Das Auge einfach erklärt
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23.1.2026
Das menschliche Auge ist ein hochkomplexes Sinnesorgan – etwa so groß wie eine Walnuss, rund 2,5 Zentimeter im Durchmesser klein und ca. sieben Gramm schwer. Die kompakte, leicht asymmetrische Kugel (daher auch der Name Augapfel) leistet Enormes: Sie nimmt Licht auf, verarbeitet es und ermöglicht uns so das Sehen.
Wie ist das Auge aufgebaut?
Das Auge liegt gut geschützt in der knöchernen Augenhöhle des Schädels, eingebettet in ein Polster aus Fettgewebe. Viele Strukturen im Auge sind notwendig, damit scharfe und farbige Bilder entstehen können. Dazu zählen unter anderem:
Hornhaut (Cornea)
Hornhaut (Cornea)
Die Hornhaut ist die klare, gewölbte Vorderfläche des Auges. Wie eine transparente Kuppel liegt sie schützend über Iris und Pupille. Ihr Name leitet sich von ihrer festen, hornähnlichen Struktur ab, die das Auge vor äußeren Einflüssen wie Staub oder Keimen schützt. Neben ihrer Schutzfunktion hat die Hornhaut auch eine wichtige optische Aufgabe: Sie bricht das einfallende Licht und hilft so, dass wir scharf sehen können.
Lederhaut (Sklera)
Lederhaut (Sklera)
Die Lederhaut ist der weiße, feste Teil des Auges, der den Augapfel umschließt. Im vorderen Bereich geht sie nahtlos in die Hornhaut über.
Regenbogenhaut (Iris) & Pupille
Regenbogenhaut (Iris) & Pupille
Die Regenbogenhaut, auch Iris genannt, ist der farbige Teil des Auges. In ihrer Mitte befindet sich die sogenannte Pupille – eine runde Öffnung, durch die das Licht ins Augeninnere fällt. Die Iris enthält winzige Muskeln, die die Pupille je nach Lichtverhältnissen erweitern oder verengen. So wird geregelt, wie viel Licht auf die Netzhaut trifft.
Linse
Linse
Die Linse liegt direkt hinter der Pupille. Sie ist klar, elastisch und kann mithilfe des Ziliarmuskels ihre Form verändern, um einfallendes Licht auf der Netzhaut scharf zu bündeln – je nachdem, ob wir etwas in der Nähe oder in der Ferne betrachten. Diese dynamische Anpassung wird Akkommodation genannt.
Ziliarkörper & Ziliarmuskel
Ziliarkörper & Ziliarmuskel
Der Ziliarkörper, auch Strahlenkörper genannt, ist ein ringförmiger Abschnitt im Auge, der die Linse umgibt. In ihm liegt der Ziliarmuskel, der über feine Fasern mit der Linse verbunden ist. Durch An- und Entspannung dieses Muskels verändert sich die Form der Linse. So passt sich das Auge automatisch an unterschiedliche Sehentfernungen an. Außerdem ist der Ziliarkörper an der Produktion des sogenannten Kammerwassers beteiligt, einer klaren Flüssigkeit, die den vorderen Augenraum mit Nährstoffen versorgt.
Glaskörper
Glaskörper
Der Glaskörper füllt den größten Teil des Augeninneren aus und verleiht dem Augapfel seine Form. Er besteht aus einer gelartigen, durchsichtigen Substanz.
Augenkammern
Augenkammern
In jedem Auge befinden sich zwei mit Kammerwasser gefüllte Hohlräume – die vordere Augenkammer (zwischen Hornhaut und Iris) und die hintere Augenkammer (zwischen Iris und Linse). Das Kammerwasser versorgt Hornhaut und Linse mit Nährstoffen und sorgt für einen stabilen Augeninnendruck.
Netzhaut
Netzhaut
Die Netzhaut ist die lichtempfindliche Innenschicht des Auges. Hier sitzen Millionen Fotorezeptoren – sogenannte Stäbchen (für das Dämmerungssehen) und Zapfen (für das Farbensehen). Sie wandeln Lichtreize in elektrische Signale um, die über den Sehnerv ans Gehirn weitergeleitet werden.
Gelber Fleck (Makula)
Gelber Fleck (Makula)
Der gelbe Fleck, auch Makula genannt, ist ein kleiner Bereich im Zentrum der Netzhaut. Hier befinden sich besonders viele Zapfen, also Sinneszellen für das scharfe und farbige Sehen. Die Makula ist entscheidend für Tätigkeiten wie Lesen oder das Erkennen von Gesichtern.
Aderhaut
Aderhaut
Die stark durchblutete Aderhaut liegt zwischen Netzhaut und Lederhaut. Sie versorgt die Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.
Sehnerv
Sehnerv
Der Sehnerv ist die „Datenleitung“ zwischen Auge und Gehirn. Er sammelt die elektrischen Signale, die in der Netzhaut entstehen, und leitet sie weiter an das Sehzentrum im Gehirn – dort entsteht das Bild, das wir wahrnehmen.
Von Licht zu Bild: So funktioniert das Sehen
So verläuft der Prozess des Sehens in einfach erklärten Schritten:
- Lichteinfall – Licht trifft auf die Hornhaut und wird dort gebündelt.
- Regulierung – die Iris stellt die Pupille weit oder eng – je nachdem, wie hell es ist.
- Brechung und Fokussierung – die Linse verändert ihre Form (Akkommodation), um das Licht punktgenau auf die Netzhaut zu bringen.
- Bildentstehung – auf der Netzhaut treffen die Lichtstrahlen ein, allerdings noch kopfüber und seitenverkehrt.
- Verarbeitung – die Fotorezeptoren sortieren die Informationen und wandeln sie in elektrische Signale um. Die Stäbchen kümmern sich hierbei um das Hell-Dunkel-Sehen, die Zapfen um Schärfe und Farben.
- Weiterleitung – der Sehnerv überträgt die elektrischen Signale ans Gehirn.
- Wahrnehmung – im Gehirn entsteht das „richtige“, aufrechte Bild. Erst hier „sehen“ wir wirklich.
Häufige Augenprobleme und Augenerkrankungen
Auch das beste System kann aus dem Gleichgewicht geraten: Es kommt zu Sehstörungen. Hier einige der häufigsten:
- Kurzsichtigkeit (Myopie) – die Lichtstrahlen treffen sich nicht direkt auf der Netzhaut, sondern davor. Das liegt meist an einem zu langen Augapfel. Die Folge: Dinge in der Ferne erscheinen verschwommen.
- Weitsichtigkeit (Hyperopie) – die Lichtstrahlen treffen sich nicht direkt auf der Netzhaut, sondern dahinter. Die häufigste Ursache ist ein zu kurzer Augapfel. Die Folge: Dinge in der Nähe erscheinen unscharf.
- Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) – die Hornhaut des Auges ist ungleichmäßig gekrümmt, was sowohl in der Nähe als auch in der Ferne zu verschwommenem oder verzerrtem Sehen führen kann.
- Grauer Star (Katarakt) – die Linse trübt sich altersbedingt, sodass das Bild im Auge verschwimmt.
- Grüner Star (Glaukom) – dabei handelt es sich um eine fortschreitende Schädigung des Sehnervs, oft verbunden mit einem erhöhten Augeninnendruck. In vielen Fällen tritt diese Erkrankung schleichend und ohne erkennbare Ursache auf, in seltenen Fällen ist sie angeboren (primäres Glaukom). Sie kann aber auch Folge einer Augenverletzung bzw. -operation oder einer Allgemeinerkrankung (z.B. Diabetes) sein (sekundäres Glaukom). Das Risiko, an grünem Star zu erkranken, steigt mit dem Alter.
- Trockene oder müde Augen – die Tränenflüssigkeit reicht nicht aus oder verdunstet zu schnell. Dieses Symptom tritt häufig bei langer Bildschirmarbeit oder durch trockene Luft auf. Bei älteren Menschen ist Augentrockenheit eine häufige Folge altersbedingter – bei Frauen insbesondere hormoneller – Veränderungen.
- Bindehautentzündung – eine Entzündung der Bindehaut, die durch Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren, aber auch Allergien ausgelöst werden kann. Typische Symptome sind Rötung, Jucken, Brennen, verstärkter Tränenfluss oder eitriges Sekret.
Die Bindehautentzündung ist sehr ansteckend, aber in den meisten Fällen harmlos. Nur selten greift die Entzündung auf die Hornhaut über – ein Risiko, das vor allem Kontaktlinsenträgerinnen und -träger betrifft.
Fremdkörper aus dem Auge entfernen
Ob Wimper, Staub oder kleines Insekt: Versuche nie, einen Fremdkörper im Auge durch Reiben zu entfernen – er könnte sich dadurch tiefer in die Hornhaut drücken und diese verletzen. Besser ist es, das Auge mit klarem Wasser auszuspülen. Manchmal hilft es auch, das obere Augenlid vorsichtig über das untere zu ziehen, sodass sich der Fremdkörper löst. Sitzt der Fremdkörper auf dem Unterlid, kannst Du versuchen, ihn mit einem frischen Taschentuch aufzunehmen. Wenn es nicht gelingt, den Fremdkörper selbst zu entfernen, solltest Du ärztliche Hilfe suchen.
Tipps für Deine Augengesundheit
- Lass Deine Augen beim Älterwerden vorsorglich augenärztlich untersuchen, denn altersbedingte Augenerkrankungen beginnen meist schleichend. Je nach individueller Situation wird eine jährliche augenärztliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 40. bis 60. Lebensjahr empfohlen.
- Trägst Du eine Brille oder Kontaktlinsen, lass Deine Sehschärfe regelmäßig testen – idealerweise alle 1–2 Jahre, bei Beschwerden zeitnah.
- Mache Sehpausen bei Bildschirmarbeit: alle 20 Minuten für 20 Sekunden in 20 Fuß (etwa 6 Meter) Entfernung blicken (20-20-20-Regel).
- Trage Sonnenbrillen mit UV-Schutz.
- Wenn Deine Augen häufig trocken oder gereizt sind, verwende feuchtigkeitsspendende Augentropfen und achte darauf, genügend Flüssigkeit zu Dir zu nehmen.
- Achte auf eine ausgewogene Ernährung mit Lebensmitteln, die reich an Beta-Carotin sind, wie Karotten, Süßkartoffeln, Spinat oder Grünkohl. Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird – einem Nährstoff, der eine entscheidende Rolle für die Erhaltung der Sehkraft spielt.*
*Die markierten Aussagen basieren auf zugelassenen Health Claims gemäß EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2012:
Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.
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Quellen
Internetquellen
Internetquellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (2024). Wie funktioniert das Auge? https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-das-auge.html
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (2023). Kleine Fremdkörper im Auge. https://www.gesundheitsinformation.de/kleine-fremdkoerper-im-auge.html
Printquellen
Printquellen
- Asbell, P. A., Dualan, I., Mindel, J., Brocks, D., Ahmad, M., & Epstein, S. (2005). Age-related cataract. The Lancet, 365(9459), 599–609. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(05)17911-2
- Brandes, R., Lang, F., & Schmidt, R. (2019). Physiologie des Menschen: Mit Pathophysiologie. Springer.







