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Verhütung in den Wechseljahren

dm-drogeriemarkt

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Lesedauer 9 Min.

8.9.2026

Frau liegt auf einem Kissen und lächelt zur Kamera, im Vordergrund unscharf der Kopf einer zweiten liegenden Person visible

Auch in der Lebensmitte bleibt Verhütung ein Thema – nur die Fragen dazu ändern sich. Wie lange müssen wir noch aufpassen? Und gibt es Methoden, die in den Wechseljahren besser geeignet sind als andere? Für Frauen in dieser Phase (und ihre Sexualpartner) lohnt sich definitiv ein neuer Blick aufs Thema.  

Kannst Du in den Wechseljahren noch schwanger werden?  

Kurz gesagt: Ja, das ist möglich – auch wenn die Wahrscheinlichkeit mit der Zeit abnimmt. Um das zu verstehen, hilft es, sich die verschiedenen Phasen der Wechseljahre genauer anzuschauen.  

  • Die Prämenopause beschreibt die Zeit vor der Menopause. Sie beginnt oft Anfang 40. Die Progesteronproduktion lässt nach, die Östrogenproduktion gerät ins Schwanken. Erste, noch subtile Veränderungen wie leicht unregelmäßige Monatsblutungen können auftauchen. Der Eisprung findet weiterhin statt, wenn auch nicht mehr ganz so zuverlässig wie früher.   

  • Die Perimenopause ist die Phase rund um die Menopause, in der die Hormonproduktion schon zurückgeht. Die Folge: Eisprünge werden seltener, der Zyklus unregelmäßiger. Aber: Ein unregelmäßiger Zyklus ist nicht dasselbe wie kein Zyklus. Frauen in dieser Phase sind immer noch fruchtbar.  

  • Als Menopause wird der Zeitpunkt der allerletzten Regelblutung bezeichnet – und der lässt sich erst im Rückblick (genauer gesagt: nach 12 Monaten ausbleibender Periode) festlegen.    

  • Postmenopause wird die Zeit nach der Menopause genannt, in der die Eierstöcke ihre Hormonproduktion eingestellt haben. Da nun keine Eizellen mehr heranreifen und kein Eisprung mehr stattfindet, ist eine (natürliche) Schwangerschaft nicht mehr möglich.   

Das heißt: Solange Du noch Blutungen hast, kann grundsätzlich ein Eisprung stattfinden. Und damit besteht auch die Möglichkeit, schwanger zu werden. Das gilt selbst dann, wenn zwischen zwei Blutungen eine längere Pause liegt. Nach heutigem medizinischem Kenntnisstand gelten daher folgende Richtwerte, an denen sich auch Frauenärztinnen und Frauenärzte in Deutschland orientieren:  

  • Bist Du unter 50 Jahre alt, wird dazu geraten, nach der letzten Blutung noch zwei Jahre weiter zu verhüten, bevor Du wirklich ganz sicher sein kannst, nicht mehr schwanger zu werden.  

  • Bist Du 50 Jahre oder älter, gilt in der Regel ein Sicherheitsabstand von einem Jahr ohne Blutung. Manche Fachleute empfehlen sogar, erst mit 55 Jahren von einer beendeten Fruchtbarkeit auszugehen, weil die Wechseljahre sehr individuell verlaufen und daher nicht sicher berechenbar sind.  

Wichtig: Je jünger Du beim Ausbleiben der Blutung bist, desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich nur um eine längere Pause und nicht um das endgültige Ende handelt – die Eierstöcke können sich also wieder „melden“.   

Der Einfluss hormoneller Verhütungsmittel auf die Wechseljahre  

Hormonelle Verhütungsmittel halten die Wechseljahre nicht auf oder verhindern sie nicht. Sie können es Dir aber erschweren, den Beginn der Wechseljahre wahrzunehmen: Nimmst Du die Pille, hast eine Hormonspirale oder nutzt einen Vaginalring, beeinflussen die zugeführten Hormone Deinen Zyklus – die Blutung und andere natürliche Signale werden quasi „überschrieben“. Im Zweifel sprich mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt darüber. Eine Blutuntersuchung kann jetzt einen Hinweis geben, ob Du Dich schon in den Wechseljahren befindest.   

Geeignete Verhütungsmethoden für Frauen in den Wechseljahren  

Keine Verhütungsmethode ist in den Wechseljahren grundsätzlich tabu. Allerdings verändert sich mit dem Alter das Risikoprofil für bestimmte Nebenwirkungen, etwa für Thrombosen (Blutgerinnsel, die Gefäße verstopfen können). Deshalb kann es in dieser Lebensphase gut sein, die Frage der richtigen Verhütung neu zu stellen. Die folgende Übersicht zeigt Dir die gängigen Optionen mit ihren Vor- und Nachteilen. Nutze sie am besten als Diskussionsgrundlage für Dein nächstes Arztgespräch, nicht als abschließende Empfehlung. 

Methode  

Beschreibung  

Vorteile  

zu bedenken  

Kondom  

hormonfreie Barrieremethode, verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen  

keine Hormone, keine Altersgrenze, schützt zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI)  

muss bei jedem Geschlechtsverkehr angewendet werden; Anwendungsfehler mindern die Sicherheit  

Diaphragma  

hormonfreie Barrieremethode aus Silikon, die vor den Muttermund eingesetzt wird  

hormonfrei, wiederverwendbar  

braucht etwas Übung; bei Beckenbodenschwäche (die in den Wechseljahren häufiger vorkommt) muss der korrekte Sitz gut geprüft werden  

Kupferspirale  

hormonfreie Spirale aus Kunststoff und Kupfer, die in die Gebärmutter eingesetzt wird  

sehr zuverlässig, hormonfrei, wirkt mehrere Jahre, danach einfach entfernen  

kann Blutungen verstärken und Menstruationsschmerzen verschlimmern – für Frauen mit bereits starken Blutungen (in der Perimenopause nicht selten) unter Umständen weniger angenehm  

Hormonspirale (Gestagen-IUD)  

Spirale, die ein Gestagen (eine synthetische Variante des Gelbkörperhormons) in der Gebärmutter abgibt  

kann Blutungen deutlich abschwächen oder ganz zum Ausbleiben bringen; lässt sich bei Bedarf gut mit einer Hormonersatztherapie kombinieren  

Das Ausbleiben der Blutung erschwert es, den Zeitpunkt der Menopause selbst zu erkennen; Einlegen kann bei Myomen (gutartigen Muskelknoten, die im mittleren Lebensalter häufiger vorkommen) erschwert sein  

Kombinationspille / Vaginalring / Hormonpflaster  

enthält beide Hormone (Östrogen und Gestagen) in Kombination  

kann als Nebeneffekt Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen mildern  

kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen leicht erhöhen – daher nur geeignet, wenn keine Risikofaktoren vorliegen (Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette)  

Minipille (reine Gestagenpille  

enthält nur ein Gestagen, kein Östrogen  

nach aktuellem Kenntnisstand kein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko, daher auch für Frauen über 50 eine Option  

macht den Zyklus oft unregelmäßig oder lässt sie ganz ausbleiben, sodass es schwieriger wird, den Zeitpunkt der Menopause selbst zu erkennen  

Symptothermale Methode  

natürliche Methode: Messung der Aufwachtemperatur und Beobachtung des Zervixschleims zur Bestimmung der fruchtbaren Tage  

hormonfrei, fördert Körperwissen  

in der Perimenopause oft unzuverlässig, da Zyklen unregelmäßig werden und Eisprünge ausbleiben können; braucht etwas Erfahrung; funktioniert nicht bei gleichzeitiger Hormontherapie  

Sterilisation  

operativer, dauerhafter Eingriff: Verschluss oder Entfernung der Eileiter  

endgültige Lösung; hormonfrei  

nicht oder nur sehr aufwendig rückgängig zu machen; Operation ist aufwendig; Komplikationen möglich, aber selten  

Gut zu wissen: Sterilisation beim Mann (Vasektomie)  
Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt oder verschlossen, meist in einem kurzen ambulanten Eingriff unter örtlicher Betäubung. Die Spermien gelangen dann nicht mehr in die Samenflüssigkeit – der Samenerguss selbst verändert sich dabei kaum, da er größtenteils aus anderen Drüsensekreten besteht. Der Eingriff ist relativ unkompliziert und risikoarm. Für die Wechseljahre, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist, kann sie eine reelle Option sein – und eine gemeinsame Überlegung wert.   

Passende Produkte

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Verhütung schützt nicht automatisch vor Infektionen 
Das hast Du wahrscheinlich schon in der Schule gelernt – aber ein kurzer Reminder schadet nie: Die Pille, Hormon- oder Kupferspirale und die Sterilisation schützen zuverlässig vor einer Schwangerschaft, nicht aber vor sexuell übertragbaren Infektionen (z. B. Chlamydien, HPV oder HIV). Nur das Kondom bietet hier einen Schutz. Das ist besonders relevant, wenn sich nach einer Trennung, Verwitwung oder generell im Laufe des Lebens neue Partnerschaften ergeben. Zusätzlich kann die in den Wechseljahren häufig auftretende Scheidentrockenheit kleine Verletzungen der Schleimhaut begünstigen, was die Ansteckungsgefahr erhöhen kann. Ein Kondom kann daher auch dann sinnvoll sein, wenn Du bereits mit einer anderen Methode verhütest oder gar nicht mehr schwanger werden kannst.

Hormonelle Verhütung und Wechseljahresbeschwerden: Ein doppelter Nutzen?  

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen – diese typischen Beschwerden entstehen vor allem durch den sinkenden Östrogenspiegel. Können hormonelle Präparate wie die Pille dieses Östrogen ausgleichen und dadurch Beschwerden lindern?  

Kombinationspille 

Tatsächlich können Kombinationspillen, die sowohl ein synthetisches Östrogen als auch ein Gestagen enthalten, den Östrogenspiegel künstlich stabil halten und dadurch Hitzewallungen, Schweißausbrüche oder Schlafstörungen lindern.   

Die Wirkweise ähnelt der einer Hormontherapie, allerdings ist die Dosierung deutlich höher. Wichtig ist deshalb: Diese Option kommt nur für Frauen infrage, bei denen keiner der bekannten Risikofaktoren vorliegt – dazu zählen unter anderem Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte oder Herzinfarkte, Schlaganfälle beziehungsweise Thrombosen in der eigenen Familie. Denn: Kombipräparate können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, das mit zunehmendem Alter ohnehin ansteigt, zusätzlich verstärken. Aus diesem Grund raten viele Ärztinnen und Ärzte Frauen ab etwa 45 bis 50 Jahren dazu, von der kombinierten Pille auf andere Verhütungsmethoden oder eben auf eine spezifische Hormontherapie umzusteigen.  

Wenn Du unsicher bist, sprich am besten Deine Frauenärztin oder Dein Frauenarzt an. Sie oder er kann anhand Deiner individuellen Geschichte und Gesundheitswerte beurteilen, was für Dich passt.

Was ist Hormontherapie?  
Wenn Wechseljahresbeschwerden sehr stark sind und länger anhalten als beim Durchschnitt der Frauen, kommen verschiedene Behandlungsmethoden infrage. Gut untersucht ist die sogenannte Hormontherapie – meist in Form einer Einnahme von Östrogen- und/oder Gestagen-Präparaten. Sie sind in verschiedenen Formen erhältlich: als Tablette, Pflaster, Gel, Spray oder Vaginalcreme – je nach Beschwerdebild und persönlicher Präferenz. Die Hormontherapie kann die Lebensqualität von Frauen deutlich verbessern, birgt aber auch Risiken.

Minipille und Hormonspirale   

Minipille und Hormonspirale enthalten beide nur ein Gestagen, aber kein Östrogen. Das bedeutet, sie gleichen den sinkenden Östrogenspiegel nicht aus. So kann die Hormonspirale zwar starke oder unregelmäßige Blutungen in der Perimenopause verringern, doch Hitzewallungen oder Schlafstörungen beeinflusst sie nicht.   

Fazit 

Verhütung endet nicht automatisch mit den ersten unregelmäßigen Blutungen, sondern erst nach einem klar definierten blutungsfreien Zeitraum. Egal, wo Du gerade im Prozess der Wechseljahre stehst: Ein Gespräch mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt lohnt sich, um Dich ganz individuell beraten zu lassen. Denn Du bist einzigartig, und damit sind es auch Dein Körper, Deine Vorgeschichte und Deine Beschwerden. Trau Dich, das Thema von Dir aus anzusprechen, Fragen zu stellen und auch nachzuhaken, wenn etwas unklar bleibt.   

   

Quellen

Internetquellen