Wie funktionieren Schwangerschaftstests?

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30.9.2025

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Wer schwanger werden will wartet meist ungeduldig darauf, einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand zu halten. Schließlich willst Du möglichst früh wissen, ob nur die Periode zu spät kommt, oder ob es endlich geklappt hat und Du wirklich schwanger bist. Da mit diesem Ergebnis viele Gefühle verbunden sind, kann es hilfreich sein zu wissen, wie Schwangerschaftstests funktionieren und wie zuverlässig sie sind. Das erklären wir in diesem Artikel.
Was messen Schwangerschaftstests?
Schwangerschaftstests messen ein bestimmtes Hormon im Urin (Selbsttests) oder im Blut (in der Arztpraxis) und zwar das sogenannte Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin). hCG wird erst dann gebildet, wenn eine Eizelle befruchtet wurde, sich zum Embryo entwickelt hat und in der Gebärmutterschleimhaut „angedockt“, also sich eingenistet hat. Es bewirkt, dass die Eierstöcke weiter Östrogen und Gestagen ausschütten. Sind diese Hormone in ausreichender Konzentration vorhanden, verhindern sie, dass die Periode beginnt und sorgen so dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut den Embryo versorgt, bis sich die Plazenta vollständig ausgebildet hat. Wenn keine Befruchtung stattgefunden hat, fallen diese Hormonspiegel gegen Ende des Zyklus stark ab und lösen so durch den Umbau der Gebärmutterschleimhaut die monatliche Blutung aus. Aus diesem Grund ist der Nachweis von hCG ein sicheres Zeichen für eine Schwangerschaft. Umgekehrt heißt das aber leider nicht, dass nach einem positiven Test auf jeden Fall ein Baby kommt. Vor allem Frühtests können eine beginnende Schwangerschaft schon kurz nach der Einnistung anzeigen, in diesem frühen Zeitraum sind allerdings Fehlgeburten noch häufig.
Ein Test benötigt immer einen bestimmten Grenzwert, ab dem er ein positives Ergebnis anzeigt. Also muss auch für einen Schwangerschaftstest eine bestimmte Konzentration von hCG im Urin (oder Blut) sein. Dieser Grenzwert ist oft zwei Tage nach der Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter erreicht. Meistens bedeutet aber nicht direkt immer, weshalb ein Testergebnis am zuverlässigsten ist, wenn Du zwei Tage nach dem Ausbleiben der Periode testest. Ganz genaue Zahlen findest Du in der Packungsbeilage des jeweiligen Tests.
Der Grenzwert für hCG wird häufig schon zwei Tage nach der Einnistung erreicht, deshalb kann man eine Schwangerschaft auch oft schon vor dem Fälligkeitstag der nächsten Periode feststellen. Sogenannte Frühtests sind genau dazu da und reagieren deshalb empfindlicher auf das hCG. Das bedeutet, sie schlagen schon bei einem geringeren Wert an als die „normalen“ Schwangerschaftstests. Dieser frühe Zeitraum geht allerdings zu Lasten der Zuverlässigkeit und bedeutet konkret: Die Ergebnisse von Frühtests sind häufiger nicht richtig als die von normalen Schwangerschaftstests. Genaue Infos über die Testgenauigkeit zu den entsprechenden Zeitpunkten sind aber auf dem jeweiligen Test angegeben.
Warum können Schwangerschaftstests falsche Ergebnisse liefern?
Grundsätzlich kann jeder Test falsche Ergebnisse liefern, auch die normalen Schwangerschaftstests. Deshalb hat jeder Test ein Kontrollfenster, das beispielsweise fehlerhaft produzierte Teststreifen anzeigen kann. Von Coronatests kennt das eigentlich auch fast jeder. Falsch kann bedeuten: falsch positiv (der Test sagt „schwanger“ und Du bist es nicht) oder falsch negativ (der Test sagt „nicht schwanger“ und Du bist es doch).
Falsch positive Schwangerschaftstests:
Das Testergebnis kann falsch positiv sein, wenn die Einnistung nicht vollständig gelingt. Das heißt, die befruchtete Eizelle hat sich zum Embryo entwickelt und eingenistet. Das hCG steigt an und dann entwickelt sich der Embryo nicht weiter und schafft keine vollständige Einnistung. Dies kann kurz nach der Einnistung passieren, aber auch nach dem Fälligkeitstag. Wenn ein Test gemacht wird, während die Einnistung noch normal läuft, fällt er positiv aus. Sobald die Einnistung abbricht oder falsch verläuft, setzt die Periode verspätet ein. Solche Probleme bei der Einnistung merkt man selbst nicht und meistens sind Fehler in der genetischen Zusammensetzung des Embryos der Grund. Selten gibt es aber auch andere Gründe.
Falsch negative Schwangerschaftstests:
Zu einem falsch negativen Ergebnis kommt es meist dann, wenn zu früh getestet wird. Es gibt aber auch Frauen, bei denen der hCG-Spiegel langsamer ansteigt als im Durchschnitt und trotzdem ist die Schwangerschaft intakt. Dann schlägt der Test später an, weil die Mindestkonzentration von hCG erst zu einem späteren Zeitpunkt erreicht wird.
Leider gibt es auch Eileiterschwangerschaften oder sogenannte „ektope“ Schwangerschaften. Hier nistet sich ein Embryo an einer Stelle wie zum Beispiel dem Eileiter eingenistet hatein, wo er nicht bis zur Geburt heranwachsen kann. Das Ergebnis ist nicht falsch im Sinne eines Test- oder Anwenderfehlers, aber trotzdem folgt 9 Monate nach dem Test keine Geburt. Eileiterschwangerschaften müssen leider abgebrochen werden.
Anwendungsfehler:
Zu guter Letzt passieren oft Anwendungsfehler wie „zu spätes Ablesen“. Jeder Test hat ein Zeitraum, in dem Du das Ergebnis ablesen musst. Dieser Zeitraum ist in der Packungsbeilage genau angegeben. Wenn plötzlich am nächsten Tag auf dem Test ein zweiter Strich erscheint, ist es höchstwahrscheinlich kein richtiges Ergebnis. Unser Tipp: Lies den Test genau nach der Zeit ab, die in der Packungsbeilage steht. Mach ein Foto mit Deinem Handy, um das Ergebnis festzuhalten. Dann kannst Du den Test wegwerfen. Wenn Du für Deinen Partner eine Überraschungsbox mit einem Test drin machen willst, um ihm Deine Schwangerschaft zu verkünden, mach einfach kurz vor der Übergabe der Box einen neuen Test.
Das Wichtigste in KĂĽrze
Schwangerschaftstests messen das hCG-Hormon. Die Selbsttests für zuhause messen den Hormonwert in Deinem Urin. Beim Frauenarzt/der Frauenärztin wird der Wert im Blut gemessen. hCG wird nur dann gebildet, wenn eine Eizelle befruchtet wurde, sich zum Embryo entwickelt und mindestens begonnen hat sich einzunisten. Die Ergebnisse von Schwangerschaftstests sind am zuverlässigsten, wenn zwei Tage nach Ausbleiben der Periode getestet wird. Wenn die Einnistung nicht reibungslos verläuft, kann ein Test „schwanger“ anzeigen, obwohl Du nicht schwanger bist. Wenn ein Test zu früh durchgeführt wurde, kann das Testergebnis „nicht schwanger“ anzeigen, obwohl Du doch schwanger bist. Bei einer Eileiterschwangerschaft hast Du einen positiven Test, aber leider kann die Schwangerschaft nicht bis zu einer Geburt weiter verlaufen und muss abgebrochen werden.
Dein glückskind-Team ♥