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Yoga mit Baby

glückskind

Lesedauer 9 Min.

21.4.2026

Gemeinschaftliche Yoga-Übungen stärken nicht nur Muskulatur, sondern vor allem die Mutter-Kind-Bindung. © Kerkez, iStock

Yoga ist nur etwas für Erwachsene? Von wegen! Für Mama und Baby kann Yoga eine bereichernde Erfahrung sein und wunderbar zur Festigung der Bindung beitragen. Denn: Kommt ein Kind zur Welt, steht das gewohnte Leben plötzlich auf dem Kopf. Werdende Eltern erleben oft ein Wechselbad der Gefühle: zwischen Babyglück, Erleichterung über die gut überstandene Geburt, Erschöpfung und Schlafmangel. Hinzu kommen die vielen körperlichen Veränderungen während und nach der Schwangerschaft. Yoga mit Baby bietet da eine wunderbare Möglichkeit, sich einen Ausgleich zum Familienalltag zu gönnen und sich dabei mental und körperlich zu erholen. 

  • Stärkt die Mutter-Kind-Bindung 

  • Hilft bei der mentalen und körperlichen Erholung nach der Geburt 

  • Bietet Ausgleich zum Familienalltag 

  • Fördert das Wohlbefinden von Mama und Baby  

Wie wirkt Postnatal-Yoga? 

Vor der Geburt ging es vor allem darum, den Beckenboden im richtigen Moment zu entspannen. Nach der Geburt bemerken wiederum viele neue Mamas, dass die Beckenbodenmuskulatur mittlerweile „zu locker“ ist. Leichte Inkontinenz beim Niesen oder Husten gehört kann daher zu den möglichen Folgen einer Entbindung gehören. Druckgefühl im Unterbauch und Rückenschmerzen sind weitere Beschwerden, die mit einem schwachen Beckenboden einhergehen. Kurzum: Der Körper nach der Geburt ist ein anderer. 

  • Leichte Inkontinenz beim Niesen oder Husten 

  • Druckgefühl im Unterbauch 

  • Rückenschmerzen 

  • Schwacher Beckenboden 

Nach der Geburt kommt es häufig zu sichtbaren und spürbaren Veränderungen des Körpers. Diese Veränderungen betreffen unterschiedliche Bereiche, etwa die Muskulatur, die Haut und das allgemeine Wohlbefinden. 

Behutsames Postnatal-Yoga mit Baby ist ideal, um den Beckenboden nach der Geburt zu kräftigen – ohne dabei Mutter und Baby zu sehr zu belasten. Das postnatale Yoga unterstützt somit die Rückbildung nach der Entbindung und hilft dabei, die geschwächten Muskeln wieder aufzubauen. Während Mütter zurück in ihren Körper finden, können sie ihr Baby ganz in der Nähe haben. In manchen Fällen ist es auch möglich, die Rückbildungsübungen mit Baby im Tragetuch oder einer Trage durchzuführen. 

  • Kräftigt den Beckenboden nach der Geburt 

  • Unterstützt die Rückbildung 

  • Hilft, Muskeln wieder aufzubauen 

  • Mama und Baby können gemeinsam üben 

  • Rückbildungsübungen auch mit Baby im Tragetuch möglich

Yoga mit Baby oder allein? 

Beim Rückbildungsyoga stehen in erster Linie die Mutter und ihr Körper im Mittelpunkt. Nachdem eine Frau in den neun Schwangerschaftsmonaten den eigenen Körper buchstäblich mit ihrem ungeborenen Kind teilt, gehört er jetzt wieder „nur“ ihr. Daran müssen sich frisch gebackene Mamas oftmals erst wieder gewöhnen. Da kann es ablenkend sein, wenn das Baby auch in dieser einen freien Stunde dabei ist. Vielleicht ist das Baby auch quengelig und nicht in der Stimmung für die Rückbildung. Je nach Möglichkeit empfinden es Frauen als befreiend, den Rückbildungskurs ohne Baby zu machen. 

Später, wenn das Baby etwas älter ist, kann es beim Mama-Baby-Yoga bzw. Postnatal-Yoga mit Baby aktiv mitwirken, sodass das Neugeborene mit seiner Mutter Spaß an der Bewegung hat. 

Beim Rückbildungsyoga steht die Mutter mit ihrem Körper im Mittelpunkt. Nach neun Monaten, in denen eine Frau ihren Körper ganz selbstverständlich mit dem ungeborenen Baby teilt, darf sie nun wieder den Fokus auf sich selbst richten. Diese Umstellung braucht manchmal etwas Zeit – und viele frischgebackene Mamas müssen sich erst wieder daran gewöhnen, ihren Körper als „nur“ ihren eigenen zu erleben. Gerade deshalb kann ein Rückbildungskurs ohne Baby eine wohltuende Auszeit sein. Die Stunde bietet Raum, sich ungestört auf die Rückbildung und das eigene Wohlbefinden zu konzentrieren – besonders, wenn das Baby gerade nicht in der Stimmung für Yoga ist oder vielleicht quengelt. Viele Frauen empfinden es als befreiend, beim Rückbildungsyoga einmal ganz bei sich zu sein. 

Sobald das Baby etwas größer ist, kann es beim Mama-Baby-Yoga bzw. Postnatal-Yoga mit Baby aktiv dabei sein und gemeinsam mit der Mutter Freude an Bewegung entdecken. So wird das Yoga-Erlebnis zu einer wertvollen, gemeinsamen Zeit, die die Bindung stärkt und beiden Spaß macht. 

  • Rückbildungsyoga: Fokus auf die Mutter und ihren Körper 

  • Ohne Baby: ungestörte Auszeit, Konzentration auf das eigene Wohlbefinden 

  • Mit Baby: Gemeinsam Spaß an Bewegung, Förderung der Bindung 

  • Je nach Stimmung des Babys und Bedürfnis der Mutter wählbar 

Beim Mama-Baby-Yoga im Studio können Mütter sich austauschen und mit ihrem Baby entspannen. © kupicoo, iStock

Yoga zur Rückbildung: Tipps 

Um nach der Geburt die Beckenbodenmuskulatur zu spüren und zu aktivieren, bietet sich die professionelle Hilfe einer Hebamme oder Yoga-Lehrerin an. Der einfachste Einstieg ist ein Yoga-Kurs unter professioneller Anleitung. Manche Krankenhäuser bieten Kurse für Rückbildungsyoga mit Baby auf der Wöchnerinnenstation an. Neben Yogastudios bieten diese auch Hebammen, Volkshochschulen, Gymnastikstudios und Physiotherapeuten an. 

  • Hebammen 

  • Yogastudios 

  • Volkshochschulen 

  • Gymnastikstudios 

  • Physiotherapeuten 

  • Krankenhäuser (Wöchnerinnenstation) 

Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten eines Rückbildungskurses für bis zu zehn Kursstunden – sofern eine anerkannte Hebamme oder ein zugelassener Physiotherapeut den Yoga-Kurs durchführt. Doch egal, ob die Krankenkasse die Kursgebühren trägt oder Du den Yoga-Kurs privat zahlst: Die Investition in die Rückbildung und das Training des Beckenbodens lohnt sich in jedem Fall. 

Ein Präsenzkurs hat besondere Vorteile. Du kannst Dich direkt mit anderen Mamas austauschen und neue Kontakte knüpfen. In der Gruppe entsteht eine unterstützende Atmosphäre, in der Du Dich verstanden fühlst. Außerdem nimmst Du Dir bewusst Zeit für Dich selbst, abseits des Alltags, und kannst Dich voll auf Deine Rückbildung und Dein Wohlbefinden konzentrieren. Gerade nach der Geburt ist dieses Sich-Zeit-nehmen besonders wertvoll. 

  • Direkter Austausch mit anderen Mamas 

  • Neue Kontakte knüpfen 

  • Unterstützende Gruppenatmosphäre 

  • Bewusste Auszeit vom Alltag 

  • Fokus auf Rückbildung und Wohlbefinden 

Yoga nach der Geburt – ab wann darf ich anfangen? 

Mütter beginnen mit Postnatal-Yoga zur Rückbildung idealerweise sechs Wochen nach der Geburt (bei einem Kaiserschnitt acht bis zwölf Wochen). Für Baby-Yoga, bei dem Säuglinge aktiv mitwirken, sollten die Kinder schon etwas älter sein – zwischen drei und sieben Monate. Dann klappt das gemeinsame Yoga mit Baby am besten. 

  • Postnatal-Yoga: ab ca. 6 Wochen nach Geburt 

  • Nach Kaiserschnitt: ab 8–12 Wochen 

  • Baby-Yoga: geeignet für Babys zwischen 3 und 7 Monaten

Online-Kurs: Yoga mit Baby 

Für manche Eltern ist es einfach bequemer und praktischer, sich für einen virtuellen Yoga-Kurs anzumelden. Babys sind in ihrer vertrauten Umgebung häufig ruhiger und nach den Yoga-Übungen kannst Du Dein müdes Kind direkt zum Schlafen hinlegen. Die Online-Angebote sind insbesondere für Babys mit Immunschwäche in den ersten Lebensmonaten sinnvoll, um den Kontakt mit anderen zu minimieren. 

Sanftes Mama-Baby-Yoga 

Am Anfang lassen sich die Yoga-Übungen gerne mit Massagen und Streicheleinheiten kombinieren, um neben der Bewegung auch Berührungen zu integrieren. Die Mutter führt zu Beginn das Baby beim Yoga, in dem sie seine Arme, Beine, Hände, Füße und Hüfte behutsam in verschiedene Positionen bewegt. Der Ablauf ist fließend und spielerisch. Mama-Baby-Yoga hat dabei einen nachhaltigen Wohlfühleffekt: 

  • Gemeinsame Körperübungen fördern das Gleichgewicht und das Rhythmusgefühl des Babys. 

  • Beim Yoga mit Baby werden dessen Sinne stimuliert und die Reflexe optimal gefördert. 

  • Gleichzeitig ist die Atmosphäre angenehm geschützt. Dabei gewinnt die Mutter Sicherheit im Umgang mit ihrem Kind und lernt, spontan auf seine Bedürfnisse zu reagieren und zu improvisieren. 

Positiv für kindliche Entwicklung 

Ab dem dritten Monat reagieren Babys immer stärker auf Gesprächs- und Spielpartner und interagieren häufiger. Auch die grob- und feinmotorischen Fähigkeiten verbessern sich. Der Tastsinn verschärft sich und Massagen, Streicheleinheiten und sanftes postnatales Yoga mit Baby können Deinem Kind spielerisch helfen, den eigenen Körper näher kennenzulernen. 

Bis zum sechsten Monat verfeinert sich die Hand-Augen-Koordination und das Drehen fällt dem Baby leichter – es kann sich mitunter sogar bewusst in eine Richtung drehen. Bevor der Nachwuchs mit dem Krabbeln beginnt, ist Yoga mit Baby ideal zur Vorbereitung. Die Übungen bestärken Kinder in ihrer emotionalen und motorischen Entwicklung sowie in ihrer Bewegungsfreude. 

Mit Yoga Bindung stärken 

Auch für die Mutter bietet Postnatal-Yoga einige positive Erfahrungen: Die Mutter erlernt Entspannungs- und Atemübungen, die ihr bei der Bewältigung des neuen aufregenden Alltags helfen, sowie Massagetechniken, die gegen häufige Beschwerden des Babys wie Blähbauch oder Unruhe helfen können.

Mama-Baby-Yoga ist zudem optimal für das Bonding, also stärkt die Bindung zum Baby. Yoga fördert zudem  Achtsamkeit: Du und Dein kleiner Schatz lernen dabei, die gemeinsame Zeit bewusst zu genießen.

Baby-Yoga: Übungen für daheim 

Nach einem absolvierten Kurs bzw. einer Anleitung durch eine Hebamme oder Yoga-Lehrerin sind die Mütter gerne dazu angehalten, zu Hause weiter mit ihrem Baby zu üben. 

glückskind-Tipp ★: Wenn Du Yoga für Babys regelmäßig zu Hause zu übst, kannst Du die positiven Effekte auch außerhalb des Studios zu spüren. Wichtig ist dabei eine weiche und rutschfeste Unterlage, wie z. B. eine Yoga- oder Gymnastikmatte sowie eine Krabbel- oder Babydecke

In unserer nachfolgenden Galerie findest Du einige Beispiele von Übungen für Yoga mit Babys, die Du bei Dir daheim ausprobieren kannst. 

  1. Lege beide Hände auf Babys Beine. Stelle Augen­kontakt her und überprüfe, ob das Baby den Bewegungen zustimmt. Vollführe langsame Rad­fahr­be­wegungen, erst in die eine, dann in die andere Richtung.

    Bewegung in der Hüfte

  2. Mit dieser Übung bereitest Du Babys Hüft­gelenke auf Bewegung vor und stärkst die untere Rückenmuskulatur. Dabei die gebeugten Beine mit den Daumen unter den Fersen halten, Fuß­sohlen zu­einander­bringen.

    Starker Rücken

  3. Ab dem 4. Monat streben Babys danach, sich auszustrecken. Lege dem Baby Deinen Zeigefinger in die Hände und lasse es selb­ständig die Kraft aufbringen, sich hoch­zu­ziehen. Ist es noch nicht dazu bereit, lasse es sanft zur Matte herunter.

    An den Fingern hochziehen

  4. Stärke Deine Rücken- und Bauch­muskulatur: Setze Dir Dein Baby auf Deine gebeugten und ge­schlossenen Beine. Arme aus­strecken, tief ein- und aus­atmen. Je tiefer Du atmest, desto besser kannst Du die Wirbel­säule auf­richten. Erst 4 Monate nach der Geburt ausüben.

    Für Rücken und Bauch

  5. Francoise Barbira Freedman: Yoga für Mütter und Babys. Interaktive Übungen für Babys und Kleinkinder mit ihren Eltern, NaturaViva Verlag, 144 Seiten, ISBN: 9783935407311

    Noch mehr Übungen findest Du in diesem Buch

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Interview: Tipps einer Baby-Yoga-Lehrerin

Ab wann kann ich Mama und Baby Yoga üben?

Am Anfang ist alles neu und sicher auch überfordernd. Nach ein paar Wochen hat sich der Alltag mit dem Neugeborenen jedoch langsam eingependelt. „Dann seid Ihr aneinander gewöhnt, der Stillrhythmus ist eingeübt, und Du kannst mit dem Mama-Baby-Yoga beginnen“, so Stefanie Flöter, Yogalehrerin aus Karlsruhe. „Das gemeinsame Yoga klappt am besten, wenn der kleine Liebling zwischen drei und sieben Monaten alt ist.“

Yoga mit Baby – wie oft?

In der Regel finden die Kurse einmal wöchentlich statt und dauern rund eine Stunde. Die Mütter sind aber durchaus eingeladen, die Übungen auch allein mit dem Baby zwischendurch zu machen. Die wichtigsten Utensilien: Babys Krabbeldecke und eine Yogamatte bzw. eine einfache Gymnastikmatte. 

Wie läuft ein Baby-Yoga-Kurs ab?

„In unserem Studio beginnen wir mit einem Einstimmungslied und Atemübungen für die Mama“, erzählt Stefanie Flöter. „Dann folgen Anti-Stress-Übungen, ein paar Dehnungseinheiten für die Mutter und manchmal einige Kräftigungsübungen.“ Anschließend geht es mit dem Baby-Yoga los, wobei das Baby immer von der Mutter unterstützt wird. 

„Bei einer Übung liegt das Baby auf dem Rücken und die Mutter reibt seine Fußsohlen aneinander“, erklärt die Yogalehrerin. „Anschließend macht sie den Schmetterling, das heißt kreisende Bewegungen mit Babys Hüften.“ Auch eine Babymassage für Füße, Beinchen oder den ganzen Körper kann Teil der Stunde sein. Eine kleine Meditation schließt das Ganze ab. Anschließend bleibt noch Zeit, das Baby zu wickeln und sich mit den anderen Müttern auszutauschen. 

Was bewirkt Mama-Baby-Yoga?

Die Yoga-Übungen sollen das Körpergefühl des Babys stärken und gleichzeitig Ruhe und Entspannung schenken. „Das Hauptziel ist jedoch, die Bindung zwischen Mutter und Kind zu vertiefen“, so die Expertin. Yoga ist für jedes Baby geeignet, auch oder gerade für Kinder, die sehr unruhig sind und häufig schreien

„Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden, sind oft unsicher, wie fest sie ihr Baby anfassen und wie sie es tragen können, zum Beispiel auch, wenn es weint oder Blähungen hat.“ Oft kamen diese Themen zwar im Geburtsvorbereitungskurs zur Sprache, dieser liegt dann jedoch schon Monate zurück. „Baby-Yoga hilft, sicherer im Umgang mit dem Kind zu werden“, sagt die Yogalehrerin. 

Wann anmelden?

Wichtig ist, sich frühzeitig für einen Kurs anzumelden. „In unser Studio kommen oft Mütter, deren Babys schon zu alt für den Mama-Baby-Yoga-Kurs sind“, so Stefanie Flöter. Idealer Zeitpunkt für die Anmeldung ist, wenn das Baby sechs Wochen alt ist. Sobald das Kind etwas älter ist, kann es dann zum Kinderyoga gehen. Altersgerechte Kurse gibt es in der Regel ab drei Jahren. 

Dein glückskind-Team