Die vier Phasen der Wechseljahre

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22.9.2026

Dein Zyklus hat sich ein bisschen verändert? Die Monatsblutung ist ein wenig stärker oder schwächer als früher? Und seit einiger Zeit schläfst Du auch nicht mehr so gut? Wenn Du um die 35 bis 45 Jahre alt bist, könnten das erste Anzeichen der Wechseljahre sein – und damit ein guter Anlass, mal darüber nachzudenken, was jetzt in Deinem Körper passiert und was das in den nächsten Jahren für Dich bedeutet.
Was sind die Wechseljahre?
Die Wechseljahre (medizinisch Klimakterium) sind der natürliche Übergang von der fruchtbaren in die nicht mehr fruchtbare Lebensphase. Die Eierstöcke arbeiten allmählich immer weniger. Dadurch sinken Östrogen und Progesteron, zwei wichtige Gruppen weiblicher Geschlechtshormone, schrittweise ab – und das macht sich bei den meisten Frauen bemerkbar.
Wie ihr Name bereits verrät, begleiten Dich die Wechseljahre über einen längeren Zeitraum. Dabei verlaufen sie in vier Phasen: Prämenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause. Die Übergänge zwischen diesen Phasen sind fließend und jede Frau erlebt sie anders.
Phase 1: die Prämenopause
Mit der Prämenopause ist streng genommen die Zeit vor den eigentlichen Wechseljahren gemeint. Sie beginnt etwa zwischen dem 35. und dem 45. Lebensjahr und bringt oft kaum Veränderungen mit sich: Du hast noch immer Deine Periode, kannst weiter schwanger werden und merkst vielleicht gar nicht, dass Dein Körper beginnt, sich auf einen neuen Lebensabschnitt einzustellen.
Gerade weil die Anzeichen in der Prämenopause nicht immer eindeutig auf die beginnenden Wechseljahre hindeuten, kann es hilfreich sein, sie zu beobachten und zu notieren, was Dir auffällt – etwa stärkere oder schwächere Blutungen, wie gut Du schläfst oder ob Deine Stimmung schwankt. So bekommst Du selbst ein klareres Bild und kannst Veränderungen bei Bedarf besser mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt besprechen.
Typische Symptome der Prämenopause sind:
etwas längere oder kürzere Zyklen,
schwächere oder stärkere Blutungen,
leichte Stimmungsschwankungen.
Einige Frauen erleben außerdem:
Spannen in der Brust,
Zwischen- und Schmierblutungen,
Reizbarkeit,
Kopfschmerzen oder Migräne,
Wassereinlagerungen,
Wichtig: Du kannst in dieser Phase noch schwanger werden. Verhütung bleibt also ein Thema, wenn Du keine (weiteren) Kinder möchtest.
Was kannst Du bei Beschwerden in der Prämenopause tun?
In dieser ersten Phase der Wechseljahre sind die Beschwerden meist – wenn überhaupt – nur leicht ausgeprägt. Um sie zu lindern, kannst Du im Grunde all das tun, was Deinem Körper grundsätzlich guttut: ausreichend Bewegung und Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und keine Zigaretten.
Wenn die Symptome stärker werden oder Dich belasten, sprich mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt darüber. So kannst Du herausfinden, ob tatsächlich die beginnenden Wechseljahre dahinterstecken und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Phase 2: die Perimenopause
Auf die Prä- folgt die Perimenopause – und damit die Phase, in der Du die Veränderungen wahrscheinlich am deutlichsten spüren wirst.
Die ersten Anzeichen für die beginnende Perimenopause sind oft Zyklusveränderungen. Blutungen können zum Beispiel in kürzeren Abständen oder unregelmäßig kommen. Zu Beginn der Perimenopause sind Abweichungen von bis zu sieben Tagen im Vergleich zu vorher üblich, gegen Ende werden die Blutungen seltener und bleiben vielleicht auch vereinzelt auf. Und: Nicht mehr jede Blutung wird von einem Eisprung begleitet.
Die Perimenopause beginnt meist ein bis vier Jahre vor der letzten Monatsblutung (siehe Phase 3: Menopause). Auch die Zeit zwischen Deiner letzten Periode und der Postmenopause (siehe Phase 4) gehört zur Perimenopause.
Typische Symptome der Perimenopause sind:
Hitzewallungen und Schweißausbrüche,
Herzstolpern und -rasen, Schwindel.
Einige Frauen erleben außerdem:
Angst und Depressionen,
Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit,
Rücken- und Gelenkschmerzen,
Libidoverlust,
Schlafstörungen,
kognitive Einschränkungen wie Gedächtnisprobleme oder Wortfindungsstörungen,
Erschöpfung,
Brustspannen,
Wassereinlagerungen,
Unterbauchschmerzen,
Scheidentrockenheit,
Gewichtszunahme,
Blasenschwäche.
Das ist erst mal eine ziemlich lange Liste, aber keine Sorge: Wir zählen hier bewusst auch seltenere Symptome auf, damit Du dafür sensibilisiert bist, wie die Perimenopause sich zeigen kann. Wahrscheinlich werden Dich nur wenige der genannten Beschwerden tatsächlich begleiten.
Was kannst Du bei Beschwerden in der Perimenopause tun?
Auch hier gilt: Wenn es Dir nicht gut geht, ist die erste Maßnahme immer ein möglichst gesunder Lebensstil. Das heißt: ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, Schlaf und Entspannung. Und darüber hinaus: Wenn’s geht, gönn Dir ab und zu etwas Gutes. Ob eine Massage oder ein langer Spaziergang durch den Wald – nimm Dir Zeit für Dich.
Auch pflanzliche Heilmittel können Dich jetzt sanft unterstützen – etwa Salbeiextrakt bei Hitzewallungen oder Johanniskraut als natürlicher Stimmungsaufheller. Am besten besprichst Du mit Deiner Gynäkologin oder Deinem Gynäkologen, was für Dich sinnvoll ist.
In manchen Fällen wird sie oder er Dir auch die Möglichkeiten einer Hormontherapie aufzeigen.
Phase 3: die Menopause
Anders als die Prä- und die Perimenopause ist die eigentliche Menopause kein längerer Zeitraum, sondern ein bestimmter Zeitpunkt – und zwar der, an dem Du zum letzten Mal Deine Regelblutung hast. Wann genau Deine Menopause ist (bzw. war), lässt sich also erst im Rückblick sagen.
Wann es bei Dir so weit sein wird? Das lässt sich nicht voraussagen. Aber die Statistik liefert zumindest einen Anhaltspunkt: In Deutschland sind Frauen zum Zeitpunkt ihrer letzten Regelblutung durchschnittlich 49,7 Jahre alt, bei 95 % liegt die letzte Regelblutung zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr.
Phase 4: die Postmenopause
Deine letzte Periode ist 12 Monate her? Herzlich willkommen in der Postmenopause – der letzten Phase der Wechseljahre. Der Körper hat sich jetzt weitgehend an die Veränderungen angepasst, die meisten Beschwerden klingen ab. Die Postmenopause ist daher für viele Frauen eine große Erleichterung. Dennoch ist es möglich, dass Dich einige Symptome noch eine Zeitlang weiter begleiten, zum Beispiel:
Hitzewallungen und Nachtschweiß,
Schlafstörungen,
trockene Schleimhäute (und damit ggf. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und häufigere Harnwegsinfekte).
Wann solltest Du zur Ärztin oder zum Arzt?
Ob Hitzewallungen oder weniger Lust auf Sex: Wenn Du Fragen zu den Symptomen der Wechseljahre hast oder darunter leidest, sprich mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt darüber – auch, wenn Du Dir nicht ganz sicher bist, ob Deine Beschwerden überhaupt mit dem Klimakterium zusammenhängen. So bekommst Du die Hilfe, die Du in Deiner individuellen Situation brauchst.
Ein Besuch in Deiner gynäkologischen Praxis ist auf jeden Fall ratsam, falls Du in der Postmenopause noch einmal eine Blutung bekommst. Das kann harmlose Ursachen haben, aber auch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Ein Gespräch mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt bringt Dir Klarheit.
Mit den Veränderungen umgehen lernen
Die Wechseljahre bringen Veränderungen, die erst mal nicht leicht sind. Wenn es sich also manchmal herausfordernd anfühlt, ruf Dir in Erinnerung: Du durchläufst gerade einen ganz natürlichen Prozess, genauso wie die Pubertät oder die erste Regelblutung. Dein Körper kann damit umgehen und wird sich darauf einstellen.
Je weiter Du in diesem Prozess vorankommst, desto wahrscheinlicher wird sich auch ein Perspektivwechsel einstellen: Viele Frauen betrachten die Wechseljahre im Rückblick auch als eine Phase der Befreiung: keine Periode mehr, kein PMS, keine Krämpfe, keine Verhütung mehr. Gerade wer jahrzehntelang unter starken Blutungen oder einem unberechenbaren Zyklus gelitten hat, erlebt das als echte Erleichterung – und vielleicht sogar als Aufbruch in einen neuen, kraftvollen Lebensabschnitt.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.
Quellen
Internet
Internet
Deutsche Menopause Gesellschaft e. V. (2026). Rund um die Menopause. Abgerufen am 19. Juni 2026, von https://www.menopause-gesellschaft.de
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Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG), & Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG). (2020). S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause: Diagnostik und Interventionen (AWMF-Registernummer 015-062, Version 2.3). Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Abgerufen am 19. Juni 2026, von https://register.awmf.org
Lasch, V., & Fillenberg, S. (2017). Basiswissen Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer.
Robert Koch-Institut. (2024). Gesundheitliche Lage der Frauen in Deutschland. Abgerufen am 13. Juni 2026, von https://www.rki.de
Strowitzki, T., & Ortmann, O. (Hrsg.). (2024). Klinische Endokrinologie für Frauenärzte (6. Aufl.). Springer.