Liebe & Lust

Was ein erfülltes Liebesleben ausmacht, ist so individuell wie Du selbst – und kann sich mit der Zeit wandeln. Ob beim ersten Kennenlernen, in einer langjährigen Partnerschaft, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren: Sex darf sich gut, sicher und selbstbestimmt anfühlen. Bei der Verhütung können sich Deine Wünsche und Prioritäten im Laufe des Lebens ebenfalls verändern. Hier findest Du einen Überblick über Sexualität in verschiedenen Lebensphasen und unterschiedliche Verhütungsmittel.
Sexualität
Verhütung
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Ratgeber
Wie Du Lust, Nähe und Intimität erlebst, kann sich immer wieder verändern. Hormone, körperliche Veränderungen, Stress oder neue Lebenssituationen spielen dabei ebenso eine Rolle wie Deine Beziehung zu Dir selbst und zu anderen. Was sich für Dich angenehm und richtig anfühlt, darf deshalb heute anders sein als früher.
Sex in den verschiedenen Lebensphasen
Sex während der Periode
Ob Du während Deiner Periode Sex haben möchtest, entscheidest Du nach Deinem eigenen Gefühl. Aus medizinischer Sicht spricht in der Regel nichts dagegen, solange Du Dich wohlfühlst. Manche Frauen empfinden einen Orgasmus sogar bei Krämpfen als entspannend.
Eine Schwangerschaft ist während der Blutung zwar weniger wahrscheinlich, aber dennoch möglich – etwa bei einem kurzen Zyklus, da Spermien mehrere Tage im Körper überleben können. Kondome schützen außerdem vor sexuell übertragbaren Infektionen. Praktische Hinweise zu Hygiene, Wohlgefühl und Verhütung findest Du im Ratgeber Sex während der Periode.
Sex in der Schwangerschaft
In einer unkompliziert verlaufenden Schwangerschaft ist Sex normalerweise möglich. Wie viel Lust Du verspürst, kann sich jedoch von Trimester zu Trimester verändern. Übelkeit, Müdigkeit oder ein wachsender Bauch dämpft manchmal das Interesse, während die stärkere Durchblutung den Körper empfindsamer machen kann.
Entscheidend ist, dass sich Nähe und Berührungen für Dich angenehm anfühlen. Bei Schmerzen, Blutungen oder anderen ungewohnten Beschwerden solltest Du ärztlichen Rat einholen. In unserem Ratgeber Sex in der Schwangerschaft erfährst Du mehr über geeignete Stellungen und darüber, wann eine Pause sinnvoll sein kann.
Sex in den Wechseljahren
Durch die hormonelle Umstellung erlebst Du Lust und Deinen Körper möglicherweise anders als bisher. Sinkt der Östrogenspiegel, fühlt sich die Scheide manchmal trockener oder empfindlicher an. Ein Gleitgel kann Reibung verringern und Sex angenehmer machen.
Gleichzeitig bleibt erfüllte Sexualität auch während und nach den Wechseljahren möglich. Vielleicht verändern sich Deine Wünsche oder Du entdeckst andere Formen von Nähe. Bei anhaltender Trockenheit oder Schmerzen hilft eine frauenärztliche Beratung dabei, passende Lösungen zu finden.
Wenn die Lust nachlässt
Phasen mit weniger Lust gehören für viele Menschen zum Leben. Stress, Erschöpfung, hormonelle Veränderungen, Schmerzen, Medikamente oder Spannungen in der Beziehung können das sexuelle Verlangen beeinflussen. Wenn Du über längere Zeit kaum oder keine Lust verspürst, ist häufig von einem Verlust der Libido die Rede. Du musst Dich dabei zu nichts drängen.
Ein offenes Gespräch über Wünsche, Nähe und Grenzen kann den Druck herausnehmen. Belastet Dich die fehlende Lust oder treten zusätzlich Schmerzen und andere Beschwerden auf, kannst Du die möglichen Ursachen ärztlich oder therapeutisch abklären lassen.
Verhütungsmittel im Überblick
Bei der Wahl der Verhütung spielen Dein Alltag und Deine persönlichen Bedürfnisse eine wichtige Rolle. Möchtest Du täglich daran denken, bevorzugst Du eine längerfristige Lösung oder verzichtest Du lieber auf Hormone? Welche Methode für Dich geeignet ist, hängt außerdem davon ab, wie gesund Du bist, in welcher Lebensphase Du Dich befindest und wie sicher Du Dich mit der Verhütung fühlen möchtest.
Grundsätzlich lassen sich hormonelle und hormonfreie Verhütungsmethoden unterscheiden.
Hormonelle Verhütungsmittel
Hormonelle Methoden verhindern meist den Eisprung oder erschweren es Spermien, eine Eizelle zu erreichen. Dazu gehören:
- Antibabypille: Die Einnahme erfolgt täglich. Je nach Präparat enthält sie eine Kombination aus Östrogen und Gestagen oder ausschließlich Gestagen.
- Verhütungspflaster: Das Pflaster gibt Hormone über die Haut ab und bleibt jeweils eine Woche lang auf dem Körper.
- Vaginalring: Der flexible Ring liegt in der Scheide und setzt dort über mehrere Wochen Hormone frei.
- Hormonspirale: Sie sitzt in der Gebärmutter und gibt dort Gestagen ab. Je nach Produkt schützt sie mehrere Jahre.
- Hormonimplantat und Dreimonatsspritze: Beide Methoden wirken über einen längeren Zeitraum und kommen ohne tägliche Einnahme aus.
Hormonelle Verhütung kann den Zyklus und die Blutung beeinflussen. Welche Methode gesundheitlich für Dich infrage kommt, besprichst Du am besten mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt.
Hormonfreie Verhütung
Bei der hormonfreien Verhütung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl:
- Kondom: Es fängt die Samenflüssigkeit auf und schützt bei richtiger Anwendung zusätzlich vor vielen sexuell übertragbaren Infektionen.
- Kupferspirale oder Kupferkette: Kupfer beeinträchtigt die Beweglichkeit der Spermien. Die Spirale zur Verhütung sitzt mehrere Jahre in der Gebärmutter.
- Diaphragma: Die flexible Silikonkappe bedeckt den Muttermund und kommt zusammen mit einem Verhütungsgel zum Einsatz. Die richtige Größe und Anwendung sind für den Schutz wichtig.
- Natürliche Familienplanung: Dafür misst Du regelmäßig Deine Körpertemperatur und beobachtest, wie sich der Zervixschleim im Laufe des Zyklus verändert.
Bei der Entscheidung für ein Verhütungsmittel kommt es vor allem darauf an, wie zuverlässig die Methode verhütet, wie gut Du sie verträgst und ob sie sich unkompliziert in Deinen Alltag integrieren lässt. Kondome lassen sich außerdem mit vielen anderen Methoden kombinieren, wenn Du Dich zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen schützen möchtest.
Fazit
Sex, Nähe und Verhütung sind sehr persönlich. Mal steht die Lust stärker im Vordergrund, mal rückt sie für eine Weile in den Hintergrund. Je nach Lebensphase kann zudem ein anderes Verhütungsmittel besser zu Deinen Bedürfnissen passen. Du darfst Deine Wünsche und Grenzen ernst nehmen und Entscheidungen treffen, mit denen Du Dich wohlfühlst. Bei Beschwerden oder Unsicherheiten kann ein ärztliches Gespräch helfen, mögliche Ursachen zu klären und eine geeignete Lösung zu finden.


