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Cholesterin

dm-drogerie markt

Lesedauer 10 Min.

18.5.2026

Bestimmt hast Du schon häufig von Cholesterin gehört. In den Medien wird viel darüber gesprochen, dass es gefährlich sein kann, zu viel Cholesterin im Blut zu haben. Gleichzeitig wird darüber diskutiert, ob die Ernährung die Hauptursache dafür ist. In diesem Beitrag erfährst Du, was Cholesterin ist, welche unterschiedlichen Arten es gibt, welche davon für Deine Gesundheit eine Rolle spielen und was Du zu einem optimalen Cholesterinwert im Blut beitragen kann. 

Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist ein natürlicher, fettartiger Stoff, der im Körper verschiedene lebenswichtige Funktionen erfüllt. Er ist unter anderem Bestandteil der Zellwände (Zellmembranen) und an der Bildung von Hormonen, Vitamin D und Gallensäuren beteiligt. Den größten Teil des Cholesterins produziert Dein Körper in der Leber selbst. Nicht einmal ein Viertel nimmst Du über die Nahrung zu Dir.  

Du hast sicher schon im Wasser beobachtet, dass Öltropfen sich an der Oberfläche flächig ausbreiten, die beiden Flüssigkeiten sich aber nicht verbinden. Fett ist in Wasser nämlich nicht löslich. Genauso ist es mit dem Fett Cholesterin. Damit es im Blut an seine verschiedenen Zielorte transportiert werden kann, bindet es an bestimmte Eiweiße, an sogenannte Lipoproteine.

Welche Cholesterinarten gibt es? 

Von diesen Transporteiweißen gibt es verschiedene Arten. Man unterscheidet zwischen 

  • LDL – Low Density Lipoprotein (Lipoprotein mit geringer Dichte):  
    transportiert Cholesterin von der Leber zur Weiterverarbeitung in andere Körperzellen. 

  • HDL – High Density Lipoprotein (Lipoprotein mit hoher Dichte): 
    bringt überschüssiges Cholesterin, das die Gewebe nicht mehr aufnehmen können, zurück zur Leber, die es abbaut. 

Welche Bedeutung hat Cholesterin für die Gesundheit? 

Cholesterin hat heute einen sehr schlechten Ruf. Es gilt ganz allgemein als gefährliches „Blutfett“, das zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führt. Doch so pauschal gesehen ist das falsch: Cholesterin ist lebensnotwendig für unseren Körper.  

Richtig ist dagegen, dass ein Überschuss an LDL-Cholesterin gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Denn was zu viel ist, lagert sich innen an den Gefäßwänden ab. So entsteht die sogenannte Arterienverkalkung, auch Arteriosklerose genannt. Weil die Ablagerungen die Blutgefäße verengen, sind sie mitverantwortlich für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Das LDL-Cholesterin wird daher als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet. 

Im Gegensatz dazu gilt HDL-Cholesterin als „gutes Cholesterin“. Es lagert sich nämlich nicht an den Innenwänden der Arterien ab, sondern hilft sogar, das „böse“ Cholesterin aus den Gefäßen zu entfernen und es der Leber zur Entsorgung zurückzubringen. Es schützt also die Adern. 

Wie werden die Cholesterinwerte bestimmt und beurteilt? 

Erhöhte Cholesterinspiegel im Blut verursachen über lange Zeit keine direkt spürbaren Beschwerden oder deutliche Symptome. Sie können aber über den Blutgehalt an Cholesterin bestimmt werden.  

Ist der Gesamtcholesterinwert zu hoch, spricht man in der Medizin von einer Hypercholesterinämie. Die Experten haben dafür eine Grenze von 200 mg/dl festgelegt und unterscheiden zwischen: 

grenzwertig erhöht200 –239 mg/dl 
hoch240 mg/dl und höher 

Der Gesamtwert des Cholesterins im Körper hat zunächst aber gar keine Aussagekraft. Es kommt auf das Verhältnis zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Cholesterin an. 

Wie sehen die Richtwerte für LDL und HDL aus? 

Für das Cholesterin gibt es keine starren Vorgaben, weil immer auch die persönliche Konstellation, etwa das Vorliegen der oben genannten Risikofaktoren, zu berücksichtigen ist.  

Der Wert für HDL-Cholesterin sollte nicht zu niedrig sein. Hier gilt: 

  • für Frauen: über 45 mg/dl 

  • für Männer: über 40 mg/dl 

Für Kinder und Jugendliche legt man andere Werte zugrunde. 

Der Wert für das LDL-Cholesterin richtet sich ebenfalls nach dem persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko. Prinzipiell gilt aber das Motto: Je niedriger, desto besser. In Zahlen ausgedrückt:  

Persönliche KonstellationLDL-Zielwert

gesund, ohne einen der genannten Risikofaktoren 

< 116 mg/dl 

gesund, mäßig erhöhtes Risiko mit nur einem der genannten Risikofaktoren 

< 100 mg/dl 

hohes Risiko mit mehreren der genannten Risikofaktoren 

< 70 mg/dl 

sehr hohes Risiko, nach einer bereits vorliegenden Herzerkrankung oder  
Diabetes mellitus 

< 50 mg/dl 

sehr hohes Risiko, nach einem – trotz Therapie – wiederholt aufgetretenen Herzereignis 

< 40 mg/dl 

 

Wann und wie oft solltest Du Deine Cholesterinwerte bestimmen lassen? 

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen ab 35 Jahren alle 3 Jahre im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung die Bestimmung der Cholesterinwerte, bei einem erhöhten Risiko aber auch öfter. Die kardiologischen Leitlinien empfehlen das bei 

  • Bluthochdruck, 

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), 

  • Rauchen, 

  • Übergewicht und 

  • familiärer Vorbelastung. 

Außerdem finden engmaschige Kontrollen statt, wenn bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt.

Welche Ursachen gibt es für zu hohe Cholesterinspiegel? 

Es sind mehrere Faktoren bekannt, die zu einem hohen Cholesterinwert beitragen können. Zum Teil kannst Du sie beeinflussen, zum Teil aber auch nicht.  

Zu den nicht beeinflussbaren Faktoren gehören: 

  • Vererbung:  
    Es gibt beispielsweise eine familiäre Hypercholesterinämie. Den betroffenen Menschen fehlen die Stellen an der Zielzelle, an denen LDL andocken möchte, die sogenannten LDL-Rezeptoren. Das LDL verbleibt dann in der Blutbahn und setzt sich wie oben beschrieben an den Gefäßwänden ab. 

  • Alter:  
    Mit zunehmendem Alter steigt der Cholesterinspiegel, beispielsweise bei Frauen nach den Wechseljahren. 

  • Geschlecht:  
    Männer haben in der Regel höhere Cholesterinspiegel als Frauen vor den Wechseljahren. 

  • Grunderkrankungen  
    wie Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen oder Schilddrüsenunterfunktion. 

Zu den Faktoren, die Du beeinflussen kannst, zählen: 

  • Übergewicht, 

  • bestimmte Medikamente (wie etwa Gestagene, Androgene), 

  • mangelnde Bewegung, 

  • Rauchen und 

  • falsche Ernährung. 

Die Ernährung spielt dabei jedoch eine untergeordnete Rolle. Der Körper produziert nämlich einen Großteil des Cholesterins selbst. Es lässt sich aber sagen, dass ein erhöhter Cholesterinwert aus dem Zusammenspiel zwischen erblicher Veranlagung und Lebensstil entsteht

Was kann man gegen zu viel Cholesterin im Blut machen? 

Dein Arzt oder Deine Ärztin haben Dir mitgeteilt, dass Dein LDL-Cholesterin zu hoch ist? Bei einer körperlichen Untersuchung wird sie oder er dann ggf. Deinen Body-Mass-Index bestimmen, Blutdruck messen und verschiedene Maßnahmen zur Klärung vorliegender Herz-Kreislauf-Erkrankungen treffen, etwa Ultraschalluntersuchung von Herz und Blutgefäßen oder EKG. Aus den Ergebnissen lassen sich Deine sonstigen Risikofaktoren ermitteln und ein individueller Zielwert für Dein Cholesterin abschätzen. 

Je nachdem, wie stark die Abweichung von Deinem ermittelten Zielwert ist, erhältst Du im Anschluss folgende Empfehlungen: 

  • regelmäßige Bewegung im Alltag oder bei mittlerer sportlicher Belastung, etwa Nordic Walking, Wandern, Gymnastik 

  • Gewichtsreduzierung bei Übergewicht 

  • Rauchverzicht 

  • Alkoholverzicht oder mäßiger Konsum 

  • eine gesündere Ernährung 

Außerdem gibt es die Möglichkeit der medikamentösen Therapie. 

Lebensmittel, die den Cholesterinspiegel beeinflussen 

Die Expertinnen und Experten sind sich einig, dass die Ernährung nicht die Hauptursache eines erhöhten Cholesteringehalts im Blut ist, dass sie aber positiv zur Regulierung beitragen kann. Die alte Empfehlung, möglichst auf Eier zu verzichten, die von Haus aus schon Cholesterin mitbringen, gilt dabei tatsächlich als überholt. Eier in Maßen sieht die Medizin heute als unproblematisch an. 

Hier sind die wichtigsten Punkte, die Du beachten solltest: 

  • Wähle die richtigen Fette: 
    Du musst nicht auf Fett verzichten, aber verwende möglichst ungesättigte Fettsäuren, wie sie in Raps-, Oliven- und Leinöl, Walnüsse, Mandeln und Cashewkerne, Avocado enthalten sind, und Omega-3-Fettsäuren, die man vor allem mit fettem Fisch wie Lachs und Makrele verzehrt. Gesättigte Fettsäuren hingegen – also die Fette aus Fleisch, Wurst und Milchprodukten – sollten lieber die Ausnahme bleiben und nur gelegentlich auf deinem Teller landen. 

Gut zu wissen: Einige Studien deuten darauf hin, dass Schwarzkümmelöl oder -samen das Cholesterinprofil positiv beeinflussen können. Als ergänzende Maßnahme zur ausgewogenen Ernährung kann Schwarzkümmel also durchaus interessant sein – er ersetzt jedoch keine medikamentöse Therapie. Wer erhöhte Cholesterinwerte hat, sollte das Thema mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen. 

  • Nimm reichlich Ballaststoffe zu Dir: 
    Sie binden Gallensäuren im Darm, wodurch der Körper mehr Cholesterin verbraucht. Enthalten sind Ballaststoffe in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse. 

  • Setze vermehrt auf pflanzliche Lebensmittel: 
    Viel Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse statt Fleisch – wobei Du vor allem auf den Verzehr von rohem Fleisch verzichten solltest. 

Wenn Du Dich daran hältst und an die auch sonst üblichen Vorschläge für eine ausgewogene Ernährung – etwa wenig Zucker, wenig Alkohol – schaffst Du schon eine gute Basis für einen optimalen Cholesterinspiegel. 

Medikamentöse Therapie 

Als Medikamente, die die Blutgefäße schützen, werden Statine eingesetzt. Studien legen nahe, dass sie das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verringern und auch das Blutcholesterin beeinflussen. Ob ihre Gabe im individuellen Fall angebracht ist, können nur Fachleute entscheiden. So kann es zum Beispiel sinnvoll sein, dass ein starker Raucher mit familiärer Vorbelastung bei einem erhöhten Gesamtcholesterinspiegel bei niedrigem HDL mit Statinen behandelt wird, eine Frau bei den gleichen Blutwerten, aber ohne sonstige Risikofaktoren, keine Medikamente verordnet bekommt. 

Schließlich gehen die Cholesterinsenker ggf. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ein und können auch Nebenwirkungen haben. Dazu gehören: 

  • Übelkeit und Erbrechen, 

  • Muskelschmerzen, 

  • Hautausschläge und 

  • in seltenen Fällen auch Leberfunktionsstörungen. 

Falls Du bei einer Untersuchung erfährst, dass Dein Cholesterinspiegel erhöht ist, wird Deine Ärztin oder Dein Arzt Dich sicher gut beraten.   

Wann Du einen Arzt aufsuchen solltest 

Nicht jeder unterzieht sich freiwillig regelmäßigen Gesundheits-Checks. Spätestens ab einem Alter von 35 Jahren solltest Du jedoch daran denken, im Abstand von drei Jahren die empfohlenen Bluttests vornehmen zu lassen. Bei dieser Gelegenheit würden auch erhöhte Cholesterinwerte auffallen. 

Solltest Du jedoch Anzeichen arteriosklerotischer Veränderungen erkennen, ist eine Kontrolle in der Praxis Deines Vertrauens unerlässlich. Dazu gehören: 

  • Engegefühl und Schmerzen in der Brust 

  • Beinschmerzen nach kurzen Gehstrecken 

Diese Symptome sprechen dafür, dass mit Deinen Gefäßen etwas nicht in Ordnung ist. Die Ärztin oder der Arzt können feststellen, ob eine fortgeschrittene Gefäßverengung und damit das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegt.

Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Wenn Du Fragen hast oder unsicher bist, wende Dich bitte an eine Ärztin, einen Arzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft. Entscheidungen, die Du aufgrund dieser Informationen triffst, erfolgen auf eigene Verantwortung.

Quellen

Internetquellen