Rotklee bei Wechseljahresbeschwerden

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13.7.2026

Die Wechseljahre bringen für viele Frauen echte Herausforderungen mit sich. Da liegt der Wunsch nach einer Unterstützung, die aus der Natur kommt, nah. Und es kann sie geben: Eine Pflanze, die dafür seit Jahrzehnten im Fokus steht, ist der Rotklee.
Was ist Rotklee?
Rotklee (Trifolium pratense): Diese zierliche Wiesenpflanze mit den leuchtend roten Blütenköpfchen kennen die meisten von uns aus der Kindheit. Doch Rotklee bietet mehr als einen hübschen Anblick auf europäischen Sommerwiesen: Sein hoher Gehalt an bestimmten Pflanzenstoffen, den Isoflavonen, macht ihn zu einem festen Bestandteil der Naturheilkunde – ganz besonders in der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden.
Die entscheidenden Inhaltsstoffe: Isoflavone
Isoflavone gehören zu den sogenannten Phytoöstrogenen. Ihr Name verrät schon, was in ihnen steckt: Phyto kommt aus dem Griechischen und bedeutet Pflanze, Östrogen ist der Sammelbegriff für eine Gruppe weiblicher Geschlechtshormone. Phytoöstrogene sind also pflanzliche Verbindungen, die dem körpereigenen Östrogen in ihrer chemischen Struktur ähneln.
Isoflavone kommen vor allem in Hülsenfrüchten vor – und Rotklee gehört botanisch genauso dazu wie etwa Soja, Erbsen oder Bohnen.
Wie wirken Isoflavone bei Wechseljahresbeschwerden?
Hormone entfalten ihre Wirkung in unserem Körper über das sogenannte Schlüssel-Schloss-Prinzip: Das Hormon – in diesem Fall Östrogen – ist der Schlüssel. Die Andockstelle an der Körperzelle, der sogenannte Rezeptor, ist das Schloss. Passt der Schlüssel ins Schloss, kann das Hormon seine Wirkung entfalten.
In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel – bildlich gesprochen gibt es also immer weniger passende Schlüssel für die Östrogenrezeptoren. Das hormonelle Gleichgewicht gerät ins Schwanken.
Hier rücken Isoflavone in den Fokus der Wissenschaft. Da sie dem Östrogen strukturell ähneln, könnten sie als eine Art Ersatzschlüssel funktionieren: Sie passen ins Schloss, wirken aber deutlich schwächer als das körpereigene Hormon.
Östrogen – kurz erklärt
Östrogen ist der Sammelbegriff für eine Gruppe weiblicher Geschlechtshormone. Die wichtigsten sind Östradiol, Östron und Östriol. Östrogen beeinflusst zahlreiche Körperfunktionen, darunter den Zyklus, die Knochen, das Herz-Kreislauf-System, das Gehirn, den Stoffwechsel sowie Haut und Schleimhäute.
Rotklee und Hitzewallungen
Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche gehören zu den häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren. Sie können wirklich zermürbend sein, denn mehrmals wach zu werden und Hemd oder T-Shirt wechseln zu müssen – das ist alles andere als erholsame Nachtruhe.
Da Hitzewallungen eng mit dem sinkenden Östrogenspiegel zusammenhängen, liegt die Idee nahe: Wenn Isoflavone ähnlich wie Östrogen wirken, könnten sie diese Beschwerden vielleicht abfedern.
Und tatsächlich: Mehrere Studien geben Hinweise darauf, dass Rotklee-Isoflavone sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität von Hitzewallungen reduzieren können.
Aber: Jeder Körper reagiert anders. Was der einen Frau spürbar hilft, kann bei einer anderen praktisch null Wirkung zeigen. Insgesamt ist die Studienlage noch zu uneinheitlich, um Empfehlungen für alle auszusprechen.
Mögliche Nebenwirkungen
Rotklee-Präparate gelten grundsätzlich als gut verträglich. Nur in seltenen Fällen wurde über Nebenwirkungen berichtet wie Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Spannungsgefühl in der Brust, Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschläge, Halsschmerzen oder Harnwegsinfekte.
Sprich am besten vor der Einnahme mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt – besonders, wenn Du:
andere Medikamente nimmst, z.B. Schilddrüsenhormone, Blutverdünner oder Tamoxifen,
gleichzeitig eine Hormontherapie machst,
eine Schilddrüsenerkrankung, Lebererkrankung oder eine Blutgerinnungsstörung hast,
schwanger bist oder stillst,
eine hormonabhängige Krebserkrankung (z.B. bestimmte Brust- oder Gebärmutterkrebs-Erkrankungen) hattest oder hast.
Rotklee anwenden – welche Form passt zu Dir?
Es gibt verschiedene Wege, Rotklee in den Alltag zu integrieren. Sie unterscheiden sich aber stark darin, wie viel von den wirksamen Isoflavonen tatsächlich im Körper ankommt.
Rotklee essen
Rotklee essen
Rotklee-Blüten und -Blätter sind essbar und lassen sich zum Beispiel in Salate geben. Als Wechseljahres-Unterstützung reicht das allerdings nicht aus. Die Mengen, die man über die Nahrung aufnimmt, sind zu gering, um eine relevante Wirkung zu erzielen.
Rotklee-Tee
Rotklee-Tee
In den Wechseljahren, die sich manchmal wie eine Dauer- Challenge anfühlen, tut eine kleine Auszeit gut – eine Tasse Rotklee-Tee am Morgen oder Abend kann genau das sein: ein wohltuendes, achtsames Ritual. Der Isoflavon-Gehalt im Tee ist allerdings sehr gering und lässt sich kaum genau dosieren. Für eine gezielte, therapeutische Wirkung reicht er daher nicht aus.
Rotklee-Extrakt (Kapseln oder Tabletten)
Rotklee-Extrakt (Kapseln oder Tabletten)
Wer gezielt von den Isoflavonen im Rotklee profitieren möchte, kommt an Rotklee-Präparaten nicht vorbei. Das ist die einzige Form, mit der Du zuverlässig eine relevante Menge aufnehmen kannst.
Produkte mit Rotklee
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Fazit
Die Forschung zu Rotklee in den Wechseljahren ist vielversprechend, aber noch nicht abgeschlossen. Das bedeutet nicht, dass Rotklee nicht wirkt oder schädlich wäre. Aber ob er für Dich richtig und gut ist, kann Dir am besten Dein eigener Körper sagen. Finde es einfach heraus – es ist durchaus den Versuch wert. Aber sprich auch mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt darüber. Sie kennen Deine Geschichte und können Dich begleiten.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.
Quellen
Printquellen
Printquellen
EFSA ANS Panel (EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food). (2015). Scientific opinion on the risk assessment for peri- and post-menopausal women taking food supplements containing isolated isoflavones. EFSA Journal 13(10). https://doi.org/10.2903/j.efsa.2015.4246
Kanadys, W., Barańska, A., Błaszczuk, A., Polz-Dacewicz, M., Drop, B., Kanecki, K., Malm, M. (2021). Evaluation of Clinical Meaningfulness of Red Clover (Trifolium pratense L.) Extract to Relieve Hot Flushes and Menopausal Symptoms in Peri- and Post-Menopausal Women: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Nutrients. 13(4):1258. https://doi.org/10.3390/nu13041258
Krebs, E. E., Ensrud, K. E., MacDonald, R. Wilt, T. J. (2004) Phytoestrogens for treatment of menopausal symptoms: a systematic review. Obstet Gynecol 104(4): 824-836. https://doi.org/10.1097/01.AOG.0000140688.71638.d3
Lethaby, A., Marjoribanks, J., Kronenberg, F., Roberts, H., Eden, J., Brown, J. (2013). Phytoestrogens for menopausal vasomotor symptoms. Cochrane Database Syst Rev. (12). https://doi.org/10.1002/14651858.CD001395