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Trockene Haut in den Wechseljahren

dm-drogeriemarkt

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Lesedauer 10 Min.

2.9.2026

Frau trägt mit Finger eine weiße Creme auf die freiliegende Schulter auf

Kennst Du das? Seit Du in den Wechseljahren bist spannt Deine Haut im Gesicht, obwohl Du sie regelmäßig mit Deinen bewährten Cremes versorgst. Und dann ist da auch dieser quälende Juckreiz an den Beinen, vor allem an den Unterschenkeln und nach dem Duschen. Was dahinter steckt?  Wahrscheinlich wird Deine Haut einfach trockener. Dafür gibt es vielfältige mögliche Ursachen, in Deiner Lebensphase aber spielen die hormonellen Umstellungen eine besondere Rolle.

Das hormonelle Ungleichgewicht: Warum die Haut sich verändert. 

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben der Frau, in der die Eierstöcke ihre Hormonproduktion langsam einstellen – unter anderem die des Geschlechtshormons Östrogen, das sich auf die Haut auswirkt: Hautzellen besitzen sogenannte Östrogenrezeptoren, an denen das Hormon andockt, um Stoffwechselprozesse zu beeinflussen. Bei einem Hormonmangel verändert sich entsprechend die Hautstruktur. 

Welche Rolle spielt das Östrogen bei den Hautveränderungen? 

Das weibliche Geschlechtshormon unterstützt gleich mehrere Hautfunktionen, die nun unter dem Östrogenmangel zu leiden haben. 

  1. Die Hautbarriere wird durchlässig: Die oberste Hautschicht, die sogenannte Epidermis, bildet mit Fettsäuren, Cholesterin und Ceramiden einen Lipid-Schutzschild. Dieser verhindert normalerweise, dass zu viel Feuchtigkeit verdunstet. Wird die Barriere aber brüchig, beispielsweise weil weniger Hautfette vorhanden sind, entweicht mehr Feuchtigkeit – die Haut wird rau, schuppt sich und spannt. 

  2. Der Kollagengehalt verringert sich: Kollagen als wichtigstes Strukturprotein der Haut verleiht ihr Stabilität. Vor allem in den ersten Jahren nach der Menopause, also der letzten Regelblutung, geht der Kollagengehalt stark zurück. Dieser Prozess verlangsamt sich zwar später, doch insgesamt macht er die Haut dünner und kostet Spannkraft. 

  3. Die Hyaluronsäure geht zurück: Diese Substanz ist der natürliche Wasserspeicher der Haut, weil sie Feuchtigkeit bindet. Dadurch schenkt sie der Haut ein pralles Aussehen. Mit sinkendem Östrogenspiegel nimmt das körpereigene Hyaluron ab. 

So kann es sein, dass Deine bisherigen Pflegemittel plötzlich nicht mehr ausreichend Feuchtigkeit spenden und Deine Haut sogar zusätzlich reizen. Auf einmal verträgst Du nicht mehr, was Dir jahrelang gutgetan hat. Rötungen, Brennen, Juckreiz machen sich bemerkbar. Und selbst bei kleinen Verletzungen regeneriert sich die Haut nicht mehr so schnell.  

Welche anderen Faktoren sind bei trockener Haut im Spiel? 

Neben den hormonellen Einflüssen gibt es weitere Aspekte, die sich auf die Haut auswirken und den Effekt der Wechseljahre verstärken können. Dabei geht es vor allem um: 

  • Veranlagung, 

  • natürliche Alterungsprozesse, 

  • Umgang mit UV-Strahlung im Laufe des Lebens, 

  • trockene Heizungsluft, 

  • häufiges (und zu heißes) Duschen, 

  • Rauchen, 

  • bestimmte Medikamente und/oder 

  • Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte. 

Trockene Haut ist nicht nur ein kosmetisches Problem! 

Schüppchen, Rötungen, Risse stören Dich vielleicht schon rein optisch, aber vor allem beeinträchtigt trockene Haut das Wohlbefinden: Juckreiz, Brennen, selbst „nur“ ein Spannungsgefühl sind unangenehm.  

Was noch wichtiger sein kann: Durch eine gestörte Hautbarriere können leichter Reizstoffe eindringen, die Gefahr von entzündlichen Hautausschlägen und Infektionen steigt. Deshalb ist es nicht nur für das Aussehen, sondern auch für die Gesundheit relevant, das Thema ernst zu nehmen. 

Die richtige Hautpflege: Wirkstoffe für mehr Feuchtigkeit 

Trockene Haut braucht Unterstützung, um ihre natürliche Schutzbarriere aufrechtzuerhalten. Das gelingt am besten, wenn Du ihr hilfst, ausreichend Feuchtigkeit zu speichern. Dazu trägt eine regelmäßige Basispflege bei. Sie stärkt den Schutzschild der Haut, wodurch sie den Wasserlust reduziert und Spannungsgefühl sowie Juckreiz lindert. Als besonders wirksam gilt eine Kombination aus feuchtigkeitsbindenden und rückfettenden Substanzen.  

Hier sind einige Inhaltsstoffe, die einen positiven Effekt auf trockene Haut haben können: 

Ceramide – Bausteine der Hautbarriere

Ceramide sind wesentliche Bestandteile der Schutzbarriere der Haut. Sie bestehen aus Fettsäureketten, verhindern Wasserverluste und halten die Haut geschmeidig. Daher sind sie häufig in feuchtigkeitsspendenden Cremes, Lotionen und anderen Hautpflegeprodukten enthalten. 

Glycerin – der Feuchtigkeitsspender

Auch Glycerin bindet Feuchtigkeit in der Hornschicht der Haut und verbessert dadurch ihren Wasseranteil. Deshalb wird auch diese Substanz häufig in Feuchtigkeitspflegeprodukten eingesetzt.  

Harnstoff – Feuchtigkeit und Pflege

Harnstoff, auch Urea genannt, gehört ebenfalls zum natürlichen Feuchthaltesystem der Haut. Je nach Konzentration wirkt es allerdings unterschiedlich: Bei 2 bis 5% verbessert es die Feuchtigkeitsversorgung, bei 5 bis 10% kann es sogar raue Haut glätten. Bei stark verhornter Haut kann es auch in höheren Konzentrationen eingesetzt werden. Vorsicht allerdings, wenn die Haut bereits Risse zeigt oder sehr gereizt ist – dann kann Urea leicht brennen. 

Hyaluronsäure – das Wundermittel?

Wahrscheinlich hast Du schon viel über Hyaluronsäure gelesen, die im kosmetischen Bereich oft als das Wundermittel gegen Fältchen angepriesen wird. Das liegt daran, dass sie in großer Menge Wasser binden kann und die Haut dadurch praller erscheint. Sie ist deshalb sicher ein wertvoller Bestandteil von Feuchtigkeitspflege, kombiniert mit rückfettenden Inhaltsstoffen. Aber: Da sie nur die oberflächliche Hautschicht bedient und nicht in tiefere Schichten eindringt, wird ihr Effekt immer nur vorübergehend sein. Das körpereigene Hyaluron, das in den Wechseljahren rückläufig ist, wirst Du nicht ersetzen können, indem Du Hyaluronsäure aufträgst. Erwarte also keinen Verjüngungszauber! 

Niacinamid – Vitaminbooster für die Hautbarriere

Hinter dem komplizierten Namen verbirgt sich Vitamin B3, denn davon ist Niacinamid eine Sonderform. Es regt den Energiestoffwechsel der Zellen an und gilt somit vielen als Empowerment für die Haut. So kann es auch die Hautschutzbarriere unterstützen und dafür sorgen, dass Feuchtigkeit erhalten bleibt. Außerdem kann es Rötungen bei gereizter Haut abschwächen. 

Pflanzliche Öle als rückfettende Substanzen

Pflanzliche Öle, auf die Haut aufgetragen, steuern hautähnliche Fettsäuren bei, geben – in der richtigen Dosierung – ein angenehmes Gefühl und verleihen Geschmeidigkeit. Beispiele sind: 

  • Jojobaöl 

  • Mandelöl 

  • Sheabutter 

  • Kokosöl 

  • Olivenöl 

Sie sind gut geeignet, um die übrigen Hautpflegestoffe zu ergänzen. Schließlich enthalten sie häufig auch wertvolle Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Antioxidantien und können beruhigend auf gereizte oder empfindliche Haut wirken. 

Wichtig: Nicht zu viel verwenden, sonst verkleben die Poren und die Haut kann nicht mehr befreit atmen. Vorsicht auch bei Pflanzenstoffen, die Allergien auslösen können. 

Welche Form der Hautpflege ist bei trockener Haut in den Wechseljahren hilfreich? 

Deine Haut solltest Du regelmäßig pflegen, nicht erst, wenn sie gereizt ist, spannt oder juckt. Besonders günstig ist der Zeitpunkt direkt nach dem Duschen, solange die Haut noch leicht feucht ist. In diesem Zustand ist sie am aufnahmefähigsten. Am besten Du gewöhnst Dir eine feste Pflegeroutine am Morgen und am Abend an. 

Die richtige Art der Hautreinigung 

Vor dem Eincremen steht in der Regel eine gründliche Reinigung der Haut. Was den gesamten Körper betrifft ist die Frage: baden oder duschen? 

Ein Ölbad gelegentlich kann bei trockener Haut hilfreich sein und tut auch der Seele gut. Achte darauf, dass es nicht zu heiß ist, und dehne es nicht zu lange aus. 

Auch für die tägliche Dusche gelten ein paar Regeln: 

  • lieber lauwarm als heiß, 

  • möglichst nicht länger als etwa fünf Minuten (das ist auch besser für die Umwelt), 

  • milde, pH-neutrale Waschprodukte benutzen statt stark entfettender Seifen. 

Im Anschluss nicht zu stark rubbeln, sondern sanft trockentupfen

Fürs Gesicht solltest Du auf einen schonenden Make-up-Entferner setzen. Bevorzuge generell Mittel ohne Alkohol oder starke Duftstoffe, da diese die Haut irritieren und austrocknen können. Wähle Produkte, die pH-neutral sind, und vielleicht zusätzlich noch feuchtigkeitsspendende Substanzen enthalten. Am besten die Gesichtshaut nicht mit einem rauen Waschlappen schrubben, sondern ein weiches Wattepads oder die Hände verwenden. Mit lauwarmem Wasser abspülen und mit einem Handtuch trockentupfen. Trage direkt nach der Reinigung eine feuchtigkeitsspendende Pflege auf. 

Die richtige Form der Pflegeprodukte 

Hautpflegeprodukte enthalten nicht nur unterschiedliche Wirkstoffe – sie liegen auch in unterschiedlichen Formen vor, also Lotionen, Cremes, Gele oder Salben. Was davon am besten für Dich geeignet ist, hängt vom Typ und vom aktuellen Zustand der Haut ab, aber auch von Deinen persönlichen Vorlieben.

Produkt 

Konsistenz 

Wirkung 

Anwendung 

geeignet  

Lotion 

flüssig, 
leicht 

feuchtigkeitsspendend, 
zieht schnell ein 

ideal für den ganzen Körper, 
nach dem Duschen 

für normale bis
leicht trockene Haut 

Creme 

dickflüssig,
reichhaltig 

intensive Feuchtigkeit, 
bildet eine schützende Barriere 

bei trockenen Hautstellen,
im Gesicht oder am Körper 

für trockene, 
empfindliche Haut 

Gel 

leicht, 
oft kühlend 

erfrischend, feuchtigkeitsspendend,
zieht schnell ein 

gut für Gesichtspflege, 
besonders bei Akne oder fettiger Haut 

nicht für trockene Haut 

Salbe 

dick, ölig 

bildet Film auf der Haut, 
schützt die Haut vor Wasserverlust 

für sehr trockene oder 
rissige Hautstellen 

für sehr trockene,
gereizte Haut 

Balsam 

dick, oft mit 
Duftstoffen 

beruhigend, pflegend, 
oft mit ätherischen Ölen 

für gezielte Anwendungen,
z.B. bei Lippen oder kleinen 
Hautirritationen 

für trockene oder
gereizte Hautstellen 

Emulsion 

Mischung aus 
Öl und Wasser 

leichte Textur, kombiniert
Vorteile von Lotion und Creme 

für den täglichen Gebrauch, 
gut für normale Haut 

für normale bis
trockene Haut 

Serum 

leicht, 
hochkonzentriert 

hohe Wirkstoffkonzentration,
zielt auf spezifische Hautprobleme ab 

vor der Creme auftragen, 
für gezielte Behandlung 

für alle Hauttypen, 
je nach Inhaltsstoffen 

Öl 

flüssig, 
reichhaltig 

nährt die Haut, bildet eine
schützende Schicht 

als letzter Schritt in der Pflege, 
zur Massage oder für die Nacht 

für trockene, 
reife Haut 

Tipp: Du kannst problemlos mehrere Produkte kombinieren. Halte Dich dabei aber an die Regel „leicht vor schwer“. Wenn Du also ein Serum mit bestimmten Wirkstoffen mit einer Creme verwenden möchtest, dann trage erst das Serum auf, danach die Creme, nicht umgekehrt.

Mehr als nur Cremes: Ernährung, Wasser und Lebensstil 

Die Haut ist der Spiegel der Seele, sagt man. Wen wundert es da, dass eine Creme, ein Schaum, ein Wässerchen von außen aufgetragen nicht alles sein kann! So wie es viele Faktoren gibt, die Dein persönliches Wohlbefinden beeinflussen, so gibt es auch etliche, die bei der Hautgesundheit eine Rolle spielen. Und: Reifere Haut kann weniger wegstecken als junge Haut! Daraus kannst Du ein paar Regeln für Dich und Deine Haut ableiten. 

Ernährung kann nicht alles, ist aber wichtig 

Eine spezielle Haut-Diät gibt es leider nicht, denn die Ernährung kann einen Östrogenmangel und seine Folgen für die Haut nur sehr bedingt ausgleichen. Aber mit einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Fisch und hochwertigen pflanzlichen Ölen tust Du Deinem Körper etwas Gutes. Und damit auch seinem größten Organ: der Haut. 

Das Gleiche gilt auch für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Trinke über den Tag verteilt anderthalb bis zwei Liter Wasser, am besten in Form von ungesüßtem Tee, Wasser oder verdünntem Fruchtsaft.  

Nahrungsergänzungsmittel sind nur dann sinnvoll, wenn ein echter Mangel ärztlich nachgewiesen wurde. Verschiedene Vitamine und Spurenelemente spielen jedoch eine Rolle, wenn es darum geht, die Hautfunktionen zu unterstützen. Dazu gehören Vitamin C¹⁾, Biotin²⁾, Jod³⁾, Niacin⁴⁾, Riboflavin⁵⁾, Vitamin A⁶⁾ und Zink⁷⁾

Sonne auf der Haut oder Sonne im Herzen?  

Zwar ist die Sonne wichtig, damit der Körper Vitamin D bilden kann, aber über die Jahre summiert sich aggressive Sonneneinstrahlung zum Schaden der Hautzellen. Vermeide also direkte Mittagssonne, trage schützende Kleidung und ein Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor

Sonne im Herzen darfst Du dagegen so viel tragen, wie Du willst – am besten so viel wie möglich. Seelisches Wohlbefinden hat zwar keine direkten Auswirkungen auf den Feuchtigkeitsgehalt Deiner Haut, aber wirkt sich doch positiv aus. Achte daher auf:  

  • ausreichend Schlaf, denn dabei laufen viele Reparatur- und Regenerationsprozesse im Körper ab, 

  • ein gutes Stressmanagement

  • genügend Bewegung

  • wenig Alkohol und möglichst konsequenten Rauchstopp. 

Und wenn alles nichts hilft? 

Schön und gut, denkst Du Dir vielleicht – Sonne im Herzen? Wenn ich den dauernden Juckreiz nicht loswerde? Die Haut an besonders trockenen Stellen aufreißt und schmerzt? Wo soll ich meine gute Laune hernehmen? 

Da hast Du natürlich recht. Und es ist richtig, wenn Du Deine Hautveränderungen beobachtest, Pflegemaßnahmen entsprechend anpasst und Dich entscheidest, eine Ärztin oder einen Arzt zu Rate zu ziehen, wenn Deine Beschwerden sich plötzlich verschlimmern oder sehr stark belasten. Die Fachleute können abklären, ob vielleicht Medikamente oder Erkrankungen dahinterstecken. Außerdem haben sie noch viele weitere Möglichkeiten, um tiefe Hautrisse oder quälenden Juckreiz zu behandeln. 

Quellen

Internet

Deutsche Gesellschaft für Ernährung. (2024). Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/ 

Print

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Die markierten Aussagen basieren auf zugelassenen Health Claims gemäß EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012: