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Schnittwunden – was hilft?

dm-drogerie markt

Lesedauer 5 Min.

8.12.2025

Wer schon einmal Gemüse geschnippelt, den Bart rasiert oder mit scharfem Werkzeug hantiert hat, weiß: Ein Moment der Unachtsamkeit reicht, und die Klinge trifft nicht das Ziel, sondern die Haut. Oberflächliche, kleine Schnittwunden heilen in der Regel schnell von selbst, tiefergehende Schnitte können jedoch anhaltend bluten oder sich entzünden, wenn sie nicht richtig versorgt werden. Deshalb ist es wichtig, dass Du weißt, wie Du eine Schnittwunde korrekt behandelst – und wann ein Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt nötig ist.

Schnittwunden richtig versorgen 

Kleinere, oberflächliche Schnittwunden kannst Du in den meisten Fällen einfach mit einem Pflaster versorgen, um sie vor Schmutz und Keimen zu schützen. Bei tieferen Schnitten, wenn größere Blutgefäße verletzt wurden, lässt sich die Blutung schwerer stoppen. 

Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die richtige Versorgung von Schnittwunden:

Hände reinigen

Bevor Du mit der Wundversorgung beginnst, wasche gründlich Deine Hände. 

Blutung stillen

Lasse die Wunde zunächst wenige Sekunden bluten, um kleine Fremdkörper und Keime herauszuspülen. Drücke dann eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch leicht auf die Wunde, um die Blutung zu stoppen.

Wunde keimfrei abdecken

Ist die Wunde stark verschmutzt, kannst Du sie vorsichtig mit einem Wundreinigungstuch oder einer sterilen Kompresse abtupfen. 

Kleine, oberflächliche Schnittwunden lassen sich einfach mit einem Pflaster abdecken. Für Fingerverletzungen eignen sich spezielle Fingerkuppenpflaster besonders gut. 

Bei tieferen Wunden, die länger bluten, kann ein Druckverband erforderlich sein:

  • Lege eine sterile Wundauflage auf die Wunde. Achte darauf, diese nur am Rand anzufassen, damit keine Keime von Deinen Händen in die Wunde gelangen.
  • Fixiere die Wundauflage mit einer Mullbinde, indem Du sie mehrfach um die Verletzung wickelst.
  • Platziere ein Druckpolster (z. B. ein ungeöffnetes Verbandpäckchen) auf die umwickelte Wunde.
  • Sichere das Polster, indem Du es mit der restlichen Mullbinde umwickelst, und fixiere den Verband fest, aber nicht zu straff.
  • Nach einigen Minuten kannst Du den Druckverband wieder lockern.

Verband wechseln

Wechsle den Verband alle ein bis zwei Tage oder jedes Mal, wenn er feucht oder schmutzig wird. Beobachte dabei den Heilungsprozess und achte auf Anzeichen einer Infektion (Rötung, Schwellung, Eiter, unangenehmer Geruch, Überwärmung). Den Verbandwechsel setzt Du am besten so lange fort, bis die Wunde vollständig verheilt ist.

Häufige Fehler bei der Wundversorgung

Damit Deine Wunde schnell und gut verheilen kann, solltest Du diese typischen Fehler vermeiden – und wissen, wie es richtig geht:

  • Wunde übermäßig desinfizieren oder mit Alkohol „ausbrennen“
    Das reizt das Gewebe unnötig und kann die Heilung verzögern.
    Besser: Nur bei Infektionsgefahr oder nach ärztlicher Empfehlung desinfizieren. Verwende milde Mittel wie Octenidin oder Polihexanid.
  • Wunde austrocknen lassen
    „Luft dranlassen“ gilt als überholt. Ein trockener Wundbereich kann die Heilung verlangsamen und Narbenbildung fördern.
    Besser: Hydrokolloide Pflaster und Wundauflagen schaffen ein feuchtes Milieu – das unterstützt den natürlichen Heilungsprozess.
  • Verband zu fest anlegen
    Ein zu enger Verband kann die Durchblutung einschränken.
    Besser: So fest wickeln, dass der Verband hält, aber nicht einschneidet.
  • Infektionsanzeichen ignorieren
    Wird eine Infektionen nicht behandelt, kann das die Heilung verzögern oder die Wunde verschlimmern.
    Besser: Bei Verdacht auf eine Infektion ärztlichen Rat einholen.

Was kann die Wundheilung fördern?

Den Heilungsprozess aktiv zu beschleunigen, ist kaum möglich – der Körper erledigt das in seinem Tempo. Du kannst Du ihn aber bei der Heilung unterstützen.

  • Halte die Wunde sauber und geschützt, vermeide Reibung und Bewegung an der betroffenen Stelle.
  • Ernähre Dich abwechslungsreich und proteinreich – Dein Körper braucht „Baumaterial“: Vitamin C fördert die Kollagenbildung und Zink hilft den Zellen bei der Regeneration.*
  • Trinke ausreichend Wasser, um die Durchblutung anzuregen, sodass Sauerstoff und Nährstoffe an die betroffene Stelle gelangen.

Wann solltest Du zum Arzt gehen?

Die meisten Schnittwunden sind harmlos und heilen mit der richtigen Pflege von selbst. In den folgenden Fällen solltest Du jedoch unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen:

  • tiefe Wunden oder klaffende Ränder – hier kann es notwendig sein, sie zu nähen oder zu kleben.
  • Taubheitsgefühl oder Bewegungseinschränkung können auf eine Verletzung von Sehnen oder Nerven hindeuten.
  • starke, anhaltende Blutung trotz Druckverband kann ein Notfall sein – ggf. Klinik aufsuchen.
  • Fremdkörper in der Wunde wie Glassplitter oder Holzreste, die sich nicht herausspülen lassen, müssen ärztlich entfernt werden.
  • Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Schwellung, Eiter, unangenehmer Geruch oder Überwärmung – hier können eine professionelle Wundreinigung und eventuell Antibiotika nötig werden.
  • verzögerte Heilung – braucht die Wunde ungewöhnlich lange, um sich zu schließen, sollten die Ursache geklärt und die Behandlung angepasst werden.
  • unklarer Tetanus-Impfschutz bei Schnittverletzungen durch rostige oder stark verschmutzte Gegenstände – bist Du Dir nicht sicher, ob Du geimpft bist, oder liegt die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurück, solltest Du, vor allem bei tiefer Wunde und ersten Anzeichen einer möglichen Infektion, umgehend zum Arzt, ggf. in die Notfallambulanz.

So kannst Du Schnittwunden vorbeugen

Schnittwunden lassen sich nicht immer vermeiden, aber mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen kannst Du das Risiko immerhin verringern: 

scharfe Werkzeuge richtig verwenden

Stumpfe Klingen erhöhten das Risiko, mit dem Werkzeug abzurutschen und sich zu verletzen – daher sollten sie regelmäßig geschärft werden. Ebenso wichtig: Mit frisch geschärften Klingen besonders vorsichtig umgehen. Sie schneiden leichter und erfordern weniger Druck, was die Verletzungsgefahr reduziert – aber gleichzeitig kann ein kleiner Fehlgriff schneller zu einer tieferen Schnittwunde führen. Achte darauf, immer konzentriert zu arbeiten, das Werkzeug richtig zu führen und es nach Gebrauch sicher zu verstauen.

In der Küche solltest Du auf einer stabilen, rutschfesten Oberfläche schneiden, um sicher zu arbeiten. Beim Rasieren kann es helfen, ausreichend Rasierschaum oder -gel zu verwenden, um Hautirritationen und Schnittwunden zu vermeiden. 

Schutzausrüstung tragen

Bei der Arbeit mit scharfen Geräten oder Maschinen, wie z. B. bei handwerklichen Tätigkeiten oder im Garten, schützen entsprechende Schutzhandschuhe.  

Aufmerksamkeit und Fokus

Ablenkungen erhöhen das Risiko, sich zu schneiden. Versuche, bei Tätigkeiten mit scharfen Werkzeugen konzentriert und mit voller Aufmerksamkeit zu arbeiten. 

*Die markierten Aussagen basieren auf zugelassenen Health Claims gemäß EU-Verordnung (EU) Nr. 432/2021:
Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.
Zink hat eine Funktion bei der Zellteilung.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Internetquellen