Endometriose

PD Dr. Dr. Kilian Vomstein von Fertia
Lesedauer 14 Min.
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22.9.2026

Monat für Monat wiederkehrende, starke Schmerzen können den Alltag massiv belasten. Da die Symptome so vielfältig sind und starke Regelschmerzen oft als Teil des Zyklus hingenommen werden, bleibt die wahre Ursache häufig lange unentdeckt. Dein Gefühl, dass es sich um mehr als das „normale“ Maß handelt, ist jedoch ein wichtiges Signal. Oft lautet die Antwort Endometriose, eine der verbreitetsten gynäkologischen Erkrankungen. Du bist also keinesfalls allein, auch wenn sich der Weg zur Klarheit oft so anfühlt.
Was ist Endometriose?
Starke, wiederkehrende Schmerzen im Rhythmus des Zyklus haben oft eine gemeinsame Ursache: die chronische Erkrankung Endometriose. Bei ihr wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut (dem Endometrium) sehr ähnlich ist, auch außerhalb der Gebärmutterhöhle. Diese sogenannten Endometriose-Herde können sich an verschiedenen Stellen im Bauchraum ansiedeln, am häufigsten am Bauchfell, an den Eierstöcken und an den Haltebändern der Gebärmutter, seltener am Darm, an der Blase, am Zwerchfell oder in Operationsnarben.
Das Entscheidende ist, dass diese Herde auf die hormonellen Schwankungen deines Zyklus reagieren. Sie bauen sich auf und beginnen während der Periode zu bluten. Da dieses Blut aber nicht abfließen kann, staut es sich im Gewebe an und führt dort zu chronischen Entzündungen, schmerzhaften Zysten sowie inneren Verwachsungen und Narben. Rund um die Herde entsteht eine dauerhafte Entzündung. Zusätzlich wachsen feine Nervenfasern in die Herde ein, und das schmerzverarbeitende System wird mit der Zeit empfindlicher. Das erklärt, warum die Schmerzen im Verlauf häufig auch unabhängig von der Blutung auftreten. Obwohl Endometriose eine gutartige Erkrankung ist, also kein Krebs, kann sie die Lebensqualität durch diese Prozesse erheblich einschränken. Wichtig ist auch die Abgrenzung zur Adenomyose, bei der ähnliches Gewebe direkt in die Muskelwand der Gebärmutter einwächst, statt sich außerhalb anzusiedeln.
Die vielfältigen Symptome von Endometriose
Die Endometriose wird oft als das „Chamäleon der Gynäkologie“ bezeichnet, und das aus gutem Grund: Ihre Symptome sind extrem vielfältig und bei jeder betroffenen Person anders ausgeprägt. Nicht jede Frau oder Person mit Endometriose erlebt alle der hier genannten Beschwerden. Manche Betroffene haben gar keine Beschwerden, bei ihnen wird die Endometriose zufällig entdeckt. Genau diese Vielfalt macht es oft so schwer, die Erkrankung zu erkennen.
- Starke Regelschmerzen (Dysmenorrhoe): Dies ist das Kernsymptom. Es handelt sich dabei nicht um ein leichtes Ziehen, sondern um Krämpfe, die Dich im Alltag massiv einschränken und Dich dazu zwingen können, Termine, die Arbeit oder Schule abzusagen. Ein wichtiger Grundsatz lautet: So starke Schmerzen sind nicht „normal“.
- Schmerzen unabhängig von der Periode: Chronische Schmerzen im Unterleib, Becken oder Rücken können auch an zyklusunabhängigen Tagen auftreten und die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen.
- Schmerzen beim Sex (Dyspareunie): Beschwerden während oder nach der Intimität sind ein häufiges, aber oft verschwiegenes Anzeichen, das durch Endometriose-Herde im Beckenbereich verursacht werden kann.
- Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen: Befinden sich Endometriose-Herde in der Nähe von Darm oder Blase, können sie Schmerzen bei der Entleerung verursachen. Diese treten oft zyklusabhängig auf.
- Verdauungsprobleme: Ein stark aufgeblähter Bauch (oft als „Endo-Belly“ bezeichnet), Durchfall, Verstopfung und Krämpfe sind typische Begleiterscheinungen. Sie werden häufig als Reizdarmsyndrom gedeutet. Beides kann aber auch gleichzeitig bestehen: Endometriose ist mit Reizdarm, Blasenschmerzsyndrom und Fibromyalgie überzufällig häufig vergesellschaftet.
- Chronische Erschöpfung (Fatigue): Ein sehr belastendes Symptom ist eine tiefe, anhaltende Müdigkeit, die sich auch durch ausreichend Schlaf nicht bessert. Diese lähmende Erschöpfung kann die Leistungsfähigkeit enorm einschränken.
- Unerfüllter Kinderwunsch: Endometriose kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und ist eine der häufigsten Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit.
- Beschwerden schon im Jugendalter: Bis zu zwei Drittel der Frauen mit gesicherter Endometriose berichten, dass ihre Schmerzen bereits in der Jugend begonnen haben. Starke Regelschmerzen, die den Schulbesuch verhindern, Unterbauchschmerzen außerhalb der Periode oder Schmerzmittel und Pille, die nicht ausreichend wirken, sollten deshalb auch bei Jugendlichen abgeklärt werden.
- Seltenere Beschwerden: Zyklusabhängige Schulterschmerzen oder Atemnot können auf Herde am Zwerchfell hinweisen. Blut im Urin oder im Stuhl während der Periode spricht für Herde an Blase oder Darm.
Ursachen von Endometriose: Ein komplexes Zusammenspiel im Körper
Die Frage nach dem „Warum“ beschäftigt wohl jede betroffene Person und ist eine der zentralsten in der Endometriose-Forschung. Die ehrliche Antwort lautet: Eine einzige, endgültige Ursache konnte bis heute nicht gefunden werden. Die Wissenschaft geht davon aus, dass es nicht den einen Auslöser gibt, sondern dass mehrere Faktoren in einem komplexen Zusammenspiel die Entstehung der Krankheit begünstigen.
Eine der ältesten und bekanntesten Theorien ist die der „retrograden Menstruation“. Sie besagt, dass während der Periode ein Teil des Blutes mitsamt Gebärmutterschleimhaut-Zellen nicht nur nach außen abfließt, sondern rückwärts durch die Eileiter in den Bauchraum gelangt. Das allein erklärt die Krankheit jedoch nicht, denn dieser Vorgang findet bei bis zu 90 Prozent aller Frauen statt, ohne dass eine Endometriose entsteht.
Deshalb rücken andere Erklärungen in den Fokus. Diskutiert wird unter anderem, dass sich Zellen des Bauchfells in endometriumähnliches Gewebe umwandeln, und dass wiederholte kleine Verletzungen und Reparaturvorgänge in der Gebärmutterwand eine Rolle spielen. Eine entscheidende Rolle scheint das Immunsystem zu spielen. Normalerweise würde ein gesundes Immunsystem diese versprengten Zellen erkennen und beseitigen. Bei Endometriose-Betroffenen scheint dieser Schutzmechanismus gestört zu sein, sodass die Zellen sich ansiedeln, wachsen und Herde bilden können.
Zusätzlich ist bekannt, dass Hormone, insbesondere Östrogen, das Wachstum der Endometriose-Herde antreiben. Sie wirken wie eine Art „Treibstoff“ für die Zellen. Auch eine genetische Veranlagung wird als sehr wahrscheinlich angesehen. Das Risiko, an Endometriose zu erkranken, ist deutlich erhöht, wenn nahe Verwandte wie die Mutter oder Schwester ebenfalls betroffen sind. Als weitere Risikofaktoren gilt eine frühe erste Regelblutung, kurze Zyklen unter 27 Tagen und lange Blutungen. Für Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Körpergewicht, Kaffee oder Rauchen ist bislang kein belastbarer Zusammenhang belegt.
So kommst Du zu Deiner Endometriose-Diagnose
Da die Symptome so vielfältig sind und sich von Person zu Person stark unterscheiden, ist der Weg zu einer gesicherten Endometriose-Diagnose für viele Betroffene eine Herausforderung. Im Durchschnitt vergehen von den ersten Beschwerden bis zur endgültigen Klarheit immer noch sieben bis zehn Jahre. Wenn Du jedoch den Verdacht hast, dass mehr hinter Deinen Schmerzen steckt, ist der erste und wichtigste Schritt, Deine Sorgen ernst zu nehmen und aktiv zu werden.
Der Diagnoseprozess besteht typischerweise aus mehreren Bausteinen:
Das ausführliche Gespräch (Anamnese): Dies ist das Herzstück der Diagnostik. Bereite Dich auf Deinen Arzttermin gut vor, indem Du Deine Beschwerden genau beschreibst. Ein Schmerztagebuch, in dem Du über einige Zyklen hinweg festhältst, wann welche Symptome auftreten, kann hierbei unglaublich wertvoll sein.
Die gynäkologische Tastuntersuchung: Dein Arzt oder Deine Ärztin wird Deinen Bauchraum und Deine Scheide sorgfältig abtasten. Manchmal lassen sich dabei bereits typische Knoten, Verhärtungen oder schmerzempfindliche Stellen im Becken ertasten.
Der Ultraschall: Der vaginale Ultraschall ist heute das erste diagnostische Verfahren und der Ausgangspunkt für alle weiteren Schritte. Damit können größere Endometriose-Herde, insbesondere Zysten an den Eierstöcken (sogenannte Endometriome), gut erkannt werden. Viele kleinere, oberflächliche Herde sind im Ultraschall jedoch unsichtbar. Ein unauffälliger Befund schließt eine Endometriose also keinesfalls aus.
Die Bauchspiegelung (Laparoskopie): Sie ist heute nicht mehr der Standardweg zur Diagnose. Gespräch, Tastuntersuchung und Ultraschall reichen in den meisten Fällen aus, um eine Endometriose ausreichend sicher festzustellen und die Behandlung zu beginnen. Eine Bauchspiegelung wird empfohlen, wenn die Beschwerden trotz Behandlung anhalten, wenn Organe betroffen sind oder wenn ein unerfüllter Kinderwunsch abgeklärt wird. Bei diesem operativen Eingriff unter Vollnarkose wird eine kleine Kamera in den Bauchraum eingeführt..So können die Herde direkt gesehen und Gewebeproben entnommen werden. Sichtbare Herde werden meist in derselben Sitzung entfernt, sodass Diagnose und Therapie in einem Schritt erfolgen. Herde am Bauchfell lassen sich ausschließlich auf diesem Weg sicher erkennen.
Kein Bluttest: Es gibt bis heute keinen Blut- oder Urintest, mit dem sich eine Endometriose feststellen oder ausschließen lässt. Auch der Tumormarker CA-125 ist dafür nicht geeignet. Ein Speicheltest ist seit Kurzem erhältlich, wird aber wegen fehlender unabhängiger Bestätigungsstudien noch nicht für die Routine empfohlen.
Bei Verdacht auf tief in Organe wie Blase oder Darm eingewachsene Endometriose kann zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll sein, um die Operation besser zu planen. Wichtig für Dich ist: Wenn Du das Gefühl hast, nicht ernst genommen zu werden, suche Dir eine zweite Meinung. Es gibt spezialisierte Endometriosezentren, in denen Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten und über große Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung verfügen.
Deine Therapieoptionen bei Endometriose
Sobald die Diagnose Endometriose feststeht, ist die wichtigste Botschaft: Es gibt viele Wege, Deine Beschwerden zu lindern und Deine Lebensqualität deutlich zu verbessern. Auch wenn eine vollständige Heilung im Sinne einer Beseitigung der Ursache bis heute nicht möglich ist, bist Du der Krankheit keinesfalls hilflos ausgeliefert. Die moderne Endometriose-Therapie ist vielschichtig und wird immer auf Deine persönliche Situation, Deine Symptome und Deine Lebensplanung, wie zum Beispiel einen Kinderwunsch, zugeschnitten.
Die Behandlung stützt sich im Wesentlichen auf drei Säulen, die oft miteinander kombiniert werden:
Medikamentöse Therapie: Das Ziel ist hierbei, die Schmerzen zu kontrollieren und das Wachstum der Endometriose-Herde zu bremsen. Zum Einsatz kommen zum einen klassische Schmerzmittel. Zum anderen ist die hormonelle Behandlung ein zentraler Baustein. Durch die Einnahme von Hormonpräparaten, wie zum Beispiel bestimmten Pillen oder einer Hormonspirale, wird der Zyklus unterdrückt und der Östrogenspiegel gesenkt. Dadurch werden die Endometriose-Herde ruhiggestellt, sie bluten nicht mehr und die Entzündungsreaktionen nehmen ab. Das Behandlungsziel ist, dass die Blutung ganz ausbleibt, denn erst dann wirkt die Therapie zuverlässig. Wichtig: Solange Du aktuell schwanger werden möchtest, ist eine hormonelle Therapie nicht möglich. Sie verbessert die Fruchtbarkeit auch nicht.
Operative Therapie: Eine Operation, meist in Form einer Bauchspiegelung (Laparoskopie), wird dann empfohlen, wenn die Schmerzen durch Medikamente nicht ausreichend gelindert werden können, Endometriose-Zysten sehr groß sind, Organe in ihrer Funktion beeinträchtigt sind oder ein unerfüllter Kinderwunsch besteht. Das Ziel der Operation ist es, so viele Endometriose-Herde wie möglich so schonend wie möglich zu entfernen. Dies kann zu einer deutlichen und oft langanhaltenden Schmerzreduktion führen. Bei Zysten an den Eierstöcken ist eine sorgfältige Abwägung nötig, denn jede Entfernung einer solchen Zyste verringert die Eizellreserve. Besteht ein Kinderwunsch, sollte die Eizellreserve vor der Operation bestimmt werden, über den AMH-Wert im Blut oder die Zählung der Eibläschen im Ultraschall.
Komplementäre und ganzheitliche Ansätze: Immer mehr Betroffene finden wertvolle Unterstützung in ergänzenden Maßnahmen, die den Körper und die Seele stärken. Am besten belegt sind regelmäßige Bewegung und Physiotherapie. Für Bewegung gilt: mindestens dreimal pro Woche 45 bis 60 Minuten, wobei die Regelmäßigkeit wichtiger ist als die Sportart. Physiotherapie hilft, den oft verspannten Beckenboden zu lockern. Auch Yoga, Achtsamkeitsübungen und Entspannungsverfahren senken nachweislich das Schmerzempfinden. Empfohlen wird außerdem eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung. Bei krampfartigen Schmerzen kann ein TENS-Gerät helfen, das über Klebeelektroden auf der Haut die Nerven stimuliert. Diese Ansätze können das Schmerzempfinden senken, das Wohlbefinden steigern und Dir das Gefühl von Kontrolle über Deinen Körper zurückgeben. Sie ersetzen die medizinische Behandlung nicht, sie ergänzen sie.
Welcher Weg oder welche Kombination von Wegen für Dich die richtige ist, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Ein offenes Gespräch mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt in einem spezialisierten Endometriose-Zentrum hilft Dir, die für Dich passende Strategie zu finden.
Endometriose im Alltag: So gestaltest Du Dein Leben aktiv und selbstbestimmt
Die Diagnose Endometriose ist mehr als nur ein medizinischer Befund. Sie greift oft tief in alle Lebensbereiche ein und stellt Dich im Alltag vor besondere Herausforderungen. Die ständigen Schmerzen oder die Angst vor der nächsten Schmerzattacke können zermürben und die Psyche stark belasten. Viele Betroffene kämpfen mit Gefühlen der Frustration, Traurigkeit oder sogar mit depressiven Verstimmungen. Auch Partnerschaft und Intimität können leiden, wenn Schmerzen beim Sex das Zusammensein erschweren. Im Berufsleben führen häufige Fehlzeiten oder die chronische Erschöpfung (Fatigue) zu Problemen und Unverständnis, da die Krankheit für Außenstehende unsichtbar ist.
Doch zu wissen, womit Du es zu tun hast, ist auch eine Chance. Es ist der erste Schritt, um Dein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Du kannst lernen, auf die Signale Deines Körpers zu hören und Strategien zu entwickeln, die Dir guttun. Viele Betroffene finden für sich heraus, welche Faktoren ihre Beschwerden triggern und wie sie diesen entgegenwirken können. Ein warmes Bad, eine Wärmflasche, sanfte Bewegung oder spezielle Tees können in akuten Phasen zu Deinen besten Freunden werden.
Der wichtigste Rat ist jedoch: Du musst diesen Weg nicht allein gehen. Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen, sei es online oder vor Ort, kann eine enorme Stütze sein. Hier findest Du Verständnis, wertvolle Tipps und das Gefühl, nicht allein zu sein. Auch das Einbeziehen von Partner, Familie und Freunden ist entscheidend. Erkläre ihnen, was in Deinem Körper vorgeht und was Du brauchst. Das schafft nicht nur Verständnis, sondern stärkt auch Eure Beziehung. Bei starken psychischen Belastungen oder wenn Du merkst, dass Du alleine nicht mehr weiterkommst, kann eine psychotherapeutische Begleitung eine wertvolle Hilfe sein. Sie kann Dich dabei unterstützen, einen guten Umgang mit der chronischen Erkrankung zu finden und Deine mentalen Ressourcen zu stärken. Nach großen oder wiederholten Operationen, bei anhaltender Erschöpfung oder bei häufigen Fehlzeiten im Beruf kannst Du zudem eine Rehabilitation beantragen. Dafür gibt es in Deutschland Reha-Kliniken, die speziell für Endometriose zertifiziert sind.
FAQ
Ist Endometriose heilbar?
Ist Endometriose heilbar?
Nach dem heutigen Stand der Medizin ist Endometriose nicht im Sinne einer vollständigen Beseitigung der Ursache heilbar. Sie ist jedoch sehr gut behandelbar. Das Ziel aller Therapien ist es, Dir eine möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen, deine Schmerzen zu lindern und möglichst lange beschwerdefreie Phasen zu erreichen.. Durch Operationen und medikamentöse Behandlungen können die Herde entfernt oder ruhiggestellt werden, was oft zu langen Phasen der Beschwerdefreiheit führt. . Nach einer Operation senkt eine anschließende, durchgehend eingenommene Hormontherapie das Risiko, dass die Beschwerden zurückkehren. Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die eine langfristige und auf Dich abgestimmte Betreuung erfordert.
Kann ich mit Endometriose schwanger werden?
Kann ich mit Endometriose schwanger werden?
Ja, viele Frauen und Personen mit Endometriose können auf natürlichem Weg oder mit Unterstützung schwanger werden. Allerdings ist Endometriose eine der häufigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch. Die Erkrankung kann die Fruchtbarkeit durch Verwachsungen an den Eileitern oder Eierstöcken sowie durch chronische Entzündungsprozesse im Becken beeinträchtigen. Solltest Du einen Kinderwunsch haben, sprich dies unbedingt frühzeitig bei Deiner Ärztin oder Deinem Arzt an. Eine operative Entfernung der Endometriose-Herde kann die Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern, am besten belegt ist das für Herde am Bauchfell. Bei Zysten an den Eierstöcken ist der Nutzen dagegen nicht gesichert, und der Eingriff verringert die Eizellreserve. Hier lohnt sich immer eine Beratung in einem Kinderwunschzentrum, bevor operiert wird. Eine reine Hormontherapie verbessert die Fruchtbarkeit nicht. Wenn bereits an einem Eierstock operiert wurde oder eine Operation ansteht, kann das Einfrieren von Eizellen sinnvoll sein. Zudem gibt es sehr gute Möglichkeiten im Bereich der Kinderwunschbehandlung, um Deinen Traum vom eigenen Kind zu verwirklichen.
Verschwindet die Endometriose in den Wechseljahren?
Verschwindet die Endometriose in den Wechseljahren?
Da Endometriose-Herde vom Hormon Östrogen abhängig sind, kommen die Symptome bei den meisten Betroffenen mit dem Einsetzen der Wechseljahre zur Ruhe. Wenn der Körper die Östrogenproduktion einstellt, verlieren die Herde ihren „Treibstoff“ und werden inaktiv. Allerdings können bereits entstandene Verwachsungen oder Narben weiterhin Beschwerden verursachen. Auch bei der Einnahme einer Hormonersatztherapie zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden ist Vorsicht geboten, da die zugeführten Hormone in seltenen Fällen die Endometriose reaktivieren können. Eine Hormonersatztherapie sollte deshalb bei bekannter Endometriose immer ein Gestagen enthalten, auch dann, wenn die Gebärmutter entfernt wurde. Eine ärztliche Absprache ist hier besonders wichtig.
Kann aus Endometriose Krebs entstehen?
Kann aus Endometriose Krebs entstehen?
Diese Frage beschäftigt viele Betroffene, und die wichtigste Antwort lautet: Endometriose ist eine gutartige Erkrankung und kein Krebs. Die Forschung zeigt, dass das Risiko, dass sich aus Endometriose-Herden Krebs entwickelt, extrem gering ist. Es gibt zwar ein statistisch leicht erhöhtes Risiko für bestimmte, seltene Arten von Eierstockkrebs, aber das absolute Risiko für die einzelne Frau bleibt weiterhin sehr niedrig. Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sind, wie für alle Frauen, der beste Weg, um auf der sicheren Seite zu sein.Sie gilt ausdrücklich nicht als Krebsvorstufe. Für bestimmte, seltenere Formen von Eierstockkrebs ist das Risiko statistisch etwa 1,3- bis 1,9-fach erhöht. Weil das Grundrisiko über das gesamte Leben mit 1,3 Prozent niedrig ist, bleibt das absolute Risiko auch dann sehr klein. Eine gezielte Früherkennung auf Eierstockkrebs, etwa durch regelmäßigen Ultraschall oder den Blutwert CA-125, wird nicht empfohlen, weil sie nachweislich keinen Nutzen bringt. Die üblichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen nimmst Du wahr wie alle anderen Frauen auch. Die Antibabypille senkt das Risiko für Eierstockkrebs zusätzlich.
Welche Ernährung kann bei Endometriose helfen?
Welche Ernährung kann bei Endometriose helfen?
Es gibt keine spezielle „Endometriose-Diät“, die die Krankheit heilt. Viele Betroffene berichten jedoch, dass sie durch eine bewusste Ernährung ihre Schmerzen und Entzündungsreaktionen positiv beeinflussen können. Empfohlen wird eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung. Günstig wirken sich viel Obst und Gemüse, Fisch und Milchprodukte aus. Für Omega-3-Fettsäuren (zum Beispiel aus fettreichem Fisch, Leinsamen oder Walnüssen) gibt es Hinweise auf eine Linderung von Regelschmerzen. Von strengen Verzichtsdiäten ohne nachgewiesene Unverträglichkeit wird dagegen abgeraten: In Untersuchungen hatten Frauen unter solchen Diäten eher mehr Schmerzen, ebenso beim Auslassen von Mahlzeiten. Bei einem nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel kann ein Ausgleich sinnvoll sein. Da jeder Körper anders reagiert, kann es sehr hilfreich sein, ein Ernährungstagebuch zu führen, um herauszufinden, was Dir persönlich guttut.
Ab wann sind Regelschmerzen ein Fall für die Ärztin?
Ab wann sind Regelschmerzen ein Fall für die Ärztin?
Wenn Schmerzmittel wie Ibuprofen nicht ausreichend wirken, wenn Du wegen der Schmerzen Schule, Ausbildung oder Arbeit absagen musst, wenn die Schmerzen auch außerhalb der Periode auftreten oder wenn sie von Zyklus zu Zyklus stärker werden. Das gilt ausdrücklich auch für Jugendliche: Bei Mädchen und jungen Frauen, die wegen solcher Beschwerden eine Bauchspiegelung erhielten, fand sich in 64 Prozent der Fälle eine Endometriose.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische oder psychotherapeutische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.






