Gemeinsam in der Küche

Mit Freunden oder Partnern kochen: Wenn es ums Essen geht, finden Menschen zusammen. ¹⁾
Kolumne von Christoph Werner
Liebe Leserin, lieber Leser,
was macht für Sie die Küche zu einem besonderen Ort?
Als ich noch ziemlich jung war, nahmen mich meine Großeltern mit in den Europa-Park in Rust. Für mich war eine der spannendsten Attraktionen eine Zaubervorstellung für Kinder. Am Anfang der Vorstellung hielt der Zauberer einen Kochlöffel in die Höhe und fragte: „Was ist das?“ Aus zahlreichen Kinderkehlen schallte es zurück: „Ein Koochlöööfl!“ Darauf der Zauberer: „Nein, das ist ein Zauberstab! Denn was in den Kochtopf hineinkommt und damit umgerührt wird, kommt anders wieder heraus!“
Mich hat diese kleine Szene als Kind so nachhaltig beeindruckt, dass ich mich noch heute an sie erinnere. Denn es war ein für mich ungewöhnlicher Blick auf einen vermeintlichen Alltagsgegenstand. Es kommt halt auf den Perspektivwechsel an, um zu neuen Gesichtspunkten und Einfällen zu kommen.
Die Küche also als ein magischer Ort? Das ist nun vielleicht etwas zu überschwänglich. Aber sie ist einer der Orte, den es auch in historischen Gebäuden schon immer gegeben hat. Mit Badezimmern war das anders, und sogar im Schloss von Versailles war in den königlichen Gemächern kein Badezimmer vorgesehen. Die Küche im Schloss war hingegen stattlich und sie ist es noch heute.
Küchen sind Orte, an denen viel improvisiert wird und an denen aus dem Vorgefundenen neue Rezepte entwickelt werden. Oft war dies die Geburtsstunde späterer traditioneller Gerichte, die über Generationen für Menschen auch identitätsstiftend waren. Ich kann mich noch gut erinnern, wie es in der Küche meiner Kindheit gerochen hat, oder an meine Eltern, wie sie in der Küche standen und sich angeregt unterhielten, während sie irgendetwas zubereiteten.
Das Aufräumen der Küche war immer Gelegenheit, Zeit miteinander zu verbringen und ins Gespräch zu kommen. In unserer Familie war es anfangs immer die Aufgabe meiner älteren Schwester und mir, abzudecken und die Küche wieder blitzeblank zu machen. Wir teilten die Küche in Abschnitte ein und stellten das schmutzige Geschirr dann immer flugs in die Aufräumzone des anderen, wenn er gerade nicht aufpasste. Später kümmerten sich mein Vater und ich um das Aufräumen der Küche. Bevor wir loslegten, versicherten wir uns gegenseitig, dass es darin mal wieder „wie auf einem Handgranaten-Wurfstand“ aussah. Beim Aufräumen hatten wir dann viele Gespräche und ich löcherte ihn mit Fragen zu allem Möglichen. So verging die Zeit schnell und ich nahm aus der Küche auch Gedankennahrung mit, von der ich heute oft noch zehre.
Auch im Unternehmen sind die Küchen ein wichtiger Ort, an dem Begegnungen stattfinden und spontan Ideen geboren werden können. Deshalb ist es uns wichtig, dass die Teeküchen in den Aufenthaltsräumen unserer dm-Märkte einen guten Standard haben und vom Team ausgewählt werden können. Und ein Blick in eine Teeküche ist oftmals hilfreich, um schnell zu erfassen, wie die Zusammenarbeit im Team klappt.
Herzlichst Ihr
Christoph Werner
Vorsitzender der Geschäftsführung