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Verhüten mit Hormonspirale

dm-drogerie markt

Lesedauer 7 Min.

18.2.2026

Sie ist klein, kaum spürbar und sorgt langfristig für Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft: Für viele Frauen ist die Hormonspirale eine praktische Alternative zur Pille oder zum Kondom. Doch wie wirkt sie, wie sicher ist sie und welche Risiken oder Nebenwirkungen sind möglich?

Hormonspirale – was ist das?

Die Hormonspirale, auch „Intrauterinsystem“ (IUS) genannt, ist ein kleines, meist T-förmiges Kunststoffobjekt, das von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt wird und dort, je nach Modell, zwischen drei bis sieben Jahre verbleiben kann.  

Im Unterschied zur Kupferspirale (Kupferintrauterinpessar, IUP) verhütet die Hormonspirale nicht durch die Freisetzung von Kupfer, sondern durch die Abgabe von Hormonen.

Wie funktioniert die Hormonspirale?

Der Stiel des kleinen Kunststoffkörpers ist mit Gestagen (meist Levonorgestrel) gefüllt, also einem weiblichen Sexualhormon, das in kleinen, gleichmäßigen Dosen in die Gebärmutterschleimhaut abgegeben wird. Das Gestagen verhindert eine Befruchtung auf zweifache Weise:

  • Verdickung des Zervixschleims: Es macht den Schleim im Gebärmutterhals so zähflüssig, dass Spermien ihn nicht durchdringen können.
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Es hemmt den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Sollte es doch ein Spermium bis in den Eileiter schaffen, kann das befruchtete Ei sich nicht einnisten und damit auch nicht entwickeln.

Gut zu wissen: Die Menge an Hormonen, die in den Körper gelangt, ist deutlich geringer als bei der Pille. Deshalb kommt es bei den meisten Frauen weiterhin zu einem Eisprung, und hormonell bedingte Nebenwirkungen treten nur in geringem Ausmaß auf.

Wie sicher ist die Hormonspirale?

Die Hormonspirale gilt als eines der sichersten Verhütungsmittel. Der sogenannte Pearl-Index liegt je nach Quelle bei 0,1–0,4. Das bedeutet, eine bis vier von 1.000 Frauen, die mit der Hormonspirale verhüten, werden innerhalb eines Jahres schwanger.

Zum Vergleich: Für die Pille beträgt der Pearl-Index bei richtiger Anwendung je nach Quelle zwischen 0,1 und 0,9. 

Wie wird die Hormonspirale eingesetzt?

Die Hormonspirale muss ärztlich verschrieben und durch eine geschulte Ärztin oder einen geschulten Arzt eingelegt werden. Diese/r kann die Spirale bei Bedarf, etwa bei Kinderwunsch, jederzeit mithilfe eines Rückholfadens wieder entfernen.

  • Beratung und Untersuchung
    Zunächst klärt die Frauenärztin oder der Frauenarzt, ob die Hormonspirale für Dich geeignet ist. Dazu gehören ein ausführliches Gespräch, eine gynäkologische Untersuchung und oft auch ein Ultraschall. Außerdem wirst Du über mögliche Risiken aufgeklärt.
  • Einlegen
    Die Hormonspirale kann grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt des Zyklus eingesetzt werden. Häufig wird der Termin jedoch während der Periode gewählt, da der Gebärmutterhals dann leicht geöffnet ist. Die Spirale wird wie ein Schirmchen zusammengeklappt und mit einem dünnen Applikator durch den Muttermund in die Gebärmutter eingeführt. Dafür muss der Muttermund gegebenenfalls ein wenig geweitet werden, was unangenehm sein kann. Am besten Du besprichst vorab im Arztgespräch, ob Du für den kleinen Eingriff ein Schmerzmittel haben möchtest. Abschließend wird per Ultraschall überprüft, ob die Spirale korrekt sitzt.
  • Kontrollen 
    Ein erster Kontrolltermin findet nach einigen Wochen statt. Dabei prüft die Ärztin oder der Arzt, ob die Spirale richtig sitzt, und klärt mit Dir, wie gut Du sie verträgst. Danach sollte die Lage der Spirale mindestens einmal pro Jahr im Rahmen einer Routineuntersuchung kontrolliert werden.

Wichtig: Wird die Spirale am ersten bis siebten Zyklustag eingelegt, bist Du sofort vor einer Schwangerschaft geschützt. Erfolgt das Einlegen zu einem späteren Zeitpunkt, solltest Du die ersten sieben Tage zusätzlich verhüten, zum Beispiel mit Kondomen.

Was kostet die Hormonspirale?

Die Kosten für die Hormonspirale bewegen sich zwischen 250 und 500 Euro – je nach Modell und Dauer der Wirksamkeit. In den Kosten enthalten sind in der Regel:

  • die ärztliche Beratung,  
  • die Untersuchung,  
  • das Einsetzen der Spirale,  
  • die Spirale selbst  
  • sowie die erste Nachkontrolle.  

Für jede weitere Kontrolluntersuchung fallen zusätzlich etwa 20 bis 40 Euro an.

Gut zu wissen: Bis zum 22. Geburtstag übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel – meist jedoch nur für das günstigste Präparat. Eine Ausnahme gilt, wenn aus medizinischen Gründen (z. B. Unverträglichkeit der Pille) kein günstigeres Verhütungsmittel infrage kommt. Am besten fragst Du direkt bei Deiner Krankenkasse nach den genauen Regelungen.

Risiken und Nebenwirkungen der Hormonspirale

Die Hormonspirale gilt als eine sehr sichere und gut verträgliche Verhütungsmethode. Viele Frauen erleben sie als unkompliziert und nicht störend. Jedoch sind, vor allem in den ersten Monaten nach dem Einsetzen, gelegentlich Nebenwirkungen möglich.

  • Veränderungen der Monatsblutung: In den ersten Monaten können unregelmäßige Blutungen oder Zwischenblutungen auftreten. Meist pendelt sich der Zyklus jedoch nach einiger Zeit ein.
  • Verletzungen der Gebärmutterwand: Sehr selten kann es beim Einsetzen zu einer kleinen Verletzung der Gebärmutterwand kommen. Das Risiko ist leicht erhöht bei stillenden Frauen. Sollte das passieren, wird die Verletzung bei der Kontrolluntersuchung erkannt und die Spirale vorsorglich entfernt. Die Gebärmutter heilt dann in der Regel ganz von selbst wieder vollständig und ohne bleibende Folgen.
  • Verrutschen oder Ausstoßen der Spirale: In seltenen Fällen kann die Spirale auch ihre Position verändern oder ausgestoßen werden.  
  • Hormonbedingte Effekte: Manche Frauen berichten von Kopfschmerzen, Brustspannen, Stimmungsschwankungen, Nervosität, sexueller Unlust oder Akne. Bei höher dosierten Spiralen können sich Eierstockzysten bilden.
  • Infektionen: In den ersten Wochen sind Infektionen der Gebärmutter oder der Eileiter möglich – insbesondere, wenn bereits eine sexuell übertragbare Infektion (STI) vorliegt.
  • Eileiterschwangerschaft: Sollte es trotz Hormonspirale zu einer Schwangerschaft kommen, ist das Risiko höher, dass die Eizelle sich außerhalb der Gebärmutter, meist in den Eileitern, einnistet.
  • Möglicherweise leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko: Das abgegebene Hormon wirkt überwiegend lokal in der Gebärmutter, doch eine kleine Menge gelangt in den Blutkreislauf. Neuere Studien deuten darauf hin, dass das Brustkrebsrisiko durch die Anwendung minimal erhöht sein könnte.  

Tipp: Regelmäßige Kontrollen bei Deiner Ärztin oder Deinem Arzt sorgen dafür, dass mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden.

Vor- und Nachteile der Hormonspirale

VorteileNachteile 
  • geringere Hormonmenge und weniger Nebenwirkungen als andere hormonelle Verhütungsmethoden
  • keine Anwendungsfehler
  • kann Regelschmerzen und starke Regelblutungen lindern
  • langfristig wirksam (je nach Modell 3–7 Jahre)
  • hohe Sicherheit
  • keine tägliche Routine nötig
  • auch in der Stillzeit möglich 
  • schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STI)
  • Das Einsetzen kann unangenehm sein, muss ärztlich erfolgen.
  • (geringes) Risiko von Nebenwirkungen und Komplikationen  

Für wen ist die Hormonspirale geeignet?

Die Hormonspirale eignet sich grundsätzlich für Frauen jeden Alters – unabhängig davon, ob sie bereits Kinder bekommen haben oder nicht. Besonders gut passt sie zu Frauen, die:

  • in absehbarer Zeit keine Schwangerschaft wünschen und daher eine langfristige Verhütung suchen,  
  • einen geringen Eingriff in den Hormonhaushalt bevorzugen,
  • nicht täglich an die Verhütung denken möchten.

Weniger geeignet ist sie für Frauen mit:

  • Infektionen der Gebärmutter oder Eierstöcke,
  • Allergie gegen Bestandteile der Spirale,
  • anatomischen Veränderungen oder Erkrankungen der Gebärmutter (z.B. Myome). 

Quellen

Internetquellen

  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG), Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG). (2019). Hormonelle Empfängnisverhütung (S2k-Leitlinie, AWMF-Registernummer 015-015). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-095
  • Fitzpatrick, D., Pirie, K., Reeves, G., Green, J., Beral, V. (2023). Combined and progestagen-only hormonal contraceptives and breast cancer risk: A UK nested case-control study and meta-analysis. PLoS Med. 20(3). https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1004188
  • Gemzell-Danielsson, K., Apter, D., Dermout, S., Faustmann, T., Rosen, K., Schmelter, T., Merz, M., & Nelson, A. (2017). Evaluation of a new, low-dose levonorgestrel intrauterine contraceptive system over 5 years of use. European journal of obstetrics, gynecology, and reproductive biology, 210, 22–28. https://doi.org/10.1016/j.ejogrb.2016.11.022
  • World Health Organization (WHO) & Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, Center for Communication Programs (CCP). (2018). Family planning: A global handbook for providers (3. Aufl.). WHO. https://www.who.int/publications/i/item/9780999203705