Pickel in der Pubertät: Was wirklich hilft

Lesedauer 8 Min.
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11.6.2026
Fast alle Jugendlichen kennen sie, und fast alle könnten gut auf sie verzichten: Pickel. Die gute Nachricht ist: Mit der richtigen Pflege, den passenden Wirkstoffen und ein paar einfachen Alltagsgewohnheiten lässt sich das Hautbild in vielen Fällen spürbar verbessern. Wie das gelingt und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist, erfährst Du hier.

© Maksym Belchenko, Stocksy
Auf einen Blick
Pickel entstehen in der Pubertät durch hormonell bedingte Überproduktion von Talg, der die Poren verstopft.
Salicylsäure (BHA) und Zink zählen zu den wirksamsten Inhaltsstoffen gegen unreine Haut.
Eine milde, regelmäßige Reinigung morgens und abends bildet die Basis jeder Pflegeroutine.
Ernährung, Schlaf und Stresslevel beeinflussen das Hautbild spürbar.
Bei großflächigen oder stark entzündeten Pickeln ist ein Besuch bei der Hautärztin oder dem Hautarzt sinnvoll.
Warum entstehen Pickel in der Pubertät?
Pickel in der Pubertät entstehen durch hormonelle Veränderungen: Der Körper produziert vermehrt Androgene, die die Talgdrüsen aktivieren. Überschüssiger Talg verstopft die Poren und kann sich durch Bakterien entzünden. Betroffen sind vor allem Gesicht, Schultern und Rücken.
Während der Pubertät verändert sich der gesamte Hormonhaushalt, und das zeigt sich auch an der Haut. Androgene, vor allem Testosteron, regen die Talgdrüsen dazu an, deutlich mehr Talg zu produzieren als noch in der Kindheit. Das hat eigentlich einen sinnvollen Hintergrund, denn Talg hält die Haut geschmeidig und schützt sie vor dem Austrocknen. Problematisch wird es erst, wenn die Produktion die Kapazität der Poren übersteigt. Dann verschließen sich diese, und es bilden sich sogenannte Komedonen, besser bekannt als Mitesser.
Je nachdem, ob die betroffene Pore offen oder geschlossen ist, sieht das Ergebnis unterschiedlich aus und verhält sich auch anders:
- Offene Komedonen (Blackheads): Bei ihnen liegt der Talg an der Hautoberfläche frei, wo Melanin und Lipidbestandteile darin bei Kontakt mit Luft oxidieren und sich dunkel verfärben. Die schwarze Färbung hat also nichts mit Schmutz oder mangelnder Hygiene zu tun, auch wenn es auf den ersten Blick so wirken mag.
- Geschlossene Komedonen (Whiteheads): Hier bleibt der Talg unter der Hautoberfläche eingeschlossen. Weil die Pore verschlossen ist, können sich Bakterien darin besonders leicht vermehren, weshalb diese Form eher dazu neigt, sich zu entzünden.
Wenn sich Bakterien, vor allem Cutibacterium acnes, in den verstopften Poren ansiedeln, entstehen schließlich die typischen roten, manchmal eitrigen Pickel. Nahezu alle Jugendlichen machen das in irgendeiner Form durch, die einen stärker, die anderen weniger. Auch wenn es sich in dem Moment vielleicht nicht so anfühlt: Pickel im Jugendalter sind kein Zeichen mangelnder Pflege, sondern eine der häufigsten Hautveränderungen in dieser Lebensphase. In den allermeisten Fällen gehen sie von selbst wieder zurück.
Welche Wirkstoffe helfen gegen Pickel?
Salicylsäure (BHA) ist einer der wirksamsten Inhaltsstoffe gegen Pickel, weil sie in die Poren eindringt, festsitzenden Talg löst und antibakteriell wirkt. Ergänzend helfen Zink, Niacinamid und bei trockener Haut auch sanfte Feuchtigkeitspflege.
Die Auswahl an Anti-Pickel-Produkten ist groß, und nicht jeder Wirkstoff passt zu jedem Hauttyp. Es lohnt sich deshalb, die wichtigsten Inhaltsstoffe zu kennen und zu verstehen, welcher davon am besten zur eigenen Haut passt:
- Salicylsäure (BHA) dringt tief in die Poren ein, löst festsitzenden Talg und reduziert gleichzeitig die Anzahl pickelverursachender Bakterien. Damit ist sie besonders gut für fettige Haut und Mischhaut geeignet und gehört zu den bewährtesten Wirkstoffen in der Aknepflege.
- Zink wirkt entzündungshemmend und kann die Talgproduktion regulieren. In Kombination mit Salicylsäure bildet der Mineralstoff eine bewährte Basis, die in vielen Anti-Pickel-Produkten zum Einsatz kommt.
- Niacinamid (Vitamin B3) stärkt die Hautbarriere, reduziert Rötungen und verfeinert das Hautbild. Wer empfindliche Haut hat und stärkere Säuren nicht gut verträgt, findet hier eine verträgliche Alternative.
- Benzoylperoxid wirkt stark antibakteriell, kann die Haut aber auch austrocknen. Bei einem ausgeprägteren Pickelproblem kann es nach Rücksprache mit der Hautärztin oder dem Hautarzt eine sinnvolle Option sein.
- Glykolsäure gehört zu den Alpha-Hydroxysäuren (AHA) und taucht in vielen Empfehlungen gegen unreine Haut auf. Sie wirkt allerdings vor allem an der Hautoberfläche und sorgt dort für ein ebenmäßigeres Hautbild. Wer fettige, zu Pickeln neigende Haut hat, greift besser zu Salicylsäure, sie wirkt direkt in der Pore und den Talg dort löst, wo er festsitzt. Bei trockener oder sensibler Haut mit vereinzelten Unreinheiten kann Glykolsäure hingegen eine sinnvolle Ergänzung sein
Wer gerade erst mit einer gezielten Pflege beginnt, fährt mit einem milden Waschgel oder Serum mit Salicylsäure in niedriger Konzentration (0,5 bis 2 Prozent) gut. So kann sich die Haut schrittweise an den Wirkstoff gewöhnen, ohne gereizt zu reagieren.
Die richtige Pflegeroutine bei unreiner Haut
Die wirksamste Maßnahme gegen Pickel in der Pubertät ist eine konsequente, aber sanfte Pflegeroutine. Zwei einfache Schritte, morgens und abends, bilden die Grundlage: eine milde Reinigung und eine leichte Feuchtigkeitspflege, die die Poren nicht verschließt.
Der häufigste Fehler liegt dabei paradoxerweise im Zuviel. Viele Jugendliche greifen bei Pickeln instinktiv zu aggressiven Produkten oder waschen ihr Gesicht mehrmals am Tag. Das trocknet die Haut aus, woraufhin sie zum Ausgleich noch mehr Talg produziert und die Pickel sich sogar verschlimmern können. Weniger ist hier wirklich mehr.
Morgens und abends: die Basisroutine
Morgens und abends: die Basisroutine
Im ersten Schritt das Gesicht mit lauwarmem Wasser und einem milden, pH-neutralen Waschgel reinigen. Dabei die Haut sanft kreisend waschen, nicht rubbeln, und anschließend mit einem sauberen Handtuch vorsichtig abtupfen statt reiben.
Dann folgt ein Schritt, den viele bei fettiger Haut gerne weglassen, der aber gerade dann wichtig ist: eine leichte, ölfreie Feuchtigkeitscreme. Das klingt zunächst widersprüchlich, hat aber einen einfachen Grund. Auch Haut, die zu Pickeln neigt, braucht Feuchtigkeit. Wird sie nicht ausreichend hydriert, versucht sie den Mangel durch noch mehr Talgproduktion auszugleichen. Eine gute Feuchtigkeitspflege durchbricht diesen Kreislauf und sorgt dafür, dass die Haut langfristig weniger zu Verstopfungen neigt. Beim Kauf lohnt ein Blick auf den Hinweis „nicht-komedogen".
Einmal pro Woche: Peeling und Maske
Einmal pro Woche: Peeling und Maske
Ergänzend zur täglichen Routine hilft ein wöchentliches Peeling dabei, abgestorbene Hautzellen zu entfernen und verstopften Poren vorzubeugen. Die Wahl des richtigen Produkts ist dabei entscheidend: Grobe mechanische Peelings mit Schleifpartikeln reizen die Haut oft mehr, als sie nützen, und können bestehende Entzündungen verschlimmern. Enzym- oder Säurepeelings, etwa mit BHA, arbeiten deutlich sanfter und erzielen dabei bessere Ergebnisse. Nach dem Peeling tut der Haut eine beruhigende, feuchtigkeitsspendende Maske gut, die die Regeneration unterstützt und ein angenehmes Hautgefühl hinterlässt.
Hände weg vom Pickel
Hände weg vom Pickel
Es klingt so einfach und ist im Alltag doch eine echte Herausforderung: Pickel nicht ausdrücken. So verlockend es sein mag, an einem Pickel herumzudrücken, so riskant ist es auch. Dabei gelangen Bakterien von den Fingern in die offene Pore, was die Entzündung verstärken kann. Im schlimmsten Fall entstehen Narben, die deutlich schwieriger zu behandeln sind als der ursprüngliche Pickel.
Wer einen entzündeten Pickel lieber abdecken möchte, findet in speziellen Pickel-Patches eine praktische Lösung. Sie schützen die Stelle vor Berührung und enthalten häufig Wirkstoffe wie Salicylsäure oder Teebaumöl, die den Heilungsprozess unterstützen. Bei offenen Pickeln empfiehlt es sich, vorab ein antiseptisches Mittel aufzutragen, damit sich Bakterien unter dem Patch nicht vermehren können.
★ glückskind-Tipp ★: Grünstichiger Concealer neutralisiert Rötungen optisch. Einfach gezielt auf den Pickel oder Patch tupfen, Foundation darüber auftragen, fertig. So lassen sich Pickel für besondere Anlässe unauffällig kaschieren.
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Ernährung, Schlaf und Alltag: Was das Hautbild beeinflusst
Neben der Pflege spielen auch Ernährung, Schlaf und der Umgang mit Stress eine größere Rolle für das Hautbild, als viele vermuten. Dass Schokolade direkt Pickel verursacht, ist zwar ein Mythos, der in dieser Form nicht belegt ist. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ausreichend Flüssigkeit kann das Hautbild aber durchaus positiv beeinflussen, weil sie Entzündungsprozesse im Körper reduziert. Stark zuckerhaltige und verarbeitete Lebensmittel in Maßen zu genießen, kann ebenfalls einen Unterschied machen.
Genauso verdient ausreichend Schlaf Aufmerksamkeit. Wer genug schläft, gibt dem Körper die Zeit, die er zur Regeneration braucht, und die Haut profitiert davon genauso wie das allgemeine Wohlbefinden. Stress dagegen kann die Hormonproduktion beeinflussen und Unreinheiten verstärken. Regelmäßige Bewegung und kleine Auszeiten im Alltag tun deshalb nicht nur der Seele gut, sondern zeigen sich oft erstaunlich schnell auch im Hautbild.
★ glückskind-Tipp ★: Ein Detail, das viele unterschätzen: Kissenbezüge und Handtücher regelmäßig wechseln. Auf dem Kopfkissen sammeln sich über Nacht Talg und Bakterien, die morgens direkt wieder mit der Gesichtshaut in Kontakt kommen. Ein frischer Bezug alle zwei bis drei Tage kann einen spürbaren Unterschied machen.
Wann ist ein Arztbesuch sinnvoll?
Bei einzelnen Pickeln ist in der Regel keine ärztliche Behandlung nötig. Sinnvoll wird ein Besuch bei der Hautärztin oder dem Hautarzt dann, wenn die Pickel großflächig auftreten, stark entzündet sind, Schmerzen verursachen oder trotz konsequenter Pflege über mehrere Monate nicht zurückgehen.
Treten die Pickel nicht nur im Gesicht auf, sondern breiten sich auch auf Schultern, Brust oder Rücken aus, kann eine Akne vulgaris dahinterstecken. Akne ist die häufigste Hauterkrankung im Jugendalter. Die gute Nachricht dabei: Sie lässt sich in aller Regel gut behandeln. Die Hautärztin oder der Hautarzt kann verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Retinoide oder antibiotische Cremes einsetzen, die über die Möglichkeiten frei verkäuflicher Pflege deutlich hinausgehen.
Und selbst wenn die Pickel medizinisch gesehen gar keine Akne sind, können sie das Selbstbewusstsein belasten. Gerade in der Pubertät, wenn sich ohnehin so vieles verändert, wiegt das manchmal besonders schwer. Eine fachärztliche Einschätzung kann in solchen Situationen entlasten, weil sie konkret zeigt, welche Möglichkeiten es gibt. Sich dabei Unterstützung zu holen, ist kein Zeichen von Überreaktion, sondern ein kluger Schritt.
Klare Haut beginnt mit der richtigen Routine
Pickel in der Pubertät sind normal und in den allermeisten Fällen gut in den Griff zu bekommen. Mit einer milden, regelmäßigen Pflegeroutine, den passenden Wirkstoffen und einer bewussten Ernährung lässt sich das Hautbild deutlich verbessern. Wenn die Pickel trotzdem hartnäckig bleiben oder zur Belastung werden, ist die Hautärztin oder der Hautarzt die richtige Anlaufstelle. Im glückskind-Magazin bei dm findest Du weitere Tipps rund um Hautpflege und Körperveränderungen in dieser Lebensphase.
Häufige Fragen zu Pickeln in der Pubertät
Was bedeutet „nicht-komedogen"?
Was bedeutet „nicht-komedogen"?
Nicht-komedogene Produkte sind so zusammengesetzt, dass sie die Poren nicht verstopfen. Beim Kauf von Gesichtspflege, Foundation oder Sonnenschutz ist dieser Hinweis auf der Verpackung ein hilfreicher Anhaltspunkt. Gerade bei Haut, die zu Pickeln neigt, lohnt es sich, gezielt darauf zu achten.hem Alter.
Beeinflusst Sonnenstrahlung unreine Haut?
Beeinflusst Sonnenstrahlung unreine Haut?
Ja, und zwar anders, als viele denken. Direkte Sonneneinstrahlung kann die Talgproduktion zusätzlich anregen, weil die Haut sich vor dem Austrocknen schützen will. Ein leichter, nicht-komedogener Sonnenschutz mit LSF 30 oder höher ist deshalb auch bei unreiner Haut sinnvoll. Für Rücken und Schultern gilt das ganz besonders, weil diese Bereiche im Sommer oft direkt der Sonne ausgesetzt sind und bei der täglichen Pflege leicht vergessen werden.
Wie lassen sich Pickel mit Make-up abdecken?
Wie lassen sich Pickel mit Make-up abdecken?
Am besten zuerst die Haut reinigen und eine leichte, nicht-komedogene Feuchtigkeitspflege einziehen lassen. Dann den Pickel gezielt mit einem grünstichigen Concealer neutralisieren, denn Grün gleicht Rötungen optisch aus. Anschließend wie gewohnt Foundation auftragen. Pickel-Patches können unter dem Make-up zusätzlich schützen. Bei offenen Pickeln vorher ein antiseptisches Mittel verwenden, damit sich keine Bakterien unter dem Patch vermehren.
Hören Pickel nach der Pubertät auf?
Hören Pickel nach der Pubertät auf?
Bei den meisten Menschen gehen Pickel mit dem Ende der Pubertät deutlich zurück, weil sich der Hormonhaushalt stabilisiert. Manche Erwachsene haben allerdings auch darüber hinaus mit Unreinheiten zu tun, etwa durch hormonelle Schwankungen, Stress oder bestimmte Lebensumstände. Eine angepasste Pflegeroutine bleibt aber in jedem Fall eine gute Basis für ein klares Hautbild, egal in welchem Alter.
Dein glückskind-Team ♥


