
 

Wenn der Kopf juckt

Der Begriff „Psoriasis“ geht auf das Griechische „psao“ („ich kratze“) zurück. Viele Betroffene klagen darüber, dass vor allem Hautflecken auf der Kopfhaut stark jucken. Da Shampoos mit Urea nur kurz auf der Kopfhaut verbleiben, reicht ihre Wirkung häufig nicht aus, um die starke Schuppenbildung und den Juckreiz bei einer Kopfpsoriasis zu bessern. Zusätzlich kann ein Dermatologe ein Präparat mit längerer Einwirkzeit verordnen.
 

Wellness für Haut und Seele

Viele Psoriatiker neigen dazu, unschöne Hauterscheinungen stets unter langen Hosen und Ärmeln zu verbergen. Zumal manche Mitmenschen die schuppigen Hautflecken für ansteckend halten. Es ist jedoch hilfreich, zumindest ab und zu Haut zu zeigen: Kurze Sonnenbäder sind eine Wohltat für die erkrankte Haut und tun auch der Seele gut. Aber Vorsicht, ein Sonnenbrand kann die Hautbeschwerden noch verstärken.
 

Psoriasis hat viele Gesichter

Eine Psoriasis-Erkrankung verläuft individuell sehr verschieden. Bei den einen treten nur vereinzelte kleinere schuppige Hautflecken auf, bei den anderen sind sämtliche Hautbereiche um die Gelenke, über dem Kreuzbein und sogar die Fingernägel betroffen. Dabei bilden sich entweder unschöne kleine Dellen in der Nageloberfläche oder die Nagelplatte beginnt zu zerbröseln. Der Dermatologe Prof. Dr. Uwe Wollina riet auf dem Deutschen Psoriasis Tag in Dresden jedoch dringend davon ab, erkrankte Nägel im Nagelstudio einfach überkleben zu lassen. Nagelbett, Nagelwurzel und Sehnenansätze entzünden sich weiter, unter Umständen bis zum Verlust des Nagels. Zusätzlich können sich Pilzinfektionen entwickeln. Eine Psoriasis der Nägel signalisiert häufig auch den Beginn einer Psoriasisarthritis (PsA), einer Gelenkerkrankung, die dem Rheuma ähnelt. Psoriasis kann laut dem Deutschen Psoriasis Bund e. V. einmalig auftreten oder chronisch über lange Zeit hinweg verlaufen.
 

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Für Psoriatiker kann es sehr hilfreich sein, in einer Selbsthilfegruppe Gleichgesinnte zu treffen (www.psoriasis-bund.de). Betroffene sollten versuchen, ihre Erkrankung und ihren Alltag so gelassen wie möglich anzunehmen und sich nicht von der Außenwelt zurückzuziehen. Denn fest steht: Stress und psychische Belastung können schubweise zu neuen Hauterscheinungen führen. Ein Teufelskreis, den Menschen mit Schuppenflechte auch dadurch auflösen können, indem sie in einem Kurs eine Entspannungstechnik erlernen, beispielsweise Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Yoga. Auch eine Psychotherapie kann Betroffenen helfen, besser mit ihrer Erkrankung zu leben.