HauptnavigationKategorienavigationHauptinhalt

Wadenkrämpfe

dm-drogerie markt

Lesedauer 6 Min.

17.4.2026

Du liegst entspannt im Bett, kurz vor dem Einschlafen, oder bist voller Konzentration beim Training – und dann dieser plötzliche, stechende Schmerz im Bein! Ein Wadenkrampf kommt meist wie aus dem Nichts und ist alles andere als angenehm. Wie kann man ihn möglichst schnell lösen? Und lassen sich Beinkrämpfe verhindern?

Was sind Wadenkrämpfe?

Bei einem Wadenkrampf zieht sich die Muskulatur plötzlich und schmerzhaft zusammen und bleibt für Sekunden bis Minuten angespannt. Auch wenn der Krampf abgeklungen ist, bleibt die Muskulatur oft noch Stunden lang empfindlich.

Ursachen für Wadenkrämpfe

Wadenkrämpfe treten häufig spontan, vor allem in Ruhe oder während der Nacht, auf. Als Auslöser gelten vorübergehende Fehlentladungen der Nerven, die den Muskel kontrollieren: Die Nerven senden zu viele Signale gleichzeitig, wodurch sich der Muskel plötzlich und unkontrolliert zusammenzieht. In der Regel ist diese kurzzeitige Übererregung harmlos – die Krämpfe verschwinden normalerweise von selbst und hinterlassen keine bleibenden Schäden. Warum es zu dieser Überreizung kommt, lässt sich nicht immer genau sagen. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen. Zu den möglichen Ursachen gehören:

  • Überanstrengung und Sport
    Nach intensiver Belastung sind Muskeln oft ermüdet, die Steuerung durch Nerven funktioniert nicht mehr optimal. Typisch sind Wadenkrämpfe vor allem in den ersten Trainingswochen, wenn sich der Körper an die neue Beanspruchung gewöhnen muss. Auch eine Überbelastung durch zu hohe Trainingsumfänge oder eine zu schnelle Steigerung der Trainingsintensität kann Krämpfe auslösen.
  • Bewegungsmangel  
    Nicht nur ein Zuviel an Bewegung, sondern auch ein Zuwenig kann Krämpfe hervorrufen: Wer im Alltag viel sitzt und körperlich wenig aktiv ist, riskiert eine schwächere Durchblutung sowie verkürzte Muskeln in den Beinen. Das kann dazu führen, dass sich die Muskeln schneller verspannen.
  • Elektrolytmangel
    Manchmal steckt hinter einem Muskelkrampf auch ein Mangel an Elektrolyten – allen voran des Mineralstoffes Magnesium, der entscheidend ist für die Reizweiterleitung zwischen Nerven und Muskeln. Besonders Schwangere und ältere Menschen sind dafür anfällig. Auch starkes Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall, übermäßiger Alkoholkonsum oder eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme können den Elektrolythaushalt aus dem Takt bringen und Wadenkrämpfe hervorrufen.
  • Medikamente
    Bestimmte Arzneimittel können die Nerven- oder Muskelfunktion beeinflussen und so Wadenkrämpfe begünstigen. Dazu zählen unter anderem Cholesterinsenker (Statine), Entwässerungstabletten (Diuretika), Betablocker und Kortisonpräparate. Hast Du den Verdacht, Deine Beschwerden könnten damit zusammenhängen, sprich am besten mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.
  • Erkrankungen
    In selteneren Fällen sind Wadenkrämpfe Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung. Dazu gehören Hormonstörungen wie die Schilddrüsenunterfunktion, Stoffwechselstörungen wie Diabetes und neurologische Erkrankungen wie Nervenkompression oder Polyneuropathie.

Gut zu wissen: Bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) können krampfartige Schmerzen in den Waden auftreten. Sie entstehen jedoch nicht durch Muskelkontraktionen, sondern durch eine verminderte Durchblutung der Muskulatur. Typisch ist, dass der Schmerz bei Belastung (z. B. Gehen) auftritt und in Ruhe schnell wieder nachlässt.

Soforthilfe: Was tun bei einem akuten Wadenkrampf?

So plötzlich, wie ein Wadenkrampf kommt, soll er möglichst auch wieder verschwinden. Als Sofortmaßnahme haben sich vor allem gezielte Dehnübungen bewährt:

  • im Liegen: Strecke das betroffene Bein gerade aus und ziehe die Zehen aktiv in Richtung Schienbein, während Du gleichzeitig die Ferse leicht von Dir wegdrückst.
  • im Stehen: Verlagere das Gewicht auf die Ferse des betroffenen Beins und ziehe die Zehen aktiv nach oben.
  • im Sitzen: Setze Dich auf einen Stuhl. Greife die Zehen und ziehe sie sanft in Richtung Schienbein, während Du gleichzeitig die Ferse leicht von Dir wegdrückst.

Nach der Dehnung kann sanftes Kneten, Massieren oder Ausstreichen der Wadenmuskulatur helfen, die Durchblutung anzuregen und die Muskelspannung zu lösen. Auch Wärme, etwa eine warme Dusche oder ein warmes Bad, ein Wärmepflaster oder eine Wärmflasche auf der Wade können wohltuend sein. 

Behandlung: Was tun bei wiederkehrenden und schmerzhaften Muskelkrämpfen?

Wenn Wadenkrämpfe häufig und/oder sehr schmerzhaft auftreten, solltest Du die Ursache von Deiner Ärztin oder Deinem Arzt abklären lassen. Je nach Befund kann die Zufuhr von Magnesium oder, in Ausnahmefällen, von Chinin sinnvoll sein. Wird eine Grunderkrankung festgestellt, sollte diese gezielt behandelt werden.

  • Magnesium
    Magnesium trägt zu einer normalen Funktion der Muskeln und des Nervensystems bei. Die Wirksamkeit bei Wadenkrämpfen ist jedoch nicht eindeutig belegt. Wird ein tatsächlicher Magnesiummangel vermutet oder nachgewiesen, kann die Einnahme aber durchaus sinnvoll sein, um die Speicher wieder aufzufüllen. Magnesium gibt es in Form von (Brause-)Tabletten, Kapseln, Trinkgranulaten oder auf der Zunge löslichem Direktgranulat. Auch Mineralwasser mit hohem Magnesiumgehalt kann zur Versorgung beitragen.  
  • Chinin
    Wenn andere Maßnahmen (Dehnen, Magnesium, Flüssigkeitsausgleich) keine ausreichende Wirkung zeigen, kann Chinin eingesetzt werden, um häufige und schmerzhafte nächtliche Wadenkrämpfe zu lindern. Chinin ist ein bitter schmeckendes, weißes Pulver, das aus der Rinde des Chinarindenbaums (Cinchona) gewonnen wird. Der Wirkstoff senkt die Erregbarkeit der Nerven- und Muskelzellen und entspannt so die Muskeln. Da bei höherer Dosierung schwere Nebenwirkungen möglich sind, sollte Chinin nur in sehr hartnäckigen Fällen und ausschließlich nach ärztlicher Verordnung eingesetzt werden. 

Wadenkrämpfen vorbeugen

Vorausgesetzt, die Krämpfe sind nicht Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung, kannst Du einiges tun, um weiteren Episoden vorzubeugen:

  • regelmäßig dehnen
    Dehne Deine Wadenmuskulatur regelmäßig, vor allem abends und nach dem Sport, für mehrere Minuten. Das ist die effektivste Maßnahme, denn sie hält die Muskulatur geschmeidig, entspannt die Nervensteuerung und verbessert die Durchblutung.
  • ausreichend bewegen
    Bewegung fördert die Durchblutung. Schon kurze Spaziergänge, Treppensteigen oder kleine Bewegungspausen bei der Arbeit können dazu beitragen, die Muskulatur fit zu halten.
  • ausgewogen ernähren
    Eine ausgewogene und mineralstoffreiche Ernährung kann die Muskelfunktion unterstützen. Nüsse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse wie Spinat und Mangold sind reich an Magnesium und sollten regelmäßig auf Deinem Speiseplan stehen.  
  • viel trinken
    Flüssigkeit ist entscheidend für das Gleichgewicht der Elektrolyte. Trinke regelmäßig, besonders bei Hitze und beim Sport. Ideal sind Mineralwasser, ungesüßter Tee oder bei intensiver Belastung isotonische Getränke.
  • für Entspannung sorgen
    Stress und Schlafmangel können die Nervenübererregbarkeit verstärken und damit Krämpfe fördern. Sorge für ausreichend Schlaf und Entspannung, zum Beispiel mit Yoga, Dehnübungen oder progressiver Muskelentspannung.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Internet