Kleidung reparieren: Anleitungen, Tipps und Upcycling-Ideen für die ganze Familie 

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Lesedauer 8 Min.

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25.9.2026

Hände reparieren mit Nadel und Faden ein Loch in einem beigefarbenen Strickpullover, auf dem Tisch liegen Garnspulen, eine Schere und ein Maßband

© CHEBOTKEVICH, iStock

Ein aufgesprungener Knopf, ein Loch am Knie der Lieblingshose, ein kleiner Riss nach dem Toben im Garten: vor allem bei Kindern geht Kleidung im Alltag schnell einmal kaputt. Vieles davon lässt sich mit wenigen Handgriffen selbst reparieren, oft in wenigen Minuten und ohne Näherfahrung. So bleibt ein liebgewonnenes Kleidungsstück länger im Einsatz, das Familienbudget wird geschont und Dein Kind trägt weiter, was es besonders gern mag. 

Auf einen Blick

  1. Bei kleinen Schäden lohnt sich eine Reparatur fast immer: Knopf annähen, kleines Loch stopfen oder eine offene Naht schließen gelingt mit einer Grundausstattung aus Nadel, passendem Garn und etwas Zeit.
  2. Die Grundausstattung ist überschaubar: Nähnadeln in zwei bis drei Stärken, Garn in wenigen Grundfarben, eine kleine Schere und Stecknadeln reichen für die häufigsten Reparaturen.
  3. Auch ohne Nähmaschine möglich: Viele Reparaturen wie Knöpfe, kleine Löcher und Aufnäher lassen sich komplett von Hand oder mit Bügelflicken erledigen.
  4. Knie und Schritt sind Klassiker: Bei Kinderhosen reißt der Stoff am häufigsten am Knie und im Schritt. Beide Stellen lassen sich mit Flicken von innen oder außen gut versorgen.
  5. Wenn es kniffliger wird: Für alle, die nicht selbst reparieren möchten, gibt es Änderungsschneidereien, die Textilien fachgerecht instand setzen, wie zum Beispiel Die Änderei. 

Warum lohnt es sich, Kleidung zu reparieren? 

Kleidung zu reparieren verlängert die Nutzungsdauer eines Kleidungsstücks und spart im Familienalltag oft bares Geld. Statt eine Hose wegen eines kleinen Lochs auszusortieren, bleibt sie mit wenig Aufwand weiter tragbar. So kann ein Neukauf hinausgezögert werden. 

Gerade bei Kinderkleidung kommt ein schöner Nebeneffekt dazu. Viele Kinder hängen an bestimmten Stücken, an der Hose mit den Dinos oder am Lieblingspulli. Wenn genau dieses Teil eine zweite Chance bekommt, ist die Freude oft größer als über etwas Neues. Und weil Kinder ihre Sachen schnell durchtragen, sammeln sich typische Schwachstellen wie Knie und Ellenbogen ohnehin schneller an als bei Erwachsenen. 

Reparieren muss dabei kein großes Handarbeitsprojekt sein. Für die häufigsten Fälle reichen ein paar Grundtechniken, die sich schnell erlernen lassen und die Du nach ein, zwei Versuchen im Schlaf beherrschst. 

Grundausstattung für kleine Reparaturen 

Für die meisten Reparaturen zu Hause braucht es kein großes Sortiment. Praktisch ist eine kleine Nähbox, die griffbereit an einem festen Platz steht, damit ein loser Knopf nicht wochenlang liegen bleibt, sondern schnell wieder dran ist. 

  • Nähnadeln in zwei bis drei Stärken: feinere Nadeln für dünne Stoffe wie T-Shirts, kräftigere für Jeans und feste Baumwolle. 

  • Garn in wenigen Grundfarben: Weiß, Schwarz, Grau und ein kräftiges Blau decken vieles ab, dazu bei Bedarf eine farblich passende Rolle. 

  • Kleine Stoffschere und Stecknadeln: zum sauberen Zuschneiden und zum Fixieren von Flicken, bevor genäht wird. 

  • Bügelflicken und Aufnäher: für schnelle Reparaturen ohne Nähen, besonders praktisch an Knien. 

  • Ein paar Ersatzknöpfe: viele lassen sich beim Aussortieren alter Kleidung sammeln und aufbewahren. 

★ glückskind-Tipp ★: Sammle abgeschnittene Knöpfe, Reißverschlüsse und Bänder aus Kleidung, die wirklich ausgedient hat, in einem kleinen Glas. So hast Du bei der nächsten Reparatur oft genau das passende Teil zur Hand. 

Knopf annähen in wenigen Schritten 

Einen Knopf annähen ist die wohl häufigste Reparatur und in wenigen Minuten erledigt. Nötig sind Nadel, ein doppelt gelegter Faden und der passende Knopf. Wichtig ist ein kleiner Abstand zwischen Knopf und Stoff, damit sich das Kleidungsstück später leicht schließen lässt. 

  1. Faden vorbereiten: Etwa eine unterarmlange Länge Garn abschneiden, einfädeln, beide Enden zusammen verknoten, sodass Du doppelt nähst. 

  2. Startpunkt setzen: Von der Stoffunterseite durch die alte Einstichstelle nach oben stechen, bis der Knoten unten anliegt. 

  3. Knopf platzieren: Den Knopf auffädeln und eine Streichholzbreite Luft zwischen Knopf und Stoff lassen, damit später ein kleiner Halsansatz entsteht. 

  4. Löcher vernähen: Vier bis sechs Mal durch die Knopflöcher und den Stoff nähen, bei einem Vierlochknopf über Kreuz oder parallel. 

  5. Hals umwickeln: Den Faden ein paar Mal um die Fäden zwischen Knopf und Stoff wickeln, das gibt Stabilität. 

  6. Vernähen: Auf der Unterseite zwei kleine Stiche übereinander setzen, verknoten und den Faden knapp abschneiden. 

Löcher und Risse flicken: Knie, Schritt und Co. 

Bei Kinderhosen entstehen die meisten Schäden am Knie und im Schritt, weil dort beim Spielen, Rutschen und Klettern die größte Belastung liegt. Ein kleines Loch lässt sich stopfen, ein größeres bekommt am besten einen Flicken, der die Stelle von innen oder außen verstärkt. 

Beim Stopfen wird das Loch mit vielen dicht nebeneinanderliegenden Stichen überbrückt und anschließend quer durchwoben, sodass eine kleine gewebte Fläche entsteht. Für größere oder stark beanspruchte Stellen ist ein Flicken die haltbarere Lösung. Dafür schneidest Du ein Stück festen Stoff etwas größer als das Loch zu, legst es hinter die schadhafte Stelle und nähst es rundherum fest.

Loch vorbereiten

Ausgefranste Ränder vorsichtig kürzen, damit eine saubere Kante entsteht.

Flicken zuschneiden

Ein Stoffstück wählen, das etwa einen bis zwei Zentimeter größer ist als das Loch an jeder Seite.

Fixieren

Den Flicken von innen mit Stecknadeln feststecken oder mit einem Bügelflicken vorfixieren.

Festnähen

Rundherum mit kleinen, gleichmäßigen Stichen nähen, bei Jeans gern in Kontrastfarbe als bewusstes Gestaltungselement.

An Knien sind aufgesetzte Flicken besonders praktisch, weil sie die Stelle zusätzlich verstärken und den nächsten Sturz auf dem Spielplatz besser abfangen. Im Schritt, wo Nähte gern aufgehen, hilft es, die offene Naht zunächst mit einem festen Rückstich zu schließen und bei dünnem Stoff einen kleinen Flicken von innen dahinterzusetzen. 

Kleidung reparieren ohne Nähmaschine 

Viele Reparaturen gelingen ganz ohne Nähmaschine, allein mit Nadel, Faden und etwas Geduld. Knöpfe annähen, kleine Löcher stopfen und offene Nähte schließen sind klassische Handarbeiten, für die keine Maschine nötig ist. Für gerade Nähte an festem Stoff eignet sich der Rückstich, weil er besonders stabil hält. 

Noch schneller geht es mit Bügelflicken. Sie werden auf die Innen- oder Außenseite gelegt und mit dem Bügeleisen aufgeklebt, ganz nach Angabe auf der Verpackung. Das ist eine gute Lösung für Knie und für alle, die lieber nicht nähen. Bei stark beanspruchten Stellen hält ein Bügelflicken oft länger, wenn er zusätzlich mit ein paar Stichen umrandet wird. 

Auch ein aufgesetzter Aufnäher kann ein Loch verdecken und dem Kleidungsstück gleichzeitig einen neuen Look geben. So wird aus einer Notlösung schnell ein kleines Lieblingsdetail.

★ glückskind-Tipp ★: Bunte Flicken in Tier- oder Sternform machen aus einer Reparatur ein Highlight. Wenn Dein Kind den Flicken selbst aussuchen darf, trägt es die geflickte Hose oft besonders stolz. 

Upcycling: aus kaputt wird „neu” 

Manchmal ist ein Kleidungsstück so verschlissen, dass sich eine klassische Reparatur nicht mehr lohnt. Dann beginnt der schönste Teil für alle, die gern kreativ werden: das Upcycling. Aus dem, was übrig ist, entsteht etwas Neues, das im Alltag weiter Freude macht.

Upcycling ist auch eine schöne gemeinsame Beschäftigung. Kinder im Kleinkind- und Grundschulalter helfen gern beim Aussuchen von Stoffen und Farben und erleben ganz nebenbei, dass sich Dinge reparieren und weiterverwenden lassen. 

Lange Hose wird kurze Hose

Ist das Knie nicht mehr zu retten, werden aus einer langen Hose eine Sommershorts und der abgeschnittene Stoff liefert gleich Material für Flicken.

T-Shirt wird Beutel

Aus einem ausgetragenen T-Shirt lässt sich mit wenigen Nähten ein kleiner Stoffbeutel für Spielzeug oder Snacks nähen.

Reste werden Applikationen

Bunte Stoffstücke ergeben Aufnäher, Haarbänder oder Taschen, die anderen Kleidungsstücken einen neuen Akzent geben.

Babybodys werden Erinnerung

Aus besonders geliebten, zu klein gewordenen Stücken entsteht mit etwas Geschick ein kleines Erinnerungskissen.

Wenn selbst reparieren nicht klappt: der Reparaturservice 

Nicht jede Reparatur lässt sich gut zu Hause erledigen, und nicht alle möchten selbst zu Nadel und Faden greifen. Für diese Fälle gibt es Änderungsschneidereien, die Textilien fachgerecht instand setzen, von der neuen Naht bis zum kunstvoll gestopften Loch. Das lohnt sich besonders bei hochwertigen oder besonders geliebten Stücken, die noch lange halten sollen. 

Ein solcher Partner ist „Die Änderei“, eine Änderungsschneiderei und Kunststopferei, an die sich kaputte Textilien zur professionellen Reparatur schicken lassen. Der Ablauf ist unkompliziert: Das Kleidungsstück wird eingeschickt, in der Schneiderei repariert und anschließend zurückgesendet. So bleibt auch dann eine gute Lösung, wenn die eigene Näherfahrung oder die Zeit im Familienalltag gerade nicht reicht. 

Eine Übersicht der Preise für die verschiedenen Kindertextil-Reparaturen gibt es auf der Webseite der „Änderei“ im Reiter „Kids“.

Hinweis: In den ersten Monaten der Kooperation übernimmt dm die Rücksendekosten (Bis April 2027). 

Häufige Fragen

Wie kann ich Kleidung ohne Nähmaschine reparieren?

Viele Reparaturen gelingen ganz ohne Nähmaschine. Knöpfe annähen, kleine Löcher stopfen und offene Nähte mit dem Rückstich schließen funktionieren komplett von Hand. Für Knie und schnelle Lösungen eignen sich Bügelflicken, die mit dem Bügeleisen aufgebracht werden. Ein paar zusätzliche Stiche rundherum geben ihnen an stark beanspruchten Stellen mehr Halt. 

Wie näht man einen Knopf richtig an?

Zum Knopfannähen einen doppelten Faden verknoten, von unten durch den Stoff stechen und den Knopf mit etwa einer Streichholzbreite Abstand auffädeln. Danach vier bis sechs Mal durch die Löcher nähen, den entstandenen Fadenhals einige Male umwickeln und auf der Unterseite vernähen. Der kleine Abstand sorgt dafür, dass sich das Kleidungsstück später leicht schließen lässt. 

Wie flickt man eine Hose am Knie?

Am Knie hält ein aufgesetzter oder von innen untergelegter Flicken am besten. Dafür ausgefranste Ränder kürzen, ein Stoffstück etwa einen bis zwei Zentimeter größer als das Loch zuschneiden, mit Stecknadeln fixieren und rundherum festnähen. Bei Jeans wirkt ein Flicken in Kontrastfarbe wie ein bewusstes Designelement. Alternativ geht auch ein aufgebügelter Bügelflicken. 

Lohnt es sich, Kinderkleidung überhaupt zu reparieren?

Bei Kinderkleidung lohnt sich das Reparieren häufig, weil viele Schäden wie lose Knöpfe oder kleine Löcher in wenigen Minuten behoben sind. Das spart Geld, verlängert die Nutzungsdauer und erhält Lieblingsstücke, an denen Kinder hängen. Bei stark verschlissenen Teilen ist Upcycling eine schöne Alternative, etwa eine kurze Hose aus einer langen. 

Kleidung reparieren muss kein aufwendiges Projekt sein. Mit einer kleinen Nähbox, ein paar Grundtechniken und etwas Geduld sind die häufigsten Schäden wie lose Knöpfe, Löcher am Knie und offene Nähte schnell behoben. Was sich nicht mehr klassisch reparieren lässt, bekommt beim Upcycling ein zweites Leben, und für kniffligere Fälle steht ein Reparaturservice bereit. So bleiben Lieblingsstücke länger im Einsatz, ganz nebenbei entsteht daraus oft eine schöne gemeinsame Zeit mit Deinem Kind. 

Dein glückskind-Team ♥