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Muttermilch aufbewahren

Die Autorin Christina Noack lächelt auf dem Porträtbild

Von Christina Noack (Hebamme)

Lesedauer 3 Min.

21.7.2026

Babynahrungsflasche mit Sauger, gefüllt mit Milch, daneben drei abgefüllte, flach verschweißte Muttermilchbeutel auf einer Küchenarbeitsfläche

In der Muttermilch steckt alles, was Dein Baby in der ersten Zeit seines Lebens braucht – neben Kohlenhydraten gegen den Hunger auch Fette, Vitamine, Enzyme und viele weitere wichtige Inhaltsstoffe. Doch im Laufe der Stillzeit verändert sich nicht nur die Zusammensetzung der Muttermilch, auch bei der Mama oder beim Kind können sich Veränderungen ergeben, die das Stillen beeinflussen. Zum Glück lässt sich Muttermilch wunderbar aufbewahren. Erfahre hier, warum dies wichtig ist und wie Du Deine Muttermilch am besten lagerst und die Haltbarkeit verlängerst. 

Warum Muttermilch aufbewahren? 

An die Brust anlegen und trinken lassen – die ideale Stillvorstellung. Doch nicht immer läuft alles wie geplant – und das ist völlig okay und kommt häufig vor. Gründe, warum es sinnvoll ist, abgepumpte Muttermilch aufzubewahren, sind so vielfältig und einzigartig wie jede Mama selbst. 

  • Das Stillen klappt nicht: Die Brustwarzen schmerzen, Du möchtest Deine Brust zusätzlich anregen, mehr Milch zu produzieren oder das Anlegen Deines Babys gestaltet sich noch schwierig. Stillprobleme treten häufiger auf, als viele denken. Mit abgepumpter Muttermilch versorgst Du Dein Baby trotzdem mit allem, was es braucht. 

  • Mama muss weg: Die Arbeit ruft wieder, ein wichtiger Termin steht an, oder Du gönnst Dir mal eine Auszeit: Jetzt kann Dein/e Partner/in oder eine andere Bezugsperson unterstützen. Mit der aufbewahrten Muttermilch im Fläschchen genießt Dein Schatz gemeinsame Zeit mit einer weiteren Lieblingsperson. 

Wie wird Muttermilch am besten aufbewahrt? 

Es gibt verschiedene Wege, Deine Muttermilch aufzubewahren – im Kühlschrank, im Gefrierfach und auch bei Raumtemperatur. Wir fassen die wichtigsten Fakten zusammen und erklären, welche Gefäße sich dafür gut eignen. 

Muttermilch bei Zimmertemperatur aufbewahren

  • Abgepumpte Muttermilch kannst Du bei Raumtemperatur (bis 25 Grad) zwischen vier und sechs Stunden lagern. Ist die Umgebungstemperatur höher, sollte Deine Milch früher verbraucht werden. 

  • Du kannst die gelagerte Muttermilch ohne Erwärmen Deinem Baby füttern. Manche Kinder mögen die Milch jedoch nur, wenn sie Körpertemperatur – also rund 37 Grad hat – anderen reicht die Zimmertemperatur völlig aus. 

Muttermilch im Kühlschrank lagern

  • Bei Temperaturen von rund +5 Grad kannst Du abgepumpte Muttermilch bis zu 72 Stunden verwenden. 

  • Lagere die Milchbehälter am besten im hinteren Bereich des Kühlschranks, nicht in der Tür. Durch das stetige Auf- und Zumachen schwankt die Temperatur sonst zu sehr. 

  • Erwärmen: Im Wasserbad oder mit dem Fläschchenwärmer bringst Du die Milch auf Körpertemperatur. 

Muttermilch einfrieren und aufbewahren

  • Im Gefrierschrank herrschen rund -18 bis -22 Grad. Hier hält sich die Muttermilch bis zu sechs Monate

  • Wähle auch hier einen hinteren Platz, um die Muttermilch aufzubewahren. 

  • Auftauen: Gefrorene Milch taust Du am besten im Kühlschrank auf. Alternativ hältst Du die gefrorene Milch unter fließendes, warmes Wasser. Wichtig: Nie heißes Wasser oder die Mikrowelle verwenden. Zu hohe Temperaturen beeinträchtigen die Eigenschaften der Milch bzw. ihrer Bestandteile. Hat die Muttermilch Raumtemperatur erreicht, darf sie nicht wieder eingefroren werden! 

  • Erwärme die Milch anschließend in einem warmen Wasserbad oder im Flaschenwärmer. Beachte: aufgetaute Muttermilch kann anders riechen und sollte außerhalb des Kühlschranks innerhalb einer Stunde verbraucht werden. 

Tipp: Friere lieber kleinere Milchmengen ein. Zum einen soll die Milch bei einem Füttern verbraucht werden, zum anderen dehnt sich die Flüssigkeit beim Einfrieren aus. Fülle also nicht die Milch bis ganz zum Rand, sonst kann das Gefäß platzen. 

Das richtige Gefäß

Deine Muttermilch muss hygienisch aufbewahrt werden. Achte darauf, dass die Gefäße gut verschließbar sind. Zur Auswahl stehen: 

  • Kunststoffflaschen: Achte darauf, dass diese für Säuglinge und Kleinkinder geeignet und BPA-frei sind. (BPA ist eine chemische Verbindung, die in Kunststoffgegenständen vorkommen und beim Kontakt mit Lebensmitteln in den Körper gelangen kann) 

  • Glasflaschen: Willst Du diese auch zum Einfrieren nutzen, achte darauf, dass dies bei Deinen Behältnissen möglich ist. 

  • Muttermilchbeutel: Diese brauchen nicht viel Platz und eignen sich gut, wenn Du Muttermilch einfrieren möchtest. Checke vorab, dass sie BPA-frei sind. 

  • Muttermilchbecher: Die Becher haben meist eine Milliliter-Skala und sind mit einem Schraubverschluss ausgestattet. Je nach Milchpumpe können sie auch direkt an diese angeschlossen werden. Später sind sie zudem für Brei oder andere Lebensmittel wiederzuverwenden. 

Nicht geeignet sind: 

  • Gefrierbeutel: Diese können Weichmacher enthalten. 

Alle Gefäße sollten nach der Verwendung immer gut gereinigt und gegebenenfalls sterilisiert werden. Achte vor dem Abpumpen und eventuellen Umfüllen Deiner Muttermilch auf eine gute Hygiene und wasche Deine Hände sorgfältig mit Seife. 

Tipp: Bei manchen Milchpumpen werden die Auffangbehälter für die Muttermilch bereits mitgeliefert. Achte bei elektrischen Milchpumpen oder Handpumpen darauf, dass zugekaufte Behälter auf die Milchpumpe passen oder sie einfach zu befüllen sind. 

Alltagstipps 

  • Elektrische Milchpumpen kannst Du Dir beispielsweise in der Apotheke ausleihen. Dafür brauchst Du ein Rezept Deiner Gynäkologin/Deines Gynäkologen oder Deiner Kinderärztin/Deines Kinderarztes. Die Krankenkasse trägt dafür meistens die Kosten. In der Regel zahlst Du dabei nur einen Selbstzahleranteil von etwa 10% der Kosten (mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro). 

  • Wer viel unterwegs ist, nutzt zum Transport der abgepumpten Muttermilch eine kleine Kühlbox

  • Beschrifte jeden Becher und jede Flasche, die im Kühlschrank oder Eisfach landet, mit Datum und wahlweise Uhrzeit. Du kannst Dir dafür Etiketten vorbereiten, falls Du nachts abpumpst. 

Auch wenn das Stillen nicht ohne Probleme klappt und Du Dein Baby mit abgepumpter Milch oder zugekaufter Milchnahrung fütterst – sei Dir sicher, dass Du eine gute Mama bist, die das Beste für Ihr Kind tut! 

Dein glückskind-Team  

Häufige Fragen

Wie lange kann man Muttermilch im Kühlschrank aufbewahren?

Im Kühlschrank kannst Du Muttermilch drei Tage bedenkenlos aufbewahren. 

Wie Muttermilch aufbewahren?

Muttermilch wird am hygienischsten in fest verschraubbaren Gefäßen aus Kunststoff oder Glas oder in Muttermilchbeuteln aufbewahrt. 

Worin Muttermilch einfrieren?

Muttermilch kannst Du ganz einfach in Muttermilchbeuteln einfrieren.