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Welcher Hauttyp bin ich?

Porträt einer jungen Frau mit langen dunklen Haaren, dezentem Ohrschmuck und freundlich lächelnd vor hellblauem Hintergrund

Dr. med. Alice Martin von dermanostic

Lesedauer 10 Min.

9.9.2026

Zwei junge Personen in Großaufnahme vor blauem Himmel, links eine rothaarige Person mit gestreiftem Hemd, rechts eine dunkelhäutige Person mit kurzem Haar und grauem T‑Shirt, oben rechts Schriftzug „dermanostic“

Du probierst eine neue Gesichtscreme – bei anderen sorgt sie für Glow, bei Dir brennt sie oder es tauchen Pickel auf. Solche Momente sind frustrierend, gerade wenn Du Deiner Haut eigentlich etwas Gutes tun willst. Der Unterschied liegt selten an „guter“ oder „schlechter“ Pflege, sondern daran, ob sie zu Deinem Hauttyp passt. Wenn Du weißt, wie Deine Haut aufgebaut ist und wie sie tickt, werden Hinweise wie „für trockene Haut“ oder „für empfindliche Haut“ plötzlich greifbar. Und Du kannst Entscheidungen treffen, die sich auf Deiner Haut wirklich gut anfühlen.

Hauttyp vs. Hautzustand 

Deine Haut ist Dein größtes Organ und ihr Schutzschild nach außen. Wenn diese Schutzschicht im Gleichgewicht ist, merkst Du das sofort: Deine Haut fühlt sich ruhig, weich und ausgeglichen an. Wenn von Haut gesprochen wird, sind zwei Dinge wichtig: Dein Hauttyp und Dein Hautzustand. Die meisten verwechseln diese beiden Kategorien oder ordnen alles nur dem "Hauttyp" zu. Daher gehen wir kurz auf die Definition ein.  

Der Begriff Hauttyp wird häufig sowohl für die Hautfarbe als auch der kosmetischen Klassifikation genutzt. Der Hauttyp bezogen auf Deine Hautfarbe – genauer gesagt Dein Hautphototyp nach Fitzpatrick – beschreibt, wie Deine Haut auf UV-Strahlung reagiert. Entscheidend ist dabei vor allem, wie schnell Deine Haut einen Sonnenbrand entwickelt und wie stark sie nach Sonneneinstrahlung bräunt. Nach Fitzpatrick werden sechs Hauttypen unterschieden: von Typ I, der sehr schnell einen Sonnenbrand bekommt und kaum bräunt, bis Typ VI, bei dem ein Sonnenbrand nur selten sichtbar auftritt. Der Hautphototyp ist genetisch beziehungsweise konstitutionell geprägt und dient unter anderem dazu, die individuelle Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung grob einzuschätzen. 

Dein Pflege-Hauttyp beschreibt die grundsätzliche Beschaffenheit Deiner Haut. Dabei werden vier Hauttypen unterschieden: normale Haut, trockene Haut, fettige beziehungsweise ölige Haut und Mischhaut. Entscheidend dabei ist vor allem, wie viel Talg Deine Haut bildet und wie sich dieser im Gesicht verteilt.  

Der Hautzustand ist eine "Ist-Aufnahme" in der jeweiligen Situation. Wenn Du z.B. eine extrem fettige Creme aufgetragen hast und die Haut nun sehr fettig ist, dann ist das der aktuelle Zustand deiner Haut.  
Hast Du die Haut hingegen stark gereinigt und anschließend spannt sie und ist trocken, dann ist das der der aktuelle Hautzustand: trocken.  
Grundsätzlich ist der Pflege-Hauttyp identisch mit dem Hautzustand. Unter bestimmten (wie oben) beschriebenen Umständen kann es aber zu Abweichungen kommen.  

Zusätzlich kann jeder Haut bestimmte Eigenschaften aufweisen. Deine Haut kann zum Beispiel empfindlich, feuchtigkeitsarm, zu Unreinheiten neigend oder besonders widerstandsfähig sein. Diese Eigenschaften können sich durch Jahreszeiten, Hormone, Stress, Schlaf oder die verwendete Pflege verändern. 

Auch Rötungen, Brennen, Juckreiz oder Spannungsgefühl sind dagegen keine eigenen Hauttypen oder Hautzustände, sondern sichtbare oder spürbare Merkmale, die Hinweise auf die aktuellen Bedürfnisse Deiner Haut oder auf eine mögliche Reizung geben können.

UV-Hauttyp 

Typische Hautreaktion auf Sonne 

Sehr helle Haut, wird in der Sonne schnell rot und kaum braun. Sonnenbrand schon nach kurzer Zeit ohne Schutz sehr wahrscheinlich. 

II 

Helle Haut, bekommt relativ schnell Sonnenbrand und bräunt nur langsam und meist wenig. 

III 

Helle bis mittlere Haut. Sonnenbrand ist möglich, vor allem zu Beginn, danach bräunt die Haut nach und nach gut. 

IV 

Mittel- bis olivfarbene Haut. Bekommt seltener Sonnenbrand und bräunt meist schnell und deutlich. 

Dunklere Haut. Bräunt sehr schnell und intensiv, Sonnenbrand ist eher selten, aber möglich. 

VI 

Sehr dunkle Haut. Bekommt nur selten Sonnenbrand und ist stark bräunungsfähig – trotzdem kann UV-Strahlung die Haut schädigen. 

Die Übergänge zwischen den Typen sind fließend. Die Einordnung kann Dir dennoch dabei helfen, Dein Sonnenbrand-Risiko grob einzuschätzen und Dich mit dem richtigen Lichtschutzfaktor perfekt auf sonnige Tage vorzubereiten.

Die Hautphototypen nach Fitzpatrick 

Um Deine Haut besser kennenzulernen ist es wichtig zu wissen, zu welchem Hautphototypen bzw. UV-Hauttypen Du neigst. Das ist nämlich vor allem für Dein Verhalten bei Sonne und Deinen Sonnenschutz wichtig. Die Fitzpatrick-Klassifikation ordnet die Hautphototypen vor allem danach ein, wie die Haut auf UV-Strahlung reagiert – insbesondere hinsichtlich Sonnenbrandneigung und Bräunungsfähigkeit.  

Hier geht es darum, wie empfindlich Deine Haut auf UV-Strahlung reagiert und wie leicht sie bräunt. 

Pflege-Hauttypen 

Für einen zentralen Bestandteil deiner Hautpflege, dem Sonnenschuitz, bist Du mit dem Wissen um Deinen UV-Hauttypen gut aufgestellt. Bei Deiner täglichen Pflegeroutine ist daneben wichtig zu wissen, in welche Grundrichtung Deine Haut tendiert.  

Um Deiner Haut die passende Pflege zur Verfügung zu stellen, sind vor allem drei Merkmale wichtig: Wie viel Talg Deine Haut bildet, wie gut sie Feuchtigkeit speichern kann und wie stabil ihre Schutzbarriere ist, das heißt, ob sie schnell gereizt reagiert oder meist gelassen bleibt. Zusätzlich geben Dir Anzeichen wie Glanz, die Größe Deiner Poren, Spannungsgefühl und die Neigung zu Unreinheiten Hinweise darauf, zu welchem Hauttyp Deine Haut gehört. 

  • Normale Haut 
    Bildet eine ausgewogene Menge Talg, hält Feuchtigkeit gut und hat eine stabile Schutzbarriere. Die Haut wirkt weder besonders glänzend noch matt, die Poren sind fein bis mittelgroß, Spannungsgefühl ist selten. Unreinheiten treten eher vereinzelt auf. 

  • Trockene Haut 
    Produziert wenig Talg und verliert leichter Feuchtigkeit. Die Schutzbarriere ist oft etwas empfindlicher. Die Haut glänzt kaum, Poren wirken meist fein, dafür fühlt sie sich schneller gespannt oder rau an und zeigt eher feine Schüppchen. Unreinheiten kommen vor, stehen aber weniger im Vordergrund als Trockenheit. 

  • Fettige bzw. ölige Haut 
    Bildet viel Talg, speichert Feuchtigkeit meist gut, kann aber durch den überschüssigen Talg unausgeglichen wirken. Die Haut glänzt häufig, vor allem in der T-Zone, Poren erscheinen vergrößert. Spannungsgefühl ist eher selten, dafür neigt dieser Typ stärker zu Mitessern, Pickeln und Unterlagerungen. 

  • Mischhaut 
    Zeigt in verschiedenen Bereichen unterschiedliche Merkmale. Die T-Zone produziert mehr Talg, glänzt schneller und hat oft gröbere Poren sowie eine höhere Neigung zu Unreinheiten. Wangen und seitliche Partien können dagegen normal bis trocken sein, weniger glänzen und eher zu Spannungsgefühl neigen. Die Schutzbarriere kann je Zone unterschiedlich stabil sein. 

Info-Box: Empfindliche Haut 

Empfindliche Haut wird im Alltag oft wie ein eigener Hauttyp beschrieben, streng genommen ist sie eine Eigenschaft, die jede Haut unabhängig des Zustands oder Typs betreffen kann. Du kannst also normale, trockene, fettige oder Mischhaut haben – und zusätzlich empfindliche Haut. 

Typisch für empfindliche Haut ist, dass sie schneller reagiert als andere: Sie zeigt häufiger Rötungen, Brennen, Juckreiz oder ein unangenehmes Spannungsgefühl. Oft steckt dahinter eine geschwächte oder gereizte Hautbarriere, die Reize von außen nicht mehr so gut abpuffern kann.

Merkmale & Hautanalyse: So erkennst Du Deinen Hauttyp 

Dein Gesicht verrät Dir viel über Deinen Hauttyp – wenn Du darauf achtest, wie Deine Haut aussieht und sich anfühlt. Hilfreich ist ein Moment, in dem Deine Haut „für sich“ ist, also ohne Make-up und bevor Du Pflege aufgetragen hast. 

Achte vor allem auf diese Fragen: 

  • Wie wirkt Deine Haut auf den ersten Blick? 
    Wirkt sie eher matt oder glänzend, vor allem in Stirn, Nase und Kinn? Sind die Poren eher fein oder deutlich sichtbar? Zeigen sich Rötungen oder Unreinheiten häufiger an bestimmten Stellen? 

  • Wie fühlt sich Deine Haut an? 
    Hast Du oft ein Spannungsgefühl, besonders nach dem Reinigen? Fühlt sich Deine Haut eher weich und geschmeidig an oder eher rau und trocken? Hast Du das Gefühl, dass sie im Laufe des Tages „nachfettet“? 

  • Wie verteilen sich diese Merkmale im Gesicht? 
    Glänzt Deine T‑Zone stärker, während Wangen eher normal oder trocken wirken? Oder zeigt Deine gesamte Gesichtshaut ein ähnliches Verhalten – eher trocken, eher fettig oder ausgeglichen? 

Grob lässt sich sagen: Eine eher ruhige, ausgeglichene Haut ohne starkes Glänzen oder Spannen kann in Richtung normale Haut gehen. Häufiges Spannungsgefühl, trockene Stellen und kaum Glanz sprechen eher für trockene Haut. Deutlicher Glanz, größere Poren und eine Neigung zu Mitessern und Pickeln deuten auf fettige Haut hin. Wenn vor allem die T‑Zone glänzt und Wangen eher normal bis trocken sind, kann das ein Zeichen für Mischhaut sein. 

Wenn Du Dir bei der Einordnung unsicher bist oder Deine Haut widersprüchliche Signale sendet, kann digitale Unterstützung hilfreich sein. Bei dm hast Du die Möglichkeit, einen KI-Hautanalyse-Service von dermanostic zu nutzen. Dabei wird das Hautbild professionell ausgewertet und Du erhältst eine Einschätzung zu Deinem UV-Hauttyp als auch aktuellen Hautzustand und möglichen Hautbedürfnissen – eine gute Orientierung für Deine Produktauswahl, die bei Bedarf durch eine ärztliche Beratung ergänzt werden kann. 

Wenn Deine Haut sich verändert: Lebensphasen & typische Hautzustände 

Auch wenn Deine grundsätzliche Hautrichtung – eher trocken, fettig, normal oder Mischhaut – meist gleich bleibt, können sich ihre Bedürfnisse spürbar verändern. Verantwortlich dafür sind vor allem äußere und innere Einflüsse. 

Zu den wichtigsten Faktoren gehören: 

  • Alter und Hormone 
    In der Pubertät oder rund um den Zyklus produziert die Haut oft mehr Talg und neigt eher zu Unreinheiten. Mit den Jahren wird sie meist trockener, dünner und empfindlicher. Auch Schwangerschaft, Pille oder Wechseljahre können das Hautbild merklich verändern. 

  • Jahreszeiten und Klima 
    Kälte und trockene Heizungsluft im Winter können die Haut austrocknen und empfindlicher machen. Im Sommer sorgen Wärme, Schweiß und UV-Strahlung häufiger für Glanz, Unreinheiten oder Pigmentflecken. 

  • Lebensstil 
    Stress, wenig Schlaf, Rauchen oder unausgewogene Ernährung können dazu führen, dass die Haut müde, fahl oder unruhig wirkt. Auch viel Reibung, häufiges Anfassen des Gesichts oder eng anliegende Masken können Unreinheiten begünstigen. 

  • Pflege und Produkte 
    Zu aggressive Reinigung, häufige Peelings oder ungeeignete Wirkstoffe können die Hautbarriere schwächen. Die Folge können Rötungen, Trockenheit, Spannungsgefühl oder auch vermehrte Unreinheiten sein. 

FAQ

Warum lohnt es sich, meinen Hauttyp und Hautzustand genauer zu bestimmen?

Wenn Du Deinen Hauttyp und Hautzustand kennst, kannst Du Pflege wählen, die wirklich zu Dir passt. Du unterstützt Deine Hautbarriere, vermeidest unnötige Reizungen und reduzierst das Risiko, dass Produkte Spannungsgefühle, Unreinheiten oder Rötungen verstärken. Statt vieles „auszuprobieren“, triffst Du bewusstere Entscheidungen – und baust Dir Schritt für Schritt eine Routine auf, die Deine Haut stärkt.

Wie kann ich herausfinden, welchen Hautzustand ich habe?

Ein erster Hinweis ist, wie Deine Haut aussieht und sich im Alltag anfühlt: neigt sie eher zu Glanz oder Trockenheit, spannt sie, sind die Poren fein oder eher grob, treten Unreinheiten häufiger auf? Zusätzlich kannst Du Unterstützung nutzen: Bei dm hilft Dir die KI-Hautanalyse von dermanostic dabei, Dein Hautbild professionell auszuwerten und eine Einschätzung zu Deinem Hauttyp und Deinen aktuellen Hautbedürfnissen zu bekommen.

Verändert sich mein Hautzustand im Laufe der Zeit?

Deine grundsätzliche Richtung – eher trocken, fettig, normal oder Mischhaut – bleibt meistens über viele Jahre ähnlich.  Faktoren, die zu Änderungen führen sind u.a.Hormone, Alter, Jahreszeiten, Stress, Schlaf oder Pflege. Deshalb kann sich Deine Haut mit 18, 35 oder 55 sehr unterschiedlich anfühlen.

Wodurch unterscheiden sich die verschiedenen Pflege-Hauttypen?

Die Einordnung richtet sich vor allem danach, wie viel Talg Deine Haut bildet, wie gut sie Feuchtigkeit speichern kann, wie stabil ihre Schutzbarriere ist und ob sie zu Glanz, Spannungsgefühl oder Unreinheiten neigt. Normale Haut wirkt ausgeglichen, trockene Haut spannt schneller und glänzt kaum, fettige Haut glänzt stärker und neigt eher zu Unreinheiten, Mischhaut zeigt beides in verschiedenen Gesichtszonen. 

Was kann ich tun, wenn meine Haut auf viele Produkte empfindlich reagiert?

Wenn Deine Haut schnell mit Rötungen, Brennen oder Juckreiz reagiert, hilft es, Deine Routine zu vereinfachen: wenige Produkte, milde Reinigung, reizarm formulierte Pflege ohne viel Duftstoffe und starke Peelings. Neue Produkte testest Du am besten schrittweise und beobachtest, wie Deine Haut reagiert. Bleiben Beschwerden bestehen oder verschlimmern sich, ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen, um Hauterkrankungen auszuschließen.

Quellen

Printquellen

  1. Plewig G, Ruzicka T, Kaufmann R, Hertl M, Hrsg. Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. 7. Aufl. Berlin, Heidelberg: Springer; 2018. doi:10.1007/978-3-662-49544-5.
  2. Fluhr JW, Moore DJ, Lane ME, Lachmann N, Rawlings AV. Epidermal barrier function in dry, flaky and sensitive skin: A narrative review. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2024;38(5):812–820. doi:10.1111/jdv.19745
  3. Baumann L. Understanding and treating various skin types: the Baumann Skin Type Indicator. Dermatol Clin. 2008;26(3):359–373. doi:10.1016/j.det.2008.03.007
  4. Fitzpatrick TB. The Validity and Practicality of Sun-Reactive Skin Types I Through VI. Archives of Dermatology. 1988;124(6):869–871. doi:10.1001/archderm.1988.01670060015008