Intimpflege beim Mann
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Lesedauer 7 Min.
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21.4.2026
Sich im eigenen Körper wohlzufühlen beginnt bei den Basics – also der täglichen Pflege. Das schließt auch den Intimbereich ein. Wer hier aufmerksam ist und sorgfältig vorgeht, sorgt nicht nur für Wohlbefinden, sondern schützt auch aktiv die eigene Gesundheit – und die der Sexualpartnerin oder des Sexualpartners.
Warum ist Intimpflege so wichtig?
Die Haut rund um Penis und Hoden ist sehr sensibel. Sie ist dünn, gut durchblutet und reagiert daher empfindsam auf äußere Einflüsse. Reibung beim Sport oder Sex, Druck durch enge Kleidung oder Schnitte bei der Rasur können schnell zu Hautreizungen oder winzigen Verletzungen führen. Diese sogenannten Mikroverletzungen kannst Du mit bloßem Auge oft gar nicht sehen. Trotzdem können sie die natürliche Schutzbarriere der Haut schwächen und als Eintrittspforte für Krankheitserreger wie Bakterien oder Pilze dienen.
Auch ein wichtiges Thema, das vor allem unbeschnittene Männer betrifft: Zwischen Vorhaut und Eichel bildet sich täglich eine weißlich-gelbliche Substanz, das sogenannte Smegma. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Seife“ oder „Salbe“ – was ziemlich treffend das Aussehen dieser Substanz beschreibt. Smegma besteht hauptsächlich aus abgestorbenen Hautzellen und Talg und ist nicht etwa krankhaft, sondern völlig natürlich. Problematisch wird es jedoch, wenn sich die Mischung über mehrere Tage ansammelt und nicht entfernt wird. Dann bietet sie Keimen einen idealen Nährboden. Und dann drohen unangenehmer Geruch, Hautreizungen und Entzündungen, zum Beispiel eine Balanitis (Eichelentzündung).
Doch wer nun glaubt, mit besonders gründlicher oder häufiger Reinigung auf der sicheren Seite zu sein, liegt falsch. Denn auch ein „Zuviel“ an Pflege kann der empfindlichen Intimhaut schaden. So kann sehr häufiges Reinigen, vor allem mit heißem Wasser, die Haut austrocknen. Auch „normale“ Seifen oder Duschgele sind nicht die beste Wahl. Sie sind meist alkalisch, das heißt, sie haben einen hohen pH-Wert. Die empfindliche Haut im Intimbereich besitzt jedoch – wie die übrige Körperhaut – einen leicht sauren Schutzmantel, um das Wachstum von Bakterien und Pilzen zu verhindern. Wird dieser Schutzmantel durch alkalische Produkte regelmäßig gestört, kann die Haut empfindlicher, trockener und anfälliger für Reizungen oder Infektionen werden.
Intimpflege zur Vorsorge
Die tägliche Intimpflege dient nicht nur der Reinigung, sie ist auch Gelegenheit für einen kurzen Check des Genitalbereichs: Wenn Du ihn jeden Tag bewusst pflegst, bemerkst Du schneller, ob sich etwas verändert. Erkrankungen – von Infektionen bis hin zu Hodenerkrankungen – lassen sich umso besser behandeln, je früher sie entdeckt werden. Zudem kannst Du so verhindern, dass Du mögliche Krankheitserreger unbeabsichtigt an die Menschen weitergibst, mit denen Du intim wirst.
Anzeichen, bei denen Du aufmerksam werden solltest:
- kleine Knötchen oder Verhärtungen unter der Haut,
- Rötungen, Ausschlag oder ungewöhnlicher Juckreiz,
- Schmerzen oder Druckempfindlichkeit,
- Veränderungen der Beweglichkeit der Vorhaut,
- Auffälligkeiten an den Hoden.
Wenn Du diese Veränderungen bei Dir beobachtest, lasse sie vorsichtshalber ärztlich abklären. Und keine Sorge: Beschwerden im Genitalbereich sind nichts, wofür man(n) sich schämen muss. Für Hausärztinnen und Hausärzte gehören sie genauso wie für Urologen und Urologinnen zum medizinischen Alltag.
Häufige Fehler bei der Intimpflege
Zu viel, zu wenig und die falschen Produkte – das sind die typischen Fehler bei der Intimpflege. Folgende Punkte solltest Du daher besser vermeiden:
- die Reinigung mit normalen Pflegeprodukten wie Duschgels, Seifen oder Lotionen im Intimbereich,
- die tägliche Verwendung von Intimsprays oder Intimdeos,
- zu seltenes oder nicht grĂĽndliches Waschen,
- zu häufiges, zu langes und zu heißes Duschen,
- das Tragen von enger, einschneidender oder synthetischer Unterwäsche.
Intimpflege bei Männern: So geht’s richtig
FĂĽr eine gute Intimhygiene und zur Vermeidung von Infektionen im Genitalbereich braucht man(n) weder viel Zeit noch teure Produkte. Hier ein Ăśberblick ĂĽber das, was wichtig ist:
Schritt 1: Reinigen
- Reinige Deinen Intimbereich einmal täglich – das ist grundsätzlich genug. Bei starkem Schwitzen, Sport oder nach dem Sex darf es auch ein weiteres Mal sein.
- Lauwarmes Wasser reicht meist aus. Bei Bedarf kannst Du eine milde Intim-Waschlotion verwenden, die pH-hautneutral oder auf den leicht sauren pH-Wert der Intimhaut abgestimmt ist und keine Duftstoffe enthält.
- Die Reinigung klappt am besten mit der Hand. Auf Waschlappen und Schwämme solltest Du lieber verzichten, da sie Keime aufnehmen und ungewollt bei der nächsten Anwendung abgeben können.
- Reinige Eichel, Penisschaft, Hoden sowie die umliegenden Hautfalten gründlich, aber sanft und spüle anschließend sorgfältig ab.
- Bei nicht beschnittenem Penis: Hier ist es besonders wichtig, auch den Bereich unter der Vorhaut täglich zu reinigen. Die Vorhaut dafür vorsichtig zurückziehen und eventuell vorhandenes Smegma sanft mit Wasser entfernen. Anschließend die Vorhaut wieder vollständig nach vorne ziehen.
Schritt 2: Rasieren
Intimrasur ist medizinisch nicht zwingend notwendig, aber viele Männer fühlen sich damit einfach wohler. Wenn Du Dich rasieren möchtest, beachte bitte:
- Haut vorher grĂĽndlich reinigen,
- Nassrasierer mit sauberer, scharfer Klinge verwenden,
- Haut gegebenenfalls bei der Rasur mit zwei Fingern spannen,
- in Wuchsrichtung rasieren,
- anschlieĂźend mit lauwarmem Wasser abwaschen.
Schritt 3: Abtrocknen
Feuchtigkeit begünstigt das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Deshalb solltest Du den Intimbereich nach dem Waschen gründlich abtrocknen. Verwende dafür ein weiches Handtuch und tupfe die Haut trocken – auch unter der Vorhaut und in den Hautfalten. Starkes Reiben solltest Du besser vermeiden.
Schritt 4: Pflegen
Bei Bedarf kannst Du die Haut nach der Reinigung mit einer milden, beruhigenden Intimcreme, einem Intimöl oder einem Intimgel eincremen. Diese Produkte unterstützen die natürliche Hautbarriere, schützen vor Trockenheit und machen ein angenehmes Hautgefühl.
Produkte fĂĽr die Intimpflege:
Achte auf speziell entwickelte Produkte, die auf die BedĂĽrfnisse empfindlicher Intimhaut abgestimmt sind.
Intim-Waschlotionen:
- fĂĽr ein angenehmes FrischegefĂĽhl
- pH-neutral
- frei von Alkohol, ParfĂĽm und aggressiven Tensiden
- dermatologisch getestet
Pflegecremes oder -öle:
- bei trockener oder gereizter Haut und nach der Intimrasur
- frei von Alkohol, ParfĂĽm und aggressiven Tensiden
- dermatologisch getestet
- z.B. mit Panthenol, Aloe Vera, Teebaumöl oder Milchsäure
Wund- und Heilsalben:
- bei Rasurbrand oder Reizungen der Intimhaut
- z.B. mit Nystatin, Zinkoxid, Dexpanthenol oder Pflanzenextrakten wie Hamamelis
Tipps fĂĽr den Alltag
- Reinige Deinen Intimbereich einmal täglich mit warmem Wasser und bei Bedarf mit einer milden, pH-angepassten Intim-Waschlotion.
- Reinige gegebenenfalls auch den Bereich unter der Vorhaut.
- Trockne den Intimbereich anschlieĂźend grĂĽndlich, aber vorsichtig mit einem weichen Handtuch ab.
- Trage atmungsaktive Unterwäsche aus Baumwolle und wechsle diese täglich.
- Dusche nach dem Sport möglichst bald.
- Bei Beschwerden: frühzeitig zur Ärztin oder zum Arzt gehen!
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.
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Quelle
Internet
Internet
- Perkins, O.S., Cortes, S. S. (2022). Balanoposthitis. StatPearls Publishing. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK553050/