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Nackenverspannung

dm-drogerie markt

Lesedauer 6 Min.

27.2.2026

Ein verspannter Nacken kann einem schnell den Tag vermiesen: Der Schmerz sitzt tief, jede Bewegung tut weh und gute Laune? Fehlanzeige. Doch Kopf hoch: Meist steckt keine ernste Ursache dahinter und mit den richtigen Tipps sowie etwas Geduld kannst Du Deine Muskulatur wieder lockern.

Was versteht man unter Nackenverspannungen?  

Von einer Nackenverspannung spricht man, wenn sich die Muskeln im Nackenbereich verhärten und schmerzhaft reagieren. Das kann die Beweglichkeit einschränken.
Medizinisch unterscheidet man zwischen:

  • axialen Nackenschmerzen, die vor allem im Bereich der Halswirbelsäule auftreten, und
  • radikulären Schmerzen, die in andere Körperbereiche ausstrahlen – etwa in den Hinterkopf, die Arme oder Schultern.  

Akute Beschwerden verschwinden in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen. Wenn die Schmerzen länger als drei Monate bestehen, spricht man von chronischen Nackenschmerzen.

Häufige Ursachen für Nackenverspannungen

Die Halswirbelsäule ist ein komplexes System aus Knochen, Muskeln, Bändern, Blutgefäßen und Nerven – auf engstem Raum. Deshalb ist es oft schwierig, die Ursache der Beschwerden eindeutig zu identifizieren.  

Liegen keine Anzeichen für eine ernsthafte körperliche Ursache vor, spricht man von „unspezifischen Nackenschmerzen“. Diese sind in der Regel harmlos und entstehen meist durch ein komplexes Gemisch aus verschiedenen Faktoren – zum Beispiel infolge von Fehlhaltungen oder einem Mangel an ausgleichender Bewegung.

In seltenen Fällen können Nackenverspannungen jedoch auch auf eine medizinisch eindeutige (strukturelle) Ursache hinweisen, die Du ärztlich abklären lassen solltest. In diesen Fällen gehen die Schmerzen meist mit weiteren Beschwerden einher. 

Unspezifische Nackenschmerzen

Akute Nackenschmerzen entstehen häufig durch Überlastung – etwa durch eine ungünstige Schlafposition, nächtliches Zähneknirschen oder langes Sitzen am Schreibtisch, wobei der Kopf über längere Zeit in einer unnatürlichen Haltung verharrt, während die Muskeln im Nacken- und Schulterbereich dauerhaft angespannt sind.

Auch Tätigkeiten, bei denen der Kopf längere Zeit in den Nacken gelegt wird, zum Beispiel beim Streichen einer Decke oder bei bestimmten Sportarten wie Rennradfahren oder Brustschwimmen, können Muskelprobleme auslösen.  

  • Begünstigt werden können unspezifische Nackenschmerzen durch:
  • eine schwache Nackenmuskulatur,
  • Bewegungsmangel,
  • psychische Belastung wie Stress oder familiäre, finanzielle oder berufliche Sorgen,
  • Zugluft und Kälte. 

Strukturell bedingte Nackenschmerzen

  • Schleudertrauma 
    Ein plötzlicher, ruckartiger Aufprall, etwa bei einem Autounfall oder einem schweren Sturz, kann ein sogenanntes Schleudertrauma auslösen. Dabei wird der Kopf heftig nach vorn und zurück geschleudert – Muskeln, Bänder und Sehnen im Nacken überdehnen sich. Die Schmerzen treten oft unmittelbar nach dem Ereignis auf, manchmal aber auch erst verzögert nach einigen Stunden. In der Regel bilden sie sich innerhalb weniger Tage oder Wochen wieder vollständig zurück.
  • Bandscheibenvorfall oder verengter Wirbelkanal  
    Bandscheiben nennt man die kleinen knorpeligen Polster, die zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule liegen. Bei einem Bandscheibenvorfall wird Gewebe einer Bandscheibe immer mehr nach außen gedrückt. Dadurch baut sich Druck auf umliegende Nerven auf, der zu Nackenschmerzen führen kann. Auch bei einer Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose), in dem das Rückenmark und die Nerven verlaufen, kann viel Druck auf die Nerven entstehen. Die möglichen Folgen sind dann nicht nur Nackenschmerzen, sondern auch Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Schwäche in den Beinen oder Armen.
  • Verschleiß der Halswirbelsäule 
    Mit zunehmendem Alter kommt es bei vielen Menschen zu Abnutzungserscheinungen an der Halswirbelsäule. Die Bandscheiben werden dünner und an den Wirbelkörpern bilden sich oft kleine knöcherne Zacken. Diese Veränderungen können die Beweglichkeit der Halswirbelsäule einschränken, lösen aber allein eher selten Nackenschmerzen aus.
  • Begleiterscheinung anderer Erkrankungen 
    In manchen Fällen treten Nackenverspannungen auch als Begleitsymptom von entzündlichen Erkrankungen der Wirbelsäule, Kiefergelenkproblemen oder Migräne und anderen Kopfschmerzarten auf. 

Was hilft bei Nackenschmerzen?

Akute, unspezifische Nackenverspannungen klingen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst wieder ab. Mit einigen sanften Maßnahmen kannst Du die Schmerzen jedoch etwas erträglicher machen und die Muskulatur gezielt entspannen.

  • Wärmeanwendungen
    Ob Wärmflasche, Kirschkernkissen oder Wärmepflaster: Die meisten Menschen empfinden Wärme bei Verspannungen als sehr wohltuend. Auch wärmende Salben, Cremes oder Öle, etwa mit Arnika, Rosmarin oder Kampfer, können angenehm sein. 
    Tipp: Trage das Produkt in kreisenden Bewegungen auf die betroffene Hautregion auf und gönne Dir anschließend etwas Ruhe.
  • Massagen
    Sanfte Massagen, etwa durch eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten, können helfen, verhärtete Muskeln zu lockern.  
  • Dehn- und Kräftigungsübungen
    Gezielte Übungen können die Durchblutung fördern, Verspannungen lösen und die Muskulatur im Schulter- und Nackenbereich stärken, sodass Beschwerden künftig seltener auftreten.

Hier zwei einfache Übungen, mit denen Du Dir wirksam helfen kannst:

  • Seitendehnung:
    • Setze Dich aufrecht auf einen Stuhl oder stelle Dich locker hin.
    • Führe die rechte Hand über den Kopf und lege sie auf das linke Ohr.  
    • Neige den Kopf langsam zur rechten Schulter, ohne ihn dabei zu drehen.
    • Halte die Dehnung für etwa 15 Sekunden, wechsle dann die Seite.
    • Führe die Übung dreimal pro Seite durch.
  • Nackendrücken:
    • Setze Dich aufrecht auf einen Stuhl, halte den Kopf gerade und den Nacken lang.
    • Verschränke die Finger locker am Hinterkopf.
    • Drücke den Kopf sanft nach hinten gegen die Hände, während Du mit den Fingern leichten Gegenzug ausübst. Der Kopf bleibt dabei in seiner Position.
    • Baue etwa 15 Sekunden Spannung auf und entspanne den Nacken wieder.  
    • Führe die Übung dreimal durch.

Tipp: Lass Dich im Zweifel von Deiner Ärztin oder Deinem Arzt beraten oder frage eine Physiotherapeutin bzw. einen Physiotherapeuten, welche Übungen für Dich am besten geeignet sind. 

  • Schmerzmittel
    Bei akuten Nackenschmerzen können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac kurzfristig Linderung bringen. Sie sollten jedoch nicht über längere Zeit eingenommen werden.

Tipps zur Vorbeugung von Nackenverspannungen

Mit etwas Aufmerksamkeit für Haltung, Bewegung und Entspannung kannst Du Deinem Körper viel Gutes tun und Nackenverspannungen vorbeugen.

  • Regelmäßig bewegen
    Wer sich regelmäßig bewegt, stärkt die Muskulatur und verhindert, dass sich Verspannungen überhaupt erst festsetzen. Besonders geeignet sind sanfte Sportarten, die den Nacken nicht überlasten: Nordic Walking, Yoga, Pilates, Aquafitness oder Schwimmen trainieren die Rumpf- und Schultermuskulatur, ohne die Halswirbelsäule zu stark zu beanspruchen.

    Tipp: Beim Schwimmen besser Rückenschwimmen oder Kraulen, um den Nacken zu schonen. Bei Brustschwimmen solltest Du den Kopf nicht dauerhaft über Wasser halten, um den Nacken nicht unnatürlich zu überstrecken.
  • Ergonomisch arbeiten
    Wenn Du viel am Bildschirm arbeitest, solltest Du auf eine rückenfreundliche Haltung achten:

    • Sitze aufrecht mit geradem Nacken.
    • Entspanne die Schultern.
    • Lehne Deinen Rücken an die Stuhllehne an; sie sollte den unteren Rücken gut stützen.
    • Halte einen Abstand von etwa 50 bis 70 cm zum Monitor ein.
    • Der Blick sollte leicht nach unten auf den Bildschirm fallen.

    Tipp: Wenn möglich, wechsle regelmäßig zwischen Sitzen und Stehen. Kurze Bewegungspausen zwischendurch entlasten den Rücken zusätzlich. Auch bei Arbeiten im Stehen, zum Beispiel beim Streichen oder Werkeln über Kopf, gilt: Regelmäßige Pausen entlasten die Nackenmuskulatur. Schüttle zwischendurch die Arme aus und kreise sanft den Kopf, um die Durchblutung zu fördern.

  • Richtig liegen
    Damit sich der Nacken im Schlaf nicht (weiter) verspannt, sondern erholt, solltest Du darauf achten, dass Dein Kopf und Deine Wirbelsäule eine gerade Linie bilden. Der Nacken sollte weder überstreckt noch abgeknickt sein. Ein flaches oder ergonomisch geformtes Kissen kann helfen, den Kopf optimal zu stützen und die natürliche Krümmung der Wirbelsäule zu unterstützen.  
  • Für Entspannung sorgen
    Verspannungen entstehen nicht nur durch körperliche Belastung, sondern auch durch Stress und innere Anspannung. Gönne Dir deshalb bewusste Ruhepausen – etwa durch Atemübungen, Meditation, progressive Muskelentspannung oder einen entspannten Spaziergang. Auch Saunagänge, ein warmes Bad oder eine professionelle Massage können helfen, Stress abzubauen.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Internetquellen

  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). (2025). S3-Leitlinie: Nicht-spezifische Nackenschmerzen (AWMF-Registernr. 053-007). AWMF. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-007
  • von der Lippe, E., Krause, L., Prost, M., Wengler, A., Leddin, J., Müller, A., Zeisler, M.-L., Anton, A., Rommel, A. (2021). Prävalenz von Rücken- und Nackenschmerzen in Deutschland. Ergebnisse der Krankheitslast-Studie BURDEN 2020. Journal of Health Monitoring, 6(S3).  https://doi.org/10.25646/7854