HauptnavigationKategorienavigationHauptinhalt

Wechseljahre & Gewichtszunahme

Bild von PD Dr. Dr. Kilian Vomstein

PD Dr. Dr. Kilian Vomstein von Fertia

Lesedauer 4 Min.

14.7.2026

Wechseljahre und Gewichtszunahme

Hormonelle Umstellung und Gewichtszunahme 

In den Wechseljahren durchläuft Dein Körper eine bedeutende hormonelle Umstellung. Die Produktion des weiblichen Sexualhormons Östrogen nimmt ab, was verschiedene Auswirkungen auf Deinen Körper hat. Eine dieser Auswirkungen ist die Gewichtszunahme. Der Körper reagiert auf den sinkenden Östrogenspiegel, indem er Fett einlagert, da Fettgewebe weiterhin Östrogen produziert. Dies ist eine natürliche Reaktion Deines Körpers, um den Hormonhaushalt auszugleichen. 

Östrogen spielt eine zentrale Rolle in Deinem Körper, nicht nur für die Fortpflanzung, sondern auch für den Stoffwechsel. Ein niedriger Östrogenspiegel kann dazu führen, dass Dein Körper mehr Fett speichert, insbesondere im Bauchbereich. Gleichzeitig kann ein Mangel an Testosteron, das ebenfalls in geringen Mengen bei Frauen vorhanden ist, dazu führen, dass sich das Fett vor allem am Bauch ablagert. Diese hormonellen Veränderungen sind ein Hauptgrund dafür, warum viele Frauen in den Wechseljahren eine Gewichtszunahme bemerken. 

Reduzierter Kalorienbedarf und Ernährungstipps 

Mit zunehmendem Alter sinkt der Grundumsatz, also die tägliche Kalorienmenge, die Dein Körper ohne weitere Aktivitäten zum einfachen Funktionieren benötigt Der Energiebedarf sinkt mit zunehmendem Alter häufig, vor allem durch Veränderungen der Muskelmasse, der Aktivität und des Grundumsatzes. Ein fixer Kalorienwert lässt sich jedoch nicht pauschal angeben, weil er stark von Körpergröße, Gewicht, Muskelmasse und Aktivitätsniveau abhängt, eine Reduktion um 30-40% ist jedoch nicht unüblich. Diese Veränderung bedeutet, dass Du weniger Kalorien benötigst, um Dein Gewicht zu halten. Es ist daher wichtig, Deine Ernährung in den Wechseljahren anzupassen, um einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken. 

Tipps zur Anpassung der Ernährung 

Im Vordergrund sollten eine ausreichende Eiweißzufuhr, Krafttraining zum Muskelerhalt, regelmäßige Alltagsbewegung, Schlafqualität und ein realistisches Gewichtsmanagement stehen – nicht nur die reine Kalorienreduktion. Hier sind einige Tipps, die Dir dabei helfen können: 

  • Bewusste Ernährung: Achte darauf, was Du isst, und wähle nährstoffreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und mageres Eiweiß. 

  • Portionskontrolle: Reduziere die Portionsgrößen, um die Kalorienaufnahme zu verringern. 

  • Regelmäßige Mahlzeiten: Iss regelmäßig und vermeide große Mahlzeiten, die Deinen Kalorienbedarf überschreiten. 

  • Kalorienarme Alternativen: Ersetze kalorienreiche Lebensmittel durch kalorienarme Alternativen, z.B. Gemüse statt Chips oder Joghurt statt Sahne. 

  • Ausgleich schaffen: Wenn Du bei einer Feier oder im Urlaub mal mehr gegessen hast, musst du dich nicht sorgen. Einzelne Ausnahmen sind normal. Wichtiger als kurzfristiges ‚Ausgleichen‘ ist ein langfristig ausgewogenes Essverhalten ohne starre Verbote.

Muskelmasse erhalten: Sport und Bewegung 

Sport und Bewegung sind in den Wechseljahren besonders wichtig, um die Muskelmasse zu erhalten und den Stoffwechsel anzukurbeln. Geeignete Sportarten sind: 

  • Krafttraining: Übungen mit Gewichten oder dem eigenen Körpergewicht helfen, die Muskelmasse zu erhalten und aufzubauen. 

  • Ausdauersport: Aktivitäten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen verbessern die Herz-Kreislauf-Gesundheit und unterstützen die Fettverbrennung. 

  • Yoga und Pilates: Diese Sportarten fördern die Flexibilität, stärken die Muskulatur und helfen, Stress abzubauen. 

  • Tanzen: Tanzen ist nicht nur ein effektives Ganzkörpertraining, sondern macht auch Spaß und verbessert die Koordination. 

  • Nordic Walking: Diese gelenkschonende Sportart ist ideal für Einsteiger und trainiert den ganzen Körper. 

Um die Muskelmasse zu erhalten und aufzubauen, sind gezielte Übungen wichtig. Hier sind einige Beispiele: 

  • Kniebeugen: Diese Übung stärkt die Bein- und Gesäßmuskulatur. 

  • Liegestütze: Liegestütze trainieren die Brust-, Schulter- und Armmuskulatur. 

  • Planks: Planks sind hervorragend für die Rumpfmuskulatur und verbessern die Stabilität. 

  • Ausfallschritte: Diese Übung kräftigt die Bein- und Gesäßmuskulatur und verbessert das Gleichgewicht. 

  • Rudern: Rudern mit Hanteln oder an einem Rudergerät stärkt den Rücken und die Arme. 

Regelmäßige Bewegung und gezieltes Training helfen Dir, Deine Muskelmasse zu erhalten und sogar neue Muskeln aufzubauen. Dies erhöht Deinen Grundumsatz und unterstützt Dich dabei, Dein Gewicht in den Wechseljahren zu kontrollieren – und trägt wesentlich zur Gesundheit bei! 

Psychologische Aspekte und Selbstakzeptanz 

Die Wechseljahre bringen viele Veränderungen mit sich, und es ist normal, dass Du Dich manchmal unwohl fühlst. Es ist jedoch wichtig, diese Veränderungen zu akzeptieren und ein gutes Körpergefühl zu entwickeln. Hier sind einige Tipps, wie Du Dich trotz Gewichtszunahme wohlfühlen kannst: 

Selbstakzeptanz und positive Einstellung

Akzeptiere Deinen Körper so, wie er ist, und konzentriere Dich auf die positiven Aspekte Deines Lebens und Deines Körpers. Denke daran, was Dein Körper alles leisten kann.  

Neue Kleidung

Gönne Dir neue Kleidung, die Deine veränderte Figur vorteilhaft betont. Gutsitzende Kleidung kann Dein Selbstbewusstsein stärken.

Selbstfürsorge

Nimm Dir Zeit für Dich selbst und widme Dich Dingen, die Dir Freude bereiten. Das kann ein entspannendes Bad, ein gutes Buch oder ein Spaziergang in der Natur sein.  

Bewegung und gesunde Ernährung

Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können Dein Wohlbefinden steigern und Dir helfen, Dich in Deinem Körper wohler zu fühlen.  

Unterstützung und professionelle Hilfe

Die psychische Belastung durch Gewichtszunahme oder Körperveränderungen in der Menopause ist häufig real und sollte ernst genommen werden. Hilfreich sind eine wertschätzende ärztliche Begleitung, realistische Ziele und der Fokus auf Gesundheit statt auf reine Zahlen auf der Waage. Sprich mit Freunden oder Familienmitgliedern über Deine Gefühle. Manchmal hilft es, sich auszutauschen und zu wissen, dass man nicht allein ist.

Hobbys und Interessen

Verfolge Hobbys und Interessen, die Dir Freude bereiten und Dich ablenken.  

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.