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Sport in den Wechseljahren

dm-drogeriemarkt

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Lesedauer 8 Min.

13.7.2026

Frau mit Hanteln in der Hand

Die Wechseljahre bringen Veränderungen mit sich, die sich oft alles andere als gut anfühlen – körperlich wie auch emotional. Doch Du kannst sie gleichzeitig als eine Art Einladung verstehen: Sie ermutigen Dich dazu, innezuhalten, neu hinzuhören und Dich um Dich selbst zu kümmern. Zum Beispiel Dich mehr zu bewegen, wieder Sport zu treiben, vielleicht sogar eine neue Sportart zu erlernen. Das ist eine besonders gute und wichtige Möglichkeit, diese Phase aktiv mitzugestalten. 

Körperliche Veränderungen in den Wechseljahren 

Die Wechseljahre – medizinisch als Klimakterium bezeichnet – sind eine natürliche Lebensphase, in der sich der weibliche Körper hormonell neu ausrichtet. Sie beginnen bei den meisten Frauen Mitte 40, wenn die Produktion der wichtigen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken nachlässt.  

Der hormonelle Wandel in den Wechseljahren hinterlässt Spuren – das ist ganz normal. Hitzewallungen, unruhige Nächte, Stimmungstief: Viele Frauen kennen das. Und auch am Körper wird die Veränderung spür- und sichtbar: Die Knochen verlieren an Dichte, die Muskeln werden weniger, die Figur verändert sich. 

Die gute Nachricht: Du kannst etwas tun. Mit einer Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining lässt sich gezielt gegensteuern – sie stärkt die Knochen, baut die Muskulatur auf und kurbelt den Stoffwechsel an. Bewegung kann außerdem helfen, Hitzewallungen zu mildern, besser zu schlafen, die Stimmung zu stabilisieren und sich im eigenen Körper wieder wohler zu fühlen. Kurz: Training ist eine der wirksamsten Antworten auf das, was die Wechseljahre mit dem Körper machen. Und das Beste: Es ist nie zu spät, damit anzufangen. 

Krafttraining in den Wechseljahren 

Krafttraining bremst den altersbedingten Muskelabbau und setzt gleichzeitig Reize auf die Knochen, die den Knochenstoffwechsel fördern. Zudem verbessert es die Körperzusammensetzung (mehr Muskeln, weniger Fettmasse) und hebt den Grundumsatz an. 

Beispiel-Übungen: 

Im Fokus des Krafttrainings sollten die großen Muskelgruppen stehen: Beine, Rücken, Bauch, Brust, Schultern und Arme. Bewährte und alltagsrelevante Übungen sind: 

  • Kniebeugen und Variationen trainieren Oberschenkel, Po und Wadenmuskulatur; stärken die Kniegelenk-Stabilisatoren. 

  • Ausfallschritte trainieren Beine, Po, Hüftbeuger; fördern Gleichgewicht und Koordination. 

  • Wadenheben stärkt die Wadenmuskulatur; fördert die Durchblutung; unterstützt die Knöchelstabilität. 

  • Kreuzheben trainiert Po, Beinrückseite, Rückenstrecker. 

  • Rudern und Zugübungen trainieren Rücken, hintere Schultern, Bizeps; wichtig als Gegenpol zu vielem Sitzen und gebeugter Haltung. 

  • Liegestütze und Druckübungen (z.B. Schulterdrücken) trainieren Brust, Schultern, Trizeps.  

  • Planks (Unterarmstütz) und Rumpfrotationen sind gut für die tiefe Bauchmuskulatur. 

EmpfehlungenBeschreibung

Häufigkeit 

mindestens 2× pro Woche 

Dauer 

20–30 Min. 

Übungen 

8–10 

Wiederholungen 

8–12 je Übung, 1–3 Sätze 

Intensität 

40–60 %, das heißt: Die letzten 2–3 Wiederholungen fühlen sich anstrengend an, sind aber noch sauber ausführbar. 

Wichtig: Zwischen zwei Krafteinheiten, die dieselben Muskelgruppen belasten, sollten mindestens 48 Stunden liegen. Ein leichtes Ziehen am nächsten Tag ist normal und sogar ein gutes Zeichen. Wenn Du aber stechende oder anhaltende Schmerzen während des Trainings verspürst, solltest Du lieber stoppen und beobachten, ob und wie der Schmerz sich entwickelt.

Gerade am Anfang gilt: weniger ist mehr. Steige lieber zu leicht ein und führe die Technik sauber aus, als mit zu viel Gewicht Verletzungen zu riskieren. Anfangs ist es sinnvoll, sich die Ausführung der Übungen von einer Fachkraft (zertifizierter Trainer oder zertifizierte Trainerin, Physiotherapeutin oder Physiotherapeut) zeigen zu lassen. Sobald Du Dich sicher fühlst, kannst Du sie auch eigenständig zu Hause durchführen – mit dem eigenen Körpergewicht, Widerstandsbändern, Kurzhanteln oder Wasserflaschen. 

Ausdauertraining in den Wechseljahren 

Ausdauertraining ist die perfekte Ergänzung zum Krafttraining. Es senkt nachweislich Blutdruck und Blutfettwerte, verbessert die Insulinempfindlichkeit (die Körperzellen reagieren besser auf Insulin und können Zucker effizienter aus dem Blut aufnehmen), reduziert Bauchfett und wirkt sich positiv auf Stimmung und Schlafqualität aus. Für Hitzewallungen ist die Studienlage weniger eindeutig: Einige Studien zeigen eine Verringerung, andere nicht. Am besten probierst Du es selbst aus und beobachtest, was Dir hilft. 

Empfehlungen: 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene mindestens 150 Minuten moderate Ausdaueraktivität pro Woche oder alternativ 75 Minuten intensive Belastung. Als grobe Orientierung: Bei moderater Intensität kannst Du Dich noch unterhalten, bei intensiver kaum noch. 

Geeignete Sportarten sind vor allem solche, die sich gut dosieren lassen und die Gelenke schonen: Walking oder Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, Aquajogging, Tanzen oder das Ergometer zu Hause. Auch gegen Laufen spricht nichts. Achte dabei aber auf gut gedämpfte Laufschuhe, einen gelenkschonenden Laufstil (kurze Schritte, leises Aufsetzen) und weiche Untergründe wie Wald- oder Wiesenwege statt Asphalt. 

Der beste Sport ist letztlich der, den Du regelmäßig machst – also der, der Dir Freude bereitet! 

Sicherheit zuerst! 

Bevor Du Dein Training startest oder intensivierst, solltest Du einige wichtige Punkte beachten. Das gilt besonders, wenn Du Vorerkrankungen hast oder längere Zeit inaktiv warst. In diesen Fällen ist ein ärztlicher Check-up vor dem Trainingsstart sinnvoll.  

Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck:  
Ausdauer- und Krafttraining sind grundsätzlich möglich und empfohlen, aber in angepasster Intensität. Hochintensives Training oder Pressen mit sehr schweren Gewichten solltest Du (zumindest ohne ärztliche Freigabe) vermeiden. 

Bei Osteoporose oder erhöhtem Osteoporoserisiko:  
Krafttraining und Stoßbelastungen (wie Walking oder leichtes Joggen) werden bei Osteoporose oft explizit empfohlen, um die Knochenneubildung anzuregen. Aber: Bei bestehender Osteoporose solltest Du Übungen mit hohem Sturzrisiko (bestimmte Yogapositionen, Sprungübungen) und Übungen, bei denen der Rücken stark nach vorne gekrümmt wird, vermeiden. Hier ist sportmedizinische oder physiotherapeutische Beratung wertvoll. 

Bei Gelenkproblemen (Knie, Hüfte, Wirbelsäule):  
Gelenkschonende Ausdauerformen (Schwimmen, Radfahren, Aquajogging) sind besonders geeignet. Krafttraining ist auch bei Gelenkproblemen meist möglich – mit angepassten Übungen. Wichtig: Schmerzen beim Training sind ein Stoppsignal. 

Bei Beckenbodenproblematik: 
Viele Frauen in den Wechseljahren sind von Blasenschwäche betroffen. Gezieltes Beckenbodentraining kann helfen, intensives Springen oder schweres Drücken aber bestehende Beschwerden verschlimmern. Am besten sprichst Du vorab mit einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten. 

Wichtig: Wenn Du nach dem Training über mehrere Tage erschöpft bist, Deine Leistung stark nachlässt, Du Schlafstörungen, häufige Erkältungen oder anhaltende Gelenk- oder Muskelschmerzen wahrnimmst, solltest Du besser eine Trainingspause einlegen und ggf. ärztlichen Rat suchen.

Yoga, Pilates & Co.: ganzheitlich stark werden 

Yoga, Pilates oder Tai-Chi stehen nicht immer ganz oben auf der Empfehlungsliste – dabei haben diese Trainingsformen großes Potenzial! Sie können Haltung und Körperstabilität stärken, Muskel-Verspannungen lösen, das Gleichgewicht schulen und Stress reduzieren. 

Einige Studien deuten außerdem darauf hin, dass Hitzewallungen durch regelmäßiges Yoga gelindert werden können. Wer es ausprobieren möchte, hat nichts zu verlieren! 

Ein Ersatz für Kraft- und Ausdauertraining sind diese Bewegungsformen zwar nicht, aber eine wertvolle Ergänzung, die Körper und Geist gleichzeitig anspricht. Wer neu einsteigt, ist mit einem Kurs gut beraten, ob in Präsenz oder online. Inzwischen gibt es auch speziell auf die Wechseljahre zugeschnittene Angebote – Stichwort: „Hormonyoga".  

Bewegung im Alltag: kleine Schritte, große Wirkung 

Nicht jede körperliche Aktivität muss als „Sport" stattfinden. Auch die Alltagsbewegung hat einen Einfluss auf den Energieverbrauch und die Gesundheit. Ein paar Ideen, wie Du mehr Bewegung in Deinen Alltag bringst: 

  • Treppen statt Aufzug – klingt banal, summiert sich aber über den Tag. 

  • Kurze Gehpausen bei Schreibtischarbeit: 5 Minuten pro Stunde können den Stoffwechsel spürbar anregen. 

  • Zu Fuß oder mit dem Rad statt Auto, wenn immer möglich 

  • Aktive Telefonate: aufstehen und herumlaufen, während Du telefonierst. 

  • Minimaleinheiten zwischendurch: 10 Kniebeugen vor dem Kaffee, eine kurze Dehnroutine nach dem Aufwachen 

  • Bewegte Verabredungen: Spaziergänge statt Sitzen, Radtouren statt Kaffeeklatsch 

  • Sportliche Rituale: Feste Zeiten und Aktivitäten, die Dir Freude machen, helfen, dranzubleiben. 

 Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung. 

Quellen

Internetquellen

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Printquellen

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