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Aufhören mit dem Rauchen

dm-drogerie markt

Lesedauer 7 Min.

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23.1.2026

Mit dem Rauchen aufzuhören, ist kein leichter Schritt – aber einer, der sich in jeder Hinsicht lohnt. Zwar musst Du vertraute Gewohnheiten loslassen, doch gleichzeitig gewinnst Du viel: mehr Energie, mehr Geschmack, mehr Lebensfreude. Mit etwas Planung, der richtigen Strategie und ein bisschen Geduld kannst auch Du dauerhaft rauchfrei werden.

Gut vorbereitet in den Rauchstopp

Bevor Du die letzte Zigarette ausdrĂŒckst, bereite Dich am besten auf den Abschied vom Rauchen vor:  

  • Bestimme Deinen Rauchstopp-Tag: Ein festes Datum gibt Orientierung und Motivation.
  • Schreibe Deine GrĂŒnde auf: Was willst Du „gewinnen“? Gesundheit, Geld, Freiheit?
  • Informiere Dein Umfeld: So vermeidest Du, dass man Dich in Versuchung fĂŒhrt.

Methoden zum Rauchstopp

Wer mit dem Rauchen aufhören möchte, hat heute viele Möglichkeiten. Wichtig ist: Es gibt nicht „die eine“ Methode, die bei allen gleich gut wirkt. Jede Person ist anders und genauso individuell ist der Weg in ein nikotinfreies Leben. Die folgenden Methoden sind wissenschaftlich gut untersucht und haben sich bei vielen Menschen bewĂ€hrt: 

Kognitive Verhaltenstherapie

Der Großteil der Raucherentwöhnungsprogramme in Deutschland orientiert sich an der Methode der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Ihr Prinzip: Was erlernt wurde, kann auch wieder „verlernt“ oder „neu gelernt“ werden. Rauchen wird dabei als erlernte Gewohnheit verstanden, die sich im Laufe der Zeit tief im Alltag verankert hat, aber auch schrittweise verĂ€ndern lĂ€sst:

  • Rauch-Auslöser erkennen: Du lernst, Situationen, Gedanken oder GefĂŒhle zu identifizieren, die Dein Rauchverlangen auslösen. Das können Stress, Langeweile, gesellige Momente oder bestimmte Rituale sein.
  • Neue Strategien entwickeln: Statt zur Zigarette zu greifen, ĂŒbst Du alternative Reaktionen ein, zum Beispiel tiefes Atmen, Bewegung oder kleine Belohnungen.
  • Selbstkontrolle stĂ€rken: Durch regelmĂ€ĂŸige Übung entsteht ein neues, stabiles, rauchfreies Verhaltensmuster.

Die KVT kann als Einzel- oder Gruppentherapie stattfinden. Auch digitale Rauchfrei-Programme, etwa die App „NichtraucherHelden“, basieren auf den GrundsĂ€tzen der KVT und unterstĂŒtzen mit tĂ€glichen Tipps, Motivation und Erfolgstracking. Viele dieser Programme sind wissenschaftlich geprĂŒft und werden ganz oder teilweise von den Krankenkassen ĂŒbernommen. Es lohnt sich also, vorher nachzufragen. 

Nikotinersatztherapie

NikotinersatzprÀparate gibt es als Pflaster, Kaugummis, Lutschtabletten oder Sprays. Sie versorgen Deinen Körper kontrolliert mit Nikotin in schadstofffreier Form. So kannst Du den körperlichen Entzug schrittweise reduzieren, ohne Dich gleichzeitig den giftigen Stoffen wie Teer oder Kohlenmonoxid auszusetzen. Studien zeigen: Die Erfolgschancen steigen deutlich, wenn die NET mit einer Verhaltenstherapie kombiniert wird.

Eine Nikotinersatztherapie ist vor allem bei starker körperlicher AbhÀngigkeit und höherem Zigarettenkonsum (mehr als zehn bis 15 Zigaretten am Tag) zu empfehlen.

Medikamentöse UnterstĂŒtzung

Wenn andere Methoden nicht greifen, können verschreibungspflichtige Medikamente mit Wirkstoffen wie Bupropion, Vareniclin oder Cystin helfen. Sie wirken direkt auf das Belohnungssystem im Gehirn und können das Rauchverlangen mindern. Lass Dich hierzu Ă€rztlich beraten – denn die Medikamente sind nicht fĂŒr jeden geeignet und können Nebenwirkungen wie Schlafstörungen oder Übelkeit verursachen.

Hypnose

Bei einer Hypnosebehandlung wird versucht, durch positive Suggestionen Deine AbhĂ€ngigkeit vom Rauchen zu lösen, zum Beispiel bestimmte Denk- und Verhaltensweisen durch neue zu ersetzen oder das Nicht-Rauchen als positives Bild in Dir zu verankern. Dazu wirst Du durch Anleitung in einen Zustand tiefer Entspannung (Trance) versetzt, bleibst aber in jedem Moment bei Bewusstsein. Die wissenschaftliche Datenlage zum Erfolg der Hypnose ist gemischt, aber viele Menschen berichten von positiven Erfahrungen, insbesondere in Kombination mit anderen Methoden. Wichtig ist, dass die Hypnose professionell durchgefĂŒhrt wird.

Wo bekommst Du Hilfe? 

Wenn Du den Entschluss gefasst hast, mit dem Rauchen aufzuhören, musst Du den Weg nicht allein gehen.

Erste Anlaufstellen sind Deine HausĂ€rztin oder Dein Hausarzt – sie können Dich persönlich beraten und passende UnterstĂŒtzungsangebote empfehlen. Auch BetriebsĂ€rztinnen und -Ă€rzte, betriebliche Gesundheits- oder Suchthilfen sowie die GesundheitsĂ€mter bieten professionelle UnterstĂŒtzung an. Ein guter Überblick ĂŒber Beratungsstellen in Deiner NĂ€he findet sich im Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle fĂŒr Suchtfragen (DHS).  

Kostenfreie telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung bietet das Bundesinstitut fĂŒr Öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemals Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung, BZgA) unter der Nummer 0800 8 31 31 31. 

Entzugssymptome  

Nach dem Rauchstopp kann der Körper mit Entzugserscheinungen reagieren – etwa mit NervositĂ€t, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten oder gesteigertem Appetit. Diese Beschwerden erreichen meist 48–72 Stunden nach der letzten Zigarette ihren Höhepunkt und klingen dann schrittweise ab. Mach Dir klar: Sie sind ein gutes Zeichen – sie beweisen, dass sich Dein Körper aktiv auf das Leben ohne Nikotin umstellt.  

Tipps bei Entzugserscheinungen

  • BeschĂ€ftige HĂ€nde und Mund: Halte etwas in der Hand oder kaue auf etwas, zum Beispiel auf GemĂŒsesticks, Kaugummi oder einem Zahnstocher.  
  • Suche Ablenkung: Finde AktivitĂ€ten, die Dich ablenken: ein kurzer Spaziergang, ein Anruf bei Freund oder Freundin, eine kleine Erledigung. So ĂŒberbrĂŒckst Du kritische Momente.
  • Beweg Dich regelmĂ€ĂŸig: Sport oder ein Spaziergang an der frischen Luft bauen Spannungen ab und fördern die AusschĂŒttung von GlĂŒckshormonen. Studien zeigen, dass regelmĂ€ĂŸige körperliche AktivitĂ€t direkte positive Auswirkungen auf das Rauchverlangen und die Entzugssymptome hat.
  • Finde Entspannung: AtemĂŒbungen, Meditation oder kleine Achtsamkeitspausen im Alltag helfen, ruhig und gelassen zu bleiben.
  • Schlaf Dich aus: Guter Schlaf stĂ€rkt Deine Nerven, stabilisiert die Stimmung und hilft, Reizbarkeit zu reduzieren.
  • Sprich offen mit Deinem Umfeld: Bitte um VerstĂ€ndnis, falls Du ungeduldiger bist als sonst und Deine „ZĂŒndschnur“ mal kĂŒrzer ist.
  • Probiere eine Anti-Rauchen-App aus: Diese zumeist kostenlosen Apps können Dich unterstĂŒtzen, indem sie Dir zum Beispiel mit kleinen Spielen ĂŒber kritische Momente weghelfen und Dir tĂ€glich anzeigen, wie sich Deine Gesundheit verbessert und wieviel Geld Du schon gespart hast.  
  • Greif auf Hilfsmittel zurĂŒck: NikotinersatzprĂ€parate können Entzugssymptome mildern. Einige Menschen setzen auch auf pflanzliche Mittel wie Johanniskraut oder Passionsblume – ihre Wirksamkeit ist allerdings noch nicht eindeutig belegt.

RĂŒckfĂ€llen vorbeugen und langfristig rauchfrei bleiben

Ein RĂŒckfall ist kein Scheitern, sondern Teil des Lernprozesses. Analysiere kurz, was passiert ist: wann, wo, warum? Dann starte neu – möglichst innerhalb von 24 Stunden. Studien zeigen: Je kĂŒrzer die Pause bis zum neuen Versuch, desto höher die langfristige Erfolgsrate.

Strategien, um rauchfrei zu bleiben:

  • Stell Deine Routinen um! 
    Vermeide Situationen, die Du mit dem Griff zur Zigarette verbindest, oder gestalte sie bewusst anders – etwa den Morgenkaffee, das Warten auf den Bus oder den Feierabenddrink. Trinke stattdessen den Kaffee an einem anderen Ort, ruf eine Freundin oder einen Freund an, geh kurz an die frische Luft.  
  • Gestalte Dein Umfeld rauchfrei! 
    Entferne Aschenbecher, Feuerzeuge und Zigarettenreste. LĂŒfte regelmĂ€ĂŸig und wasche Kleidung oder Textilien, die nach Rauch riechen. So sendest Du Deinem Gehirn das Signal, dass Rauchen keine Rolle mehr spielt.
  • Belohne Dich regelmĂ€ĂŸig! 
    Feiere Deine Erfolge, egal wie klein sie Dir erscheinen. Lege das Geld beiseite, das Du sonst fĂŒr Zigaretten ausgegeben hĂ€ttest, und gönn Dir etwas, das Dich glĂŒcklich macht.
  • Suche Dir UnterstĂŒtzung! 
    Offen ĂŒber Deine Erfahrungen zu sprechen, hilft enorm. Familie, Freundinnen und Freunde oder Online-Communitys können Dich motivieren, wenn es schwierig wird. Auch der Austausch mit Menschen, die ebenfalls aufgehört haben, kann unterstĂŒtzend sein.
  • Bleib wachsam! 
    Stress, Langeweile oder Frust können RĂŒckfĂ€lle triggern. Erkenne die Auslöser frĂŒhzeitig und entwickle Strategien, um sie zu bewĂ€ltigen. 

Gesundheitliche Vorteile des Rauchstopps

Schon wenige Minuten nach der letzten Zigarette beginnt der Körper, sich zu regenerieren, und je lĂ€nger Du rauchfrei bleibst, desto grĂ¶ĂŸer sind die Effekte: Mit jeder rauchfreien Woche sinkt die Gefahr, an Herz-Kreislauf- oder Krebs zu erkranken.

ZeitraumPositive VerÀnderungen
Nach wenigen Minuten Puls und Blutdruck sinken auf Normalniveau.
Nach 24 StundenDer Sauerstoffgehalt im Blut erreicht Normalwerte. 
Nach 1 bis 12 MonatenHusten und Kurzatmigkeit nehmen ab, die Lungenfunktion verbessert sich spĂŒrbar.
Nach 1 bis 2 JahrenDas Risiko fĂŒr einen Herzinfarkt ist nur noch halb so hoch wie bei Rauchenden.
Nach 5 bis 10 JahrenDas Risiko fĂŒr einen Schlaganfall sowie fĂŒr eine Krebserkrankung in Mund, Rachen, Speiseröhre und Harnblase sinkt deutlich.
Nach 10 JahrenDas Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, halbiert sich. Auch das Risiko fĂŒr Kehlkopf- und BauchspeicheldrĂŒsenkrebs sinkt.
Nach 15 JahrenDas Risiko fĂŒr eine koronare Herzkrankheit entspricht dem eines Nichtrauchenden.
Nach 20 JahrenDas Risiko fĂŒr mehrere Krebsarten – darunter Mund, Rachen, Kehlkopf und BauchspeicheldrĂŒse – ist fast so niedrig wie bei Nichtrauchenden. Auch das zusĂ€tzliche Risiko fĂŒr GebĂ€rmutterhalskrebs halbiert sich.

Ob Du den ersten Versuch startest oder schon mehrere AnlĂ€ufe hinter Dir hast – bleib dran! Jeder Tag ohne Zigarette ist ein Erfolg und ein Geschenk an Deine Gesundheit, Dein Umfeld und Deinen Geldbeutel!

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Internetquellen

Printquellen

  • Deutsches Krebsforschungszentrum und Deutsche Krebshilfe. (2025). Tabakatlas Deutschland 2025. Pabst Science Publishers.