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Die Netzhaut erklärt

dm-drogeriemarkt

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Lesedauer 6 Min.

8.12.2025

Man sieht eine junge Frau beim Augenarzt bei der Vermessung ihrer Netzhaut

Sie ist hauchdünn, hat ihren Platz im hinteren Bereich des Auges und verarbeitet Lichtimpulse in Sekundenschnelle: die Netzhaut (Retina). Diese lichtempfindliche Gewebeschicht trägt maßgeblich dazu bei, dass wir sehen können.

Die Funktion der Netzhaut

Im Auge sind viele Strukturen notwendig, damit scharfe und farbige Bilder entstehen können. Neben zum Beispiel Linse, Glaskörper und Pupille zählt insbesondere die Netzhaut dazu. In ihr befinden sich Millionen spezialisierter Sinneszellen, die Fotorezeptoren, die auf die einfallenden und von Hornhaut und Linse gebündelten Lichtreize reagieren:

  • Die sogenannten Stäbchen sind für das Sehen bei Dunkelheit oder Dämmerlicht zuständig.
  • Die sogenannten Zapfen ermöglichen das scharfe und farbige Sehen.

Beide Typen von Sinneszellen im Auge verdanken ihren Namen ihrer besonderen Form. Und beide wandeln das Licht in elektrische Signale um, die über mehrere Schichten von Nervenzellen und den Sehnerv an das Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet werden. Dort erfolgt schließlich die eigentliche Bildverarbeitung.

Der Aufbau der Netzhaut

Die Netzhaut ist von verschiedenen Strukturen umgeben, mit denen sie eng zusammenarbeitet. Außen liegt die Aderhaut an, die vor allem die äußeren Schichten der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Innen grenzt der Glaskörper an – eine gelartige, durchsichtige Substanz, die dem Auge Stabilität verleiht. Am hinteren Ende geht die Netzhaut in den Sehnerv über.

Die Netzhaut selbst besteht aus mehreren spezialisierten Zellschichten, die jeweils eigene Aufgaben erfüllen:

  • Das Pigmentepithel
    Das Pigmentepithel ist die äußerste Schicht der Netzhaut, die ganz hinten im Auge, direkt vor der Aderhaut liegt. Sie enthält Pigmentzellen, die überschüssiges Licht aufnehmen, und verhindert so störende Reflexionen im Auge.
  • Die Photorezeptorschicht
    In dieser Schicht sitzen die lichtempfindlichen Sinneszellen, die Stäbchen und Zapfen, die das Licht aufnehmen und in erste elektrische Signale umwandeln.
  • Die Bipolarzellschicht
    Die Bipolarzellen verbinden die Fotorezeptoren mit den Ganglienzellen. Sie leiten die Informationen also eine Stufe weiter.
  • Die Ganglienzellschicht
    In der vordersten Schicht der Netzhaut liegen die Ganglienzellen. Sie wandeln die empfangenen Signale in Nervenimpulse um. Diese Impulse werden über den Sehnerv direkt an das Gehirn weitergeleitet, wo das eigentliche Bild entsteht.

Gelber Fleck und blinder Fleck: besondere Bereiche der Netzhaut

Die Fotorezeptoren auf der Netzhaut sind nicht gleichmäßig verteilt. Am sogenannten gelben Fleck ist die Dichte an Zapfen am höchsten, beim blinden Fleck hingegen fehlen sie komplett.

Gelber Fleck (Makula)

Der gelbe Fleck, medizinisch Makula genannt, ist ein besonders wichtiger Bereich der Netzhaut. Er liegt genau im Zentrum und hat beim erwachsenen Menschen einen Durchmesser von etwa drei bis fünf Millimetern. In der Makula sind die Zapfenzellen so dicht gepackt wie nirgendwo sonst im Auge. In ihrem Mittelpunkt liegt eine kleine Vertiefung: die Fovea centralis (zentrale Sehgrube). Sie ist die Stelle des schärfsten Sehens. Wenn Du Deinen Blick auf ein Objekt richtest, stellt sich das Auge so ein, dass das Licht genau auf diese Stelle fällt und Du scharf sehen kannst.

Blinder Fleck (Papille)

Dort, wo der Sehnerv die Netzhaut verlässt, befindet sich der sogenannte blinde Fleck. In diesem Bereich gibt es keine lichtempfindlichen Zellen. Das heißt: An dieser Stelle sind wir tatsächlich blind. Da das Gehirn das fehlende Bild jedoch ergänzt, nehmen wir ihn normalerweise nicht bewusst wahr.

Netzhauterkrankungen

Die Netzhaut ist sehr empfindlich. Verschiedene Dinge können sie im Laufe des Lebens belasten oder schädigen. Beispiele für Netzhauterkrankungen (Retinopathien) sind die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), diabetische Retinopathie, Retinitis pigmentosa, Gefäßverschlüsse in der Retina oder die Netzhautablösung.

Ursachen von Netzhauterkrankungen

Netzhauterkrankungen können, je nach Form und Verlauf, verschiedene Ursachen haben:

altersbedingte Makuladegeneration (AMD) 
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Störung des Stoffwechsels in der Netzhaut. Sie tritt meist im höheren Alter auf. Ihre Anzeichen – unscharfes, verzerrtes Sehen oder eine eingeschränkte Farbwahrnehmung – entwickeln sich in den meisten Fällen schleichend.

  • Diabetische Retinopathie 
    Diese Netzhauterkrankung ist eine Folge von Diabetes mellitus. Durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte werden kleine Blutgefäße in der Netzhaut geschädigt, was zu Durchblutungsstörungen und Sehverlust führen kann.
  • Retinitis pigmentosa
    Diese Erkrankung ist erblich bedingt und führt meist langsam fortschreitend zu Einschränkungen des Gesichtsfeldes (Tunnelblick), Nachtblindheit oder einer abnehmenden Sehschärfe.
  • Retinale Gefäßverschlüsse
    Werden Arterien oder Venen in der Netzhaut (z. B. durch ein Blutgerinnsel) verstopft, ist die Sauerstoffversorgung der Netzhaut beeinträchtigt. Je nachdem, welches Gefäß betroffen ist, kann das Sehen plötzlich und stark gestört sein. Retinale Gefäßverschlüsse sind augenärztliche Notfälle, sie erfordern eine zeitnahe Behandlung, damit keine bleibenden Schäden entstehen.  
  • Netzhautablösung
    Meist entsteht sie durch einen Riss oder ein Loch in der Netzhaut, wodurch Flüssigkeit unter die Netzhaut gelangt. In der Folge löst sich die Netzhaut von ihrer Unterlage ab – ein augenärztlicher Notfall, der schnell behandelt werden muss.

Wichtig: Viele Netzhauterkrankungen verlaufen zu Beginn ohne spürbare Symptome. Regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sind daher wichtig, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Wenn Du Auffälligkeiten beim Sehen bemerkst – zum Beispiel verschwommenes, verzerrtes oder eingeschränktes Sehen –, solltest Du nicht zögern, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen.

Behandlung von Netzhauterkrankungen

Die Behandlung von Netzhauterkrankungen hängt von der jeweiligen Ursache, dem Krankheitsverlauf und den individuellen Beschwerden ab. Grundsätzlich unterscheiden Augenärztinnen und Augenärzte zwei Behandlungsansätze:

  • Medical Retina: Die Behandlung erfolgt ohne Operation, zum Beispiel durch Injektionen ins Auge, Lasertherapien oder Medikamente.
  • Surgical Retina: Hierbei handelt es sich um chirurgische Eingriffe, etwa zur Behandlung von Netzhautablösungen.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Printquellen