Impfungen erklärt

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Lesedauer 13 Min.

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25.9.2026

Arzt oder Pflegekraft klebt nach einer Impfung ein kleines Pflaster auf den Oberarm eines sitzenden Kindes, Hände mit weißen Handschuhen sichtbar

Impfen oder nicht impfen – das ist die Frage! Auch Du wirst sie Dir von Zeit zu Zeit stellen, etwa, wenn die empfohlene Impfroutine für Dein Kind ansteht oder wenn Deine Ärztin oder Dein Arzt Dir die eine oder andere Schutzimpfung vorschlägt. Was genau steckt hinter dem kleinen Pieks mit großer Wirkung?

Infektionen wirksam vorbeugen: durch Immunisierung

Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen, um Infektionskrankheiten vorzubeugen. Dabei schützen sie nicht nur die geimpfte Person. Sie helfen auch, die Ausbreitung der Krankheitserreger einzudämmen. Vielleicht erinnerst Du Dich noch an die Diskussionen während der COVID19-Pandemie, als es darum ging, besonders verletzliche Gruppen zu schützen: alte Menschen und Kranke, deren Immunsystem sich nicht so gut gegen Viren und Bakterien wehren kann. Um sie bildet sich eine Art Schutzmauer, wenn in ihrer Umgebung viele Menschen geimpft sind und die entsprechenden Krankheitserreger nicht weitertragen.

Viele schwere, zum Teil tödlich verlaufende Krankheiten wie Diphtherie, Tollwut, Masern, aber auch Kinderlähmung konnten durch Impfprogramme bei uns stark zurückgedrängt werden. Dennoch gilt wie bei allen medizinischen Maßnahmen: Nutzen und Risiko müssen sorgfältig abgewogen werden. Weil das alle angeht, gibt es dafür eine staatlich beauftragte Institution: das Robert-Koch-Institut mit der Ständigen Impfkommission (STIKO). Sie bewertet die verfügbaren Impfstoffe und spricht auf dieser Grundlage offizielle Empfehlungen aus.

Ob Du diesen Empfehlungen folgst, entscheidest Du selbst. Aber vor Auslandsreisen hast Du unter Umständen keine freie Wahl. Denn um einreisen zu können, gibt es oft gesetzliche Regelungen, die Du zu beachten hast. Falls Du einer vorgeschriebenen Impfung nicht zustimmst, musst Du Deine Reisepläne ggf. ĂĽberdenken. 

Wie wirken Impfungen?

Impfungen bereiten den Körper auf den möglichen Kontakt mit einem spezifischen Krankheitserreger vor, indem sie ihn entweder dazu anregen, Antikörper zu produzieren oder ihn mit fertigen Antikörpern ausstatten. Je nachdem spricht man von aktiver oder passiver Immunisierung.

Aktive Immunisierung

Eine aktive Impfung kannst Du Dir als Schule oder Trainingslager für Dein Immunsystem vorstellen. Dazu enthält der Impfstoff entweder Erreger, Erregerbestandteile oder die von ihnen ausgeschiedenen Giftstoffe, Toxine genannt. Das Immunsystem erkennt diese als Eindringlinge und bildet Abwehrzellen gegen sie aus. Kommt es später zu einer echten Infektion, ist der Körper in der Lage, die Erreger schneller zu erkennen und zu bekämpfen. Dadurch wird eine Erkrankung idealerweise verhindert oder sie verläuft zumindest milder.

Zur aktiven Immunisierung gibt es unterschiedliche Impfstoffe:

  • Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte, aber noch vermehrungsfähige Krankheitserreger, medizinisch Vakzine. Weil es sich trotz Abschwächung um Antigene handelt, können Symptome auftreten, die einer milden Form der eigentlichen Infektionskrankheit ähneln. Impfstoffe gegen verschiedene Erkrankungen mĂĽssen in der Regel zeitversetzt gegeben werden. Ausnahmen sind Kombinationsimpfstoffe wie der MMR-Impfstoff gegen Mumps, Masern, Röteln.
  • Totimpfstoffe enthalten abgetötete Krankheitserreger oder Erregerteile, die sich nicht mehr vermehren können. Damit der Körper trotzdem Antikörper bildet, wird diesen Impfstoffen meist ein Adsorbat zugegeben –  ein Hilfsstoff, der die Immunreaktion anregt. Das Adsorbat kann Rötungen an der Einstichstelle hervorrufen. Mehrere Totimpfstoffe – oder eine Kombination aus Tot- und Lebendimpfstoffen – können ohne zeitlichen Abstand gegeben werden.

Passive Immunisierung

Für die passive Immunisierung erhält der Körper bereits fertige aktive Antikörper gegen einen bestimmten Erreger. Man nennt sie Immunglobuline. Sie sind in der Lage, den Krankheitserreger sofort zu vernichten.

Gut zu wissen: Ob aktiv oder passiv – durch die Impfung wird eine Infektionskrankheit entweder verhindert oder zumindest in ihrem Verlauf abgeschwächt. Wie lange die Wirkung anhält, ist allerdings unterschiedlich. Aktive Impfungen bieten in der Regel einen deutlich länger anhaltenden Schutz als passive: Der Tetanus-Schutz hält etwa zehn Jahre, bevor eine Auffrischung nötig wird – ebenso wie der Schutz gegen Tollwut (Rabies). Die Grippeimpfung hingegen sollte jährlich aufgefrischt werden, da sich die Influenzaviren von Saison zu Saison verändern. Passive Impfungen wirken schnell, aber nur kurzzeitig: Ihr Schutz hält meist nur wenige Wochen bis Monate an. 

Influenza, Erkältung, Bronchitis, Covid-19 – wie lässt sich das unterscheiden?  

Husten, Schnupfen, Fieber – bei diesen Anfangssymptomen stellt sich oft die Frage: Handelt es sich um eine Grippe oder nur um eine Erkältung? Bahnt sich da vielleicht eine Bronchitis an? Oder womöglich „Corona“? Hier ein paar Unterscheidungsmerkmale: 

  • Die Grippe tritt häufig abrupt mit hohem Fieber, starken Gliederschmerzen und ausgeprägtem KrankheitsgefĂĽhl auf. In der Regel ist sie nach einer Woche ĂĽberstanden, das SchwächegefĂĽhl hält oft noch ĂĽber mehrere Tage an.   
  • Eine Erkältung („grippaler Infekt“) ist eine in der Regel harmlose Infektion der oberen Atemwege, ausgelöst durch Erkältungsviren. Sie entwickelt sich meist schleichend mit Halsschmerzen, Husten und Schnupfen, manchmal begleitet von leichtem Fieber. Die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen mild und klingt innerhalb einer Woche ab.  
  • Die akute Bronchitis ist eine durch Viren ausgelöste EntzĂĽndung der Atemwege. Meist kĂĽndigt sie sich mit trockenem Hustenreiz und Schnupfen an. Innerhalb weniger Tage entwickelt sich daraus quälender Husten, häufig mit Auswurf von Schleim und Schmerzen im Brustkorb. Fieber und Atemrasseln sind weitere mögliche Symptome. Eine unkomplizierte Bronchitis ist nach ein bis zwei Wochen ĂĽberstanden.   
  • COVID-19 („Corona“) – die Infektion durch eine der Varianten des Coronavirus beginnt häufig mit grippeähnlichen Symptomen wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Fieber. Kommen weitere Symptome dazu wie Kurzatmigkeit, Atemnot, Bauchschmerzen, eventuell auch Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns, kann es sich um eine Coronainfektion handeln.  

In Zweifelsfällen testen!  In vielen Fällen ist es schwer möglich, die verschiedenen Erkrankungen anhand der Symptome sicher zu unterscheiden. FĂĽr Personen mit einem erhöhten gesundheitlichen Risiko wird daher bei akuten grippeähnlichen Symptomen ein Labortest, wie ein Nasen- oder Rachenabstrich, empfohlen.  

Impfempfehlungen fĂĽr jedes Alter

Die STIKO spricht Impfempfehlungen für alle Altersgruppen aus. Da sie regelmäßig aktualisiert werden und Impfungen immer auch von der persönlichen Situation abhängen, hier nur ein grober Überblick:

  • Säuglinge ab dem 2. Lebensmonat und Kinder sollten u.a. gegen RSV, Rotavirus, Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Poliomyelitis, Hepatitis B, Pneumokokken, Meningokokken B, Masern, Mumps und Röteln und Varizellen geimpft werden.
  • Jugendliche sollten bestehenden Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis auffrischen und Impfungen gegen HPV und Meningokokken erhalten.
  • Erwachsenen werden regelmäßige Auffrischungen gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis empfohlen.
  • FĂĽr Menschen ab 60 Jahren und Personen mit Vorerkrankungen oder bestimmten Berufsrisiken kommen zusätzlich Impfungen gegen RSV, Influenza, COVID-19, Pneumokokken oder GĂĽrtelrose in Frage.

Welche Impfungen fĂĽr Dich sinnvoll sind, besprichst Du am besten mit Deiner Ă„rztin oder Deinem Arzt – am einfachsten anhand des Impfpasses, in dem alle bisherigen MaĂźnahmen dokumentiert sind. FĂĽr Dein Kind ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt die richtige Anlaufstelle. Auch wenn Du schwanger bist und eine Impfung ansteht, lass Dich medizinisch beraten. Manche Impfungen sind während der Schwangerschaft nicht geeignet, andere sind aber unbedenklich oder werden sogar ausdrĂĽcklich empfohlen. 

Reiseimpfungen

Wer eine Reise plant – insbesondere Fernreisen nach Afrika, Asien oder Lateinamerika – sollte seinen Impfschutz frĂĽhzeitig ĂĽberprĂĽfen. Je nach Reiseziel gelten unterschiedliche Vorschriften und Empfehlungen.  

Zu den gemäß Reiserecht verpflichtenden Impfungen weltweit zählen:

  • Gelbfieber
  • Meningokokken
  • Poliomyelitis

Ăśber die Einreisevorschriften hinaus empfehlen die STIKO und die Deutsche Gesellschaft fĂĽr Tropenmedizin (DTG) je nach Reiseziel folgende Impfungen:

  • Hepatitis A und B
  • Typhus und Tollwut
  • FSME  

Da sich länderspezifische Einreisebestimmungen kurzfristig ändern können, informiere Dich rechtzeitig vor Reiseantritt auf den Seiten des Auswärtigen Amtes. Wichtig für die Planung: Viele Impfungen brauchen Zeit, um vollständig zu wirken. Bei Impfserien, die mehrere Dosen erfordern (z. B. Hepatitis B oder Tollwut), kann die Grundimmunisierung mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Am besten besprichst Du Deinen Impfschutz daher mindestens sechs Wochen vor Abreise mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Wo erhalte ich verlässliche Informationen und Beratung?

Deine erste Ansprechstelle können natürlich Deine Hausärztin oder Dein Hausarzt, Deine Frauenärztin oder Dein Frauenarzt sein, oder wenn es um Dein Kind geht: Kinderärztin oder Kinderarzt. Darüber hinaus findest Du hier verlässliche Informationen zu Schutzimpfungen:

  • Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts,
  • Paul-Ehrlich-Institut
  • Gesundheitsamt 

Risiken und Nebenwirkungen

„Schutz vor Krankheiten? Großartig“, denkst Du vielleicht. Ja, das ist richtig. Aber immer wieder hört man auch, dass es Geimpften erstmal ziemlich schlecht geht. Vielleicht hast Du selbst schon erlebt, dass die Glieder schmerzen, die Einstichstelle anschwillt oder Du Dich krank fühlst.

Wie jedes Arzneimittel können auch Impfstoffe Nebenwirkungen verursachen. Allerdings lohnt es sich, genauer hinzuschauen.  

Impfreaktionen  

Vieles von dem, was Du gehört hast oder selbst erlebt hast, sind normale Impfreaktionen. Der Körper bekommt bei einer Schutzimpfung ja einiges zu tun – logisch, dass er das nicht unbedingt still erledigt.  

Impfreaktionen können direkt an der Einstichstelle auftreten als

  • Rötung,
  • Schwellung,
  • Schmerz,
  • Ăśberwärmung.

Das sind alles Zeichen einer kleinen Entzündung, die hier abläuft und bald vorbei ist.

Weitere Impfreaktionen können sein:

  • erhöhte Körpertemperatur,
  • allgemeines KrankheitsgefĂĽhl,
  • MĂĽdigkeit.

Das ist unangenehm, klingt aber ebenfalls nach wenigen Stunden oder Tagen folgenlos ab.

Impfkomplikationen und -schäden  

Tatsächlich kann es auch zu Impfkomplikationen kommen. Diese können durch das Antigen oder andere Inhaltsstoffe des Impfstoffs bedingt sein und gehen im Schweregrad deutlich ĂĽber die normale Impfreaktion hinaus. Dazu zählen beispielsweise allergische Reaktionen wie der anaphylaktische Schock, der sich in einem Kreislaufkollaps äuĂźert.  

Solche Fälle, oder auch echte Impfschäden mit bleibenden Folgen, sind aber äußerst selten, weil die Impfstoffe ständig kontrolliert werden. Jede Impffolge, die über eine normale Impfreaktion hinausgeht, muss vom medizinischen Personal gemeldet werden und wird registriert und ausgewertet. Dadurch findet eine ständige Kontrolle statt, damit nichts aus dem Ruder läuft.

Wenn Du Bedenken hast, sprich auf jeden Fall Deine Ă„rztin oder Deinen Arzt darauf an. Sie werden Deine Ă„ngste ernst nehmen und Dich gewissenhaft darĂĽber aufklären, was passieren kann und wie hoch das Risiko ist.  

Wichtige Impfungen im Ăśberblick: Schutz vor Masern, Tetanus und Co.

Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Standardimpfungen. Welche davon für Dich infrage kommen, das besprichst Du am besten mit Deiner Ärztin und Deinem Arzt.

Impfung gegen  
Tetanus (Wundstarrkrampf) Folge einer bakteriellen Wundinfektion, die sich in Muskelkrämpfen äuĂźert. Auch die Atem- und Herzmuskulatur kann betroffen sein. Der Krankheitserreger befindet sich in der Erde und kann sich zum Beispiel nach Verletzungen bei der Gartenarbeit im ganzen Körper ausbreiten. 
Diphtherie Akute Infektionskrankheit, die durch das Corynebacterium nach Tröpfcheninfektion hervorgerufen wird und zu schweren EntzĂĽndungen im Nasen-Rachenraum fĂĽhrt. 
Pertussis (Keuchhusten) Schwere bakterielle Infektionskrankheit nach Tröpfcheninfektion mit schwerer EntzĂĽndung der Bronchien. Vor allem Säuglinge sind durch den zähen Schleim erstickungsgefährdet. 
Poliomyelitis (Kinderlähmung) Infektionskrankheit, die durch Viren im Darm hervorgerufen wird und zu Lähmung der Arme, Beine und Atemmuskulatur fĂĽhrt. 
Hepatitis B Hochinfektiöse Lebererkrankung, die beim Kontakt mit infiziertem Sekret durch das Virus Typ B ĂĽbertragen wird und – wenn sie chronisch wird – zur Leberzirrhose fĂĽhren kann. Sie zählt zu den sexuell ĂĽbertragbaren Krankheiten.  
Hämophilus Influenzae Typ b Bakterielle Infektionskrankheit mit EntzĂĽndungen der Nasennebenhöhlen, Ohren, Kehlkopf und Gelenken bis hin zu HirnhautentzĂĽndung. Wird durch Tröpfcheninfektion ĂĽbertragen. 
Masern Viruserkrankung, die durch Tröpfcheninfektion ĂĽbertragen wird und schwere grippale Symptome nach sich zieht bis zu schweren EntzĂĽndungen des Mittelohrs und der Lungen. Fleckenartiger violett-roter Ausschlag. 
MumpsViruserkrankung, die durch Tröpfchen- oder Kontaktinfektion ĂĽbertragen wird und zur Schwellung der OhrspeicheldrĂĽse mit schwerem KrankheitsgefĂĽhl fĂĽhrt. 
RötelnViruserkrankung, die durch Tröpfcheninfektion ĂĽbertragen wird und schwere grippale Symptome mit sich bringt. Blassroter, kleinfleckiger Ausschlag. Besonders gefährlich ist eine Ansteckung in der Schwangerschaft fĂĽr den Embryo. 
Varizellen (Windpocken) Werden durch den Varizella-zoster-Virus ausgelöst, der durch Kontakt- oder Tröpfcheninfektion ĂĽbertragen wird. Es zeigen sich grippeähnliche Symptome und ein juckender Ausschlag am gesamten Körper. Eine Zweitinfektion mit dem Herpesvirus kann im Erwachsenenalter die unter Umständen extrem schmerzhafte GĂĽrtelrose (Herpes zoster) hervorrufen. 
Pneumonie (LungenentzĂĽndung) Durch Pneumokokken hervorgerufene EntzĂĽndung der Lunge. Die Schutzimpfung ist vor allem bei älteren Menschen ĂĽber 60 Jahren empfohlen und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem. 
Meningitis (HirnhautentzĂĽndung) Meningokokken werden ĂĽber Tröpfcheninfektion weitergegeben. Sie können ins Gehirn wandern und einen lebensbedrohlichen Schock auslösen. Die FrĂĽhsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird häufig durch Zecken ĂĽbertragen. Die Impfung ist fĂĽr Personen in bestimmten Risikogebieten empfohlen. 
Humanes Papillomavirus (HPV) Der Virus wird ĂĽber KörperflĂĽssigkeiten, also auch sexuell, ĂĽbertragen und fĂĽhrt u.U. zu Warzen im Intimbereich. Man geht davon aus, dass er fĂĽr die Entstehung von Tumoren (beispielsweise Gebärmutterhalskarzinom) mitverantwortlich ist. Die notwendigen Impfungen sollten idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt abgeschlossen sein. 
Herpes zoster (GĂĽrtelrose) Eine Zweitinfektion mit dem Herpesvirus, der bei der Erstinfektion Windpocken verursacht, kann im Erwachsenenalter GĂĽrtelrose (Herpes zoster) hervorrufen. Die Erkrankung ist schmerzhaft und zieht teils chronische Nervenschmerzen nach sich. Daher ist eine Impfung fĂĽr Menschen ab 60 Jahren empfohlen oder fĂĽr Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Immunschwäche bereits im jungen Erwachsenenalter. Es gibt auch Beobachtungen, die besagen, die Impfung biete einen gewissen Schutz vor Demenz. 
Tollwut (Rabies) Die Erkrankung, die durch Rabiesviren ausgelöst wird, befällt das Zentralnervensystem und verläuft fast immer tödlich, sobald Symptome auftreten. Ăśbertragen wird das Virus durch den Speichel infizierter Tiere, etwa durch Bisse oder Kratzwunden. Tollwut ist in Deutschland weitgehend zurĂĽckgedrängt, die Impfung ist vor Auslandsreisen oder bei bestimmten Berufsgruppen nötig. Neben der Vorabimpfung kommt auch eine Notfallimpfung direkt nach einem potenziell gefährlichen Biss infrage. 

 

FAQ

Warum erkranken Menschen trotz Impfung?

Vermutlich kennt jeder einen Fall im Umfeld oder vom Hörensagen, bei dem jemand trotz Impfung erkrankte. „Impfungen helfen ja ohnehin nichts“, heißt es dann häufig.

Dabei würde keine seriöse Wissenschaftlerin und kein seriöser Wissenschaftler behaupten, dass Impfungen zu 100 % vor einer Erkrankung schützen. Aber sie senken die Wahrscheinlichkeit enorm. Und falls es einen doch erwischen sollte, bleibt ihr oder ihm vermutlich ein schwerer Verlauf, ein Krankenhausaufenthalt oder bleibende Schäden erspart.

GenĂĽgt es nicht, wenn sich alle anderen impfen lassen?

Vielleicht fragst Du Dich, wozu Du Dich eigentlich impfen lassen sollst, wenn es alle anderen tun? Dann kann es ja eigentlich in Deinem Umfeld gar keine Krankheitserreger mehr geben … Das Problem ist: Je mehr Impflücken entstehen, das heißt je weniger Menschen sich impfen lassen, weil sie sich in Sicherheit glauben, desto leichter brechen Erkrankungen wieder aus. Beobachtet wurde das schon bei Masern und Kinderlähmung – sie waren in vielen Ländern fast ausgerottet und kehrten zurück, als die Impfquote sank.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Internetquellen

Printquellen

  • Lauber, A., & Schmalstieg, P. (Hg.). (2017). Band 4: Prävention und Rehabilitation (4. aktualisierte Aufl.). Georg Thieme Verlag.
  • Robert Koch-Institut. (2025). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2025. Epidemiologisches Bulletin, 4/2025. Robert Koch-Institut.