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Verhüten mit Diaphragma

dm-drogerie markt

Lesedauer 7 Min.

18.2.2026

Das Diaphragma ist eines der ältesten Verhütungsmittel für Frauen, kann aber immer noch eine gute Alternative zu Pille oder Spirale sein. Denn es kombiniert Selbstbestimmung, Flexibilität und ist eine natürliche, hormonfreie Verhütungsmethode.

Diaphragma – was ist das?

Das Diaphragma ist eine kleine, biegsame Kappe, die vor dem Sex in die Vagina eingeführt wird. Es besteht aus einem runden oder ovalen flexiblen Ring, der mit einer dünnen Silikonhaut überspannt ist. Richtig eingesetzt legt sich das Diaphragma über den Muttermund, also den Eingang zur Gebärmutter, und bildet dort eine Barriere, die Spermien am Eindringen hindert.

Damit das Diaphragma zuverlässig schützt, wird es immer mit einem Verhütungsgel kombiniert. Die heute üblichen spermienhemmenden Gels enthalten Milchsäure, die den pH-Wert der Vaginalflora leicht absenkt. Dadurch werden die Spermien unbeweglich, sodass sie die Eizelle nicht erreichen können. Sie sind besser verträglich als spermizide Gels auf chemischer Basis mit dem Wirkstoff Nonoxynol-9. Diese machen die Spermienköpfe befruchtungsunfähig, können aber zu Reizungen der Vaginalschleimhaut führen.

Wie wird ein Diaphragma angewandt?

Da das Verhütungsgel mit der Zeit seine Wirkung verliert, sollte das Diaphragma frühestens zwei Stunden vor dem Sex eingesetzt werden. Das Einsetzen erfordert anfangs etwas Übung, mit der Zeit entwickelt sich jedoch schnell eine sichere Routine.

Tipp: Bis Du Dich mit der Anwendung wirklich sicher fühlst, ist es empfehlenswert, zusätzlich ein weiteres Verhütungsmittel, zum Beispiel ein Kondom, zu verwenden. So kannst Du Dich entspannt an die neue Methode gewöhnen.

Diaphragma einsetzen:

  • Wasche Dir zunächst gründlich die Hände.
  • Drücke das Diaphragma an den Seiten leicht zusammen.  
  • Gib eine kleine Menge des Verhütungsgels in die Mitte und den Rand des Diaphragmas.
  • Halte das Diaphragma weiterhin zusammengedrückt und führe es, mit der hohlen Seite nach oben, tief in die Vagina ein, ähnlich wie einen Tampon. Ein spezieller Plastikstab kann beim Einführen helfen.
  • Ertaste mit einem Finger, ob das Diaphragma den Muttermund vollständig bedeckt. Du solltest spüren, dass es gut anliegt, aber nicht unangenehm drückt.

Wichtig: Nach dem Sex sollte das Diaphragma mindestens 6 Stunden, aber nicht länger als 24 Stunden in der Vagina verbleiben.

Diaphragma entfernen:

  • Führe einen Finger in die Vagina ein und ertaste den vorderen Rand des Diaphragmas.
  • Ziehe das Diaphragma vorsichtig nach unten heraus.
  • Reinige das Diaphragma mit Wasser und milder Seife, lass es an der Luft trocknen und bewahre es dann in einer passenden Dose auf, um es vor Staub und Beschädigungen zu schützen.

Wie sicher ist das Diaphragma?  

Bisher gibt es nur wenige und insgesamt eher kleinere Studien zur Wirksamkeit des Diaphragmas. Die bisherigen Ergebnisse zeigen: Wenn 1.000 Frauen ein Jahr lang sorgfältig und ohne Anwendungsfehler mit dem Diaphragma verhüten, werden – je nach Studie – 40 bis 140 Frauen schwanger. Das entspricht einem sogenannten Pearl-Index von etwa 4–14.

Zum Vergleich: Die Pille hat (bei perfekter Anwendung) einen Pearl-Index von 0,1–0,9, das Kondom liegt bei etwa 2–13.

Wichtig für die Sicherheit:

  • Die Größe stimmt.
  • Der Sitz ist korrekt.
  • Das Verhütungsgel wird konsequent angewendet.
  • Das Diaphragma bleibt nach dem Sex mindestens 6 Stunden in der Vagina. 

Die richtige Form und Größe finden

Damit das Diaphragma auch hält, was es verspricht, ist die passende Form und Größe entscheidend. Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Typen:

  • Ovale Diaphragmen sind meist in Einheitsgröße erhältlich und passen, laut Hersteller, den meisten Frauen.
  • Runde Diaphragmen werden in mehreren Größen angeboten. Dadurch kann es individuell an die eigene Anatomie angepasst werden.

Wenn Du zum ersten Mal ein Diaphragma nutzen möchtest, empfiehlt es sich, einen Termin in einer gynäkologischen Praxis zu vereinbaren. Dort kann die Ärztin oder der Arzt:

  • die passende Größe bestimmen,
  • zeigen, wie Du das Diaphragma einführst
  • und wertvolle Tipps zur Anwendung und Pflege geben.

Gut zu wissen: Nach einer Entbindung, Gewichtsveränderung oder Operation im Beckenbereich solltest Du die Größe erneut überprüfen lassen.

Was kostet ein Diaphragma?

Die Kosten für ein Diaphragma liegen, je nach Form, Größe und Hersteller, zwischen 30 und 70 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für das Verhütungsgel sowie gegebenenfalls ärztliche Beratung oder Anpassung.

Risiken und Nebenwirkungen der Hormonspirale

Die Hormonspirale gilt als eine sehr sichere und gut verträgliche Verhütungsmethode. Viele Frauen erleben sie als unkompliziert und nicht störend. Jedoch sind, vor allem in den ersten Monaten nach dem Einsetzen, gelegentlich Nebenwirkungen möglich.

  • Veränderungen der Monatsblutung: In den ersten Monaten können unregelmäßige Blutungen oder Zwischenblutungen auftreten. Meist pendelt sich der Zyklus jedoch nach einiger Zeit ein.
  • Verletzungen der Gebärmutterwand: Sehr selten kann es beim Einsetzen zu einer kleinen Verletzung der Gebärmutterwand kommen. Das Risiko ist leicht erhöht bei stillenden Frauen. Sollte das passieren, wird die Verletzung bei der Kontrolluntersuchung erkannt und die Spirale vorsorglich entfernt. Die Gebärmutter heilt dann in der Regel ganz von selbst wieder vollständig und ohne bleibende Folgen.
  • Verrutschen oder Ausstoßen der Spirale: In seltenen Fällen kann die Spirale auch ihre Position verändern oder ausgestoßen werden.  
  • Hormonbedingte Effekte: Manche Frauen berichten von Kopfschmerzen, Brustspannen, Stimmungsschwankungen, Nervosität, sexueller Unlust oder Akne. Bei höher dosierten Spiralen können sich Eierstockzysten bilden.
  • Infektionen: In den ersten Wochen sind Infektionen der Gebärmutter oder der Eileiter möglich – insbesondere, wenn bereits eine sexuell übertragbare Infektion (STI) vorliegt.
  • Eileiterschwangerschaft: Sollte es trotz Hormonspirale zu einer Schwangerschaft kommen, ist das Risiko höher, dass die Eizelle sich außerhalb der Gebärmutter, meist in den Eileitern, einnistet.
  • Möglicherweise leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko: Das abgegebene Hormon wirkt überwiegend lokal in der Gebärmutter, doch eine kleine Menge gelangt in den Blutkreislauf. Neuere Studien deuten darauf hin, dass das Brustkrebsrisiko durch die Anwendung minimal erhöht sein könnte.  

Tipp: Regelmäßige Kontrollen bei Deiner Ärztin oder Deinem Arzt sorgen dafür, dass mögliche Probleme frühzeitig erkannt werden.

Vor- und Nachteile des Diaphragmas

VorteileNachteile 
  • hormonfrei
  • keine hormonell bedingten Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen oder Libidoverlust
  • wiederverwendbar (hält bei guter Pflege mindestens zwei Jahre) 
  • erfordert am Anfang etwas Geduld und Übung
  • schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STI)
  • Spermizide können das Risiko für Harnwegsinfektionen erhöhen
  • manche Verhütungsgels können die Vaginalschleimhaut reizen   

Für wen ist das Diaphragma geeignet?

Das Diagphragma eignet sich grundsätzlich für Frauen allen Alters – unabhängig davon, ob sie bereits Kinder bekommen haben oder nicht. Besonders gut passt sie zu Frauen, die:

  • eine hormonfreie Verhütung suchen,
  • eine flexible Lösung bevorzugen,
  • Einmalprodukte wie Kondome vermeiden möchten,
  • sich in einer festen Partnerschaft befinden (da kein Schutz vor STI).

Weniger geeignet ist es für Frauen, die:

  • ein Problem mit dem spontanen Einsetzen haben,
  • häufig wechselnde Sexualpartner haben (wegen des fehlenden STI-Schutzes),
  • anatomische Besonderheiten wie eine starke Gebärmuttersenkung oder Beckenbodenschwäche aufweisen,
  • anfällig für Harnwegsinfektionen sind,
  • sich im Wochenbett befinden.

Wenn Du unsicher bist, ob das Diaphragma die richtige Verhütungsmethode für Dich ist, lasse Dich von Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt beraten. 

Quellen

Internetquellen

  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG), Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG). (2024). Nicht-hormonelle Empfängnisverhütung (S2k-Leitlinie, AWMF-Registernummer 015-095). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-095
  • World Health Organization (WHO) & Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, Center for Communication Programs (CCP). (2018). Family planning: A global handbook for providers (3. Aufl.). WHO. https://www.who.int/publications/i/item/9780999203705