Pickel am Po
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16.2.2026
Sie sind weitverbreitet und viele sind davon betroffen – nur spricht kaum jemand darüber: Pickel am Po. Meist handelt es sich nicht um „klassische Akne“, sondern um entzündete Haarfollikel („Follikulitis“) oder Irritationen, die durch Schweiß und Reibung der Kleidung entstehen.
Die gute Nachricht: Mit ein paar gezielten Gewohnheiten und passenden Produkten bekommt man die Hautirritationen gut in den Griff.
Ursachen für Pickel am Po
Pickel am Po können durch verschieden Faktoren begünstigt werden. Hier findest Du eine Übersicht der möglichen Ursachen:
Verstopfte Poren, Bakterien & Pilze
Verstopfte Poren, Bakterien & Pilze
In der menschlichen Haut finden sich unterschiedliche Follikel-Arten - wir konzentrieren uns in diesem Fall auf die Haarfollikel am Po. Diese setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:
der Öffnung zur Hautoberfläche hin, aus der das Haar wächst
einer kleinen Vertiefung in der Haut.
Wenn sich Talg und Hornzellen darin sammeln und den Follikel verschließen, entstehen Knötchen oder Pusteln.
Dringen Bakterien, besonders Staphylococcus aureus, in den Follikel ein und vermehren sich, entsteht eine Entzündung. Kleine Verletzungen durch Kratzen oder welche, die beim Rasieren entstehen, können diese ebenfalls auslösen.
Eine weitere Ursache sind Pilze. Bei einer so genannten Malassezia-Follikulitis, verursacht durch den Hefepilz Malassezia, treten oft viele, juckende und gleichförmige Pusteln auf. Diese sind gerne ein Folge einer luft- und wasserundurchlässigen Abdeckung der Haut („Okklusion“) oder von starkem Schwitzen.
Reibung, Schweiß & enge Kleidung
Reibung, Schweiß & enge Kleidung
Apropos Schwitzen: Schweiß spielt eine große Rolle bei Pickeln am Po. Beim Sport oder an warmen Tagen sammelt sich Feuchtigkeit in den Hautfalten. In Kombination mit Wärme entsteht ein optimaler Nährboden für eine Follikulitis.
Eine der häufigsten Ursachen ist jedoch die Reibung, die durch enge oder ungeeignete Kleidung entsteht. Besonders synthetische Materialien, die die Haut nicht atmen lassen, können zu Irritationen führen. In der Folge kommt es zu winzigen Hautreizungen, die den perfekten Nährboden für Bakterien bilden. Auch der Druck oder die Reibung durch lange Sitzphasen – zum Beispiel aufgrund eines Bürojobs – erhöht das Risiko, denn die Haut wird an empfindlichen Stellen gereizt. Wer viel sitzt, sollte alle 60 bis 90 Minuten kurz aufstehen.
Weitere Faktoren: Hormone, Immunsystem, Bäder & Haarentfernung
Weitere Faktoren: Hormone, Immunsystem, Bäder & Haarentfernung
Neben äußeren Einflüssen spielen auch innere Faktoren eine Rolle. Hormonelle Schwankungen, wie sie während der Pubertät, in der Schwangerschaft oder im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus auftreten, können die Talgproduktion beeinflussen und so die Entstehung von Pickeln fördern.
Ein geschwächtes Immunsystem durch Krankheit oder Medikamente sowie Stress sind weitere Gründe für Pickel am Po: Der Körper ist anfälliger für Infektionen – auch für die Follikulitis.
Auch die individuelle Veranlagung spielt eine Rolle. Denn manche Menschen neigen schlichtweg eher zu Hautproblemen als andere oder haben mehr Haare bzw. Haarfollikel am Po.
Hot Tub-Follikulitis: Nach dem Aufenthalt im Whirlpool oder nach heißen Bädern kann diese harmlose Hautinfektion auftreten. Schuld daran ist verunreinigtes, warmes Wasser und Pseudodomas-Bakterien. Diese Follikulitis hält meist zum Glück nur ein bis zwei Tage nach dem Baden vor.
Haarentfernung: Bei Rasur oder Waxing kann es zu Mikroverletzungen kommen. Gelangen anschließend Bakterien in die Haut, ist eine Follikulitis die Folge.
Nicht Akne, sondern…
Nicht Akne, sondern…
Keratosis pilaris: Hierbei handelt es sich um die Verhornungsstörung der Haut. Bei der so genannten „Reibeisenhaut“ treten raue, stecknadelkopfgroße Knötchen auf.
Hidradenitis suppurativa: Diese chronisch-entzündliche Hautkrankheit verursacht tiefe, sehr schmerzhafte Knoten oder Abszesse. Diese gehört ärztlich abgeklärt. Zudem kann die Akne inversa Narben zur Folge haben.
Schon gewusst? Die Follikulitis wird auch gerne umgangssprachlich „Buttne“ genannt. „Butt“ steht hierbei für das englische Wort für Hintern und „ne“ als Abkürzung für Akne.
Pickel am Po vermeiden: Tipps zur Vorbeugung
Um der Follikulitis am Gesäß aus dem Weg zu gehen, gibt es einfache Maßnahmen zur Vorbeugung.
Textilien & deren Pflege
Die Wahl atmungsaktiver Materialien wie Baumwolle oder hochwertiger Funktionsstoffe spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Hautunreinheiten. Zudem sollte die Kleidung nicht zu eng sitzen. Wer schwitzt - beim Sport oder anderen körperlichen Tätigkeiten, sollte anschließend rasch duschen und trockene Wäsche anziehen.
Auch die richtige Textilpflege ist wichtig
Waschmittelreste, Weichspüler oder Hygienereiniger können die empfindliche Haut reizen. Sie sollten daher immer gründlich ausgespült werden.
Hygienespüler sollten nur zum Einsatz kommen, wenn er wirklich nötig ist.
Unterwäsche muss regelmäßig bei mindestens 40 Grad gewaschen werden. Wenn es der Stoff zulässt, auch bei 60 Grad.
Wichtige Hygiene-Routinen für den Alltag
Eine regelmäßige und gründliche Reinigung der Haut ist ein wesentlicher Bestandteil der Vorbeugung. Für den Gesäßbereich eignen sich milde, pH-hautneutrale Reinigungsprodukte, die die Haut nicht zusätzlich austrocknen.
Sanft ist die Devise: Rückstände von Seifen oder Duschgels sanft und bei lauwarmen Wasser entfernen. Das Abtrocknen sollte ebenfalls sanft erfolgen, um die empfindliche Haut nicht unnötig zu reizen. Nicht rubbeln und reiben. Antibakterielle Duschgele helfen zudem, dass das Mikrobiom ausgeglichen bleibt und weniger Staph. Aureus die Haut besiedelt.
Auch der regelmäßige Wechsel von Unterwäsche spielt eine entscheidende Rolle. Insbesondere nach sportlichen Aktivitäten sollte verschwitzte Kleidung zügig gewechselt werden, um Bakterien und Feuchtigkeit keine Chance zu geben.
Ein Tipp für Sportler sind Anti Chafing- oder Anti-Scheuer-Produkte. Sie sollen dabei helfen, dass keine Scheuerstellen beim Workout entstehen.
Passende Pflegeprodukte für Dich
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Pickel am Po hängt von dem Entzündungsgrad der Follikulitis ab. Ob eine einfache Hautpflege-Routine, die Anwendung medizinischer Produkte oder der Besuch beim Arzt ratsam ist, erfährst Du in den folgenden Tipps:
Sanfte Hautpflege gegen Pickel am Po
Sanfte Hautpflege gegen Pickel am Po
Zuallererst: Ausdrücken vermeiden! Das kann die Entzündung verschlimmern und zu einer Infektion führen. Außerdem können kosmetische Mittel zum Einsatz kommen. Dazu zählen:
Feuchtigkeitsspendende Lotions, die nicht fettig sind, beruhigen die Haut.
Chemische Peelings, um tote Hautzellen zu entfernen und die Poren zu klären. Diese kann man zwei bis drei Mal pro Woche durchführen.
Wichtig in dem Zusammenhang: Oft werden hausgemachte Peelings mit natürlichen Zutaten wie feinem Zucker & Salz oder mittels eines Luffa-Schwamms empfohlen. Wir raten hiervon ab, da diese entzündete Stellen aufreißen und somit die Hautirritationen verschlimmern können.
Weitere Produkte & passende Inhaltsstoffe:
Duschgels/Leave-on-Produkte mit Salicylsäure (BHA) 1–2 %
Produkte mit Glykolsäure/Lactat (AHA)** bei „Reibeisenhaut“
Bodylotions mit Urea 5–10 %** für glattere Haut
Waschstück mit Benzoylperoxid-(BPO) 5–10 %**: Zwei bis fünf Minuten einwirken, danach abspülen (Achtung: bleicht Textilien).
Bei Verdacht auf eine Pilz-Follikulitis kann ein Ketoconazol-Shampoo eingesetzt werden. Dieses wird wie ein Duschgel zwei bis drei Mal pro Woche auf die Haut aufgetragen und wirkt kurz ein.
Auch warme Kompressen können zur Unterstützung der Haut beitragen. Aber nur bei reifen „Eiterköpfchen“. Sie helfen, die betroffenen Stellen geschmeidig zu machen und fördern die Regeneration der Haut. Aber: die reifen Stellen nicht ausdrücken oder aufschneiden!
Medizinische Produkte & der Besuch beim Arzt
Medizinische Produkte & der Besuch beim Arzt
Es gibt eine Vielzahl an Produkten, die speziell für die Follikulitis entwickelt wurden. Dazu zählen topische Antibiotika. Diese werden gerne in Form von Salben oder Cremes bei einer bakteriellen Follikulitis eingesetzt. Die dürfen nicht als Monotherapie – also als einziges Mittel – oder langfristig eingesetzt werden. Die Dauer der Behandlung mittels Antibiotika ist mit einem Arzt oder einer Ärztin zu klären. Warum dies so wichtig ist: Es soll eine Resistenz, hervorgerufen durch einen längerfristigen Einsatz, vermieden werden. Gleichzeitig kann mit dem Dermatologen oder der Dermatologin beraten werden, ob eine kurze Kombination aus Antibiotikum und Benzoylperoxid (BPO) sinnvoll sein kann.
Wann ein Arztbesuch notwendig wird
Wann ein Arztbesuch notwendig wird
In den meisten Fällen lassen sich Pickel am Po mit kosmetischen Pflegeprodukten oder der passenden Hygiene, wie in unseren Alltagstipps bereits aufgezählt, gut behandeln. Allerdings gibt es auch Fälle, die ärztlich genauer unter die Lupe genommen werden müssen: eine wiederkehrende Staphylokokken-Follikulitis sollte zum Beispiel ärztlich abgeklärt werden. Hier wird ein Abstrich zur weiteren Untersuchung und Diagnose genommen. In seltenen Fällen wird eine Dekolonisation vorgenommen. Dabei behandelt man typische Areale, die von Staphylokokken besiedelt sind (z.B. Nase, Körper, Haare) mit antibakteriellen oder antibiotischen Wirkstoffen, damit der Erreger den Körper verlässt.
Bei folgenden Anzeichen solltest Du auf jeden Fall zum Arzt:
starke Schmerzen
schnell zunehmende Rötungen
Fieber
sehr druckschmerzhafte Abszesse/“Beulen“
häufige Rückfälle (>3 Monate)
große Flächen sind betroffen
Verdacht auf Hidradenitis suppurativa (chronisch-entzündliche Hautkrankheit) oder Pilz-Follikulitis
auffällige Schübe von Pickeln am Po nach Whirlpoolbesuch (Hot-Tub-Follikulitis)
Diabetes
Immunsuppression
Schwangerschaft
Ein Dermatologe kann dann eine genaue Diagnose stellen und gegebenenfalls gezielte Behandlungen wie medizinische Cremes oder Antibiotika verschreiben. Auch eine professionelle Hautreinigung kann dabei helfen, hartnäckige Hautprobleme zu verbessern.
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Quellen
Printquellen
Printquellen
Quelle: Fiumara, N. J., & Tang, S. (1986). Folliculitis of the buttocks and pinworms. Sexually Transmitted Diseases, 13(1), 45–46. https://doi.org/10.1097/00007435-198601000-00009