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Gerstenkorn: Ursachen, Entstehung & Behandlung

dm-drogeriemarkt

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Lesedauer 5 Min.

23.1.2026

Eine schwarzhaarige Frau ist in Nahaufnahme zu sehen. Sie betastet mit der linken Hand ihr linkes Auge an dem ein Gerstenkorn zu sehen ist.

Ein unangenehmes Druckgefühl, eine kleine Schwellung am Lidrand – der Blick in den Spiegel bestätigt den Verdacht: Da bahnt sich etwas an! Ein Gerstenkorn (medizinisch: Hordeolum) ist nicht nur unschön, sondern auch ziemlich unangenehm. Zum Glück heilt es mit der richtigen Pflege in der Regel schnell und unkompliziert ab.

Wie entsteht ein Gerstenkorn?

Am Augenlid sitzen kleine Schweiß- und Talgdrüsen. Sie produzieren eine fetthaltige Substanz, die sich mit dem Tränenfilm vermischt und das Auge vor dem Austrocknen schützt. Bei einem Gerstenkorn ist eine dieser Drüsen durch Bakterien, meist sogenannte Staphylokokken, entzündet. Auslöser für die Infektion gibt es viele, unter anderem:

  • Reizungen des Auges, z.B. durch chlorhaltiges Wasser, Zigarettenrauch, Zugluft oder häufiges Augenreiben,
  • mangelnde Hygiene, etwa wenn Kontaktlinsen nicht richtig gereinigt oder Make-up nicht gründlich entfernt wird,
  • Stress,
  • ein geschwächtes Immunsystem,
  • bestimmte Erkrankungen, z.B. Diabetes mellitus. 

Woran erkennst Du ein Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn geht meist mit typischen Symptomen einher. Dazu gehören:

  • lokale Schwellung am inneren oder äußeren Ober- oder Unterlid, häufig im Bereich der Wimpern,
  • Rötung der betroffenen Stelle,
  • Juckreiz am Auge,
  • unangenehmes Druckgefühl bis hin zu leichten Schmerzen,
  • Eiterbildung, häufig von außen als gelber Punkt zu erkennen,
  • Fremdkörpergefühl im Auge. 

Gerstenkorn oder Hagelkorn – worin liegt der Unterschied?

Die Begriffe werden oft verwechselt, dabei unterscheiden sich Gerstenkorn (Hordeolum) und Hagelkorn (Chalazion) deutlich: Im Gegensatz zum Gerstenkorn entsteht ein Hagelkorn nicht durch eine Entzündung, sondern durch eine chronisch verstopfte Drüse. Es ist meist hart, schmerzlos und entwickelt sich langsam. Während ein Gerstenkorn in der Regel nach wenigen Tagen verschwunden ist, kann ein Hagelkorn länger bestehen bleiben. 

Was hilft bei einem Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn heilt in den meisten Fällen innerhalb einer Woche von selbst ab. Der Eiter fließt ab, die Schwellung geht zurück. Damit das möglichst reibungslos verläuft, solltest Du Folgendes beachten:

  • kein Make-up, solange das Gerstenkorn aktiv ist.
  • Kontaktlinsen besser weglassen, bis alles verheilt ist.
  • Hände bitte weg vom Auge! Reiben oder drücken kann die Bakterien weiterverbreiten.

Zusätzlich kannst Du mit einigen einfachen Maßnahmen den Heilungsprozess unterstützen:

  • Sanfte Lidrandpflege
    Sorgfältige Lidrandhygiene kann dabei helfen, verstopfte Drüsen zu öffnen und den Abfluss von Eiter und Sekret zu erleichtern. Das geht zum Beispiel mit speziellen Reinigungstüchern oder einer Lidreinigungslösung. Diese gibst Du auf eine sterile Kompresse und damit säuberst Du das Augenlid vorsichtig.  
  • Keimtötende Mittel 
    In vielen Fällen können antiseptische Augensalben oder Gele helfen, die Keime in Schach zu halten und die Heilung zu unterstützen, z.B. Produkte mit dem Wirkstoff Bibrocathol.
  • Wärme
    Mehrmals täglich angewendet, kann eine warme Kompresse die Durchblutung anregen und dafür sorgen, dass das Gerstenkorn schneller „reift“ und sich von selbst öffnet.  
  • Antibiotika
    Antibiotikahaltige Salben oder Antibiotika in Tablettenform solltest Du nur nach Rücksprache mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt verwenden, z.B. wenn das Gerstenkorn nicht abheilt, besonders schmerzhaft ist oder immer wieder auftritt.  

Gut zu wissen: Ist ein Gerstenkorn trotz sorgfältiger Pflege nicht innerhalb von zwei Wochen abgeheilt, kann ein kleiner medizinischer Eingriff notwendig sein. Dabei öffnet die Augenärztin oder der Augenarzt die entzündete Stelle vorsichtig, damit der Eiter abfließen kann – eine meist unkomplizierte und schnelle Behandlung. 

Ist ein Gerstenkorn ansteckend?

Ein Gerstenkorn wird durch Bakterien verursacht und ist deshalb ansteckend – Du kannst damit andere Menschen, aber auch Dich selbst (zum Beispiel Dein anderes Auge) anstecken. Um zu verhindern, dass sich die Keime weiterverbreiten, solltest Du nicht drücken, nicht reiben und möglichst nicht ans Auge fassen, auch, wenn es schwerfällt. Achte außerdem auf gründliche Handhygiene und verwende keine gemeinsam genutzten Handtücher.  

So kannst Du einem Gerstenkorn vorbeugen

Auch wenn sich ein Gerstenkorn nicht sicher verhindern lässt – mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst Du das Risiko senken:

  • Regelmäßige Lidpflege – besonders, wenn Du zu Lidrandentzündungen neigst, am besten mit speziellen Pads oder Lösungen aus der Apotheke.
  • Make-up-Hygiene – Mascara regelmäßig (alle zwei bis vier Monate) austauschen, Pinsel regelmäßig reinigen.
  • Kontaktlinsen sauber halten – Hygieneregeln strikt einhalten.
  • Hände aus dem Gesicht – besonders bei ungewaschenen oder verschmutzten Fingern.  
  • Stärkung des Immunsystems – mit ausgewogener Ernährung, Bewegung und ausreichendem Schlaf.

Fazit

Ein Gerstenkorn ist zwar unangenehm, aber meist harmlos. Mit etwas Geduld und guter Hygiene bist Du es schnell wieder los. Falls es doch nicht abheilt oder immer wieder auftritt, zögere bitte nicht, es ärztlich abklären zu lassen.  

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Printquellen

  • Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), & Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). (2011). Leitlinie Nr. 10: Hordeolum / Chalazion.  
  • Lindsley, K., Nichols, J. J., & Dickersin, K. (2017). Non-surgical interventions for acute internal hordeolum. Cochrane Database of Systematic Reviews, (1), CD007742. https://doi.org/10.1002/14651858.CD007742.pub3