Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
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23.1.2026
Rund ein Drittel der Menschen hat sie – viele, ohne es überhaupt zu wissen: Die Hornhautverkrümmung zählt zu den häufigsten Formen der Fehlsichtigkeit. Nicht immer bereitet sie deutliche Beschwerden, aber verursacht sie Sehstörungen, lässt sie sich in den allermeisten Fällen gut ausgleichen.
Was ist eine Hornhautverkrümmung?
Als Hornhaut (medizinisch: Cornea) wird die durchsichtige, gewölbte Schutzschicht über der Pupille bezeichnet. Sie ist nur einen halben bis einen Millimeter dünn, aber sehr hart und robust. Gemeinsam mit der Linse sorgt sie im Normalfall dafür, dass das einfallende Licht gebündelt wird und präzise auf einen bestimmten Punkt der Netzhaut im Inneren des Auges trifft – idealerweise genau im Bereich des schärfsten Sehens, der Makula. Dort sitzen Millionen lichtempfindlicher Sinneszellen, die die Signale ins Gehirn weiterleiten und das Bild erzeugen, das Du schlussendlich wahrnimmst.
Ob dieser Prozess problemlos funktioniert, hängt auch von der Form der Hornhaut ab: Ist diese nicht gleichmäßig kugelförmig, sondern ungleichmäßig gekrümmt, trifft das Licht nicht gebündelt auf die Netzhaut, sondern gestreut oder stabförmig . Die Folge: Das Bild wirkt verzerrt oder unscharf. Je nach Ausprägung der Krümmung kann das zu verschwommenem oder verzerrtem Sehen führen, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne. In der Fachsprache heißt diese Form der Fehlsichtigkeit Astigmatismus oder Stabsichtigkeit.
Ursachen einer Hornhautverkrümmung
In den meisten Fällen ist Astigmatismus angeboren. Das bedeutet: Die Hornhaut entwickelt bereits in der Kindheit eine leicht ungleichmäßige Form – häufig ohne erkennbare Ursache.
Aber eine Hornhautverkrümmung kann auch im Laufe des Lebens erworben werden. Mögliche Ursachen sind:
- Augenverletzungen oder Narben auf der Hornhaut, z. B. durch Unfälle oder Infektionen
- Augenoperationen, die die Form der Hornhaut verändern
- Keratokonus, eine seltene Erkrankung, bei der sich die Hornhaut kegelförmig nach vorn wölbt.
Symptome einer Hornhautverkrümmung
Nicht jede Hornhautverkrümmung macht sich sofort bemerkbar. Viele Menschen leben mit einer leichten Form, ohne etwas davon zu spüren. Ist der Astigmatismus jedoch stärker ausgeprägt, kann sich das deutlich auf das Sehen und als Folge auf das Allgemeinbefinden auswirken. Mögliche Anzeichen sind:
- verschwommenes Sehen, sowohl in der Nähe als auch in der Ferne
- verzerrtes Sehen, gerade Linien wirken krumm
- Kopfschmerzen, besonders nach längerer Bildschirmarbeit oder Lesen
- müde oder angestrengte Augen
- brennende oder schmerzende Augen
- allgemeine Erschöpfung
Wie wird eine Hornhautverkrümmung diagnostiziert?
Ein Sehtest beim Optiker bzw. bei der Optikerin oder beim Augenarzt bzw. der Augenärztin kann Klarheit bringen. Dazu kommen mehrere Messgeräte zum Einsatz, um die Brechkraft und Form der Hornhaut zu analysieren.
- Refraktionsbestimmung: Hierbei wird gemessen, wie stark das Licht im Auge gebrochen wird. Das kann entweder mit einem Gerät (objektive Refraktionsbestimmung) oder manuell mithilfe von Sehtesttafeln und Korrekturgläsern (subjektive Refraktionsbestimmung) erfolgen.
- Ophthalmometrie: Mit einem sogenannten Ophthalometer – das Gerät ähnelt einem Mikroskop – kann die Krümmung der Hornhaut exakt bestimmt werden.
- Hornhaut-Topographie: Die Oberfläche der Hornhaut wird dreidimensional dargestellt, fast wie eine Landkarte. So lassen sich auch kleinste Unregelmäßigkeiten erkennen.
Die Messergebnisse werden im Brillenpass oder im ärztlichen Befund durch den sogenannten Zylinderwert (Zyl. oder Cyl.) in Dioptrien (dpt) angegeben. Der Wert beschreibt für jedes Auge separat – also für rechts (R) und links (L) – wie stark die Verkrümmung ist. Zusätzlich findet sich die Achse (A oder Axis) in Grad (°), die angibt, in welcher Richtung die Verkrümmung liegt. Ein Eintrag könnte zum Beispiel lauten: „R: Cyl +0.25 / A 100°“.
Hornhautverkrümmung bei Kindern
Sehfehler wie Astigmatismus sollten bei Kindern möglichst frühzeitig erkannt werden, da sie sich negativ auf die Entwicklung, das Lernen und den Schulalltag auswirken können.
Das Problem: Kinder bemerken Sehstörungen oft nicht selbst. Verzerrtes oder unscharfes Sehen wird von ihnen als „normal“ empfunden. Umso wichtiger ist eine gezielte Früherkennung. Seit einigen Jahren gibt es dafür die U7a-Untersuchung für Kinder im Alter von etwa drei Jahren. Sie ergänzt die regulären kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen und legt einen besonderen Fokus auf die Früherkennung von Sehfehlern.
Tipp für Eltern: Achte zusätzlich auf Anzeichen wie:
- häufiges Blinzeln
- Augenkneifen
- ungewöhnlich nahes Herangehen an Bücher oder Tablets
All das kann auf eine Fehlsichtigkeit hinweisen. Im Zweifel hilft ein kindgerechter Sehtest bei der Augenärztin oder dem Augenarzt weiter.
Wie wird eine Hornhautverkrümmung behandelt?
Eine Hornhautverkrümmung lässt sich in den allermeisten Fällen sehr gut korrigieren. Hier die gängigen Optionen:
- Brillen mit Zylinderwerten
Spezielle Brillengläser mit sogenannten Zylinderwerten gleichen die unregelmäßige Brechkraft der Hornhaut aus. - Kontaktlinsen
Wer lieber Kontaktlinsen als eine Brille tragen möchte, greift in der Regel auf torische Kontaktlinsen zurück, die speziell für Hornhautverkrümmung entwickelt wurden. Bei einer leichten Hornhautverkrümmung können auch sphärische Kontaktlinsen, wie sie hauptsächlich zur Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit vorgesehen sind, ausreichen. - Augenlaserbehandlung oder Linsenimplantate
In bestimmten Fällen kommen auch Laserbehandlungen oder das Einsetzen von Linsenimplantaten infrage. Diese Optionen sind meistens kein Muss, ihre Vorteile und Nachteile sollten medizinisch gut abgewogen werden.
FAQs zur Hornhautverkrümmung
Ist eine Hornhautverkrümmung heilbar?
Ist eine Hornhautverkrümmung heilbar?
Heilbar im klassischen Sinn ist sie nicht, aber sie lässt sich sehr gut mit Sehhilfen ausgleichen.
Ist Astigmatismus das Gleiche wie Kurz- oder Weitsichtigkeit?
Ist Astigmatismus das Gleiche wie Kurz- oder Weitsichtigkeit?
Nein, es handelt sich um unterschiedliche Arten von Fehlsichtigkeit. Bei vielen Menschen liegt aber eine Kombination verschiedener Formen vor.
Was muss ich beachten, wenn ich bei Astigmatismus Kontaktlinsen tragen möchte?
Was muss ich beachten, wenn ich bei Astigmatismus Kontaktlinsen tragen möchte?
Torische Linsen müssen exakt auf Deine Hornhaut abgestimmt sein – lass‘ Dich professionell beraten.
Wie finde ich heraus, ob ich eine Hornhautverkrümmung habe?
Wie finde ich heraus, ob ich eine Hornhautverkrümmung habe?
Ein Sehtest gibt Klarheit.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.
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Quellen
Internetquellen
Internetquellen
- Woltsche, N., Werkl, P., Posch-Pertl, L. et al. Astigmatismus. Spektrum Augenheilkunde. 33, 180–191 (2019). https://doi.org/10.1007/s00717-019-00440-7







