Mögliche Tipps schneller schwanger zu werden
Lesedauer 4 Min.
•
30.9.2025
© Studio4, Getty Images
Schwanger werden – wenn die Entscheidung einmal getroffen ist, können es viele kaum erwarten. Damit das Schwangerwerden gelingt, müssen viele Faktoren zusammenkommen. Viele davon können nicht direkt beeinflusst werden, aber es gibt auch Aspekte, die beeinflusst werden können. Wo die Stellschrauben sind, erfährst Du in diesem Artikel.
Schwanger werden – was kannst Du selbst tun?
Tipp 1: Bestimme die fruchtbaren Tage und den Eisprung mit ausgewählten Methoden
Tipp 1: Bestimme die fruchtbaren Tage und den Eisprung mit ausgewählten Methoden
Es gibt nur wenige Tage im Zyklus, an denen eine Schwangerschaft möglich ist. Um die Chancen auf eine Empfängnis zu erhöhen, ist es wichtig, die fruchtbaren Tage zu kennen. Ein erster Ansatzpunkt ist, den eigenen Zyklus zu beobachten und besser kennenzulernen. Eines vorweg: Der 28-Tage-Zyklus ist eine Vereinfachung. Es ist ganz normal, dass die Zykluslänge schwankt.
Der Eisprung findet etwa 13 Tage vor der nächsten Periode statt. Diese Information hilft jedoch rückwirkend nicht beim Schwangerwerden. Um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, ist eine Methode erforderlich, die den Eisprung vorhersagt bzw. berechnet.
Dafür eignen sich zum Beispiel Methoden der Natürlichen Familienplanung und Ovulationstests. Eisprungrechner und Zyklustracker-Apps sind dagegen „nur“ Rechenmodelle. Sie können den Eisprung und die fruchtbaren Tage nicht genau vorhersagen, weil sie auf Vergangenheitswerten beruhen. Auch wenn es Deine persönlichen Daten sind, lässt sich aus den vergangenen Zyklusdaten der Eisprung im aktuellen Zyklus nicht zuverlässig vorhersagen.
Tipp 2: Sex an den fruchtbaren Tagen haben
Tipp 2: Sex an den fruchtbaren Tagen haben
Die fruchtbaren Tage zu kennen, reicht nicht aus: Es ist auch wichtig, an diesen Tagen Geschlechtsverkehr zu haben. Das klingt leichter, als es sein kann. Denn ob beide Partner gerade Lust haben, ist für das Schwangerwerden nicht entscheidend, und der Gedanke, an bestimmten Tagen Sex haben zu müssen, kann belastend werden. Deshalb haben wir einen eigenen Artikel zum Thema Verlinkung Sex in der Kinderwunschzeit“ verfasst, in dem ihr einige hilfreiche Tipps und Unterstützung findet.
Tipp 3: Nicht rauchen, wenig Alkohol trinken und auf Drogen verzichten
Tipp 3: Nicht rauchen, wenig Alkohol trinken und auf Drogen verzichten
Ein wichtiger Punkt beim Thema Schwangerwerden: Rauchen und der Konsum von Drogen mindern nachweislich die Fruchtbarkeit – das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Daher ist es hilfreich, mit dem Rauchen aufzuhören und keine Drogen zu konsumieren, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.
Das kann eine Herausforderung sein, selbst wenn der Kinderwunsch stark ist. Es gibt jedoch zahlreiche Hilfs- und Unterstützungsangebote in Form von Rauchentwöhnungsprogrammen. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür oder beteiligen sich daran. Es lohnt sich, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, welche Voraussetzungen es für die Kostenübernahme oder -beteiligung gibt. Manche Programme können auch ärztlich verschrieben werden („App auf Rezept“ – aktuell gibt es sogar Apps für den Rauchstopp, die jede und jeder gesetzlich Versicherte erhalten kann). Am besten sprichst Du Deinen Arzt oder Deine Ärztin dazu an.
Schwanger werden – was ist sonst noch wichtig?
Viele fragen sich auch, ob sie mit der Ernährung oder bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln (oder speziellen Zusammenstellungen) etwas dafür tun können, dass es schneller klappt. Es gibt jedoch keine spezielle Ernährungsform oder Diät, die den Prozess beschleunigt. Das gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel. Bisher gibt es keinen Nachweis dafür, dass bestimmte Vitamine oder ähnliche Präparate das Schwangerwerden beschleunigen.
Tipp: Folsäure nehmen – auch wenn es nicht hilft, schneller schwanger zu werden
In der Kinderwunschzeit wird empfohlen, Folsäure einzunehmen. Folsäure hilft allerdings nicht dabei, schneller schwanger zu werden. Es geht bei dieser Empfehlung darum, dass der Folsäurespeicher ab dem ersten Tag einer Schwangerschaft ausreichend gefüllt ist. Ein Folsäuremangel wirkt zu Beginn der Schwangerschaft nachteilig und erhöht das Risiko von Fehlbildungen beim Kind. Mehr zu diesem Thema kannst Du in unserem Beitrag Ernährung bei Kinderwunsch lesen.
Schwanger werden mit 35
Die natürliche Schwangerschaftswahrscheinlichkeit nimmt ab 35 deutlich ab. Bei 20 bis 30-Jährigen liegt die natürliche Schwangerschaftswahrscheinlichkeit zwischen 20 und 30 Prozent pro Zyklus. Ab 35 nimmt diese Wahrscheinlichkeit ab und liegt bei ungefähr 10 bis 15 Prozent. Das ist ganz natürlich und bedeutet nicht, dass eine Frau ab 35 nicht mehr schwanger werden kann oder nur noch mit medizinischer Unterstützung. Es bedeutet erstmal, dass es wahrscheinlich länger dauert, bis es klappt. Allerdings sollte ein Paar es nicht länger als sechs Monate zu Hause probieren, wenn die Frau über 35 ist.
Ab 35 sind statistisch gesehen auch bestimmte Risiken größer, wenn eine Frau schwanger wird. Das ist zum Beispiel das Risiko für eine Trisomie wie das Down-Syndrom beim Kind oder eine Fehlgeburt. Deswegen gelten Schwangere ab 35 auch als Risikoschwangere. Das bedeutet, dass mehr Vorsorgeuntersuchungen und Risiko-Screenings gemacht werden. Dann werden auch für bestimmte Untersuchungen die Kosten von den Krankenkassen übernommen.
Tipp: Stellt sich ab dem Alter von 35 nach sechs Zyklen keine erfolgreiche Schwangerschaft ein, ist eine Beratung bei der Gynäkologin oder dem Gynäkologen zu empfehlen.
Schwanger werden ab 40
Ab 40 Jahren wird es in der Regel nochmal deutlich schwieriger, schwanger zu werden. Denn die natürliche Schwangerschaftswahrscheinlichkeit nimmt weiter ab und liegt dann unter 10 Prozent pro Zyklus. Trotzdem werden auch Frauen ab 40 noch schwanger.
Die oben erwähnten Risiken, z. B. für eine Fehlgeburt, werden mit zunehmendem Alter leider auch größer. Das Alter spielt aber auch dann eine wichtige Rolle, wenn eine Kinderwunschbehandlung gemacht wird. Gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich nur an den Kosten, wenn die Frau unter 40 ist. Genaueres zu den Kostenregelungen findest Du in dem Artikel Kinderwunschklinik: Kosten und Kassenleistung.
Auch mit über 40 gilt: Falls es nach 6 Zyklen zu Hause nicht geklappt hat, mit dem Frauenarzt sprechen (vielleicht sogar schon früher und den AMH-Wert messen lassen).
Aus dem Podcast KINDERWUNSCH-SPRECHSTUNDE
Fazit
Die Möglichkeit, schwanger zu werden, wird durch zahlreiche Faktoren bestimmt. Viele davon kannst Du nicht selbst beeinflussen. Wichtig ist, die fruchtbaren Tage und den Eisprung zu kennen und an diesen Tagen Sex zu haben. Außerdem sollte auf das Rauchen und den Konsum jeglicher Drogen verzichtet werden.
Es gibt keine bestimmte Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel, die die Fruchtbarkeit nachweislich steigern (lass Dich hier nicht von Werbung verunsichern!). In der Kinderwunschzeit wird Folsäure deshalb empfohlen, damit der Folsäurespeicher zu Beginn der Schwangerschaft gefüllt ist, um eine gesunde Entwicklung des Babys zu unterstützen.
Die natürliche Schwangerschaftswahrscheinlichkeit nimmt mit dem Alter ab. Ab 35 liegt sie zwischen 10 und 15 Prozent je Zyklus. Trotzdem werden Frauen auch über 35 ohne Kinderwunschbehandlung schwanger. Paare sollten sich dann nach sechs Monaten ohne Schwangerschaft ärztlich beraten lassen.
Dein glückskind-Team ♥