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Rückenschmerzen

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Lesedauer 6 Min.

14.4.2026

Wenn Du gerade mit Rückenschmerzen zu tun hast, bist Du nicht allein: In Deutschland sind knapp zwei Drittel der Bevölkerung innerhalb eines Jahres betroffen. Etwa ein Fünftel berichtet sogar von Schmerzen, die drei Monate oder länger fast täglich auftreten. Rückenschmerzen sind also kein seltenes Leiden – aber eines, das sich meist gut behandeln lässt.

Was versteht man unter Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule, die akut oder chronisch (also über längere Zeit) auftreten können. Sie reichen von leichten Verspannungen bis zu starken Schmerzen, die den Alltag und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen.

Je nach Dauer unterscheidet man:

  • akute Rückenschmerzen: bis 6 Wochen
  • subakute Rückenschmerzen: 6 bis 12 Wochen
  • chronische Rückenschmerzen: länger als 12 Wochen 

Gut zu wissen: Schmerzen, die aus heiterem Himmel plötzlich in den unteren Rücken fahren, werden auch Hexenschuss (Lumbago) genannt. Ursache ist meist eine akute Reizung der Nerven oder Muskeln – sehr unangenehm, aber zum Glück in der Regel harmlos und nach wenigen Tagen rückläufig.

Häufige Ursachen von Rückenschmerzen

Der Rücken ist ein komplexes System aus Muskeln, Faszien, Wirbeln und Nerven – alles auf engstem Raum. Entsprechend vielfältig sind die möglichen Ursachen. Können die Beschwerden nicht auf eine einzelne Ursache zurückgeführt werden, spricht man von „unspezifischen Rückenschmerzen“. Wenn dagegen eine medizinisch eindeutige Ursache gefunden wird, ist die Rede von „spezifischen Rückenschmerzen“.

Unspezifische Rückenschmerzen

Bei über 85 % aller Betroffenen lässt sich keine klare körperliche Ursache für die Beschwerden finden. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen, zum Beispiel:

  • Bewegungsmangel,
  • Fehlbelastung durch langes Sitzen,
  • schwache Rumpfmuskulatur,
  • einseitige oder ungewohnte Belastung,
  • Stress, Sorgen oder psychische Anspannung,
  • Veränderungen der Schmerzwahrnehmung, z. B. bei chronischen Schmerzen und chronischem Stress,
  • familiäre Veranlagung.

Spezifische Rückenschmerzen

Seltener liegt eine klare medizinische Ursache zugrunde – etwa eine Erkrankung oder strukturelle Veränderung:

  • akuter Bandscheibenvorfall: Gewebe der Bandscheibe (das knorpelige Polster zwischen den Wirbeln) drückt auf umliegende Nerven; geht oft einher mit ins Bein ausstrahlenden Schmerzen.
  • Facettensyndrom: Reizung von Nervenenden durch altersbedingte Veränderungen der kleinen Wirbelgelenke; Schmerzen ähnlich wie bei unspezifischen Rückenschmerzen
  • Morbus Bechterew: Rheumatische Erkrankung, die langfristig die Wirbelsäule versteifen kann; typisch ist Morgensteifheit.
  • Skoliose: Verdrehung/Verkrümmung der Wirbelsäule, häufig angeboren; kurze plötzliche Schmerzanfälle entlang der Wirbelsäule
  • Spinalkanalstenose: Verengung des Wirbelkanals; geht oft mit Schmerzen in Po und Oberschenkel einher.
  • Wirbelbrüche: Meist infolge von Knochenschwund (Osteoporose) oder Unfällen, einzelne Wirbelkörper schmerzen und sind druckempfindlich.

Bei Verdacht auf eine dieser Ursachen kann eine bildgebende Untersuchung wie eine Magnetresonanztomografie (MRT) sinnvoll sein.

Wann solltest Du zum Arzt?

Ärztlichen Rat solltest Du einholen, wenn:

  • die Schmerzen in Bein oder Fuß ausstrahlen,
  • Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Lähmungen auftreten,
  • die Beschwerden nach einem Unfall entstanden sind,
  • Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang bestehen,
  • Du unerklärlich Gewicht verlierst,
  • Fieber, Nachtschweiß oder Schüttelfrost auftreten,
  • Du bereits an Krebs erkrankt warst. 

Was hilft bei Rückenschmerzen?

Meistens klingen unspezifische Schmerzen im unteren Rücken innerhalb einiger Tage oder Wochen wieder ab. Dennoch kannst Du aktiv einiges tun, um den Heilungsprozess zu unterstützen.

  • Bewegung
    Expertinnen und Experten sind sich einig: Bei Rückenschmerzen ist Bewegung die beste Medizin! Nachweislich können folgende Bewegungsarten helfen:
    • gezielte Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen für die Bauch-, Rücken-, Hüft- und Beckenbodenmuskulatur,
    • Pilates,
    • Tai-Chi,
    • Yoga.

Am wichtigsten ist aber, dass Du eine Bewegungsform findest, die zu Dir passt, Dir Spaß macht und Dich aktiviert, ohne zu überfordern. 
Gut zu wissen: Viele Krankenkassen übernehmen Kosten für Bewegungskurse, Physiotherapie oder Apps auf Rezept (sogenannte digitale Gesundheitsanwendungen, kurz: DiGA). Ein Blick auf die Krankenkassenwebsite lohnt sich!

  • Entspannung 
    Stress und seelische Belastungen wirken sich direkt auf die Muskulatur aus. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Meditation können helfen, Anspannung zu lösen.
  • Wärmeanwendungen
    Wärme fördert die Durchblutung und kann dabei unterstützen, verkrampfte Muskeln zu entspannen. Beliebt sind Wärmepflaster, Wärmflaschen oder Körnerkissen. Auch wärmende Salben, Gels oder Öle, etwa mit Arnika, Rosmarin oder Kampfer, können wohltuend sein.
  • Schmerzmittel
    Bei starken Rückenschmerzen können frei verkäufliche Schmerzmittel, z.B. mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac, Linderung bringen und dazu beitragen, dass Dir Bewegung wieder leichterfällt. Sie sollten aber maximal zwei Wochen eingenommen werden.  
  • Kognitive Verhaltenstherapie 
    Bei chronischen Rückenschmerzen spielt das Gehirn eine zentrale Rolle: Wie wir Schmerzen wahrnehmen, hängt auch von Gedanken, Gefühlen und Erwartungen ab. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, mit dem Schmerz anders umzugehen und ihn langfristig zu reduzieren.

Gut zu wissen: Neben diesen aktiven Maßnahmen gibt es auch zahlreiche sogenannte passive Behandlungen – etwa Akupunktur, Massagen, Mobilisation oder Manipulation der Wirbelsäule oder Osteopathie. Viele Menschen erleben diese Methoden als wohltuend und hilfreich. Wissenschaftlich ist ihre Wirksamkeit allerdings bislang nicht oder nicht eindeutig nachgewiesen. Sie können aber von manchen Krankenkassen bei Vorlage eines ärztlichen Rezepts zumindest teilweise übernommen werden.  

Katze-Kuh-Übung bei Rückenschmerzen  

Diese einfache Yoga-Übung mobilisiert die Wirbelsäule und kann helfen, Verspannungen im Rücken zu lösen.

So geht’s:

  • Geh auf alle Viere; Hände unter die Schultern, Knie unter die Hüften.
  • Einatmen: Senke den Bauch leicht ab, hebe den Kopf und das Steißbein – der Rücken bildet ein sanftes Hohlkreuz (Kuh).
  • Ausatmen: Runde den Rücken, zieh das Kinn zur Brust und drücke die Hände gegen den Boden (Katze).
  • Wiederhole den Wechsel langsam und fließend etwa 10-mal. 

Tipps zur Vorbeugung von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen lassen sich nicht immer vermeiden. Doch mit der richtigen Mischung aus Bewegung, Haltung und Entspannung kannst Du viel dafür tun, das Risiko zu reduzieren.

  • Regelmäßig bewegen
    Wer sich regelmäßig bewegt, stärkt Muskulatur und Faszien. Rückenfreundliche Sportarten sind zum Beispiel Nordic Walking, Yoga oder Pilates, Aquafitness und Schwimmen. Du hast keine Lust auf Sport? Schon ein kleiner Spaziergang, zwei- oder dreimal in der Woche, täglich eine Viertelstunde Yoga oder Dehnübungen oder der entschiedene Verzicht auf Fahrstuhl und Rolltreppe kann viel bringen – solange Du konsequent dranbleibst.  
  • Ergonomisch arbeiten
    Verbringst Du viel Zeit vor dem Bildschirm? Dann gewöhne Dir eine rückenfreundliche Haltung an:    
    • Sitze aufrecht mit geradem Nacken.
    • Entspanne die Schultern.
    • Lehne Deinen Rücken an die Stuhllehne an; sie sollte den unteren Rücken gut stützen.
    • Halte einen Abstand von etwa 50 bis 70 cm zum Monitor ein.
    • Der Blick sollte leicht nach unten auf den Bildschirm fallen.

Tipp: Wenn möglich, wechsle regelmäßig zwischen Sitzen und Stehen. Kurze Bewegungspausen zwischendurch entlasten den Rücken zusätzlich und liefern neue Energie.

  • Richtig heben
    Wenn Du etwas vom Boden aufhebst, gehe tief in die Hocke, halte den Rücken gerade und stemme das Gewicht aus den Beinen heraus – nicht aus dem Rücken.  
  • Für Entspannung sorgen
    Rückenschmerzen entstehen nicht nur durch körperliche Belastung, sondern auch durch Stress und innere Anspannung. Gönne Dir regelmäßig etwas „Me-Time“ – ob durch Atemübungen, Musik, Meditation, Natur oder ein warmes Bad. 

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Internet

  • Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU). (2023). Nationale Versorgungs-Leitlinie: Nicht-spezifischer Kreuzschmerz (AWMF Registernr. nvl-007, in Überarbeitung). AWMF. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-007
  • Hayden, J.A., Ellis, J., Ogilvie, R., Stewart, S.A., Bagg, M. K., Stanojevic, S., Yamato, T.P., Saragiotto, BT. (2012) Some types of exercise are more effective than others in people with chronic low back pain: a network meta-analysis. J Physiother. 67(4). https://doi.org/10.1016/j.jphys.2021.09.004
  • IJzelenberg, W., Oosterhuis, T., Hayden, J.A., Koes, B.W., van Tulder, M.W., Rubinstein, S.M., de Zoete, A. (2023). Exercise therapy for treatment of acute non-specific low back pain. Cochrane Database Syst Rev. 8(8). https://doi.org/10.1002/14651858
  • Steffens, D., Maher, C.G., Pereira, L.S., Stevens, M.L., Oliveira, V.C., Chapple, M., Teixeira-Salmela, L.F., Hancock, M.J. (2016) Prevention of Low Back Pain: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Intern Med. 176(2). https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2015.7431
  • von der Lippe, E., Krause, L., Prost, M., Wengler, A., Leddin, J., Müller, A., Zeisler, M.-L., Anton, A., Rommel, A. (2021). Prävalenz von Rücken- und Nackenschmerzen in Deutschland. Ergebnisse der Krankheitslast-Studie BURDEN 2020. Journal of Health Monitoring, 6(S3).  https://doi.org/10.25646/7854

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  • Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU). (2023). S2k-Leitlinie Spezifischer Kreuzschmerz (AWMF Registernr. 187-059). AWMF.
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