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Vorsorgeuntersuchungen

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Lesedauer 7 Min.

3.3.2026

In Deutschland bist Du mit einer gesetzlichen Krankenversicherung gut abgesichert: Ein umfangreiches Vorsorgeprogramm sorgt dafür, dass Du Deine Gesundheit regelmäßig durchchecken lassen kannst. Die meisten dieser Untersuchungen sind freiwillig, aber sie werden dringend empfohlen und werden komplett oder zumindest Großteils von der Krankenkasse bezahlt.

Warum sind Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen so wichtig?

Ein gesunder Lebensstil ist die beste Vorsorge, die Du treffen kannst: Wer sich ausgewogen ernährt, sich regelmäßig bewegt und auf sich achtet, tut schon viel, um Krankheiten vorzubeugen. Doch selbst das stärkste Immunsystem sowie die besten genetischen Voraussetzungen und Lebensumstände können nicht in jedem Fall verhindern, dass Krankheiten entstehen. Denn viele – zum Beispiel Krebs – entwickeln sich aus Gründen, die wir nicht vollständig beeinflussen können.  

Um unsere Chancen, gesund zu bleiben, zu optimieren, bietet die moderne Medizin sowohl Früherkennungs- als auch Vorsorgeuntersuchungen und -maßnahmen an. Worin besteht der Unterschied?

Früherkennungsuntersuchungen helfen eine mögliche Krankheit in einem sehr frühen und gut behandelbaren Stadium zu entdecken, also auch wenn Du noch keine Symptome hast. Ein Beispiel dafür ist das Mammografie-Screening. Hier geht es darum, einen möglichen Tumor aufzuspüren, solange er noch klein ist und die Chancen auf Heilung groß sind.  

Vorsorgeuntersuchungen und Vorsorgemaßnahmen dienen dazu, das Entstehen von Krankheiten durch frühzeitiges Handeln zu verhindern. Dazu gehören zum Beispiel die Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft. Oder die Darmspiegelung, bei der sich sogar Vorstufen einer Erkrankung erkennen und direkt entfernen lassen. Auch Schutzimpfungen, zum Beispiel gegen Influenza, Gürtelrose oder Tetanus, sind Vorsorgemaßnahmen.

Gesundheitsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Die U-Untersuchungen, ergänzt durch die J-Untersuchung, begleiten Kinder von Geburt an auf ihrem Weg ins Leben. Sie unterstützen nicht nur eine gesunde körperliche, sondern auch geistige Entwicklung. Ziel ist es, Entwicklungsstörungen, Krankheiten oder Impfbedarf frühzeitig zu erkennen. Alle Ergebnisse werden im sogenannten „Gelben Heft“ dokumentiert. Die Kosten werden vollständig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. In Bayern, Hessen und Baden-Württemberg sind die U-Untersuchungen sogar Pflicht.  

  • U-Untersuchungen (U1–U9) 
    Von der U1 (direkt nach der Geburt) bis zur U9 (im fünften bis sechsten Lebensjahr) stehen insgesamt zehn Termine an. Diese finden in der Regel bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt statt. Dabei werden Entwicklungsfaktoren wie Größe, Gewicht sowie körperliche und geistige Fähigkeiten überprüft. Außerdem achtet die Ärztin oder der Arzt auf frühe Anzeichen möglicher Krankheiten, die im Kindesalter erkannt und behandelt werden sollten, zum Beispiel Störungen beim Hören und Sehen.
  • Jugenduntersuchung U1 
    Die J1-Untersuchung richtet sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 14 Jahren
    Sie dient dazu, den allgemeinen Gesundheitszustand und die Wachstumsentwicklung festzustellen und mögliche gesundheitliche Probleme in der Pubertät früh zu erkennen. Auch Themen wie Ernährung, Bewegung, seelische Gesundheit oder Suchtprävention werden hier offen angesprochen – ganz vertraulich, ohne dass Eltern anwesend sein müssen, wenn der oder die Jugendliche das nicht möchte.

Gut zu wissen: Neben den gesetzlich geregelten Untersuchungen gibt es die U10- und U11- sowie die J2-Untersuchung. Diese Untersuchungen legen den Fokus auf Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten. Sie sind keine gesetzlich vorgeschriebenen Kassenleistungen, werden aber von einigen Krankenkassen freiwillig übernommen oder anteilig erstattet. 

Gesundheits-Check-ups für Erwachsene

Auch Erwachsene sollten regelmäßig zur Vorsorge gehen. Die Gesundheits-Check-ups (auch allgemeine Gesundheitsuntersuchung oder Check-up-35 genannt) dienen dazu, Risikofaktoren und häufige Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Nierenerkrankungen oder Diabetes mellitus frühzeitig zu erkennen. Sie werden komplett von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.  

Anspruch auf den Check-up hast Du:

  • von 18 bis 34 Jahren: einmalig,
  • ab 35 Jahren: alle drei Jahre, inkl. einmaligem Test auf Hepatitis B und C.

Beim Check-up erwartet Dich eine umfassende medizinische Basisuntersuchung, bestehend aus

  • ärztlichem Gespräch (Anamnese): Besprechung von Lebensstil, familiären Risiken und bisherigen Erkrankungen,
  • körperlicher Untersuchung: Kontrolle von Blutdruck, Gewicht und Herz-Kreislauf-System,
  • Laboruntersuchungen: Blut- und Urintests (z.B. Blutzucker, Cholesterin),
  • Beratungsgespräch: individuelle Empfehlungen zum Lebensstil,
  • optional: Hautkrebs-Screening (je nach Alter und Kasse kombinierbar).  

Früherkennungsuntersuchungen für Frauen  

  • Früherkennung einer Chlamydien-Infektion
    • bis 25 Jahre, jährlich: 
      Urinprobe zur Untersuchung auf Chlamydien (sexuell übertragbare Bakterien)
  • Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs  
    • von 20 bis 34 Jahren, jährlich: 
      gynäkologische Untersuchung mit Abstrich vom Muttermund (Pap-Test)
    • ab 35 Jahren, alle drei Jahre: 
      kombinierte Untersuchung, bestehend aus Pap-Test und HPV-Test
  • Früherkennung von Brustkrebs
    • ab 30 Jahren, jährlich:
      gynäkologische Tastuntersuchung
    • von 50 bis 75 Jahren, alle zwei Jahre:
      Mammografie-Screening
  • Früherkennung von Hautkrebs
    • ab 35 Jahren, alle zwei Jahre:
      Hautkrebs-Screening
  • Früherkennung von Darmkrebs
    • ab 50 Jahren:
      Stuhltests alle zwei Jahre oder große Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren (je nach Befund auch häufiger) 

Weitere Untersuchungen für Schwangere

Während der Schwangerschaft hat jede Frau Anspruch auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, um sicherzugehen, dass es ihr gut geht und das Kind sich gut entwickelt:

  • bis zur 32. Schwangerschaftswoche: alle vier Wochen
  • ab der 32. Schwangerschaftswoche: alle zwei Wochen

Zu den Standarduntersuchungen gehören körperliche Checks wie das Abtasten des Bauches, Blutabnahmen sowie Ultraschalluntersuchungen. Außerdem werden verschiedene Tests angeboten, zum Beispiel auf Schwangerschaftsdiabetes, HIV und Chlamydien. Diese Untersuchungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Früherkennungsuntersuchungen für Männer  

  • Früherkennung von Hautkrebs:
    • ab 35 Jahren, alle zwei Jahre:  
      Hautkrebs-Screening
  • Früherkennung von urologischen Krebserkrankungen (z.B. Prostatakrebs)
    • ab 45 Jahren, einmal jährlich:  
      Tastuntersuchung der Prostata und Genitalien  
  • Früherkennung von Darmkrebs
    • ab 50 Jahren:  
      Stuhltests alle zwei Jahre oder große Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren (je nach Befund auch häufiger)
  • Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen
    • ab 65 Jahren:
      Ultraschalluntersuchung der Bauchaorta 

Zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen

Zähneputzen ist die wichtigste Maßnahme, um Erkrankungen wie Karies oder Parodontitis vorzubeugen. Doch auch die regelmäßigen zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen sind entscheidend für die Gesundheit Deiner Zähne. Dabei überprüft die Zahnärztin oder der Zahnarzt die Mundhygiene und gibt gegebenenfalls Tipps zur Optimierung. Außerdem werden die Zähne auf Erkrankungen untersucht, harte Beläge entfernt, Füllungen, Kronen und Implantate kontrolliert und bei Bedarf Röntgenaufnahmen gemacht. Die Kontrolluntersuchung solltest Du zweimal pro Jahr wahrnehmen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten.

Gut zu wissen: Es wird empfohlen, zusätzlich zu den Kontrolluntersuchungen ein- bis zweimal pro Jahr zur professionellen Zahnreinigung zu gehen – bei erhöhtem Risiko (z.B. Parodontitis) auch öfter. Die Behandlungskosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen.

Bonuspunkte sammeln

Viele Krankenkassen belohnen regelmäßige Vorsorge! 
Wer seine Vorsorgetermine wahrnimmt, kann finanzielle Zuschüsse oder attraktive Bonuspunkte erhalten. Dafür musst Du Dich lediglich für das Bonusprogramm Deiner Krankenkasse anmelden und Dir die Untersuchungen in der Arztpraxis bestätigen bzw. abstempeln lassen.

Auch beim Zahnarzt lohnt sich Regelmäßigkeit:
Wer seine halbjährlichen Kontrolluntersuchungen im Bonusheft eintragen lässt, erhält später einen höheren Festzuschuss, wenn ein Zahnersatz benötigt wird.

Schutzimpfungen

Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen, um sich selbst und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen. In Deutschland entwickelt die Ständige Impfkommission (STIKO) Impfempfehlungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Diese sind Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung. 

Je nach Alter und Geschlecht empfiehlt die STIKO für Kinder und Jugendliche Impfungen zum Schutz vor folgenden Krankheiten:

  • Diphtherie
  • Hepatitis B
  • Hib (Haemophilus influenzae Typ B)
  • HPV (Humane Papillomviren): ab neun Jahren
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Kinderlähmung (Polio)
  • Masern  
  • Meningokokken B
  • Meningokokken C
  • Mumps
  • Pneumokokken
  • Rotaviren: bis spät. zur 32. Lebenswoche
  • Röteln
  • Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • Windpocken (Varizellen)

Stand: 11/2025 

Gut zu wissen: Für einige Impfungen gibt es Kombinationsimpfstoffe – zum Beispiel den MMR-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln. Damit lässt sich mit nur einer Impfung gleich ein Schutz vor mehreren Krankheiten aufbauen. 

Für Erwachsene empfiehlt die STIKO derzeit folgende Impfungen:

  • COVID-19: mindestens 3 Antigenkontakte (Impfung oder Infektion, davon mindestens eine Impfung), ab 60 Jahren jährliche Auffrischimpfung im Herbst
  • Diphtherie  
  • Gürtelrose (Herpes Zoster): ab 60 Jahren
  • Grippe (Influenza): ab 60 Jahren, jährlich im Herbst
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Kinderlähmung (Polio): Nachholimpfung, wenn noch nicht vollständig geimpft
  • Masern: für nach 1970 geborene Personen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder nur einer Impfung in der Kindheit
  • Pneumokokken: ab 60 Jahren
  • Röteln: Frauen im gebärfähigen Alter (Nachholimpfung, wenn noch nicht vollständig geimpft)
  • RSV-Infektionen (Respiratorischer Synzytial-Virus): Personen in Pflegeeinrichtungen oder mit schweren Grunderkrankungen, einmalig im Spätsommer oder Herbst
  • Tetanus (Wundstarrkrampf)

Stand: 11/2025

Gut zu wissen: Einige weitere Impfungen werden für bestimmte Risikopersonen oder Lebensumstände empfohlen, zum Beispiel die FSME-Impfung (Frühsommer-Meningoenzephalitis) für Menschen, die in Zecken-Risikogebieten leben. Wenn Du unsicher bist, welche Impfungen für Dich wichtig sind: Frag einfach Deine Ärztin oder Deinen Arzt – sie oder er kann Deinen Impfpass prüfen und Dich individuell beraten. 

Auch während der Schwangerschaft sind bestimmte Impfungen besonders wichtig – sie schützen sowohl die werdende Mutter als auch das Baby:

  • Grippe (Influenza): ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Keuchhusten (Pertussis): idealerweise zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels
  • COVID-19: mindestens 3 Antigenkontakte (Impfung oder Infektion, davon mindestens eine Impfung) sowie jährlich eine Auffrischimpfung im Herbst

Stand: 11/2025 

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen