Geburtspositionen

Die Autorin Christina Noack lächelt auf dem Porträtbild

Von Christina Noack (Hebamme)

Lesedauer 2 Min.

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6.10.2026

Frau liegt mit geschlossenen Augen auf einem hellblauen Gymnastikball und stützt Kopf und Arme darauf, trägt dunkles Sporttop und wirkt entspannt. Bild mithilfe von KI erstellt

Ob klassisch auf dem Rücken liegend oder im wahrsten Sinne des Wortes in den Seilen hängend – es gibt viele verschiedene Geburtspositionen. Wahrscheinlich stellst Du Dir den Geburtsvorgang so vor, wie er oft in Filmen gezeigt wird: Du liegst im Krankenhausbett, Dein Partner oder Deine Partnerin hält Deine Hand, während das medizinische Fachpersonal bereitsteht, um Dich bei der Geburt Deines Babys zu unterstützen. Tatsächlich ist die (erhöhte) Rückenlage die häufigste Geburtsstellung, doch sie ist nur eine von vielen Möglichkeiten.  

Welche Position für Dich die richtige sein kann, lernst Du im Geburtsvorbereitungskurs und mit Unterstützung Deiner Hebamme. Hier findest Du einen Überblick über verschiedene Geburtspositionen – zum Nachlesen und Ausdrucken als PDF. 

Geburtspositionen im Überblick

Eine definitive beste Geburtsposition gibt es nicht. Zu den vielen Faktoren, die Dein Wohlbefinden beeinflussen, gehören Deine persönlichen Vorlieben ebenso wie die Kindslage, die Gegebenheiten vor Ort und der Geburtsverlauf. Am besten testest Du schon im Geburtsvorbereitungskurs verschiedene Geburtspositionen mit Deiner Hebamme und Deinem Partner oder Deiner Partnerin. Ein regelmäßiger Positionswechsel während der Geburt kann viel Erleichterung bringen. Manchmal ist auch eine Position, von der Du das nicht erwartet hast, für Dich während der Wehen am angenehmsten. 

Liegende Geburtsposition

Die Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper und angewinkelten Beinen hat sich als Standard in Europa etabliert, obwohl sie neben Vorteilen auch Nachteile mit sich bringt. Der größte Vorteil ist das Liegen, das Deinen Körper weniger anstrengt als andere Geburtspositionen. Dafür verkleinert sich durch die hier fehlende Beweglichkeit des Steißbeins der Beckenausgang und kann Deinem Kind die Geburt erschweren. 

Eine Alternative, wenn das Liegen auf dem Rücken für Dich unbequem wird, ist die Seitenlage: Du kannst Dir ein Kissen zwischen die Beine klemmen, bis das Baby tatsächlich geboren wird. . Dann kann es angenehm sein, ein Bein aufzustellen. 

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Stehende Geburtsposition

Aufrechte Geburtspositionen waren früher üblich und sind es heute noch in vielen Kulturkreisen. Eine aufrechte Haltung kann vor allem in der Eröffnungsphase angenehm sein, wenn sich der Muttermund allmählich öffnet und Du noch umhergehen kannst oder willst. Die Bewegung kann Dich während der Wehen von den Schmerzen ablenken. In der Austreibungsphase trägt die Schwerkraft dazu bei, dass Dein Baby leichter auf die Welt kommt. 

 ★glückskind-Tipp★ In vielen Kreißsälen hast Du die Möglichkeit, Dich in ein von der Decke hängendes Tuch oder Seil zu hängen, um das Gewicht von den Beinen zu nehmen.

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Weitere mögliche Gebärhaltungen

Neben den liegenden Geburtspositionen wie Seitenlage und Rückenlage und dem Stehen gibt es noch verschiedene andere Möglichkeiten, die für Dich interessant sein können: 

  • Breitbeinig sitzend, zum Beispiel in der Eröffnungsphase auf einem großen Gymnastikball und während der Austreibungsphase auf einem Gebärhocker. 

  • Auf dem Boden oder auf dem Gebärhocker in der Hocke hocken. Dies ist eine der besten Geburtspositionen für das Becken, das sich so weit öffnet und dem Kind den Weg erleichtert. 

  • Im Vierfüßlerstand, wobei Du Dich mit den Armen wahlweise am Bett, einem Stuhl, einem Gymnastikball oder an Deinem Partner oder Deiner Partnerin festhalten kannst.

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Sitzend im Wasser

Eine immer beliebtere Option ist die Wassergeburt, bei der Du in einer großen Badewanne oder einem speziellen Pool sitzt. Sie hat viele Vorteile: 

  • Das warme Wasser wirkt entspannend und wehenfördernd. 

  • Du kannst häufig selbständig die Position wechseln. 

  • Trotz großem Bauch fühlst Du Dich (fast) schwerelos im Wasser. 

  • Für Dein Baby ist der Übergang vom Fruchtwasser ins warme Wasser sanfter. 

Du kannst beim Wechsel zwischen Geburtspositionen auch nur in der ersten Phase der Geburt in die Wanne gehen und diese zu Beginn der Austreibungsphase verlassen. Dies kann sinnvoll sein, wenn Komplikationen zu erwarten sind und das medizinische Personal in Sekundenschnelle eingreifen muss. Bleibe hier einfach in gutem Kontakt und im Gespräch mit der Hebamme. 

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Positionen bei Steißgeburt

Die meisten Babys drehen sich in den letzten Wochen im Mutterleib von allein in die Schädellage, damit sie mit dem Kopf voran den Geburtskanal passieren. Bleibt das Kind aufrecht mit dem Gesäß nach unten sitzen, ist von einer Steißlage oder Beckenendlage die Rede. Die Ärztin oder der Arzt werden Dir vermutlich zunächst vorschlagen, das Baby von außen mithilfe spezieller Handgriffe zum Umdrehen zu bewegen. Klappt dies nicht, kannst Du selbst entscheiden, ob Du einen Kaiserschnitt oder eine vaginale Geburt bevorzugst. Entscheidest Du Dich für eine vaginale Geburt, wird der Vierfüßlerstand als Geburtsposition empfohlen. 

Gut zu wissen: Sehr selten, aber nicht ausgeschlossen ist eine Querlage oder Schräglage. In diesen Fällen ist eine vaginale Geburt nicht möglich, da das Baby so nicht durch den Geburtskanal rutschen kann. 

Positionen bei Sternengucker

Eine hintere Hinterhauptslage – auch Sternengucker-Baby genannt – ist eine Gebärposition, bei der der kindliche Rücken dem mütterlichen Rücken anstatt dem Mutterbauch zugewandt ist. Meist ist auch hier eine vaginale Geburt möglich, die jedoch für Dich schmerzhafter und länger sein kann. Lass Dich dazu von Deiner Hebamme und der Ärztin oder dem Arzt beraten. 

Häufige Fragen

Welche Geburtspositionen mit Partnerunterstützung gibt es?

Dein Partner oder Deine Partnerin kann Dich bei vielen Geburtspositionen unterstützen: Die Person sitzt im Bett hinter Dir, damit Du Dich anlehnen kannst oder steht hinter Dir und massiert Dir Schultern und Rücken, während Du auf einem Stuhl oder Gebärhocker sitzt. Du kannst auch die Arme um seinen oder ihren Hals legen und Dich im wahrsten Sinne des Wortes hängen lassen. Dein Partner oder Deine Partnerin stützt Dich, während die Schwerkraft gleichzeitig die Geburt unterstützt. 

Welche Geburtsposition schützt vor Dammriss?

Ein Dammriss – bei dem es zu Verletzungen der empfindlichen Körperpartie zwischen After und Vaginalöffnung kommt – kommt bei natürlichen Geburten öfter vor. Die traditionelle Rückenlage begünstigt den Dammriss leider, da das Kind mit seinem ganzen Gewicht auf dem Damm lastet. Geburtspositionen, die die Schwerkraft nutzen, wie zum Beispiel stehend aber auch die Seitenlage, sind darum empfehlenswerter. Du kannst einem Dammriss allerdings mit Dammmassagen vor der Geburt etwas vorbeugen. 

★ glückskind-Tipp ★ Am besten probierst Du schon während Deiner Schwangerschaft die verschiedenen Positionen aus. So merkst Du vielleicht schon, welche Position angenehm oder eher anstrengend für Dich ist. Deinem Partner oder Deiner Partnerin kannst Du dann auch erklären, wie er oder sie Dich vielleicht am besten unterstützen kann. Bleibt aber trotzdem flexibel mit Eurem Geburtsplan. 

Wir wünschen Dir alles Gute für eine möglichst leichte Geburt! 

Dein glückskind-Team ♥