Verhüten mit Kupferspirale
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18.2.2026
Für Frauen, die eine sichere, langfristige und hormonfreie Verhütungsmethode suchen, kann die Kupferspirale eine optimale Möglichkeit sein: Sie schützt zuverlässig vor einer Schwangerschaft, ohne den natürlichen Zyklus zu beeinflussen – und das über mehrere Jahre hinweg. Doch wie genau funktioniert die Kupferspirale eigentlich? Und für wen ist sie die richtige Wahl?
Kupferspirale – was ist das?
Die Kupferspirale, medizinisch auch Kupferintrauterinpessar (IUP), ist ein kleines, anker- oder T-förmiges Kunststoffobjekt, das von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt wird und dort, je nach Modell, drei bis zehn Jahre verbleiben kann.
Im Unterschied zur Hormonspirale (Intrauterinsystem, IUS) verhütet die Kupferspirale nicht durch die Abgabe von Hormonen, sondern durch die Freisetzung von Kupfer.
Wie funktioniert die Kupferspirale?
Der kleine Kunststoffkörper ist mit einem feinen Kupferdraht umwickelt. Dieser Draht setzt kontinuierlich Kupferionen frei, die auf verschiedene Weise eine Schwangerschaft verhindern. Die Wirkung setzt unmittelbar nach dem Einsetzen ein:
- Kupferionen hemmen Spermien
Die freigesetzten Kupferionen verändern das Milieu in der Gebärmutter und in den Eileitern. Spermien verlieren dadurch an Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit – sie werden „ausgebremst“. - Kupferionen verhindern Einnistung
Zusätzlich wirkt das Kupfer auf die Gebärmutterschleimhaut. Sollte es also doch ein Spermium bis in den Eileiter schaffen, kann das befruchtete Ei sich nicht einnisten und damit auch nicht entwickeln.
Gut zu wissen: Neben der Kupferspirale gibt es auch die Kupferkette und den Kupferball – verwandte Verhütungsmethoden, die wie die Kupferspirale wirken, sich aber in Form und Einsatz unterscheiden.
Wie sicher ist die Kupferspirale?
Die Kupferspirale ist eine sehr sichere Verhütungsmethode. Studien zeigen, dass von 1.000 Frauen, die mit der Kupferspirale verhütet haben, etwa ein bis zehn Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden. Das entspricht einem sogenannten Pearl-Index von 0,1–1. Zum Vergleich: Bei der Pille sind es bei richtiger Anwendung etwa 0,1–0,9.
Ein großer Vorteil der Spirale: Sie schützt automatisch, ohne dass Du jeden Tag daran denken musst – Anwendungsfehler sind praktisch ausgeschlossen.
Wie wird die Kupferspirale eingesetzt?
Die Kupferspirale ist rezeptpflichtig, das heißt, sie muss ärztlich verschrieben werden. Meist wird sie über die gynäkologische Praxis bestellt, in der sie eingesetzt wird. Die Ärztin oder der Arzt kann die Spirale bei Bedarf, etwa bei Kinderwunsch, jederzeit mithilfe eines Rückholfadens wieder entfernen.
- Beratung und Untersuchung
Zunächst klärt die Frauenärztin oder der Frauenarzt, ob die Spirale für Dich geeignet ist. Dazu gehören ein Gespräch, eine gynäkologische Untersuchung und oft auch ein Ultraschall. - Einsetzen
Die Spirale wird meist während der Monatsblutung eingesetzt, da der Muttermund in dieser Zeit leicht geöffnet ist und das Einführen dadurch leichter fällt. Mithilfe eines dünnen Röhrchens schiebt die Ärztin oder der Arzt die Spirale vorsichtig durch den Muttermund in die Gebärmutter. Viele Frauen spüren dabei ein leichtes Ziehen im Unterleib. Der Vorgang dauert in der Regel nur wenige Minuten. Direkt im Anschluss wird per Ultraschall kontrolliert, ob die Spirale richtig liegt.
Nach dem Einsetzen sind leichte Schmerzen, ähnlich wie Menstruationsschmerzen, möglich. Auch schwache Blutungen können auftreten. Diese klingen normalerweise nach kurzer Zeit wieder ab. - Kontrollen
Ein erster Kontrolltermin findet nach einigen Wochen statt. Dabei prüft die Ärztin oder der Arzt, ob die Spirale richtig sitzt und klärt, ob sie gut vertragen wird. Anschließend sollte die Lage der Spirale mindestens einmal pro Jahr im Rahmen einer Routineuntersuchung kontrolliert werden.
Was kostet die Kupferspirale?
Die Kosten für die Kupferspirale liegen je nach Modell zwischen 120 und 200 Euro. Darin enthalten sind in der Regel:
- die ärztliche Beratung,
- die Untersuchung,
- das Einsetzen der Spirale,
- die Spirale selbst
- sowie die erste Nachkontrolle.
Für jede weitere Kontrolluntersuchung fallen zusätzlich etwa 20 bis 40 Euro an.
Gut zu wissen: Bis zum 22. Geburtstag übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel – meist jedoch nur für das günstigste Präparat. Eine Ausnahme gilt, wenn aus medizinischen Gründen (z. B. Unverträglichkeit der Pille) kein günstigeres Verhütungsmittel infrage kommt. Am besten fragst Du direkt bei Deiner Krankenkasse nach den genauen Regelungen.
Vor- und Nachteile der Kupferspirale
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
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Für wen ist die Kupferspirale geeignet?
Die Kupferspirale eignet sich grundsätzlich für Frauen allen Alters – unabhängig davon, ob sie bereits Kinder bekommen haben oder nicht. Besonders gut passt sie zu Frauen, die:
- eine langfristige, sichere und hormonfreie Verhütung suchen,
- nicht täglich an die Verhütung denken möchten,
- keine oder nur geringe Probleme mit starken Blutungen haben,
- sich in einer festen Partnerschaft befinden oder – bei wechselnden Partnern – zusätzlich Kondome verwenden (da kein Schutz vor STI).
Weniger geeignet ist sie für Frauen, die:
- sehr starke und schmerzhafte Monatsblutungen haben,
- eine hohe Infektanfälligkeit oder anatomische Besonderheiten der Gebärmutter aufweisen,
- eine kurzfristige Verhütung suchen (z. B. nur für wenige Monate).
Ob die Kupferspirale die richtige Methode für Dich ist, besprichst Du am besten mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt.
Quellen
Internetquellen
Internetquellen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG), Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG). (2024). Nicht-hormonelle Empfängnisverhütung (S2k-Leitlinie, AWMF-Registernummer 015-095). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-095
- World Health Organization (WHO) & Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, Center for Communication Programs (CCP). (2018). Family planning: A global handbook for providers (3. Aufl.). WHO. https://www.who.int/publications/i/item/9780999203705