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Besenreiser

dm-drogeriemarkt

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Lesedauer 7 Min.

26.8.2026

Ältere Frau am Schwimmbeckenrand mit rosa Badekappe und blauen Schwimmbrillen, sie lächelt und richtet die Brille mit den Händen, über dem Beckenrand sichtbar ein Fitnessarmband

Plötzlich sind sie da: feine rote oder bläuliche Äderchen, die durch die Haut schimmern. Vielleicht fragst Du Dich jetzt: Sind sie harmlos oder doch ein Problem? Kann ich etwas dagegen tun? Hier erfährst Du alles Wichtige rund um das Thema Besenreiser. 

Was sind Besenreiser? 

Besenreiser sind feine, erweiterte Blutgefäße direkt unter der Haut mit einem Durchmesser von meistens zwischen 0,1 und 1 Millimeter. Oft erscheinen sie zunächst nur als einzelne Striche, manchmal aber schon gleich als kleine Netzwerke. Wegen ihrer typischen Optik – dünne, fächerartig ausstrahlende Linien – erinnern sie an einen Reisigbesen. Daher der Name. 

Am häufigsten zeigen sie sich an den Oberschenkeln, den Kniekehlen und den Unterschenkeln. Sie können aber an jedem Körperteil auftreten – auch im Gesicht, zum Beispiel als zarte rote Äderchen an der Nase oder den Wangen.

Was ist der Unterschied zu Krampfadern?

Der Unterschied liegt vor allem in der Größe und Dicke: Krampfadern (Varikose) sind ebenfalls erweiterte Venen, aber deutlich stärker ausgeprägt als Besenreiser und vor allem tiefer gelegen. Sie können sich als bläuliche, sichtbar hervorstehende Stränge und Knoten an den Beinen zeigen und gehen häufiger mit Beschwerden einher: schwere, müde Beine, Spannungsgefühl, Schwellungen, nächtliche Wadenkrämpfe. 

Ursachen & Risikofaktoren

Ursachen für Besenreiser gibt es mehrere, aber meist steckt eine Schwäche des sogenannten Bindegewebes dahinter. Dabei handelt es sich um ein im ganzen Körper vorhandenes Gewebe, das die Knochen, Muskeln und Organe verbindet und stützt. Es ist auch Bestandteil der Blutgefäße und sorgt dafür, dass diese dem Blutdruck standhalten. Ist es nicht stabil genug, können die dünnen Gefäßwände dem Druck des Blutes schlechter standhalten – sie weiten sich aus und werden als feine Äderchen sichtbar. Verschiedene Faktoren können dazu beitragen: 

  • erbliche Veranlagung: Wie fest oder wie dehnbar Dein Bindegewebe ist, hast Du zu einem großen Teil geerbt: Hatten Deine Eltern oder Großeltern Besenreiser oder Krampfadern, steigt Dein eigenes Risiko deutlich. 

  • hormonelle Einflüsse: Hormone können die Gefäßwände beeinflussen und Besenreiser begünstigen – das gilt als gesichert für Schwangerschaften, möglicherweise auch für die Einnahme der Pille und hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren.  

  • langes Stehen oder Sitzen: Wer im Alltag viel steht oder sitzt, belastet seine Venen stärker. Der Druck in den Beinvenen steigt, weil das Blut gegen die Schwerkraft in Richtung Herz fließen muss. 

  • Übergewicht: Zusätzliches Körpergewicht erhöht den Druck auf die Beinvenen. 

  • zunehmendes Alter: Mit den Jahren verlieren Bindegewebe und Gefäßwände ganz natürlich an Elastizität. 

  • wenig Bewegung: Die Wadenmuskulatur wirkt wie eine Pumpe für das Venenblut. Wird sie wenig benutzt, ist auch der Rückstrom des Blutes zum Herzen träger.

Wann solltest Du zum Arzt?

Besenreiser sind in der Regel harmlos. In manchen Fällen ist es dennoch sinnvoll, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen: 

  • wenn Besenreiser sich plötzlich stark ausbreiten,  

  • wenn Schmerzen, Schweregefühl oder starke Ödeme (Wasseransammlungen) an den Beinen auftreten, 

  • wenn sich sichtbar hervortretende, geschlängelte Venen (Krampfadern) bilden. 

Welche Untersuchungen sind typisch? 

In einem ausführlichen Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt schilderst Du Deine Beschwerden und Deine Vorgeschichte. Dann folgt eine körperliche Untersuchung. Bei Verdacht auf eine tiefer liegende Venenschwäche wird häufig ein Ultraschall herangezogen (Duplexsonografie): Damit können Deine Gefäße bildlich dargestellt und die Funktion der Venenklappen kann beurteilt werden. 

Typische Beschwerden

Für die meisten Betroffenen sind Besenreiser ein rein kosmetisches Problem. Beschwerden machen sie nur selten: Manche berichten über ein leichtes Brennen, Jucken oder Spannungsgefühl in der betroffenen Region. Ob diese Symptome direkt durch Besenreiser oder durch gleichzeitig vorhandene tiefer liegende Venenveränderungen entstehen, ist nicht ganz geklärt. 

Besenreisern vorbeugen: Tipps für den Alltag 

Klar – gegen die genetische Veranlagung kannst Du leider nicht viel tun. Doch Du kannst Deine Venengesundheit auf anderen Wegen unterstützen. 

  • In Bewegung bleiben 
    Gehen, Schwimmen, Radfahren und Wandern aktivieren die Wadenmuskelpumpe – das ist die natürliche Pumpe Deines Körpers, die das Blut aus den Beinen zurück zum Herzen befördert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche – also zum Beispiel fünfmal 30 Minuten zügiges Gehen oder dreimal 25 Minuten Joggen. 

  • Langes Stehen und Sitzen unterbrechen 
    Wenn Dein Alltag viel Stehen oder Sitzen erfordert, versuche regelmäßig kurze Bewegungspausen einzubauen: Stelle Dich auf die Zehenspitzen, bewege Deine Zehen oder lege eine kurze Gehpause ein. 

  • Gesundes Körpergewicht anstreben  
    Übergewicht erhöht den Venendruck. Eine ballaststoffreiche, pflanzenbasierte Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt bei der Gewichtsabnahme und fördert gleichzeitig die Gefäßgesundheit.   

  • Kompressionsstrümpfe tragen 
    Medizinische Kompressionsstrümpfe üben gezielten Druck auf die Beine aus und unterstützen die Venen beim Bluttransport. Sie sind besonders bei langen Reisen und in der Schwangerschaft sinnvoll, aber auch, wenn Du beruflich bedingt viel stehst.  

  • Wechselduschen und Beine hochlegen  
    Kaltes Wasser regt die Venen zur Kontraktion an und fördert die Durchblutung. Und wann immer es sich einrichten lässt: Beine hochlegen, am besten über Herzhöhe. Das erleichtert dem Blut den Rückfluss und gibt müden, schweren Beinen spürbare Erleichterung.

  • Pflanzliche Unterstützung  
    Bestimmte Pflanzenstoffe wie Rosskastanienextrakt oder Rotes Weinlaub werden traditionell zur Unterstützung der Venengesundheit eingesetzt. Sie sind erhältlich als Tabletten, Kapseln oder Gel. 

Besenreiser entfernen 

Wenn Dich Besenreiser stören, gibt es heute verschiedene medizinische Behandlungsmöglichkeiten.  

  • Lasertherapie 
    Kleinere Besenreiser lassen sich mit Wärme verschließen. Bei der Laserbehandlung erhitzt ein gezielter Lichtstrahl das Blut im Gefäß. Es gerinnt und wird vom Körper nach und nach abgebaut.  

  • Verödung (Sklerotherapie) 
    Ein Verödungsmittel (ein spezielles Medikament) wird direkt mit einer sehr feinen Nadel in das Blutgefäß gespritzt – in der Regel nur als minimaler Stich spürbar. Das Mittel reizt die Gefäßwand, die daraufhin verklebt. Das Blut sucht sich dann neue Wege. Mit der Zeit wird das Venengewebe in Bindegewebe umgewandelt und ist nicht mehr als rotes Äderchen sichtbar. Nach dem Eingriff wird meist ein Kompressionsverband oder -strumpf angelegt, den Du einige Tage tragen solltest. Behandelte Besenreiser verschwinden in der Regel innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten. 

  • Mikroschaumverödung (Schaumsklerotherapie) 
    Eine Weiterentwicklung der klassischen Verödung: Das Medikament wird als feiner Schaum injiziert, der das Blut im Gefäß verdrängt und die Wirkung auf die Veneninnenwand verlängert. Wie bei der klassischen Verödung sollte anschließend ein Kompressionsstrumpf getragen werden.

Was Du vor einer Behandlung wissen solltest:  

Du möchtest die unschönen Besenreiser loswerden, bist aber unsicher, ob und welche Behandlung für Dich richtig ist? Ein ausführliches Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ist der wichtigste erste Schritt. Das hilft Dir bei der Entscheidung und Du erfährst, was Dich erwartet. 

Hier ein paar Fakten: 

  • Rötungen und kleine Blutergüsse nach der Behandlung sind normal und kein Grund zur Sorge. Sie bilden sich bereits nach kurzer Zeit zurück. Schwerwiegende Komplikationen sind bei fachgerechter Durchführung selten. 

  • In den meisten Fällen handelt es sich um eine kosmetische Leistung, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.  

  • In der Schwangerschaft und Stillzeit solltest Du auf Behandlungen verzichten. Auch bestimmte Gerinnungsstörungen oder Allergien können eine Einschränkung sein.  

  • Eine Behandlung entfernt bestehende Besenreiser, verhindert aber nicht, dass sich neue bilden. Die vorbeugenden Alltagstipps bleiben also auch danach sinnvoll. 

  

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Internetquellen

Printquellen

  • Jelkmann, W. (2010). Blut. In R. F. Schmidt, F. Lang & M. Heckmann (Hrsg.), Physiologie des Menschen (31. Aufl., S. 478–502). Springer.