HauptnavigationKategorienavigationHauptinhalt

Abnehmen in den Wechseljahren

dm-drogeriemarkt

dm-drogerie markt

Lesedauer 7 Min.

10.7.2026

Frau mit Hanteln in den Händen

Eigentlich hat sich nichts verändert – weder die Ernährung noch das gewohnte Bewegungspensum –, und trotzdem steigt das Gewicht stetig. Dazu kommen vielleicht noch schlechter Schlaf, Konzentrationsstörungen und das Gefühl, der eigene Körper werde irgendwie fremd. Wenn Du das kennst, lass Dir sagen: Damit bist Du nicht allein. Was viele Frauen in den Wechseljahren sich selbst anlasten, hat natürliche, biologische Ursachen. Und diese lassen sich gezielt angehen.

Was sich in den Wechseljahren im Körper verändert

Mehr als die Hälfte aller Frauen nehmen während der Wechseljahre (auch Klimakterium genannt) an Gewicht zu, im Schnitt etwa 0,25 bis 1,5 kg pro Jahr. Hinter dieser meist unerwünschten Veränderung steckt ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren, denn der Körper verändert sich in dieser Phase auf mehreren Ebenen gleichzeitig. 

  • Hormonumstellung: Im Zentrum der Wechseljahre steht ein tiefgreifender Hormonwandel: Die Produktion der zwei wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone – Östrogen und Progesteron – lässt nach. Östrogen beeinflusst nicht nur den Zyklus, es wirkt auch auf den Fettstoffwechsel, die Fettverteilung im Körper und das Sättigungsgefühl. Sinkt der Östrogenspiegel, verlagert sich die Fetteinlagerung weg von den bisherigen „Problemzonen“ – Hüften und Oberschenkel – hin zum Bauch. Dabei lagert sich das Fett nicht nur sichtbar unter der Haut (subkutan) an, sondern oft auch im Bauchraum. Dieses sogenannte viszerale Bauchfett umgibt die inneren Organe und steht in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.  

  • Sinkende Muskelmasse: Ab dem 30. Lebensjahr baut der Körper kontinuierlich Muskelmasse ab – ein Prozess, der sich in den Wechseljahren beschleunigt. Das ist deshalb so relevant, weil Muskeln die größten „Kalorienverbraucher" des Körpers sind. Hinzu kommt, dass sich viele Menschen beim Älterwerden weniger bewegen – was den Muskelabbau noch weiter verstärkt. 

  • Veränderter Grundumsatz: Mit dem Hormonwandel und zunehmendem Alter sinkt – bedingt vor allem durch den verlangsamten Stoffwechsel und den allmählichen Verlust an Muskelmasse – auch der Grundumsatz. Das bedeutet: Die Kalorienmenge, die der Körper täglich braucht, wird weniger. Wer also einfach weiter isst wie bisher, nimmt schleichend zu. 

Ernährung in den Wechseljahren 

Der Körper stellt in den Wechseljahren andere Anforderungen – und die Ernährung sollte daran angepasst werden. Weniger Kalorien, aber mehr Nährstoffe: So lässt sich der veränderte Bedarf auf den Punkt bringen. Das sind die wichtigsten Empfehlungen im Überblick: 

  • Protein im Fokus: Eiweiß ist der wichtigste Baustein für den Muskelerhalt – und Muskeln sind, wie oben beschrieben, entscheidend für den Stoffwechsel. Gleichzeitig macht Protein länger satt als Kohlenhydrate oder Fett. Gute Quellen sind Hülsenfrüchte wie Soja, Linsen und Erbsen. Tierische proteinreiche Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Eier, Quark und Fleisch können die Zufuhr ergänzen. Die aktuelle Empfehlung für Erwachsene bis 65 Jahren liegt bei 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich – eventuell etwas mehr, wenn regelmäßig Sport betrieben wird. 

  • Ballaststoffe als tägliche Basis: Ballaststoffe machen nicht nur länger satt, sie halten auch den Blutzucker stabil und unterstützen die Darmflora. Beides – Blutzuckerstabilität und Darmgesundheit – spielt auch für den Hormonhaushalt eine Rolle. Ballaststoffe stecken vor allem in Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten.  

  • Weniger Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel: Schnell verfügbare Kohlenhydrate und Zucker treiben den Blutzucker in die Höhe und begünstigen damit starke Anstiege der Insulinproduktion, was wiederum die Fetteinlagerung am und im Bauch begünstigt. Das bedeutet nicht, dass Süßes absolut tabu ist. Aber insgesamt weniger Fertigprodukte, weniger Zucker und mehr unverarbeitete Lebensmittel machen auf Dauer einen spürbaren Unterschied. 

  • „Gute“ Fette bevorzugen: Fett ist kein Feind – es kommt auf die Qualität an. Pflanzliche Fette aus Avocado, Nüssen, Oliven- und Rapsöl sowie fettem Fisch liefern Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und den Cholesterinspiegel senken.  

  • Kalorienzufuhr sanft anpassen: Da in den Wechseljahren der Grundumsatz sinkt, braucht der Körper schlicht etwas weniger Energie als früher. Strenge Diäten sind dafür nicht die Lösung: Sie stressen den Körper, bauen wertvolle Muskelmasse ab und enden häufig im Jo-Jo-Effekt. Viel sinnvoller ist eine kleine, kaum spürbare Anpassung im Alltag – etwa 200–300 kcal weniger täglich, kombiniert mit etwas mehr Bewegung. 

Bewegung und Muskelaufbau: Warum Sport jetzt besonders wichtig ist 

Wenn es eine Maßnahme gibt, die in den Wechseljahren besonders wirksam ist, dann ist es Bewegung. Krafttraining, also dem gezielten Aufbau und der Stärkung von Muskelmasse, kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu.

Krafttraining in den Wechseljahren

Muskeln sind Kalorienverbrenner – und zwar nicht nur beim Sport, sondern rund um die Uhr, also auch in Ruhe. Wer Muskelmasse erhält oder aufbaut, hält seinen Grundumsatz oben – genau das, was in den Wechseljahren so wichtig ist. Dazu kommt: Krafttraining bremst den altersbedingten Muskelabbau und verbessert die Körperzusammensetzung, also das Verhältnis von Muskelmasse, Fettgewebe, Knochen und Wasser im Körper. 

Ein weiterer, wichtiger Bonus: Mit sinkendem Östrogen steigt das Osteoporoserisiko – regelmäßiges Krafttraining ist eine der wirksamsten Maßnahmen dagegen. Empfehlenswert sind 2–3 Einheiten pro Woche, je 30–60 Minuten, die alle großen Muskelgruppen ansprechen. Das muss nicht im Fitnessstudio sein: Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, also zum Beispiel Kniebeugen, Liegestütze oder Ausfallschritte, wirken genauso!

Ausdauertraining in den Wechseljahren

Ausdauersport wie Joggen, Radfahren, Schwimmen oder Tanzen unterstützt die Fettverbrennung, stärkt das Herz-Kreislauf-System und hat nachweislich positive Effekte auf Stimmung und Schlaf. Empfohlen werden etwa 150 Minuten mäßige Ausdauerbelastung pro Woche. Wer zusätzlich zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining einbaut, tut auch in dieser Lebensphase seinem Körper viel Gutes. 

Wichtig: Auch Alltagsbewegung zählt! Treppen statt Aufzug, zu Fuß zum Supermarkt, abends eine Runde um den Block – Alltagsbewegung wird in ihrer Wirkung oft unterschätzt. Sie erhöht den täglichen Kalorienverbrauch spürbar.

Stress und Schlaf: die versteckten Bremsen 

Es ist manchmal fast zum Verzweifeln: Obwohl man eigentlich alles „richtig“ macht, bewegt sich auf der Waage wenig oder gar nichts nach unten. In einem solchen Fall lohnt sich ein Blick auf zwei Faktoren, die beim Abnehmen häufig unterschätzt werden: Stress und Schlaf. 

Stress

Ausdauersport wie Joggen, Radfahren, Schwimmen oder Tanzen unterstützt die Fettverbrennung, stärkt das Herz-Kreislauf-System und hat nachweislich positive Effekte auf Stimmung und Schlaf. Empfohlen werden etwa 150 Minuten mäßige Ausdauerbelastung pro Woche. Wer zusätzlich zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining einbaut, tut auch in dieser Lebensphase seinem Körper viel Gutes. 

Wichtig: Auch Alltagsbewegung zählt! Treppen statt Aufzug, zu Fuß zum Supermarkt, abends eine Runde um den Block – Alltagsbewegung wird in ihrer Wirkung oft unterschätzt. Sie erhöht den täglichen Kalorienverbrauch spürbar.

Schlaf

Ausgerechnet in den Wechseljahren schlafen viele Frauen schlechter – Hitzewallungen und Nachtschweiß tragen zum nächtlichen Wachliegen bei. Schlafmangel aber begünstigt die Gewichtszunahme, denn er erhöht den Spiegel des Hungerhormons Ghrelin und senkt den des Sättigungshormons Leptin. Die Folge: mehr Hunger, weniger Kontrolle über das Essverhalten. Gleichzeitig steigt der Cortisolspiegel bei schlechtem Schlaf weiter an, was sich wiederum negativ auf das Gewicht auswirkt.  

Auch hier gilt: Versuche herauszufinden, was Dir persönlich das Einschlafen erleichtert, zum Beispiel Abendrituale wie ein kurzer Spaziergang, eine warme Dusche oder eine Tasse Tee (Passionsblume, Lavendel und Melisse eignen sich besonders).  Auch Magnesium, Baldrian und Melatonin, kurz vor dem Einschlafen eingenommen, können helfen. Und sehr wichtig: Bildschirm vor dem Zubettgehen ist tabu – das Blaulicht macht wach. 

Tipps für Deinen Alltag 

Veränderungen müssen nicht radikal sein, um zu wirken. Oft sind es die kleinen, konsequenten Schritte, die langfristig den Unterschied machen: 

  1. Iss langsam und bewusst.  
    Das Sättigungsgefühl kommt mit Verzögerung. Wer schnell isst, nimmt oft mehr zu sich als nötig. Lass Dir Zeit für Deine Mahlzeiten – ohne Ablenkung durch Handy oder Fernseher. 

  2. Trinke ausreichend Wasser.  
    Durst wird häufig mit Hunger verwechselt. Zwei Liter Wasser täglich sind ein guter Richtwert und unterstützen nebenbei den Stoffwechsel. 

  3. Vermeide Alkohol und Rauchen. 
    Alkohol liefert leere Kalorien, belastet die Leber (die wichtigste Abbaustation für Östrogene) und verschlechtert die Schlafqualität. Gelegentlicher Genuss ist kein Problem, aber regelmäßiger Konsum kann das Abnehmen spürbar bremsen. 

  4. Sei nicht zu streng mit Dir.   
    Strikte Diäten und Verbote können Heißhungerattacken triggern – gefolgt von unguten Versagensgefühlen. Harmonischer funktioniert die sogenannte 80/20-Regel. Das heißt: 80 Prozent der Zeit bewusst und ausgewählt essen – der Rest darf Genuss sein. 

  5. Suche Dir Unterstützung.  
    Eine Ernährungsberatung, eine Sportgruppe für Frauen in den Wechseljahren oder einfach eine Freundin, die mitmacht – gemeinsam fällt vieles leichter. 

Und vor allem: Sei gut zu Dir. Dein Körper durchläuft gerade eine der größten hormonellen Umstellungen des Lebens. Bestrafe ihn nicht dafür, dass er sich verändert, sondern unterstütze ihn geduldig dabei – mit der richtigen Ernährung, ausreichend Bewegung und Selbstliebe. Was oft als Nebeneffekt passiert: Du fühlst Dich wohler, schläfst besser, hast mehr Energie – und ja, manchmal auch weniger Gewicht auf der Waage. Aber das ist das Ergebnis, nicht das Ziel. 

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Sie Fragen haben oder unsicher sind, wenden Sie sich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Sie aufgrund dieser Informationen treffen, erfolgen auf eigene Verantwortung.  

Quellen

Internetquellen

Bundesamt für Strahlenschutz. (2022). Konsentierte Empfehlung zu UV-Strahlung und Vitamin D. https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/wirkung/akut/empfehlung-vitamin-d.html 

Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit. (2025). Linderung von Wechseljahresbeschwerden. https://www.frauengesundheitsportal.de/themen/wechseljahre/linderung-von-wechseljahresbeschwerden/ 

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). (o. D.). Vitamin D. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/ 

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). (o. D.). Calcium.  https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/calcium/ 

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). (o. D.) Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/#c6415 

Printquellen

Capel-Alcaraz, A. M., García-López, H., Castro-Sánchez, A. M., Fernández-Sánchez, M., & Lara-Palomo, I. C. (2023). The Efficacy of Strength Exercises for Reducing the Symptoms of Menopause: A Systematic Review. Journal of clinical medicine, 12(2), 548. https://doi.org/10.3390/jcm12020548 

Daly, R. M., Dalla Via, J., Duckham, R. L., Fraser, S. F., & Helge, E. W. (2019). Exercise for the prevention of osteoporosis in postmenopausal women: An evidence-based guide to the optimal prescription. Brazilian Journal of Physical Therapy, 23(2), 170–180. https://doi.org/10.1016/j.bjpt.2018.11.011 

Khalafi, M., Habibi Maleki, A., Sakhaei, M. H., Rosenkranz, S. K., Pourvaghar, M. J., Ehsanifar, M., Bayat, H., Korivi, M. and Liu, Y. (2023) The effects of exercise training on body composition in postmenopausal women: a systematic review and meta-analysis. Front. Endocrino. https://doi.org/10.3389/fendo.2023.1183765 

Silva, T. R., Oppermann, K., Reis, F. M., Spritzer, P. M. (2021). Nutrition in Menopausal Women: A Narrative Review. Nutrients 13(7). https://doi.org/10.3390/nu13072149