Schrunden und Rhagaden
Lesedauer 4 Min.
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16.2.2026
Was sind Schrunden und Rhagaden?
Wenn die Haut rissig wird und kleine Spalten oder Risse entstehen, sprechen wir im Alltag oft von Schrunden. Medizinisch werden tiefere, schmerzhafte Einrisse der Haut als Rhagaden bezeichnet
Am häufigsten treten sie an den Füßen auf, vor allem an den Fersen. Doch was macht diese Stellen so anfällig?
Schrunden entstehen in der Regel dort, wo die Haut besonders trocken ist und unter ständiger Belastung steht. Unsere Füße tragen schließlich unser gesamtes Körpergewicht und sind zusätzlichen Faktoren wie drückenden Schuhen oder rauem Untergrund ausgesetzt. Mit der Zeit kann die bereits trockene Haut einreißen und schmerzhafte Schrunden bilden.
Ursachen und Entstehung von Schrunden
Schrunden sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern das Ergebnis verschiedener Faktoren, die Deine Füße belasten. Doch keine Sorge, wenn Du die Ursachen kennst, kannst Du gezielt dagegen vorgehen.
Die Rolle von Trockenheit
Die Rolle von Trockenheit
Trockene Haut ist der häufigste Auslöser für Schrunden. Besonders die Fersen neigen dazu, auszutrocknen, da sie von Natur aus weniger Talgdrüsen besitzen und seltener eingecremt werden. Ohne ausreichende Feuchtigkeit wird die Haut spröde und beginnt, kleine Risse zu entwickeln. Kälte, trockene Luft oder langes Stehen auf harten Böden verstärken diesen Prozess noch.
Verhornung und Druck
Verhornung und Druck
Auch eine verstärkte Hornhautbildung kann Schrunden fördern. Druck durch langes Stehen, falsches Schuhwerk oder unebene Untergründe führt dazu, dass sich die Haut an Deinen Füßen verdickt. Diese Verhornung nimmt an Elastizität ab und reißt bei Belastung leichter ein.
Weitere Faktoren
Weitere Faktoren
Neben den mechanischen Einflüssen spielen auch andere Ursachen eine Rolle:
- Klimatische Einflüsse: Ständig wechselndes Wetter oder Barfußlaufen auf rauen Böden können die Haut mürbe machen.
- Gesundheitliche Bedingungen: Halten Schrunden trotz Pflege an oder treten sie immer wieder auf, können auch Hauterkrankungen oder Infektionen dahinterstecken. Krankheiten wie Neurodermitis oder Psoriasis (Schuppenflechte) fördern trockene, empfindliche Haut.
- Krankheit Diabetes: Besonders Menschen mit Diabetes sollten vorsichtig sein – mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Besonders gefährdet: Menschen mit Diabetes
Besonders gefährdet: Menschen mit Diabetes
Bei Diabetikern sind Schrunden ein häufiges Problem, da ihre Haut zusätzlich anfällig für Trockenheit ist. Gleichzeitig kann ein zu hoher Blutzuckerspiegel die Wundheilung verzögern, was das Risiko für Entzündungen oder sogar Infektionen erhöht. Bei Diabetes können Schrunden aufgrund verminderter Schmerzempfindung unbemerkt bleiben. Selbst kleine Risse sollten frühzeitig ärztlich oder podologisch beurteilt werden.
Woran erkennst Du Schrunden?
Manchmal merkt man erst beim genauen Hinsehen, dass die Fersen spröde geworden sind. Doch oft machen Schrunden sich schon bemerkbar, bevor sie sichtbar sind.
Hier ein Überblick über die typischen Anzeichen:
Typische Merkmale
- Raue oder spröde Haut: Deine Fersen fühlen sich trocken und uneben an.
- Feine Risse: Was harmlos beginnt, können winzige Risse sein, die mit der Zeit größer und tiefer werden.
- Weiße oder gelbliche Stellen: Die Haut erscheint oft heller, verhärtet und manchmal verdickt.
- Schmerzen: Vor allem beim Gehen oder Stehen können Schrunden unangenehm ziepen.
Komplikationen
Ignorierst Du die ersten Symptome, können sich tiefergehende Risse bilden. Diese sogenannten Rhagaden reichen bis in die unteren Hautschichten und können:
- Bluten: Besonders bei größerer Belastung, wie sportlichen Aktivitäten.
- Entzündungen auslösen: Offene Schrunden sind eine ideale Eintrittspforte für Bakterien.
- Richtig schmerzhaft werden: Jede Bewegung wird zur Herausforderung.
Wenn Schrunden einmal diesen Punkt erreicht haben, reicht oft eine einfache Pflegecreme nicht mehr aus. Doch keine Sorge, wie Du sie behandeln kannst, erfährst Du im nächsten Kapitel.
Hilfe bei rissigen Fersen
Rissige Fersen sind zwar unangenehm, aber sie lassen sich mit den richtigen Maßnahmen oft gut behandeln. Wichtig ist, schnell zu reagieren, bevor die Schrunden tiefer werden oder zu Komplikationen führen.
Pflegeprodukte: Die richtige Wahl für Deine Füße
Pflegeprodukte: Die richtige Wahl für Deine Füße
Cremes und Salben mit Urea (Harnstoff) sind Dein bester Freund, wenn es um die Behandlung von Schrunden geht. Urea hilft, die Haut intensiv zu durchfeuchten und abgestorbene Hautschuppen sanft zu lösen. Bei dm findest Du zahlreiche Produkte, die speziell auf die Bedürfnisse trockener Haut abgestimmt sind:
- Schrundensalben, die tief in die Haut eindringen und die Regeneration fördern.
- Feuchtigkeitsspendende Fußmasken, die über Nacht wirken.
- Sanfte Cremes, die sich ideal für die tägliche Anwendung eignen.
Bei offenen oder schmerzhaften Rhagaden kann Urea anfangs brennen. In diesen Fällen sind fettreiche, reizfreie Salben ohne Urea besser geeignet.
Hausmittel: Was unterstützend wirken kann
Hausmittel: Was unterstützend wirken kann
Auch einfache Mittel aus Deinem Haushalt können Schrunden lindern:
- Ölbäder: Ein warmes Fußbad mit Oliven- oder Kokosöl macht die Haut elastischer.
- Honig: Eine Honigmaske beruhigt gereizte Haut und wirkt antibakteriell. Wichtig: Hausmittel mit Honig können bei intakter Haut unterstützend wirken, sollten jedoch nicht auf offene oder blutende Schrunden aufgetragen werden. Hier bestehen ein Allergiepotential sowie ein Infektionsrisiko.
- Bimsstein: Nach dem Einweichen kannst Du mit einem Bimsstein verhornte Stellen vorsichtig entfernen.
Medizinische Behandlung: Wann ist ein Arztbesuch notwendig?
Medizinische Behandlung: Wann ist ein Arztbesuch notwendig?
Wenn die Schrunden bluten, sich entzünden oder tiefer werden, solltest Du einen Arzt aufsuchen.
Achte dabei auf folgende Symptome:
- Rötung, Überwärmung
- Nässen, Eiter
- zunehmender Schmerz
- Fieber
- keine Besserung nach 7–10 Tagen Pflege
Besonders bei chronischen Beschwerden kann ein Podologe (medizinischer Fußpfleger) gezielt helfen.
Passende Pflegeprodukte für Dich
Vorbeugung & Pflege
Der beste Weg, Schrunden zu behandeln, ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit einer cleveren Routine und etwas Aufmerksamkeit kannst Du Deine Füße langfristig gesund und geschmeidig halten.
Tägliche Maßnahmen für gesunde Füße
Schon kleine Schritte können große Wirkung zeigen:
- Feuchtigkeit schenken: Tägliches Eincremen mit feuchtigkeitsspendender Creme.
- Sanfte Reinigung: Achte darauf, milde Produkte zu verwenden, die die Haut nicht zusätzlich austrocknen.
- Hornhaut entfernen: Maximal einmal die Woche, um die natürliche Schutzschicht nicht zu beschädigen.
Gute Gewohnheiten im Alltag
Außerdem helfen Dir diese Alltagstipps:
- Trage bequeme, gut sitzende Schuhe.
- Trinke ausreichend Wasser, um Deine Haut von innen zu pflegen.
- Gönn Deinen Füßen regelmäßig Ruhe, z. B. durch Hochlegen zur Entlastung.
Saisonale Pflege
Im Winter kannst Du Deine Füße mit einem fettreichen Balsam vor trockener Heizungsluft und Kälte schützen, während im Sommer Pflege mit Urea eingesetzt werden kann , um die Haut geschmeidig zu halten.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.