Zyklus & Zyklusbeschwerden

Hormone sind die unsichtbaren Dirigenten deines Körpers. Sie beeinflussen deine Energie, deine Stimmung und dein Wohlbefinden – doch nicht immer läuft alles nach Plan. Wenn deine Hormone aus dem Gleichgewicht geraten, können Beschwerden wie Zyklusstörungen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder Schlafprobleme entstehen.
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Zyklus der Frau: Was in Deinem Körper während der Zyklusphasen passiert
An manchen Tagen hast Du viel Energie, an anderen brauchst Du mehr Ruhe oder reagierst empfindlicher als sonst. Die Ursache dafür kann Dein Zyklus sein. Denn je nach Phase läuft im Körper etwas anderes ab, was sich auch auf Deine Stimmung auswirken kann. Kleinere Schwankungen sind meist normal. Starke oder länger anhaltende Beschwerden solltest Du jedoch ernst nehmen. Hier liest Du, wie der Zyklus der Frau abläuft, welche Symptome typisch sind und welche Erkrankungen hinter Zyklusbeschwerden stecken können.
Was ist der weibliche Zyklus?
Der Zyklus der Frau beginnt am ersten Tag der Periode und endet am Tag vor der nächsten Monatsblutung. In dieser Zeit bereitet sich Dein Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor: Eine Eizelle reift heran und die Gebärmutterschleimhaut baut sich auf. Wird die Eizelle nicht befruchtet oder nistet sich die befruchtete Eizelle nicht ein, wird ein großer Teil der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und die nächste Periode setzt ein. Hormone steuern diesen Ablauf. Die Zyklusdauer liegt meist zwischen 25 und 32 Tagen, kann aber von Frau zu Frau und sogar von Monat zu Monat schwanken.
Die Zyklusphasen der Frau
Der Zyklus lässt sich in vier Abschnitte einteilen. Wie lange sie jeweils dauern, kann von Frau zu Frau und von Monat zu Monat unterschiedlich sein.
Menstruation
Mit dem ersten Tag der Periode beginnt ein neuer Zyklus. Da sich keine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat, sinken die Hormonspiegel von Östrogen und Progesteron. Dadurch löst sich ein Teil der aufgebauten Gebärmutterschleimhaut und verlässt den Körper gemeinsam mit Blut und Gewebeflüssigkeit. Die Blutung dauert häufig einige Tage. In dieser Zeit zieht sich die Gebärmutter zusammen, um die Schleimhaut abzustoßen. Das kann sich durch Krämpfe oder ein Ziehen im Unterleib bemerkbar machen. Müdigkeit, Kopfschmerzen oder ein stärkeres Bedürfnis nach Ruhe sind ebenfalls möglich. Andere Frauen fühlen sich während ihrer Periode kaum eingeschränkt.
Follikelphase
Die Follikelphase beginnt genau genommen bereits am ersten Zyklustag und reicht bis zum Eisprung. In einem der Eierstöcke wachsen mehrere Eibläschen heran. Meist entwickelt sich eines davon weiter und enthält die Eizelle, die später freigesetzt werden kann. Währenddessen steigt der Östrogenspiegel wieder. Dadurch baut sich die Gebärmutterschleimhaut, die während der Menstruation abgetragen wurde, erneut auf und bereitet sich auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Nach dem Ende der Blutung fühlen sich manche Frauen zunehmend wacher, konzentrierter oder belastbarer. Wie deutlich Du diese Unterschiede bemerkst, kann jedoch von Zyklus zu Zyklus variieren.
Eisprung
Kurz vor dem Eisprung steigt das luteinisierende Hormon (LH) stark an. Daraufhin öffnet sich das reife Eibläschen und gibt die Eizelle frei. Sie gelangt in den Eileiter und bewegt sich von dort in Richtung Gebärmutter. Rund um den Eisprung verändert sich häufig der Zervixschleim: Er wird klarer, flüssiger und dehnbarer. Dadurch können Spermien leichter durch den Gebärmutterhals gelangen. Manche Frauen spüren zu dieser Zeit ein kurzes Ziehen auf einer Seite des Unterbauchs. Andere bemerken vom Eisprung nichts.
Lutealphase
Nach dem Eisprung bildet sich aus dem zurückbleibenden Eibläschen der Gelbkörper. Er produziert vor allem Progesteron. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut erhalten bleibt und sich dort eine befruchtete Eizelle einnisten könnte. Kommt keine Schwangerschaft zustande, bildet sich der Gelbkörper zurück. Die Hormonspiegel sinken und die nächste Periode kündigt sich an. In den Tagen davor können unter anderem Brustspannen, Wassereinlagerungen, Müdigkeit, Heißhunger oder Stimmungsschwankungen auftreten. Wie stark Du diese Beschwerden in der Lutealphase wahrnimmst, ist sehr individuell.
Welche Zyklusbeschwerden können auftreten?
Als Zyklusbeschwerden gelten körperliche oder seelische Beschwerden, die typischerweise zu bestimmten Zeiten im Zyklus auftreten. Einige Symptome machen sich kurz vor der Periode bemerkbar, andere erst während der Blutung oder rund um den Eisprung.
Oft zeigen sich Zyklusbeschwerden durch:
- Unterleibsschmerzen und Krämpfe, die vor oder während der Periode auftreten können
- Brustspannen und Wassereinlagerungen, durch die sich der Körper vor der Blutung ungewohnt anfühlen kann
- Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schlafprobleme, die Deine Energie im Alltag beeinflussen können
- Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Niedergeschlagenheit, besonders in den Tagen vor der Periode
Leichte Beschwerden kommen häufig vor. Wenn Schmerzen, sehr starke Blutungen oder andere Symptome Deinen Alltag deutlich beeinträchtigen, solltest Du sie frauenärztlich abklären lassen.
Erkrankungen rund um den Zyklus der Frau
Wenn Deine Periode sehr schmerzhaft ist, unregelmäßig kommt oder längere Zeit ausbleibt, solltest Du Dir ärztlichen Rat holen. Dahinter können zum Beispiel Endometriose oder das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS, früher PCOS – polyzstisches Ovarialsyndrom) stecken.
Endometriose
Bei einer Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter. Mögliche Anzeichen sind starke Regelschmerzen, wiederkehrende Schmerzen im Unterbauch oder Beschwerden beim Sex. Manche Betroffene haben dagegen kaum Symptome.
PMOS
Bei PMOS gerät das Zusammenspiel der Hormone aus dem Gleichgewicht, wodurch der Eisprung seltener stattfinden kann. Die Periode kommt dann häufig unregelmäßig oder bleibt aus. Akne, stärkerer Haarwuchs, Haarausfall oder Schwierigkeiten, schwanger zu werden, können ebenfalls auftreten.
Fazit
Jeder Zyklus kann etwas anders verlaufen. Wenn Du weißt, was in den einzelnen Phasen passiert, kannst Du körperliche Reaktionen und Deine Stimmung besser verstehen. Schmerzen, sehr starke Blutungen oder Unregelmäßigkeiten musst Du jedoch nicht einfach hinnehmen. Eine frauenärztliche Abklärung kann zeigen, was hinter den Beschwerden steckt und welche Behandlung oder Unterstützung infrage kommt.