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Hustenarten

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Lesedauer 4 Min.

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23.1.2026

Husten kann lästig sein, ist aber eine natürliche und sinnvolle Reaktion des Körpers auf Reizungen der Atemwege. Reflexhaft befördert er Schleim, Staub oder Fremdkörper nach draußen und schützt so vor Infektionen und Lungenschäden. Doch Husten ist nicht gleich Husten. Er kann viele Formen annehmen und auf verschiedene Ursachen hinweisen.

Was passiert beim Husten?

Auf der Schleimhaut von Rachen, Kehlkopf, Bronchien und deren feinen Verzweigungen sitzen spezielle Sinneszellen (Rezeptoren). Werden sie durch Fremdkörper, Schleim, Rauch oder Reizgase stimuliert, schicken sie ein Signal an das Hustenzentrum im Gehirn. Der Körper reagiert blitzschnell mit einem Hustenreflex und wir stoßen explosionsartig Luft nach außen. So werden die Atemwege gereinigt und freigehalten. Manchmal reichen schon Kälte, trockene Luft oder Sprechen aus, um diesen Reflex auszulösen.

Welche Hustenarten gibt es?

Husten wird üblicherweise entsprechend seiner Dauer in akuten, subakuten und chronischen Husten eingeteilt. Er lässt sich aber auch nach seiner Art unterscheiden – also danach, ob er trocken oder produktiv (mit Schleim) ist.

Unterscheidung nach Dauer des Hustens

Akuter Husten

Husten, der nicht länger als drei Wochen anhält, wird als akut bezeichnet. Häufig tritt er im Rahmen einer Erkältung oder Grippe auf, begleitet von Symptomen wie Kopf- und Halsschmerzen, Schnupfen und verstopfter Nase.  

Auslöser sind meist Viren, seltener Bakterien. Auch Reizstoffe wie Rauch, Staub oder kalte Luft können kurzfristig einen Hustenreiz auslösen.  

In den meisten Fällen ist akuter Husten harmlos und verschwindet von selbst, sobald die Atemwege wieder frei sind. Wenn der Husten nicht besser wird oder ungewöhnliche Symptome dazukommen (z.B. Atemnot, starkes Fieber oder blutiger Auswurf), solltest Du unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Subakuter Husten

Von subakutem Husten spricht man, wenn der Husten drei bis acht Wochen anhält – häufig nach einer überstandenen Erkältung oder Grippe (postinfektiöser Husten). Ursache ist eine vorübergehende Überempfindlichkeit der Hustenrezeptoren: Die Schleimhäute sind noch gereizt, und selbst kleine Reize wie kalte Luft oder Sprechen können den Hustenreflex auslösen.

Chronischer Husten

Wenn ein Husten länger als acht Wochen besteht, gilt er als chronisch. Bei Kindern ziehen Ärztinnen und Ärzte die Grenze oft schon nach vier Wochen. Hier steckt fast immer eine behandlungsbedürftige Ursache dahinter. Das können bestimmte Medikamente (z. B. ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck) oder auch verschiedene Erkrankungen sein, zum Beispiel:

  • chronische Bronchitis (häufig bei Rauchenden),
  • Asthma bronchiale,
  • COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung),
  • Mukoviszidose (zystische Fibrose),  
  • Keuchhusten.

Es ist auch möglich, dass der Husten über längere Zeit anhält und keine körperliche Ursache gefunden wird. In diesem Fall spricht man von einem ungeklärten chronischen Husten.

Unterscheidung nach Art des Hustens

Trockener Husten (Reizhusten)

Wird kein Schleim ausgehustet, spricht man von unproduktivem bzw. trockenem Husten oder auch Reizhusten. Er klingt hart oder bellend und geht häufig einher mit einem kratzenden oder kitzelnden Gefühl im Hals oder in der Brust. Bei starkem oder chronischem Reizhusten können Schmerzen oder ein Druckgefühl im Rippenbereich entstehen.

Typische Auslöser sind:

  • Allergien und allergisches Asthma,
  • Reize wie Rauch, Feinstaub oder trockene Luft,
  • Erkältung,
  • Bronchitis,
  • NasennebenhöhlenentzĂĽndung (Sinusitis),
  • EntzĂĽndung des Kehlkopfs (Laryngitis) oder der Luftröhre (Tracheitis),
  • Keuchhusten (Pertussis),
  • LungenentzĂĽndung (Pneumonie).

Ein Reizhusten kann auch nach einer Infektion fortbestehen, wenn die Bronchien noch überempfindlich reagieren. Nur in seltenen Fällen weist er auf ernstere Erkrankungen hin – etwa Tuberkulose, Herzschwäche oder Lungenkrebs.

Produktiver Husten

Beim produktiven Husten versucht der Körper, Schleim (Auswurf) aus den Atemwegen zu befördern. Der Husten klingt meist feucht oder röchelnd, das Abhusten fühlt sich erleichternd an.

Die Farbe des Auswurfs kann Hinweise auf die mögliche Ursache geben:

  • glasig-klar: meist harmlos, z. B. bei Allergien oder viralen Infekten,
  • gelb bis grĂĽnlich: Hinweis auf bakterielle Infektion,
  • blutig: kann auf Gewebeschäden hindeuten (unbedingt abklären!),
  • bräunlich bis schwarz: oft durch Tabakkonsum oder altes Blut bedingt.

Gut zu wissen: Die Übergänge zwischen trockenem und produktivem Husten sind oft fließend. Auch ist es nicht immer einfach, Speichel von Hustenschleim zu unterscheiden. Daher gilt die Einteilung in trocken oder produktiv nach den aktuellen medizinischen Leitlinien als überholt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird sie jedoch weiterhin verwendet.

Psychogener Husten: Was steckt dahinter?

Bei einem psychogenen Husten liegt keine körperliche Erkrankung wie eine Infektion, Asthma oder Reflux (mehr) vor. Stattdessen steht das Husten in Zusammenhang mit seelischer Belastung und kann unbewusst als Ventil für Stress, Angst oder innere Anspannung dienen.

Häufig geht dem eine Erkrankung der Atemwege voraus, bei der der Hustenreflex „erlernt“ und dann zur Gewohnheit wurde: Das Gehirn ruft den Hustenreiz weiterhin ab, obwohl keine körperliche Reizung mehr besteht. Typisch ist ein trockener Husten ohne Auswurf, der nur tagsüber auftritt, sich bei Aufregung oder Nervosität verschlimmert und im Schlaf verschwindet.

Wann solltest Du mit Husten zum Arzt?

Ein leichter Husten ist zunächst kein Grund zur Sorge. Er begleitet viele Erkältungen und klingt meist nach einigen Tagen von selbst wieder ab.

Bleibt der Husten jedoch länger als drei Wochen bestehen, wird er stärker, schmerzhaft oder quälend, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen. Bei Babys, Kleinkindern, Seniorinnen und Senioren sowie Pflegebedürftigen sollte bereits früher gehandelt werden.

Bei diesen Warnzeichen solltest Du umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen:

  • zischende oder pfeifende Atemgeräusche,
  • Atemnot,
  • blau gefärbte Haut,  
  • Herzrasen,
  • Schmerzen im Brustbereich,
  • blutiger oder schaumiger Auswurf. 

Was hilft bei Husten?

Bei akutem oder subakutem Husten:

Ein Husten, der im Zusammenhang mit einer Erkältung, Bronchitis oder Grippe auftritt, ist in den meisten Fällen harmlos und klingt nach einigen Wochen von selbst wieder ab. Damit es Dir schneller besser geht und der Hustenreiz abgemildert wird, kannst Du Deinen Körper mit verschiedenen Maßnahmen unterstützen.

  • Viel trinken: Warmes Wasser oder Tee halten die Schleimhäute feucht und erleichtern das Abhusten.
  • Feuchte Raumluft: Regelmäßig lĂĽften, ggf. Luftbefeuchter nutzen, um die Atemwege zu beruhigen.
  • Reizstoffe meiden: Rauch, trockene Luft und starke Duftstoffe können die Atemwege zusätzlich reizen.
  • Inhalieren: Wasserdampf oder Kochsalzlösung befeuchten die Atemwege und können helfen, den Schleim zu lösen.
  • Husten- und Halsbonbons: Lutschpastillen werden von vielen Betroffenen als wohltuend empfunden, da sie den Hals befeuchten.
  • Hustenstiller: Bei quälendem Reizhusten, der Dir den Schlaf raubt, können hustenreizstillende Arzneimittel helfen. Präparate mit synthetischen Wirkstoffen wie Codein (rezeptflichtig!) oder Dextromethorphan sollten nur kurzzeitig und nicht bei produktivem Husten eingesetzt werden, da sie das Abhusten von Schleim unterdrĂĽcken. Es gibt auch pflanzliche Präparate, zum Beispiel mit Eibischwurzel, Isländisch Moos oder Spitzwegerich.
  • Schleimlöser: Bei produktivem Husten können schleimlösende Mittel (z. B. mit Ambroxol oder Acetylcystein) unterstĂĽtzen, den Schleim zu verflĂĽssigen und das Abhusten zu erleichtern. Auch fĂĽr sie gibt es pflanzliche Alternativen, etwa mit Efeu, Thymian oder Primelwurzel.

Wenn mehr dahinter steckt:

  • Bakterielle Infektionen wie eine LungenentzĂĽndung werden meist ärztlich mit Antibiotika behandelt.
  • Chronische Erkrankungen wie Asthma oder COPD benötigen eine spezielle Behandlung, oft kombiniert mit Bewegung, AtemĂĽbungen und einem gesunden Lebensstil. 

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Internetquellen

  • Deutsche Gesellschaft fĂĽr Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM), Deutsche Gesellschaft fĂĽr Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP), Deutsche Gesellschaft fĂĽr Infektiologie e.V. (DGI), Gesellschaft fĂĽr Phytotherapie e.V. (GPT). (2025). S3-Leitlinie Akuter und chronischer Husten (AWMF-Registernr. 053-013). AWMF. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-013